Einmalhandschuhe in der Pflege: Material, Wechsel und Kosten
Einmalhandschuhe schützen die Pflegeperson beim Waschen, beim Umgang mit Ausscheidungen und bei der Wundversorgung. Hier steht, worin sich Nitril, Latex und Vinyl unterscheiden, wann Sie die Handschuhe wechseln und wer sie bezahlt.
- Quellen geprüft:
- Aktualisiert am
- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
- 7 Min. Lesezeit
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Produktdaten
- Gebinde
- 100 x Stück
- Hilfsmittelnummer
- 54.99.01.1
- Produktart
- Einmalhandschuhe
- Teil der 42 Euro
- ja
- Eigenanteil
- 0 Euro bis 42 Euro im Monat
Das Wichtigste in Kürze
- In der Pflegebox sind Einmalhandschuhe die Produktart 54.99.01.1. Das Hilfsmittelverzeichnis verlangt unsterile Handschuhe mit Größenangabe.
- Medizinische Einmalhandschuhe erfüllen die Normenreihe EN 455, Chemikalienschutzhandschuhe die EN 374. Handschuhe ohne diese Qualität lehnt die KRINKO im Umfeld von Patienten ab.
- Nach der Beschreibung im Hilfsmittelverzeichnis ist Latex reiß- und dehnfester, Nitril stichfester und Vinyl mechanisch am wenigsten belastbar.
- Mit Pflegegrad und Pflege zu Hause zahlt die Pflegekasse bis 42 Euro im Monat (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Nur bei bestimmten Erkrankungen zahlt die Krankenkasse Handschuhe als Hilfsmittel.
Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Angebot der Einfach zum Angebot GmbH, die diese Seite betreibt.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
- Wofür Einmalhandschuhe in der Pflege gebraucht werden
- Nitril, Latex oder Vinyl: die Unterschiede
- Die richtige Größe
- Handschuhe richtig anziehen, wechseln und ablegen
- Wer zahlt: Pflegekasse oder Krankenkasse?
- Wofür es in der häuslichen Pflege gebraucht wird
- Warum Sie dafür nichts zahlen
- Im Hilfsmittelverzeichnis
- Was oft gefragt wird
- Weiterlesen
Wofür Einmalhandschuhe in der Pflege gebraucht werden
Einmalhandschuhe sind nach dem Hilfsmittelverzeichnis Hygiene-Schutzhandschuhe. Sie dienen dem Schutz der Pflegeperson bei der allgemeinen Hygiene, beim Umgang mit Körperausscheidungen, Blut und Sekreten und in anderen Risikosituationen. Die Kommission für Krankenhaushygiene (KRINKO) empfiehlt sie, sobald ein Kontakt mit Ausscheidungen oder Sekreten absehbar ist.
In der häuslichen Pflege betrifft das vor allem die Intimpflege, den Wechsel von Inkontinenzmaterial, das Leeren von Urinflasche oder Steckbecken und das Abdecken kleiner Wunden. Für sterile Arbeiten, etwa am offenen Wundbett, sind unsterile Einmalhandschuhe nicht gedacht.
Nitril, Latex oder Vinyl: die Unterschiede
Für die Materialien gibt es eine amtliche Einordnung. Das Hilfsmittelverzeichnis beschreibt bei den sterilen Einmalhandschuhen der Produktgruppe 19: Naturlatex ist reiß- und dehnfester als synthetischer Latex wie Nitril, dieser wiederum mechanisch belastbarer als Vinyl. Nitril ist stichfester als die anderen Materialien. Handschuhe mit einem „Accepted Quality Level“ (AQL) unter 1,5 gelten dort als ausreichend keimdicht.
Für die Praxis heißt das: Nitril ist eine robuste Wahl ohne Naturlatex. Latex ist besonders reiß- und dehnfest, kann aber Allergien auslösen. Vinyl ist mechanisch am wenigsten belastbar. Für die Pflegebox schreibt das Verzeichnis kein bestimmtes Material vor.
Achten Sie auf die Kennzeichnung. Medizinische Einmalhandschuhe sind Medizinprodukte nach der Normenreihe EN 455, Schutzhandschuhe gegen Chemikalien sind persönliche Schutzausrüstung nach EN 374. Einmalhandschuhe ohne diese Qualität lehnt die KRINKO im Umfeld von Patienten ab.
| Material | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|
| Latex | höchste Reiß- und Dehnfestigkeit | Allergierisiko |
| Nitril | stichfester als andere, ohne Naturlatex | geringere Reiß- und Dehnfestigkeit als Latex |
| Vinyl | einfach, ohne Naturlatex | mechanisch am wenigsten belastbar |

Inhalt der Grafik als Text
Latex (Naturkautschuk): höhere Reiß- und Dehnfestigkeit als synthetischer Latex, kann Allergien auslösen. Nitril (synthetischer Latex): stichfester als andere Materialien. Vinyl: mechanisch weniger belastbar als synthetischer Latex.
