Zum Inhalt springen

Institutionskennzeichen (IK-Nummer): Wofür es gebraucht wird

Das Institutionskennzeichen, kurz IK oder IK-Nummer, ist eine neunstellige Kennung für die Abrechnung mit Krankenkassen und anderen Sozialversicherungsträgern. Für Versicherte ist es meist unwichtig. Es betrifft Anbieter, die Leistungen abrechnen, auch Lieferanten von Pflegehilfsmitteln.

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

Das Wichtigste in Kürze

  • Das IK ist ein eindeutiges Merkmal zur Abrechnung mit den Trägern der Sozialversicherung (ARGE IK). Die Rechtsgrundlage steht in § 293 SGB V.
  • Vergeben und gepflegt wird es von der Arbeitsgemeinschaft Institutionskennzeichen (ARGE IK). Sie zahlt selbst nichts, Rechnungen gehen an den Sozialversicherungsträger.
  • Antrag und Vergabe sind kostenlos und nur schriftlich möglich. Ein IK benötigt, wer Leistungen für die Sozialversicherung erbringt, etwa Sanitätshäuser, Apotheken oder Pflegedienste.
Inhalt dieser Seite9 Abschnitte
  1. Definition und Rechtsgrundlage
  2. Wer ein IK braucht
  3. So wird ein IK beantragt
  4. Abgrenzung: IK, Pflegegrad, Versichertennummer
  5. Bedeutung für die häusliche Pflege
  6. Häufige Fragen
  7. Verwandte Begriffe
  8. Mehr zum Thema
  9. Weiter

Definition und Rechtsgrundlage

Nach § 293 Abs. 1 SGB V verwenden die Krankenkassen im Schriftverkehr, beim Datenaustausch und für Abrechnungszwecke mit anderen Sozialversicherungsträgern und ihren Vertragspartnern bundeseinheitliche Kennzeichen. Das sind die Institutionskennzeichen. Art und Aufbau sowie das Verfahren der Vergabe vereinbaren die Träger gemeinsam mit den Spitzenorganisationen der Leistungserbringer (§ 293 Abs. 2 SGB V).

Hinter dem neunstelligen IK steht ein Datensatz, mit dem der Zahlungsverkehr abgewickelt wird (ARGE IK, KBV). Gespeichert sind laut Merkblatt Name, Berufs- oder Branchenbezeichnung, Anschrift, Geldinstitut, IBAN, Kontoinhaber, Telefonnummern und das Gültigkeitsdatum. Die Daten gehen an die beteiligten Träger: Krankenkassen, Deutsche Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, Bundesagentur für Arbeit und weitere.

Wer ein IK braucht

Ein IK benötigt jeder, der für die Sozialversicherung im Rahmen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation Leistungen erbringt. Die ARGE IK nennt als Beispiele Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken, Sanitätshäuser und Hilfsmittelabrechner, Pflegedienste, Tagespflege, Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Hebammen und Krankentransportunternehmen.

Anbieter von Pflegehilfsmitteln, die mit der Pflegekasse abrechnen, gehören damit zu den Gruppen, die ein IK erhalten können. Versicherte und Pflegebedürftige brauchen selbst keines. Einen Anspruch auf Leistungen begründet das IK nicht: Die Vergabe ist unabhängig von der Zulassung, Zahlungen erfolgen nur an zugelassene Vertragspartner (ARGE IK, FAQ).

So wird ein IK beantragt

Beantragt wird es bei der ARGE IK in Sankt Augustin, schriftlich per Post, Fax oder E-Mail, kostenlos. Das geht mit dem Erfassungsbeleg oder formlos. Nach dem Antrag schickt die ARGE IK ein Schreiben zur Prüfung der erfassten Daten. Nach Ihrer unterschriebenen Rücksendung erfolgt die schriftliche Mitteilung des IK, danach die wöchentliche Weiterleitung an die Träger.

  1. Antrag stellenErfassungsbeleg oder formloser Antrag mit Name, Anschrift, Branchenbezeichnung, Bankverbindung und Unterschrift. Die Unterschrift ist zwingend.
  2. Daten prüfenDie ARGE IK sendet die erfassten Daten per Post zur Kontrolle. Unterschrieben zurücksenden.
  3. IK erhaltenSchriftliche Mitteilung des IK. Die Träger erhalten die Daten wöchentlich.

Abgrenzung: IK, Pflegegrad, Versichertennummer

Das IK identifiziert die abrechnende Stelle, nicht die versicherte Person. Ihre persönliche Kennung ist die Versichertennummer. Der Pflegegrad steht im Bescheid Ihrer Pflegekasse. Einen Anbieter kann es mit mehr als einem IK geben, wenn er mehrere Standorte, Versorgungsverträge oder Bankverbindungen hat (ARGE IK, FAQ).

Bedeutung für die häusliche Pflege

Wer eine Pflegebox beantragt, erlebt das IK allenfalls auf Formularen und Abrechnungen. Der Anbieter rechnet über sein IK mit Ihrer Pflegekasse ab. Wie das Verfahren aus Ihrer Sicht läuft, steht im Ratgeber Pflegebox beantragen. Die Kassen selbst und ihre Pflegeboxregeln führt das Kassenverzeichnis.

Häufige Fragen

Was ist ein Institutionskennzeichen?

Eine neunstellige Kennung, mit der Leistungserbringer und Träger der Sozialversicherung beim Datenaustausch und bei der Abrechnung eindeutig identifiziert werden. Rechtsgrundlage ist § 293 SGB V.

Wer braucht ein Institutionskennzeichen?

Jeder, der für die Sozialversicherung Leistungen erbringt, etwa Apotheken, Sanitätshäuser, Pflegedienste, Heilmittelerbringer und Krankenhäuser (ARGE IK). Versicherte brauchen keines.

Was kostet ein IK und wie wird es beantragt?

Antrag und Vergabe sind kostenlos. Sie erfolgen schriftlich bei der ARGE IK, per Post, Fax oder E-Mail, mit Erfassungsbeleg oder formlos. Die Unterschrift ist zwingend erforderlich.

Wer vergibt das Institutionskennzeichen?

Die Arbeitsgemeinschaft Institutionskennzeichen (ARGE IK), gebildet von den Spitzenverbänden der beteiligten Sozialversicherungsträger. Sie tätigt selbst keine Zahlungen und nimmt keine Rechnungen entgegen.

Wie finde ich ein IK, das ich vergessen habe?

Die ARGE IK übermittelt das IK sowie die gespeicherten Daten auf Anfrage per Post. Sie benötigt dafür Name, Branchenbezeichnung und Anschrift. Daneben gibt es eine IK-/Adress-Suche auf ihrer Website.

Verwandte Begriffe

Verbindliche Stelle

  1. § 40 Abs. 2 SGB XI
  2. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  3. § 293 SGB V (Kennzeichen für Leistungsträger und Leistungserbringer)
  4. ARGE IK (DGUV): Startseite
  5. ARGE IK (DGUV): Wer benötigt ein IK?
  6. ARGE IK (DGUV): Antrag
  7. ARGE IK (DGUV): Fragen und Antworten
  8. ARGE IK: Merkblatt über die Vergabe von IK (PDF)
  9. KBV-Basis-Profile: IK-Nummer

So arbeiten wir mit Quellen

Mehr zum Thema

Weiter

Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 09/2026. Betreiber ist die Einfach zum Angebot GmbH, die selbst eine Pflegebox anbietet. Wir ersetzen keine Sozialrechtsberatung.