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Notrufsysteme: Pflegekasse, Vertragspreis und Antrag

Das Hilfsmittelverzeichnis führt Hausnotrufsysteme als Pflegehilfsmittel unter 52.40.01. Hier steht, wer Anspruch hat, was die Pflegekasse ihren Vertragsanbietern seit 1. April 2026 zahlt und was Sie selbst tragen.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 8 Min. Lesezeit

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

52.40.01Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Notrufsysteme
Produktgruppe
52 Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung
Kostenträger
Pflegekasse (SGB XI)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Notrufsysteme stehen unter 52.40.01 in der Produktgruppe 52 „Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung“: .1 Hausnotrufsysteme mit Anschluss an eine Zentrale, .2 Zubehör wie zusätzliche Alarmauslöser.
  • Zuständig ist die Pflegekasse (§ 40 SGB XI). Voraussetzung ist Pflegebedürftigkeit: Sie leben allein oder lange allein, können mit dem Telefon keinen Hilferuf absetzen und müssen jederzeit mit einer Notsituation rechnen.
  • Die Pflegekasse vergütet dem Vertragsanbieter nach dem Hausnotrufvertrag des GKV-Spitzenverbands seit 01.04.2026 netto 27,00 Euro im Monat; dieser Betrag bildet alle Vertragsleistungen ab. Beihilfeberechtigte erhalten die Hälfte.
  • Telefon- oder Internetanschluss und seine Gebühren zahlen Sie selbst. Ebenso Mehrkosten für Leistungen über das Notwendige hinaus. Genehmigung vor der Abgabe ist Pflicht.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
  1. Was unter 52.40.01 im Verzeichnis steht
  2. Wer zahlt: Pflegekasse, Vertragspreis und Eigenanteil
  3. Antrag und Ablauf in fünf Schritten
  4. Notruf unterwegs, Notrufuhr und Handy: was dazugehört
  5. Abgrenzung zu Glossar, Assistenzsystemen und Pflegebox
  6. Einordnung im Verzeichnis
  7. Produktarten in dieser Position
  8. Wichtige Abgrenzung
  9. Häufige Fragen
  10. Mehr zum Thema
  11. Weiterlesen

Was unter 52.40.01 im Verzeichnis steht

Die Produktgruppe 52 sammelt Pflegehilfsmittel, die Pflegebedürftigen ein selbständiges Leben in der gewohnten Häuslichkeit ermöglichen sollen. Die Untergruppe 52.40.01 „Notrufsysteme“ hat zwei besetzte Produktarten. Eine Produktart .0 gibt es nicht, sie ist „nicht besetzt“.

Ein Hausnotrufsystem besteht nach dem Verzeichnis aus einer Basisstation (Hausnotrufgerät) und einem Alarmauslöser mit Notrufknopf. Er ist wasserdicht und funktioniert in einem Radius von 30 Metern um das Gerät innerhalb geschlossener Räume, auch beim Duschen. Das Gerät ist für den Dauerbetrieb ausgelegt und löst auch bei Ausfall der primären Energiequelle einen Notruf aus. Es verbindet sich über Festnetz, Mobilfunknetz oder IP-Telefonie mit der Hausnotrufzentrale, meldet sich mit einer eindeutigen Kennung und ermöglicht Freisprechen und „Hineinrufen“ in den Raum.

Produktarten 52.40.01.1 und .2 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis, abgerufen 09.10.2026)
ProduktartWas dazugehörtWann sinnvoll
52.40.01.1 Hausnotrufsysteme, angeschlossen an ZentraleBasisstation, Alarmauslöser als Armband, Clip oder Kette, Anschluss an die Zentrale; Sturzsensor möglichPflegebedürftige, die allein oder lange allein sind, kein Telefon bedienen können und jederzeit mit einer Notlage rechnen müssen
52.40.01.2 Zubehör für HausnotrufsystemeZusätzliche mobile Alarmauslöser, nach Verzeichnis zum Beispiel für eine zweite pflegebedürftige Person im Haushalt, zusätzliche SturzsensorenWenn pflegerisch nötig, um den Anwendungsbereich gegenüber dem Grundmodell zu erweitern

Wer zahlt: Pflegekasse, Vertragspreis und Eigenanteil

Der Hausnotruf ist ein Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI. Zuständig ist die Pflegekasse, nicht die Krankenkasse, und Voraussetzung ist Pflegebedürftigkeit. Er gehört nicht zu den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch, die mit den 42 Euro monatlich abgedeckt sind, sondern wird gesondert genehmigt.

Die Pflegekasse zahlt nicht an Sie, sondern vergütet dem Anbieter die Versorgung. Grundlage ist der Vertrag über die Versorgung mit Hausnotrufsystemen nach § 78 Abs. 1 SGB XI, den der GKV-Spitzenverband mit Verbänden und Leistungserbringern schließt. Seine Preisvereinbarung (Anlage 1) nennt 27,00 Euro netto im Monat. Das FAQ des GKV-Spitzenverbands bestätigt: Die am 01.04.2026 in Kraft getretenen Verträge sehen diese Nettovergütung vor. Ist der Anbieter umsatzsteuerpflichtig, kommt die Umsatzsteuer dazu. Angefangene Kalendermonate werden voll vergütet.

