Pflegebox beantragen: Antrag, Fristen und Ablauf bis zur monatlichen Lieferung
Die Pflegebox beantragt man mit einem formlosen Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse. Voraussetzung sind Pflegegrad 1 oder höher und Pflege zu Hause. Die Pflegekasse trägt bis zu 42 Euro im Monat und entscheidet innerhalb von drei Wochen.
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- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
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Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet
Das Wichtigste in Kürze
- Beantragt wird die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 Abs. 2 SGB XI: bis zu 42 Euro im Monat, also bis zu 504 Euro im Jahr.
- Anspruch haben Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1, die zu Hause oder in einer anderen häuslichen Umgebung gepflegt werden. Ein ärztliches Rezept ist nicht nötig.
- Ein formloser Antrag genügt. In der Praxis unterschreibt man den Antrag auf Kostenübernahme des gewählten Lieferanten, der ihn bei der Pflegekasse einreicht.
- Die Pflegekasse entscheidet innerhalb von drei Wochen, bei Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen. Ohne begründete Mitteilung gilt der Antrag danach als genehmigt (§ 40 Abs. 7 SGB XI).
- Leistungen gibt es erst ab dem Monat der Antragstellung. Nicht genutzte Monatsbeträge verfallen und werden nicht nachgezahlt.
Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.
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Inhalt dieser Seite12 Abschnitte
- Was wird beim Pflegebox-Antrag eigentlich beantragt?
- Wer kann eine Pflegebox beantragen?
- Wie läuft der Antrag Schritt für Schritt ab?
- Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
- Wie rechnet die Pflegekasse die 42 Euro ab?
- Was ist in der Pflegebox der AOK und anderer Kassen enthalten?
- Kann man den Inhalt der Pflegebox oder den Anbieter ändern?
- Was tun, wenn die Pflegekasse den Antrag ablehnt?
- Welche Fehler kosten beim Pflegebox-Antrag Geld?
- Was gilt bei mehreren Pflegebedürftigen und besonderen Wohnformen?
- Häufige Fragen
- Weiterlesen
Was wird beim Pflegebox-Antrag eigentlich beantragt?
Beantragt wird keine Box, sondern die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Der Begriff Pflegebox steht in keinem Gesetz. Er beschreibt die übliche Form, in der Lieferanten den Anspruch einlösen: eine monatliche Lieferung, die den Höchstbetrag ausschöpft.
Rechtsgrundlage ist § 40 Abs. 2 SGB XI. Die Aufwendungen der Pflegekasse für diese Produkte dürfen 42 Euro im Monat nicht übersteigen, aufs Jahr gerechnet sind das bis zu 504 Euro. Die Leistung kann auch als Kostenerstattung erbracht werden.
Welche Produkte dazugehören, legt die Produktgruppe 54 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses fest: unter anderem Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, saugende Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, Schutzschürzen und medizinische Masken. Alle Produktarten im Überblick stehen im Ratgeber Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
Der Antrag richtet sich an die Pflegekasse, nicht an die Krankenkasse. Beide sitzen unter einem Dach, entscheiden aber über verschiedene Leistungen. Stellt man den Antrag bei der falschen Stelle, klären die Kassen die Zuständigkeit nach § 40 Abs. 5 SGB XI untereinander.
Wer kann eine Pflegebox beantragen?
Eine Pflegebox kann beantragen, wer einen anerkannten Pflegegrad hat und zu Hause gepflegt wird. Beide Bedingungen müssen zusammen vorliegen. Die Höhe des Pflegegrads spielt keine Rolle: § 28a SGB XI zählt die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln ausdrücklich zu den Leistungen bei Pflegegrad 1.
Häusliche Pflege heißt nicht nur die eigene Wohnung. Laut gesund.bund.de, dem Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, genügt auch eine andere häusliche Umgebung, etwa die Wohnung eines Angehörigen. Im Pflegeheim besteht der Anspruch nicht; dort sind Heim oder Krankenkasse für die Ausstattung zuständig.
Antragsteller ist die pflegebedürftige Person. Angehörige können den Antrag mit Vollmacht oder als gesetzliche Betreuung stellen und unterschreiben. Welchen Nachweis die Pflegekasse dafür verlangt, sagt sie auf Nachfrage.