Für die Pflegebox (Produktart 54.99.01.1) verlangt das Hilfsmittelverzeichnis unsterile Handschuhe mit Größenangabe.
Die richtige Größe
Für die Pflegebox verlangt das Hilfsmittelverzeichnis, dass Einmalhandschuhe mit Größen versehen sind. Ein Handschuh soll eng anliegen, ohne an den Fingerspitzen Falten zu werfen. Zu kleine Handschuhe reißen beim Anziehen leichter, zu große rutschen und mindern das Tastgefühl. Die Größenangaben richten sich nach dem Hersteller; probieren Sie im Zweifel zunächst eine Packung aus.
Handschuhe richtig anziehen, wechseln und ablegen
Die KRINKO nennt einfache Regeln, die auch zu Hause gelten. Handschuhe werden nur auf vollständig trockene Hände gezogen. Gewechselt wird immer dann, wenn eigentlich eine Händedesinfektion fällig wäre, also etwa zwischen Intimpflege und dem Anreichen des Essens. Ein Handschuh gehört zu einer einzigen Tätigkeit an einer Person und wird danach entsorgt.
Wie lange man Einmalhandschuhe tragen darf, hängt deshalb nicht von Minuten ab, sondern vom Arbeitsschritt. Nach dem Ausziehen desinfizieren Sie die Hände, weil unbemerkte Löcher oder das Ausziehen selbst die Haut verunreinigen können.
- Hände vorbereitenHände desinfizieren und vollständig trocknen lassen.
- AnziehenHandschuh am Bund fassen und überstreifen, ohne die Außenseite mit bloßen Fingern zu berühren.
- ArbeitenNur eine Tätigkeit an einer Person. Bei Wechsel von „unrein“ zu „rein“ neue Handschuhe nehmen.
- AusziehenErsten Handschuh außen am Bund greifen und auf links abziehen, mit der behandschuhten Hand festhalten; zweiten von innen abstreifen.
- Entsorgen und desinfizierenIn den Restmüll geben und die Hände desinfizieren.
Wer zahlt: Pflegekasse oder Krankenkasse?
Für die Pflege zu Hause ist meist die Pflegekasse zuständig. Einmalhandschuhe stehen in der Produktgruppe 54 als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Das Hilfsmittelverzeichnis sagt dazu: Sie sind keine Leistung der Krankenversicherung, können aber für Pflegebedürftige in häuslicher Laienpflege zu Lasten der Pflegeversicherung abgegeben werden. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad; ein Rezept ist nicht nötig.
Es gibt eine Ausnahme mit Rezept. Die Produktgruppe 19 „Krankenpflegeartikel“ führt unsterile Einmalhandschuhe (19.99.01.0) bei neurogenen Darmentleerungsstörungen, etwa bei Querschnittlähmung, und sterile Einmalhandschuhe (19.99.01.1) beim Katheterisieren der Blase oder beim Absaugen bei Tracheotomie. Dann zahlt die Krankenkasse auf ärztliche Verordnung, unabhängig von den 42 Euro. Die Systematik steht unter Einmalhandschuhe im Hilfsmittelverzeichnis (19.99.01).
Ein Rechenbeispiel zur Menge: Eine Packung enthält 100 Handschuhe, also 50 Paare. Wer viermal täglich ein frisches Paar braucht, verbraucht 120 Paare im Monat und damit fast zweieinhalb Packungen. Handschuhe sind deshalb oft der größte Posten im Monatsbudget. Wie Sie die 42 Euro verteilen, zeigt Pflegebox sinnvoll zusammenstellen.
| Situation | Kostenträger | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Pflege zu Hause, allgemeine Hygiene | Pflegekasse (54.99.01.1) | Pflegegrad, kein Rezept, bis 42 € im Monat |
| neurogene Darmentleerungsstörung | Krankenkasse (19.99.01.0) | ärztliche Verordnung |
| Katheterisieren, Absaugen bei Tracheotomie | Krankenkasse (19.99.01.1, steril) | ärztliche Verordnung |
Wofür es in der häuslichen Pflege gebraucht wird
Beim Waschen, Umlagern und bei der Hilfe auf der Toilette kommt es zu direktem Kontakt. Schutzbekleidung ist deshalb kein Zubehör, sondern Grundausstattung einer häuslichen Pflege.
