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Händedesinfektion flüssig in der 100-ml-Flasche: für unterwegs und für die Tasche

Die kleine Flasche passt in die Jackentasche und ist als Kitteltaschenflasche ein Spendertyp, den die Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) ausdrücklich beschreibt. Hier steht, wie viele Anwendungen in 100 ml stecken, was beim Umgang mit Kitteltaschenflaschen gilt und was bei der Kostenübernahme offen ist.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 6 Min. Lesezeit

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Produktdaten

Gebinde
100ml
Hilfsmittelnummer
54.99.02.0
Produktart
Desinfektionsmittel
Teil der 42 Euro
ja
Eigenanteil
0 Euro bis 42 Euro im Monat

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) nennt für eine hygienische Händedesinfektion etwa 3 bis 5 ml. Eine Flasche mit 100 ml reicht damit für 20 bis 33 Anwendungen.
  • Die KRINKO empfiehlt Kitteltaschenflaschen ausdrücklich auch für ambulante Dienste und Bereiche, in denen Betroffene durch frei zugängliche Mittel gefährdet sein könnten. Leere Flaschen werden verworfen, nicht wieder befüllt.
  • Desinfiziert wird erst, nachdem die Flasche verschlossen und zurückgesteckt wurde, damit die Hände nicht wieder an der Flasche verunreinigt werden.
  • Ja: Händedesinfektion gehört zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch (Produktart 54.99.02.0, Produktgruppe 54) und zählt mit Pflegegrad und Pflege zu Hause zu den 42 Euro im Monat; das Hilfsmittelverzeichnis führt Desinfektionsmittel dabei, „sofern es sich nicht um Arzneimittel handelt“.

Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.

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Inhalt dieser Seite10 Abschnitte
  1. Wie weit reicht eine 100-ml-Flasche?
  2. Kitteltaschenflasche: Vorteile, Nachteile und Handhabung
  3. Flüssig oder Gel?
  4. Kosten: was zu klären ist
  5. Wofür es in der häuslichen Pflege gebraucht wird
  6. Warum Sie dafür nichts zahlen
  7. Im Hilfsmittelverzeichnis
  8. Fragen und Antworten
  9. Mehr zum Thema
  10. Weiterlesen

Wie weit reicht eine 100-ml-Flasche?

Nach der KRINKO braucht eine hygienische Händedesinfektion etwa 3 bis 5 ml, das ist die Menge einer Hohlhand. Bei weniger als 2 ml sinkt die benetzte Fläche deutlich. In der Surveillance zählt die KRINKO 3 ml als eine „Händedesinfektionseinheit“. Daraus ergibt sich die Rechnung für die Flasche.

Eigene Rechnung auf Grundlage der KRINKO-Mengenangabe 3 bis 5 ml
Menge je AnwendungAnwendungen in 100 ml
3 ml (Händedesinfektionseinheit)rund 33
4 ml25
5 ml20

Kitteltaschenflasche: Vorteile, Nachteile und Handhabung

Die KRINKO vergleicht in ihrer Tabelle zu Spendertypen auch die Kitteltaschenflasche. Vorteile: Sie ist ständig verfügbar und erhöht nach der Empfehlung die wahrgenommene Kompetenz, die Desinfektion im erforderlichen Umfang durchzuführen. Sie ist für Patienten und Angehörige nicht ohne Weiteres zugänglich. Nachteile: wegen der geringen Menge ist der Nachschub aufwendiger, die Kosten sind höher, bei Einmalverwendung ist die Umweltbelastung höher und bei falscher Handhabung besteht ein Kontaminationsrisiko.

Für ambulante Dienste, Geriatrie, Psychiatrie und Pädiatrie hält die KRINKO es für sinnvoll, auf Kittelflaschen zurückzugreifen, um Gefährdungen der Betroffenen durch das Desinfektionsmittel auszuschließen. Übertragen auf die häusliche Pflege ist das ein Argument für die Taschenflasche, wenn eine frei zugängliche große Flasche für die gepflegte Person ein Risiko wäre.

  • Flasche sauber halten, das Etikett lesbar lassen und bei Bedarf ein Anbruchdatum notieren.
  • Leere Flaschen nicht wieder befüllen, sondern entsorgen. Das Umfüllen von Arzneimitteln ist nach der KRINKO rechtlich nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
  • Mittel erst auf beide Hände geben, dann die Flasche verschließen und in die Tasche zurückstecken, danach einreiben. So bleibt die Flasche nicht an den frisch desinfizierten Händen haften.
  • Die Mittel sind alkoholisch und brennbar: nicht in der Nähe von Zündquellen lagern.

Flüssig oder Gel?

Flüssige und gelförmige Mittel sind nicht automatisch gleichwertig. Die KRINKO schreibt, dass sich aus der Zubereitungsform Lösung oder Gel allein keine Wirksamkeit ableiten lässt; maßgeblich ist die deklarierte Wirksamkeit auf Grundlage der Prüfanforderungen. Bei Gelen erreicht ein Mittel nach der Empfehlung die Wirkung des Referenzverfahrens in 30 Sekunden erst ab einem Ethanolgehalt über 85 Prozent, sonst wird eine Minute Einwirkzeit benötigt. Mehr dazu beim Händedesinfektionsgel.

Für die Praxis gilt bei beiden: Die Einwirkzeit steht auf dem Etikett, und die Hände müssen die ganze Zeit feucht bleiben. Wie Sie dabei vorgehen und wann Sie desinfizieren, erklärt die Seite Händedesinfektion.

Kosten: was zu klären ist

Desinfektionsmittel für Hände und Flächen sind im Hilfsmittelverzeichnis die Produktart 54.99.02.0 der Produktgruppe 54 und zählen zu den 42 Euro im Monat (§ 40 Abs. 2 SGB XI); das Verzeichnis nennt sie, „sofern es sich nicht um Arzneimittel handelt“. Nach der KRINKO sind Händedesinfektionsmittel mit medizinischer Zweckbestimmung in der Regel Arzneimittel.

Wofür es in der häuslichen Pflege gebraucht wird

Wer Hautprobleme hat, sollte bei der Auswahl darauf achten. Es gibt alkoholfreie Varianten, die bei häufiger Anwendung verträglicher sind. Welche im Einzelfall geeignet ist, klärt am besten die ärztliche Praxis.

Die Einordnung im Hilfsmittelverzeichnis erfolgt über die Position 54.99.02.

Warum Sie dafür nichts zahlen

Der Betrag wandert nie über das eigene Konto. Die Pflegekasse zahlt direkt an den Leistungserbringer, und zwar bis zur gesetzlichen Grenze von 42 Euro je Kalendermonat.

Zwei Bedingungen genügen: anerkannter Pflegegrad ab Stufe 1 und Pflege in der Häuslichkeit. Danach entscheidet nur noch, ob direkt abgerechnet oder erstattet wird.

Was in einem Monat nicht abgerufen wird, ist weg. Ein Übertrag in den Folgemonat ist gesetzlich nicht vorgesehen.

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Zusammenstellen, einmal unterschreiben, monatlich geliefert bekommen. Bis 42 Euro trägt die Pflegekasse.

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Der gesetzliche Rahmen liegt bei 42 Euro im Monat. Über die Bewilligung entscheidet die Pflegekasse, nicht der Anbieter.

Im Hilfsmittelverzeichnis

Fragen und Antworten

Wie lange muss das Händedesinfektionsmittel für eine hygienische Händedesinfektion einwirken?

So lange, wie der Hersteller auf dem Etikett angibt, üblicherweise 30 Sekunden. In dieser Zeit müssen alle Flächen der Hände feucht bleiben; die KRINKO nennt dafür etwa 3 bis 5 ml Mittel.

Wie viele Anwendungen hat eine 100-ml-Flasche?

Bei 3 bis 5 ml je Anwendung etwa 20 bis 33. Wer das Mittel mehrmals täglich nutzt, verbraucht die Flasche in wenigen Tagen.

Darf ich eine leere Taschenflasche wieder befüllen?

Die KRINKO sagt, leere Kitteltaschenflaschen werden verworfen und nicht wieder befüllt. Das Umfüllen von Arzneimitteln in kleinere Behältnisse gilt rechtlich als Herstellen und ist nur unter Voraussetzungen möglich.

Flüssig oder Gel, was ist besser?

Das lässt sich nach der KRINKO nicht an der Form festmachen. Maßgeblich ist die deklarierte Wirksamkeit. Gele erreichen die Wirkung in 30 Sekunden erst ab einem Ethanolgehalt über 85 Prozent, sonst brauchen sie eine Minute.

Zahlt die Pflegekasse Händedesinfektion in der 100-ml-Flasche?

Ja, mit anerkanntem Pflegegrad und Pflege zu Hause. Desinfektionsmittel sind die Produktart 54.99.02.0 der Produktgruppe 54 und zählen zu den 42 Euro im Monat; das Hilfsmittelverzeichnis führt sie, „sofern es sich nicht um Arzneimittel handelt“.

Verbindliche Stelle

  1. § 40 Abs. 2 SGB XI
  2. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  3. § 14 SGB XI (Begriff der Pflegebedürftigkeit)
  4. § 15 SGB XI (Pflegegrade)
  5. KRINKO beim Robert Koch-Institut: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Bundesgesundheitsblatt 2016 (abgerufen 09.10.2026)
  6. GKV-Spitzenverband: Fortschreibung der Produktgruppe 54 „Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel“ vom 19.03.2025, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  7. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 54.99.02.0 Desinfektionsmittel (abgerufen 09.10.2026)
  8. Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Gesetzentwurf Kabinett 30.09.2026

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Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 09/2026. Betreiber ist die Einfach zum Angebot GmbH, die selbst eine Pflegebox anbietet. Wir ersetzen keine Sozialrechtsberatung.

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Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

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