Mit diesem Betrag sind nach dem Vertrag alle Leistungen abgegolten. Anbieter dürfen Beratung, Einweisung, Anschluss, Inbetriebnahme oder den Tausch von Geräten nicht gesondert berechnen. Wer vertraglich versorgen will, muss dem Vertrag beigetreten sein; wer noch nach den alten Verträgen versorgte, durfte das laut FAQ nur bis zum 31. Mai 2026.

Kostenverteilung beim Hausnotruf nach Vertrag AC/TK 19/00/452 und FAQ 03/2026 (abgerufen 09.10.2026)
PostenWer trägtGrundlage
Hausnotrufgerät, Alarmauslöser, Bereitstellung, MängelbeseitigungPflegekasse über die VergütungVertrag § 2 Abs. 9 und 11, § 3 Abs. 5
24-Stunden-Hausnotrufzentrale, Maßnahmenplan, mindestens wöchentliche TestauslösungPflegekasse über die VergütungVertrag § 2 Abs. 9 und 12
Telefon- oder Internetanschluss, Telefondose, Grundgebühren, GesprächeSieVertrag § 2 Abs. 10; Verzeichnis, Gruppe 52
Leistungen über das Notwendige hinaus (Mehrkosten)Sie, nach schriftlicher AufklärungVertrag § 2 Abs. 7; § 33 Abs. 1 Satz 9 SGB V in Verbindung mit § 40 Abs. 1 Satz 3 SGB XI
Beihilfe oder HeilfürsorgePflegekasse zahlt die Hälfte der VergütungVertrag § 3 Abs. 6; § 28 Abs. 2 SGB XI
Wer beim Hausnotruf zahlt: Die Pflegekasse vergütet Vertragsanbietern netto 27,00 Euro im Monat für Gerät, Alarmauslöser, Zentrale und Einweisung, bei Beihilfe die Hälfte. Telefon- oder Internetanschluss und Mehrkosten zahlen Sie selbst.
Hausnotruf: Wer zahlt was?
Inhalt der Grafik als Text

Pflegekasse an den Vertragsanbieter: netto 27,00 Euro pro Monat für Hausnotrufgerät, Alarmauslöser, Anschluss an die 24-Stunden-Zentrale, Einweisung, Maßnahmenplan und wöchentliche Testauslösung. Bei Beihilfe oder Heilfürsorge die Hälfte (Vertrag Anlage 1, § 3 Abs. 6).

Sie tragen: Telefon- oder Internetanschluss samt Grundgebühren sowie Mehrkosten für Leistungen über das Notwendige hinaus (Vertrag § 2 Abs. 7 und 10).

Antrag und Ablauf in fünf Schritten

Beim Hausnotruf läuft der Weg über den Anbieter und die Pflegekasse. Ein ärztliches Rezept sieht der Vertrag nicht vor.

  1. Voraussetzungen prüfenPflegegrad vorhanden, Sie sind allein oder über weite Teile des Tages allein, ein Hilferuf per Telefon ist nicht möglich und die Notsituation kann jederzeit eintreten. Das Verzeichnis lässt den Anspruch auch zu, wenn eine Person im Haushalt lebt, die im Notfall selbst keinen Hilferuf absetzen kann.
  2. Vertragsanbieter wählenFragen Sie den Anbieter, ob er dem Hausnotrufvertrag des GKV-Spitzenverbands beigetreten ist. Sie haben die freie Wahl zwischen allen vertragsgebundenen Anbietern. Die Pflegekasse muss Sie über sie informieren.
  3. Beratung und KostenvoranschlagDer Anbieter muss Sie vor der ersten Nutzung beraten und die Beratung dokumentieren. Sein Kostenvoranschlag gilt als Ihr Leistungsantrag.
  4. Genehmigung abwartenAbgegeben wird nur mit Kostenübernahmeerklärung der Pflegekasse. Für die Entscheidung gelten die Fristen aus § 40 Abs. 7 SGB XI: in der Regel drei Wochen, fünf Wochen, wenn die Pflegekasse eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst beteiligt.
  5. Einrichtung und EmpfangDer Anbieter stellt das System innerhalb einer Woche betriebsbereit bereit, sofern Telefon- oder Internetanschluss und Datenblatt vorliegen. Sie bestätigen Empfang und Einweisung schriftlich.

Notruf unterwegs, Notrufuhr und Handy: was dazugehört

Das Verzeichnis beschreibt ein Hausnotrufsystem mit Basisstation, das auch über das Mobilfunknetz angeschlossen sein kann. Der Funkradius des Alarmauslösers gilt um das Gerät in geschlossenen Räumen. Das Hausnotrufsystem ist damit ein Gerät für die Wohnung. Notrufuhren mit Ortung oder Notruf-Apps sind nicht der im Vertrag beschriebene Leistungsumfang.