Die Untergruppe 54.99.01 des Hilfsmittelverzeichnisses fasst diese Produkte zusammen. Wer wissen will, ob ein Artikel dazugehört, findet die Antwort an dieser Nummer.
Warum Sie dafür nichts zahlen
Die häufigste Frage zu Verbrauchsmaterial lautet, warum man es kaufen soll, wenn es die Pflegekasse ohnehin trägt. Die Antwort ist: Man kauft es nicht. Solange die monatliche Zusammenstellung 42 Euro nicht überschreitet, rechnet der Lieferant direkt mit der Pflegekasse ab.
Der Anspruch setzt Pflegegrad 1 oder höher voraus sowie die Versorgung in der eigenen Wohnung. Beide Wege, Direktabrechnung und Kostenerstattung, stehen offen.
Der Betrag ist eine Monatsobergrenze, kein Jahresbudget. Wer drei Monate nichts bestellt, hat danach nicht das Dreifache zur Verfügung.
Einmalhandschuhe in die Pflegebox aufnehmen
Zusammenstellen, einmal unterschreiben, monatlich geliefert bekommen. Bis 42 Euro trägt die Pflegekasse.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Der gesetzliche Rahmen liegt bei 42 Euro im Monat. Über die Bewilligung entscheidet die Pflegekasse, nicht der Anbieter.
Im Hilfsmittelverzeichnis
Was oft gefragt wird
Wie lange sollte man Einmalhandschuhe tragen?
Nur für einen Arbeitsschritt an einer Person. Die KRINKO empfiehlt, Handschuhe immer dann zu wechseln, wenn eine Händedesinfektion fällig wäre, und sie nach der Tätigkeit abzulegen. Danach werden die Hände desinfiziert.
Welche Arten von Handschuhen gibt es?
Nach Material Latex, Nitril und Vinyl. Nach Zweck medizinische Einmalhandschuhe (EN 455), Chemikalienschutzhandschuhe (EN 374) und sterile Handschuhe für sterile Tätigkeiten. Für die Pflegebox sind unsterile Einmalhandschuhe mit Größenangabe vorgesehen.
Was ist besser, Nitril oder Latex?
Das hängt vom Einsatz ab. Laut Hilfsmittelverzeichnis ist Latex reiß- und dehnfester, Nitril stichfester. Latex kann Allergien auslösen; Nitril enthält keinen Naturlatex. Vinyl ist mechanisch am wenigsten belastbar.
Zahlt die Pflegekasse Einmalhandschuhe?
Ja, mit anerkanntem Pflegegrad und Pflege zu Hause. Einmalhandschuhe sind die Produktart 54.99.01.1. Die Pflegekasse trägt alle Verbrauchsprodukte zusammen bis 42 Euro im Monat, ohne Rezept und ohne Zuzahlung.
Wann zahlt die Krankenkasse Einmalhandschuhe?
Bei bestimmten Erkrankungen auf ärztliche Verordnung, etwa bei neurogenen Darmentleerungsstörungen oder beim Katheterisieren. Diese Handschuhe stehen in der Produktgruppe 19 des Hilfsmittelverzeichnisses und laufen nicht über die 42 Euro der Pflegekasse.
Amtliche Quelle
- § 40 Abs. 2 SGB XI
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
- § 33 SGB V (Hilfsmittel)
- § 14 SGB XI (Begriff der Pflegebedürftigkeit)
- § 15 SGB XI (Pflegegrade)
- GKV-Spitzenverband: Fortschreibung der Produktgruppe 54 „Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel“ vom 19.03.2025, PDF (abgerufen 09.10.2026)
- GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 54.99.01.1 Einmalhandschuhe (abgerufen 09.10.2026)
- GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 19.99.01.1 Einmalhandschuhe, steril (abgerufen 09.10.2026)
- GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 19.99.01.0 Einmalhandschuhe, unsteril (abgerufen 09.10.2026)
- KRINKO beim Robert Koch-Institut: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens, 2016 (abgerufen 09.10.2026)
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Gesetzentwurf Kabinett 30.09.2026
- Einmalhandschuhe im Hilfsmittelverzeichnis (19.99.01)
- Fingerlinge in der Pflegebox
- Händedesinfektion in der Pflegebox
- Einmalhandschuhe: Begriff im Glossar
- Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel: die Abgrenzung
- Pflegebox sinnvoll zusammenstellen
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Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.
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Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
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