Privat Pflegeversicherte haben dieselben Ansprüche und Voraussetzungen wie gesetzlich Versicherte. Sie reichen die Belege allerdings beim privaten Versicherungsunternehmen ein, das nach dem jeweiligen Tarif erstattet.
| Voraussetzung | Was gilt | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Pflegegrad | Pflegegrad 1 bis 5, anerkannt durch Bescheid der Pflegekasse | §§ 15, 28a SGB XI |
| Wohnsituation | Pflege zu Hause oder in anderer häuslicher Umgebung, nicht im Pflegeheim | § 40 Abs. 1 SGB XI, gesund.bund.de |
| Bedarf | Verbrauchsprodukte werden für die Pflege tatsächlich benötigt | § 40 Abs. 1 SGB XI |
| Rezept | nicht erforderlich | gesund.bund.de |
| Kosten für Versicherte | keine Zuzahlung bis 42 Euro, Mehrkosten trägt die versicherte Person | § 40 Abs. 2 und 3 SGB XI |
Wie läuft der Antrag Schritt für Schritt ab?
Der Antrag läuft in fünf Schritten vom Pflegegrad bis zur ersten Lieferung. Wir nennen das den Pflegebox-Weg in 5 Schritten. Die meisten Verzögerungen entstehen bei Schritt 1, wenn noch kein Pflegegrad vorliegt.
Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel genügt laut gesund.bund.de ein formloser Antrag. Die meisten Pflegekassen haben trotzdem ein eigenes Formular, meist unter dem Namen Antrag auf Kostenübernahme für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Lieferanten legen ein solches Formular in der Regel bei oder bieten es zur Unterschrift online an.
Anzugeben sind Name, Anschrift und Versichertennummer der pflegebedürftigen Person, die Pflegekasse, die Lieferanschrift und die Unterschrift. Den Pflegegrad kennt die Pflegekasse bereits aus ihrem Bescheid.
- Pflegegrad klärenLiegt noch kein Pflegegrad vor, zuerst den Pflegegrad bei der Pflegekasse beantragen. Der Ablauf steht im Ratgeber Pflegegrad beantragen.
- Lieferweg wählenEntweder ein Lieferant mit Vertrag mit der Pflegekasse, der direkt abrechnet, oder Selbstkauf in Apotheke, Sanitätshaus oder Drogerie mit späterer Kostenerstattung.
- Antrag unterschreibenDen Antrag auf Kostenübernahme ausfüllen und unterschreiben. Beim Lieferanten reicht dieser den Antrag ein; beim Selbstkauf geht er direkt an die Pflegekasse.
- Entscheidung abwartenDie Pflegekasse entscheidet innerhalb von drei Wochen, bei Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen. Die Entscheidung kommt als Bescheid.
- Monatlich beliefern lassenNach der Bewilligung startet die Lieferung. Der Anspruch läuft fort und muss nicht jeden Monat oder jedes Jahr neu beantragt werden.

Inhalt der Grafik als Text
Schritt 1: Pflegegrad 1 bis 5 liegt vor, gepflegt wird zu Hause. Fehlt der Pflegegrad, wird er zuerst bei der Pflegekasse beantragt.
Schritt 2: Lieferweg wählen. Entweder ein Lieferant mit Vertrag mit der Pflegekasse, der direkt abrechnet, oder Selbstkauf mit Belegen und Kostenerstattung.
Schritt 3: Antrag auf Kostenübernahme unterschreiben und bei der Pflegekasse einreichen (formlos möglich, kein Rezept).
Schritt 4: Die Pflegekasse entscheidet innerhalb von drei Wochen; beteiligt sie eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst, innerhalb von fünf Wochen. Ohne begründete Mitteilung gilt der Antrag als genehmigt.
Schritt 5: Monatliche Lieferung. Die Pflegekasse trägt bis zu 42 Euro im Monat, Mehrkosten trägt die versicherte Person. Was im Monat nicht genutzt wird, verfällt.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?
Die Pflegekasse muss über einen Antrag auf Pflegehilfsmittel zügig entscheiden, spätestens drei Wochen nach Antragseingang. Beteiligt sie eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst, verlängert sich die Frist auf fünf Wochen. So steht es in § 40 Abs. 7 SGB XI.
Kann die Pflegekasse die Frist nicht einhalten, muss sie das rechtzeitig schriftlich mitteilen und die Gründe nennen. Fehlt eine solche Mitteilung mit hinreichendem Grund, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. Juristen nennen das Genehmigungsfiktion.
Wie lange einzelne Pflegekassen tatsächlich brauchen, ist nicht amtlich veröffentlicht. Wir nennen deshalb nur die gesetzlichen Höchstfristen. Für die Fristberechnung zählt der Eingang bei der Pflegekasse, nicht das Datum der Unterschrift.
| Situation | Frist für die Entscheidung | Folge bei Überschreitung ohne begründete Mitteilung |
|---|---|---|
| Antrag ohne weitere Prüfung | 3 Wochen ab Antragseingang | Antrag gilt als genehmigt |
| Prüfung durch Pflegefachperson oder Medizinischen Dienst | 5 Wochen ab Antragseingang | Antrag gilt als genehmigt |
| Antrag mit Empfehlung einer Pflegefachperson (§ 40 Abs. 6) | 3 Wochen ab Antragseingang | Antrag gilt als genehmigt |
| Widerspruch gegen eine Ablehnung | 1 Monat ab Bekanntgabe des Bescheids (§ 84 SGG) | Ablehnung wird bestandskräftig |
Wie rechnet die Pflegekasse die 42 Euro ab?
Für die Abrechnung gibt es zwei Wege: die direkte Abrechnung durch einen Lieferanten oder die Kostenerstattung nach Selbstkauf. Beide Wege sind gesetzlich vorgesehen.
Beim ersten Weg tritt die versicherte Person ihren Anspruch an einen Lieferanten ab. Der Lieferant braucht dafür einen Vertrag mit der Pflegekasse; solche Verträge schließen der Spitzenverband Bund der Pflegekassen oder die Pflegekassen selbst nach § 78 Abs. 1 SGB XI. Er rechnet dann direkt mit der Pflegekasse ab und stellt nur etwaige Mehrkosten in Rechnung.
Beim zweiten Weg kauft man die Produkte selbst, etwa in Apotheke, Sanitätshaus, Drogerie oder Discounter. Die Quittungen gehen an die Pflegekasse, die bis zu 42 Euro je Monat erstattet. Pauschale heißt dabei nicht Auszahlung: Ohne Beleg gibt es kein Geld. Mehr dazu im Ratgeber Pflegehilfsmittel 42 Euro auszahlen lassen.
Rechenbeispiel: Eine Lieferung kostet 48 Euro. Die Pflegekasse trägt 42 Euro, die verbleibenden 6 Euro zahlt die versicherte Person. Kostet die Lieferung 35 Euro, verfallen die übrigen 7 Euro dieses Monats.
| Merkmal | Lieferant mit Kassenvertrag | Selbstkauf mit Kostenerstattung |
|---|---|---|
| Wer rechnet ab? | Lieferant direkt mit der Pflegekasse | versicherte Person reicht Belege ein |
| Vorleistung | keine, solange 42 Euro nicht überschritten werden | versicherte Person zahlt zunächst selbst |
| Produktwahl | aus dem Sortiment des Lieferanten | frei, solange die Produktart zur Produktgruppe 54 gehört |
| Aufwand | einmal unterschreiben, Lieferung monatlich | monatlich Belege sammeln und einreichen |
Was ist in der Pflegebox der AOK und anderer Kassen enthalten?
Der Inhalt ist bei allen Pflegekassen gleich geregelt, denn maßgeblich ist bundesweit die Produktgruppe 54 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses. Eine eigene Pflegebox der AOK, Barmer oder TK mit festem Inhalt gibt es nicht; die Kassen tragen die Kosten, beliefert wird von Vertragspartnern.
Unterschiede zwischen den Kassen betreffen das Antragsformular und die Liste der Vertragspartner, nicht den Betrag. Die 42 Euro gelten bei jeder gesetzlichen Pflegekasse. Kassenbezogene Hinweise stehen auf den Seiten der einzelnen Pflegekassen, zum Beispiel für die AOK Bayern.
Wie sich der Inhalt sinnvoll auf 42 Euro verteilt, zeigt der Ratgeber Pflegebox-Inhalt zusammenstellen. Einzelne Produkte stehen in der Übersicht Pflegebox-Produkte.
Kann man den Inhalt der Pflegebox oder den Anbieter ändern?
Den Inhalt der Box kann man an einen geänderten Bedarf anpassen. Der Anspruch ist an die Produktgruppe 54 und den Höchstbetrag gebunden, nicht an eine bestimmte Zusammenstellung. Wie oft und mit welcher Frist sich die Zusammenstellung ändern lässt, regelt der Vertrag mit dem jeweiligen Lieferanten.
Auch ein Wechsel des Lieferanten ist gesetzlich nicht ausgeschlossen. Der neue Lieferant braucht wieder einen Vertrag mit der Pflegekasse und in der Regel einen neuen unterschriebenen Antrag. Die Kündigung beim bisherigen Lieferanten richtet sich nach dessen Vertragsbedingungen. Worauf es beim Vergleich ankommt, steht im Ratgeber Pflegebox-Anbieter vergleichen.
Ändert sich die Pflegesituation, ist die Pflegekasse zu informieren. Das gilt besonders beim Umzug ins Pflegeheim: Ab dann besteht kein Anspruch auf die 42 Euro mehr, und der Lieferant ist zu benachrichtigen.
Was tun, wenn die Pflegekasse den Antrag ablehnt?
Gegen eine Ablehnung ist ein Widerspruch innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids möglich (§ 84 SGG). Der Widerspruch geht schriftlich an die Pflegekasse, die den Bescheid erlassen hat.
Eine Begründung ist nicht vorgeschrieben, erhöht laut gesund.bund.de aber die Aussicht auf Erfolg. Häufig fehlt nur eine Angabe, zum Beispiel die Unterschrift oder der Nachweis der häuslichen Pflege, und der Anspruch selbst ist gar nicht strittig.
Bleibt die Pflegekasse bei ihrer Entscheidung, ist der Weg zum Sozialgericht offen. Musterformulierungen und typische Ablehnungsgründe stehen im Ratgeber Pflegehilfsmittel-Antrag abgelehnt.
Welche Fehler kosten beim Pflegebox-Antrag Geld?
Die teuersten Fehler sind zu langes Warten und ein falscher Antragsadressat. Beides lässt sich vermeiden.
- Zu spät beantragen: Leistungen gibt es nach § 33 Abs. 1 SGB XI erst ab Antragstellung. Wer sechs Monate wartet, verliert bis zu 6 × 42 = 252 Euro, die nicht nachgezahlt werden.
- Auf einen höheren Pflegegrad warten: Der Betrag ist ab Pflegegrad 1 gleich und steigt mit höherem Pflegegrad nicht.
- Inkontinenzmaterial über die Pflegebox abrechnen wollen: Windeln und Vorlagen sind Inkontinenzhilfen nach § 33 SGB V und laufen mit ärztlicher Verordnung über die Krankenkasse.
- Technische Pflegehilfsmittel mitbeantragen: Pflegebett oder Hausnotruf sind technische Pflegehilfsmittel mit eigener Prüfung und Zuzahlung von 10 Prozent, höchstens 25 Euro (beim Pflegebett als doppelfunktionalem Hilfsmittel 5 bis 10 Euro).
- Monatsbeträge ansparen wollen: Was in einem Monat nicht genutzt wird, verfällt am Monatsende.
- Bescheid ungelesen ablegen: Die Widerspruchsfrist von einem Monat läuft ab Bekanntgabe.
Was gilt bei mehreren Pflegebedürftigen und besonderen Wohnformen?
Leben zwei Pflegebedürftige im selben Haushalt, hat jede Person ihren eigenen Anspruch auf bis zu 42 Euro im Monat. Jede Person stellt einen eigenen Antrag, auch wenn die Lieferung an dieselbe Adresse geht.
