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Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch? Definition und Abgrenzung

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind Produkte für die häusliche Pflege, die in der Regel nur einmal benutzt werden. Die Pflegekasse trägt dafür bis zu 42 Euro im Monat.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind Hilfsmittel, die wegen ihres Materials oder aus hygienischen Gründen in der Regel nur einmal benutzt werden können. Die Dauer der Benutzung ist dabei unerheblich (GKV-Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 54).
  • Rechtsgrundlage ist § 40 SGB XI. Die Aufwendungen der Pflegekassen dürfen monatlich 42 Euro nicht übersteigen; die Leistung kann auch als Kostenerstattung erbracht werden (§ 40 Abs. 2 SGB XI).
  • Dazu zählen Einmalhandschuhe, Fingerlinge, Gesichtsmasken, FFP2-Masken, Schutzschürzen, Hände- und Flächendesinfektion, saugende Bettschutzeinlagen und Schutzservietten. Pflegecremes und Lotionen gehören nicht dazu.
  • Wie Sie die Leistung beantragen, steht im Ratgeber Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
Inhalt dieser Seite8 Abschnitte
  1. Definition und Rechtsgrundlage
  2. Was dazugehört und was nicht
  3. Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
  4. Bedeutung in der häuslichen Pflege
  5. Häufige Fragen
  6. Verwandte Begriffe
  7. Mehr zum Thema
  8. Weiter

Definition und Rechtsgrundlage

Nach § 40 Abs. 1 SGB XI haben Pflegebedürftige Anspruch auf Pflegehilfsmittel, die die Pflege erleichtern, Beschwerden lindern oder eine selbständigere Lebensführung ermöglichen, soweit nicht Krankenversicherung oder andere Träger zuständig sind. Für den Verbrauch bestimmte Produkte regelt Absatz 2: Die Aufwendungen der Pflegekassen dürfen monatlich 42 Euro nicht übersteigen. Der GKV-Spitzenverband nennt den Betrag ausdrücklich „ab dem 01.01.2025“.

Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis führt die Produkte in der Produktgruppe 54. Es unterscheidet Produkte zur Pflege der pflegebedürftigen Person (zum Beispiel saugende Bettschutzeinlagen und Schutzservietten) von Produkten zum Schutz der Pflegeperson (Fingerlinge, Einmalhandschuhe, Gesichtsmasken, Schutzschürzen, FFP2-Halbmasken und Desinfektionsmittel, sofern es sich nicht um Arzneimittel handelt). Wiederverwendbare Schutzschürzen sind für dieselbe Person mehrfach einsetzbar; die Herstellervorgaben zur Reinigung sind einzuhalten.

Die Versorgung läuft über Verträge, die der GKV-Spitzenverband nach § 78 Abs. 1 SGB XI mit Leistungserbringern abgeschlossen hat. Die Kassen müssen die Versicherten über deren wesentliche Inhalte informieren.

Was dazugehört und was nicht

Das Hilfsmittelverzeichnis und das Informationsblatt der Pflegestützpunkte Brandenburg nennen übereinstimmend die folgenden Produktarten. Andere Artikel wie Pflegecremes und Pflegelotionen zählen nicht zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln.

Produktgruppe 54 des GKV-Hilfsmittelverzeichnisses und Infoblatt 17 Pflegestützpunkte Brandenburg, Abruf 09.10.2026
ProduktSchütztHinweis
Einmalhandschuhe, FingerlingePflegepersonzum einmaligen Gebrauch
Gesichtsmasken, FFP2-HalbmaskenPflegepersonmedizinische Gesichtsmasken und partikelfiltrierende Halbmasken
Händedesinfektion, FlächendesinfektionPflegeperson und UmgebungProduktart 54.99.02.0, laut Verzeichnis sofern kein Arzneimittel
SchutzschürzenPflegepersonEinmalschürzen; wiederverwendbare nur bei derselben Person
Saugende Bettschutzeinlagenpflegebedürftige Personzum Einmalgebrauch
Schutzservietten, Einmallätzchenpflegebedürftige Personzum Einmalgebrauch

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Der Begriff wird oft mit anderen Leistungen vermischt. Entscheidend ist, welcher Kostenträger zuständig ist und ob das Produkt verbraucht wird.

Gesetzestext § 40 SGB XI, Abruf 09.10.2026
BegriffUnterschiedGrundlage
Technische Pflegehilfsmitteldauerhaft nutzbar, werden vorrangig leihweise überlassen, Zuzahlung 10 Prozent, höchstens 25 Euro je Hilfsmittel§ 40 Abs. 3 SGB XI
Hilfsmittel der KrankenkasseHilfsmittel nach dem SGB V bei Krankheit oder Behinderung, etwa Gehhilfen; keine Anrechnung auf die 42 Euro§ 40 Abs. 1 SGB XI, § 33 SGB V
PflegeboxAlltagsname für die monatliche Zusammenstellung dieser Produkte, kein gesetzlicher BegriffGlossar Pflegebox

Bedeutung in der häuslichen Pflege

Der Anspruch besteht nach Angabe der Pflegestützpunkte Brandenburg für Pflegebedürftige aller Pflegegrade und höchstens bis 42 Euro im Monat. Liegen die Aufwendungen höher, tragen Sie die Mehrkosten selbst. Die Pflegekasse muss über einen Antrag auf Pflegehilfsmittel spätestens nach drei Wochen entscheiden, bei Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes nach fünf Wochen (§ 40 Abs. 7 SGB XI).

Eine Auszahlung des Betrags ohne Beleg sieht das Gesetz nicht vor. Möglich ist die Versorgung über Vertragspartner oder die Kostenerstattung gegen Rechnung (§ 40 Abs. 2 Satz 2 SGB XI). Die Brandenburger Pflegestützpunkte weisen darauf hin, dass manche Lieferfirmen direkt mit der Pflegekasse abrechnen und dafür nach deren Angaben eine „Abtretungserklärung“ benötigen; gemeint ist die Erklärung zur Direktabrechnung, denn Ansprüche auf Sachleistungen selbst sind nicht übertragbar (§ 53 Abs. 1 SGB I). Einzelheiten dazu finden Sie in den Ratgebern Pflegebox beantragen und 42 Euro auszahlen lassen.

Häufige Fragen

Was sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch einfach erklärt?

Es sind Produkte, die wegen ihres Materials oder aus hygienischen Gründen in der Regel nur einmal benutzt werden, zum Beispiel Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen. Die Pflegekasse trägt dafür bis zu 42 Euro im Monat (§ 40 Abs. 2 SGB XI).

Welche Pflegehilfsmittel gehören zur Produktgruppe 54?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel: saugende Bettschutzeinlagen, Schutzservietten, Fingerlinge, Einmalhandschuhe, Gesichtsmasken, Schutzschürzen, FFP2-Halbmasken und Hände- sowie Flächendesinfektionsmittel, sofern sie keine Arzneimittel sind.

Was ist ein GKV-Pflegehilfsmittelvertrag?

Der GKV-Spitzenverband hat nach § 78 Abs. 1 SGB XI Verträge zur Versorgung mit zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln geschlossen. Die Kassen müssen die Versicherten über die wesentlichen Inhalte informieren.

Kann ich mir die 42 Euro auszahlen lassen?

Eine pauschale Auszahlung ist im Gesetz nicht vorgesehen. Möglich ist die Versorgung durch einen Vertragspartner oder die Kostenerstattung gegen Rechnung (§ 40 Abs. 2 Satz 2 SGB XI).

Gehören Pflegecremes zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch?

Nein. Pflegecremes und Pflegelotionen zählen nach dem Informationsblatt der Pflegestützpunkte Brandenburg nicht zu den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln.

Verwandte Begriffe

Offizielle Quelle

  1. § 40 Abs. 2 SGB XI
  2. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  3. § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)
  4. GKV-Spitzenverband: Pflegehilfsmittel (zum Verbrauch bestimmte)
  5. GKV-Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 54, Definition
  6. Pflegestützpunkte Brandenburg: Infoblatt 17, Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

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Die Angaben wurden redaktionell zusammengestellt (Stand 09/2026) und ersetzen keine verbindliche Auskunft der Pflegekasse. Eine Bewilligung wird nicht zugesagt.