Dekubitus: Was ein Druckgeschwür ist und wer Hilfsmittel zahlt
Dekubitus ist eine Wunde, die durch anhaltenden Druck auf die Haut entsteht, oft bei Bettlägerigen. Diese Seite erklärt den Begriff und die Zuständigkeit für Hilfsmittel. Sie ersetzt keine ärztliche oder pflegefachliche Beratung.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Dekubitus (Druckgeschwür, Wundliegen) ist eine chronische Wunde durch lang anhaltenden Druck. Haut und darunterliegendes Gewebe werden nicht mehr ausreichend durchblutet (Krankenhausspiegel Thüringen).
- Es werden vier Stadien unterschieden, von bleibender Rötung der noch intakten Haut bis zur tiefen Wunde mit Beteiligung von Muskeln, Sehnen und Knochen.
- Hilfsmittel gegen Dekubitus bilden die Produktgruppe 11 im Hilfsmittelverzeichnis. Sie laufen über die Krankenkasse nach § 33 SGB V, nicht über die Pflegebox mit 42 Euro (§ 40 Abs. 2 SGB XI).
Inhalt dieser Seite9 Abschnitte
Definition: Was ist ein Dekubitus?
Der Fachbegriff Dekubitus bezeichnet ein Druckgeschwür. Es entsteht, wenn über längere Zeit viel Druck auf einer Körperstelle lastet. Die Haut und das Gewebe darunter werden schlecht durchblutet, der Stoffwechsel stockt, das Gewebe wird geschädigt. Typisch sind Stellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen: Fersen, Knöchel, Hüfte und Steißbein (Ada Health).
Besonders gefährdet sind ältere, geschwächte und bewegungseingeschränkte Menschen. Durchblutungsstörungen, feuchte Haut und Störungen der Schmerzwahrnehmung erhöhen das Risiko. Wer schon einmal ein Druckgeschwür hatte, ist stärker gefährdet als andere (Krankenhausspiegel Thüringen).
Die vier Stadien im Überblick
Erstes Warnzeichen ist eine Hautrötung, die auch dann bleibt, wenn der Druck weg ist. Ärzte und Pflegefachkräfte stufen den Befund in vier Stadien ein. Die Einstufung nimmt eine Fachperson vor, nicht Sie.
| Stadium | Befund | Haut |
|---|---|---|
| I | Rötung bleibt nach Entlastung, Wärmegefühl | noch intakt |
| II | Oberflächliche Abschürfung oder Blase | oberste Schicht verletzt |
| III | Tiefe Wunde, alle Hautschichten und Bindegewebe zerstört | offen |
| IV | Tiefe Wunde, auch Muskeln, Sehnen und Knochen betroffen | offen |

Inhalt der Grafik als Text
Stadium I: Hautrötung bleibt nach Entlastung, Haut intakt.
Stadium II: Abschürfung oder Blase. Stadium III: alle Hautschichten zerstört. Stadium IV: auch Muskeln, Sehnen und Knochen betroffen.
Vorbeugen und Behandeln: was Fachstellen nennen
Die Krankenhausspiegel-Seite nennt als wichtigste Vorbeugung ein Risikoprofil, die regelmäßige Kontrolle gefährdeter Hautstellen und richtiges Lagern. Als Richtwert wird ein Positionswechsel etwa alle zwei bis drei Stunden genannt; ein Bewegungsplan soll an Risiko und Hautzustand angepasst sein. Zur Behandlung gehören die örtliche Wundversorgung und die vollständige Druckentlastung, dabei kommen Lagerungstechniken, spezielle Matratzen und Hilfsmittel zum Einsatz.
Wie oft und in welcher Lage Ihr Angehöriger gelagert werden sollte, hängt vom Einzelfall ab. Das legen Ärztin, Pflegedienst oder Pflegeberatung fest. Pflegekurse für Angehörige zahlt die Pflegekasse (§ 45 SGB XI). Mehr zur Beratung im Ratgeber Pflegeberatung.
Wer Hilfsmittel gegen Dekubitus bezahlt
Hilfsmittel gegen Dekubitus sind Hilfsmittel im Sinne des § 33 SGB V. Die Krankenkasse versorgt damit, wenn sie im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern (§ 33 Abs. 1 SGB V). Im Hilfsmittelverzeichnis stehen sie in der Produktgruppe 11, gegliedert nach Anwendungsort: Fuß, Ellenbogen, Leib/Rumpf, Ganzkörper, Gesäß, Rücken. Die Details finden Sie im Verzeichnis zu Hilfsmitteln gegen Dekubitus, etwa Ganzkörper-Systeme wie Matratzen und Sitzkissen für das Gesäß.
Die Pflegebox ist etwas anderes. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zahlt die Pflegekasse bis 42 Euro im Monat (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Saugende Bettschutzeinlagen gehören dazu. Sie schützen die Matratze, ersetzen aber keine Maßnahme gegen Druckgeschwüre.
| Frage | Dekubitus-Hilfsmittel | Pflegebox |
|---|---|---|
| Zuständig | Krankenkasse (§ 33 SGB V) | Pflegekasse (§ 40 Abs. 2 SGB XI) |
| Beispiel | Weichlagerungsmatratze, Sitzkissen | Bettschutzeinlage, Handschuhe |
| Verzeichnis | Produktgruppe 11 | Produktgruppe 54 |
Bedeutung in der häuslichen Pflege
Wer zu Hause pflegt, trägt oft die tägliche Hautkontrolle. Bleibt jemand überwiegend im Bett oder im Rollstuhl, lohnt der Blick auf Fersen, Steißbein und Hüfte bei jeder Körperpflege. Zum Pflegebett siehe das Glossar Pflegebett; wer wofür zuständig ist, erklärt der Eintrag Abgrenzung Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel.
Häufige Fragen
Was ist ein Dekubitus?
Ein Druckgeschwür, auch Wundliegen genannt. Es entsteht, wenn anhaltender Druck die Durchblutung von Haut und Gewebe stört, und zählt zu den chronischen Wunden (Krankenhausspiegel Thüringen).
Welche Dekubitus-Stadien gibt es?
Vier: I Rötung bei intakter Haut, II Abschürfung oder Blase, III tiefe Wunde durch alle Hautschichten, IV Wunde bis zu Muskeln, Sehnen und Knochen. Die Einstufung nimmt Fachpersonal vor.
Was tun gegen Dekubitus?
Vorbeugend regelmäßige Hautkontrolle, richtiges Lagern und Positionswechsel nach ärztlichem oder pflegerischem Plan. Bei einem vorhandenen Druckgeschwür sind Druckentlastung und Wundversorgung nötig, die ärztlich begleitet werden.
Wer bezahlt Hilfsmittel gegen Dekubitus?
Die Krankenkasse, wenn sie im Einzelfall erforderlich sind (§ 33 Abs. 1 SGB V). Sie stehen im Hilfsmittelverzeichnis in der Produktgruppe 11. Die Pflegebox mit bis zu 42 Euro im Monat deckt sie nicht ab.
Zählen Bettschutzeinlagen zu den Dekubitus-Hilfsmitteln?
Nein. Saugende Bettschutzeinlagen sind Pflegehilfsmittel zum Verbrauch in Produktgruppe 54 und fallen unter die 42 Euro der Pflegebox. Sie schützen das Bett, verhindern aber kein Druckgeschwür.
Verwandte Begriffe
Amtliche Quelle
- Hilfsmittel gegen Dekubitus (Produktgruppe 11)
- Ganzkörper-Systeme (11.29)
- Pflegebetten im Hilfsmittelverzeichnis
- Bettschutz in der Pflegebox
- Glossar: Pflegebett
- Ratgeber: Pflegeberatung
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Redaktioneller Stand: 09/2026. Diese Seite informiert, sie entscheidet nicht. Das tut ausschließlich die zuständige Pflegekasse.