Für Produkte mit Ortung nennt die Produktgruppe 52 ein eigenes Prüfkriterium: Sie kommen als Pflegehilfsmittel nur infrage, wenn nicht eine bloße Komfortverbesserung, sondern die Ziele der §§ 14 und 40 SGB XI im Vordergrund stehen, und werden im Einzelfall bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit geprüft. Ob ein mobiles System zur Wohnung oder unterwegs gezahlt wird, klären Sie deshalb vorab mit der Pflegekasse.

Einen Hilferuf über Ihr Handy können Sie unabhängig davon jederzeit über die 112 absetzen. Der Unterschied zum Hausnotruf: Die Zentrale kennt Ihre hinterlegten Daten und die vereinbarten Maßnahmen und löst sie ein.

Abgrenzung zu Glossar, Assistenzsystemen und Pflegebox

Was ein Hausnotruf ist, wie der Ablauf bei Alarm aussieht und welche Grenzen er hat, steht im Glossar. Diese Seite zeigt Verzeichnis, Vertragspreis und Antrag.

Einordnung im Verzeichnis

Die Nummer 52.40.01 liest sich von links nach rechts: 52 ist die Produktgruppe, 40 der Anwendungsort, 01 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 52 Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung. Die Systematik dient der eindeutigen Verständigung zwischen Kassen, verordnenden Ärzten und Leistungserbringern. Sie ordnet ein, sie verkauft nicht.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 52.40.01
52.40.01.1Hausnotrufsysteme, angeschlossen an Zentrale
52.40.01.2Zubehör für Hausnotrufsysteme

Wichtige Abgrenzung

Die Trennung verläuft nicht entlang des Produkts, sondern entlang des Zwecks. Dient es der Krankenbehandlung oder dem Behinderungsausgleich, ist die Krankenkasse zuständig.

Gehört das zu meiner Pflegebox?

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Häufige Fragen

Was ist ein Hausnotrufgerät?

Das Hausnotrufgerät ist die Basisstation eines Hausnotrufsystems. Es verbindet sich bei einem Notruf über Festnetz, Mobilfunk oder IP-Telefonie mit der Hausnotrufzentrale und hat Mikrofon und Lautsprecher zum Freisprechen. Den Notruf lösen Sie per Knopf am Gerät oder am wasserdichten Alarmauslöser aus, der bis 30 Meter um das Gerät in geschlossenen Räumen funktioniert.

Wie bekomme ich den Notruf auf meinem Handy?

Eine Notruf-App oder die 112 helfen unabhängig vom Hausnotruf. Das Hausnotrufsystem nach 52.40.01 ist ein Gerät für die Wohnung. Ob die Pflegekasse ein mobiles System zahlt, prüft sie im Einzelfall; Produkte mit Ortung müssen nach dem Verzeichnis den pflegerischen Nutzen in den Vordergrund stellen.

Welche Notrufsysteme sind für Senioren am besten?

Eine Rangliste geben wir nicht, weil das Verzeichnis keine Produkte bewertet. Es verlangt für Hausnotrufsysteme Dauerbetrieb mit Notstrom, wasserdichten Alarmauslöser, Freisprechen und Anbindung an eine rund um die Uhr besetzte Zentrale. Wählen Sie unter den Vertragsanbietern und achten Sie auf Sturzsensor und Mehrkosten.

Wie viel zahlt die Pflegekasse für den Hausnotruf?

Die Pflegekasse vergütet dem Vertragsanbieter seit 01.04.2026 netto 27,00 Euro im Monat (Hausnotrufvertrag des GKV-Spitzenverbands). Bei Beihilfe oder Heilfürsorge ist es die Hälfte. Telefon- oder Internetanschluss und Mehrkosten zahlen Sie selbst.

Brauche ich ein Rezept für den Hausnotruf?

Nein, der Vertrag sieht Kostenvoranschlag des Anbieters und Genehmigung der Pflegekasse vor. Voraussetzung ist Pflegebedürftigkeit und die im Verzeichnis beschriebene Lage, etwa allein zu leben und im Notfall nicht telefonieren zu können.

Verbindliche Stelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 40 Abs. 2 SGB XI
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. GKV-Spitzenverband: Vertrag über die Versorgung der Versicherten mit Hausnotrufsystemen, Referenzvertrag AC/TK 19/00/452, mit Anlage 1 Preisvereinbarung (abgerufen 09.10.2026)
  5. GKV-Spitzenverband: Hausnotruf, häufig gestellte Fragen, Stand 03/2026 (abgerufen 09.10.2026)
  6. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 52 Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung (abgerufen 09.10.2026)
  7. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 52.40.01.1 Hausnotrufsysteme, angeschlossen an Zentrale (abgerufen 09.10.2026)
  8. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 52.40.01.2 Zubehör für Hausnotrufsysteme (abgerufen 09.10.2026)

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Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien