Hygienische Händedesinfektion: Definition, Indikationen und Ablauf
Hygienische Händedesinfektion heißt: Die Hände werden mit einem alkoholischen Mittel eingerieben, um Krankheitserreger zu vermindern und Übertragungen zu unterbrechen. Sie ersetzt das Händewaschen nicht.
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Das Wichtigste in Kürze
- Nach der KRINKO-Empfehlung ist die hygienische Händedesinfektion die wirksamste Einzelmaßnahme, um Infektionsketten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu unterbrechen.
- Üblich sind etwa 3 bis 5 ml, also die Menge, die in eine Hohlhand passt, über die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit, üblicherweise 30 Sekunden.
- Sichtbar verschmutzte Hände werden zuerst gewaschen. Im normalen Haushalt ist Händewaschen mit Seife der Standard, Desinfektion kann bei erhöhtem Infektionsrisiko sinnvoll sein.
Inhalt dieser Seite8 Abschnitte
Definition und Abgrenzung
Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut beschreibt die hygienische Händedesinfektion als Maßnahme, die Übertragung potentiell krankheitserregender Keime von den Händen auf Menschen, Gegenstände und Oberflächen zu unterbrechen. Dazu wird ein Händedesinfektionsmittel so eingerieben, dass die Hände für die Einwirkzeit benetzt sind. Das Mittel inaktiviert Erreger, es entfernt keinen Schmutz.
Davon zu trennen sind das Händewaschen und die chirurgische Händedesinfektion vor Operationen. Das Händewaschen steht im Alltag an erster Stelle: Nach der Gesundheitsinformation infektionsschutz.de senkt gründliches Waschen mit Seife über mindestens 20 Sekunden die Keime an den Händen erheblich.
| Verfahren | Womit | Wofür |
|---|---|---|
| Händewaschen | Wasser und Seife, mindestens 20 Sekunden | Schmutz und Keime ablösen; Standard im Alltag |
| Hygienische Händedesinfektion | alkoholisches Einreibemittel, Einwirkzeit laut Hersteller | Erreger vermindern, Übertragung unterbrechen |
| Chirurgische Händedesinfektion | Verfahren vor Operationen | nicht Gegenstand der häuslichen Pflege |
Wann desinfizieren? Die fünf Indikationen
Die Weltgesundheitsorganisation hat die Anlässe in fünf Gruppen („five moments“) gefasst, die die KRINKO übernimmt. Sie gelten nach der Empfehlung in der stationären ebenso wie in der ambulanten Pflege.
- unmittelbar vor Kontakt mit der gepflegten Person
- unmittelbar vor aseptischen Tätigkeiten, zum Beispiel vor dem Verbandwechsel
- unmittelbar nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien, etwa Körperflüssigkeiten
- nach Kontakt mit der gepflegten Person
- nach Kontakt mit der unmittelbaren Umgebung der gepflegten Person
So wird richtig desinfiziert
Die KRINKO nennt für die Technik folgende Punkte. Das Mittel muss die Hände vollständig benetzen, besonders Fingerspitzen, Nagelfalze und Daumen, die nach der KRINKO in der Praxis oft nicht ausreichend benetzt werden. Werden weniger als 2 ml aufgetragen, verringert sich die benetzte Fläche deutlich.
- Hände vorbereitenSichtbar verschmutzte Hände zuerst mit Wasser und Seife waschen. Danach folgt gegebenenfalls die Desinfektion.
- Menge einreibenEtwa 3 bis 5 ml, also eine Hohlhand voll, in beiden Händen verteilen: Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingerspitzen, Nagelfalze und Daumen.
- Einwirkzeit einhaltenDie Hände für die Zeit mit dem Mittel benetzt halten, die der Hersteller angibt, üblicherweise 30 Sekunden.
Händedesinfektion in der Pflegebox
Das Pflegehilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands führt „Desinfektionsmittel“ unter der Produktart 54.99.02.0. Hände- und Flächendesinfektionsmittel haben danach eine keimvermindernde Wirkung und dienen dem Schutz der pflegebedürftigen Person und der Pflegepersonen, etwa bei der allgemeinen Hygiene, beim Umgang mit Körperausscheidungen, Blut und Sekreten.
Rechtlich ist die Einordnung der Mittel nicht einfach. Händedesinfektionsmittel mit medizinischer Zweckbestimmung sind nach der KRINKO in der Regel Arzneimittel im Sinne des § 2 Arzneimittelgesetz und brauchen eine Zulassung nach § 21 AMG. Die EU hat 2-Propanol-haltige Mittel dagegen 2016 als Biozidprodukte eingeordnet; die KRINKO nennt diese Einordnung fachlich umstritten. Für die Pflegebox gilt: Händedesinfektionsmittel gehören als Desinfektionsmittel (54.99.02.0, Produktgruppe 54) zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch und zählen zu den 42 Euro im Monat; das Verzeichnis nennt sie, „sofern es sich nicht um Arzneimittel handelt“. Produkte und Gebinde zeigt die Produktseite Händedesinfektion.
Häufige Fragen
Was bedeutet hygienische Händedesinfektion?
Das Einreiben eines Händedesinfektionsmittels auf den trockenen Händen, um Krankheitserreger zu vermindern und ihre Übertragung zu unterbrechen. Nach der KRINKO ist sie in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Infektionsketten.
Wie lauten die fünf Momente der Händehygiene?
Vor Kontakt mit der gepflegten Person, vor aseptischen Tätigkeiten, nach Kontakt mit potentiell infektiösen Materialien, nach Kontakt mit der gepflegten Person und nach Kontakt mit deren unmittelbarer Umgebung.
Wann ist keine Händedesinfektion nötig?
Im normalen Haushalt ist nach infektionsschutz.de Händewaschen mit Seife der Regelfall. Sichtbar verschmutzte Hände werden ohnehin zuerst gewaschen. Desinfektionsmittel können bei erhöhtem Infektionsrisiko oder Kontakt mit besonders gefährdeten Menschen sinnvoll sein.
Kann Händedesinfektion das Händewaschen ersetzen?
Nein. Das Mittel entfernt keinen Schmutz. Bei sichtbarer Verschmutzung wird zuerst gewaschen, danach gegebenenfalls desinfiziert.
Wie viel Händedesinfektionsmittel braucht man?
Nach der KRINKO etwa 3 bis 5 ml, also die Menge, die in eine Hohlhand passt, über die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit, üblicherweise 30 Sekunden. Unter 2 ml verringert sich die benetzte Fläche deutlich.
Verwandte Begriffe
Amtliche Quelle
- Produktseite: Händedesinfektion in der Pflegebox
- Alle Produkte der Pflegebox
- Glossar: Flächendesinfektion
- Glossar: Desinfektionsmittel
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