Bei Wohngemeinschaften und betreutem Wohnen entscheidet die Pflegekasse, ob eine häusliche Umgebung vorliegt. Im vollstationären Pflegeheim besteht der Anspruch nicht. Im Zweifel lohnt eine kurze Nachfrage bei der Pflegekasse vor dem Antrag.
Die Antragstellung über einen Lieferanten ersetzt nicht die eigene Entscheidung. Die Betreiberin dieser Website betreibt selbst einen solchen Lieferservice; der Link unter diesem Ratgeber führt dorthin. Die Rechtslage oben gilt unabhängig davon, welcher Lieferant gewählt wird.
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Häufige Fragen
Wie kommt man an die Pflegebox?
Mit einem Pflegegrad ab Stufe 1 und Pflege zu Hause stellt man einen formlosen Antrag auf Kostenübernahme bei der Pflegekasse, meist über einen Lieferanten mit Kassenvertrag. Nach der Bewilligung kommt die Lieferung monatlich.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Pflegehilfsmittel zu erhalten?
Ein anerkannter Pflegegrad von 1 bis 5, Pflege in häuslicher Umgebung und ein tatsächlicher Bedarf. Ein ärztliches Rezept ist nicht nötig.
Was ist in der Pflegebox AOK enthalten?
Dasselbe wie bei jeder anderen Pflegekasse: Produkte aus der Produktgruppe 54 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses, etwa Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen und Schutzschürzen, bis zu 42 Euro im Monat.
Wie kann ich den Inhalt meiner Pflegebox ändern?
Über den Lieferanten, bei dem die Box läuft. Der Anspruch ist an die Produktgruppe 54 und 42 Euro gebunden, nicht an eine feste Zusammenstellung. Wie oft eine Änderung möglich ist, regelt der Vertrag mit dem Lieferanten.
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Die Pflegekasse muss nach § 40 Abs. 7 SGB XI innerhalb von drei Wochen entscheiden, bei Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen. Ohne begründete Mitteilung gilt der Antrag danach als genehmigt.
Kostet der Antrag etwas?
Nein. Antrag und Bearbeitung sind kostenlos, und bis 42 Euro im Monat gibt es keine Zuzahlung. Nur Mehrkosten über 42 Euro trägt die versicherte Person.
Brauche ich ein ärztliches Rezept?
Nein. Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch ist keine ärztliche Verordnung nötig. Maßgeblich sind Pflegegrad und häusliche Pflege.
Gibt es die Pflegebox rückwirkend?
Nein. Leistungen der Pflegeversicherung gibt es nach § 33 Abs. 1 SGB XI ab Antragstellung. Monate vor dem Antrag werden nicht nachgezahlt.
Kann ich den Antrag für meine Mutter stellen?
Ja, mit Vollmacht oder als gesetzliche Betreuung. Die Pflegekasse sagt, welchen Nachweis sie dafür braucht.
Gilt die Pflegebox auch für Privatversicherte?
Ja. Für privat Pflegeversicherte gelten dieselben Ansprüche und Voraussetzungen. Die Erstattung läuft über das private Versicherungsunternehmen.
Was kann ich tun, wenn der Antrag abgelehnt wird?
Innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen. Eine Begründung ist nicht vorgeschrieben, verbessert aber die Aussicht auf Erfolg.
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Amtliche Quelle
- § 40 Abs. 2 SGB XI
- § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
- § 33 SGB XI (Leistungsvoraussetzungen)
- § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)
- § 33 SGB V (Hilfsmittel)
- § 84 SGG (Widerspruchsfrist)
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegehilfsmittel
- gesund.bund.de (BMG): Pflegehilfsmittel beantragen
Weiterlesen
- Pflegehilfsmittel: 42 Euro monatlich für Verbrauchsprodukte, technische Hilfen und Antrag
- Pflegegrad: Voraussetzungen, Punkte und Einstufung nach § 15 SGB XI
- Pflegebox-Inhalt: Was drin ist, was nicht und wie Sie die 42 Euro aufteilen
- Pflegehilfsmittel-Antrag abgelehnt: Gründe, Widerspruch und Musterschreiben
- Debeka Pflegebox beantragen: so geht es bei der Debeka BKK und bei der privaten Debeka
Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.
Fachlich verantwortlich
Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
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