Pflegehilfsmittel 42 Euro auszahlen lassen: Kostenerstattung statt Barauszahlung
Die 42 Euro für Pflegehilfsmittel zahlt die Pflegekasse nicht bar aus. Sie sind eine monatliche Kostengrenze nach § 40 Abs. 2 SGB XI. Wer Verbrauchsprodukte selbst kauft, bekommt sie aber per Kostenerstattung gegen Beleg zurück, höchstens 42 Euro im Monat.
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- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
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Das Wichtigste in Kürze
- Eine Barauszahlung der 42 Euro zur freien Verwendung gibt es nicht: § 40 Abs. 2 Satz 1 SGB XI begrenzt die Aufwendungen der Pflegekasse auf 42 Euro im Monat, er gewährt kein Geld.
- Erlaubt ist die Kostenerstattung: Nach § 40 Abs. 2 Satz 2 SGB XI kann die Leistung auch so erbracht werden. Wer selbst kauft und Belege einreicht, erhält bis zu 42 Euro im Monat zurück, bis zu 504 Euro im Jahr.
- Erstattet werden nur Produktarten der Produktgruppe 54, zum Beispiel Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen. Duschgel, Cremes und Shampoo zählen nicht.
- Voraussetzung ist ein Antrag bei der Pflegekasse. Leistungen gibt es ab dem Monat der Antragstellung (§ 33 Abs. 1 SGB XI); nicht genutzte Monatsbeträge verfallen.
- Ein Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 will den eigenen Anspruch ab 2027 streichen und die Kosten ins Pflegegeld verlagern. Beschlossen ist das nicht.
Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Angebot der Einfach zum Angebot GmbH, die diese Seite betreibt.
Inhalt dieser Seite12 Abschnitte
- Kann man sich die 42 Euro für Pflegehilfsmittel auszahlen lassen?
- Wie funktioniert die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel?
- Welche Produkte werden über die 42 Euro erstattet?
- Was rechnet sich besser: Pflegebox oder Selbstkauf?
- Wie viel Geld gibt es zurück? Rechenbeispiele
- Wer hat Anspruch auf die Erstattung der 42 Euro?
- Kann man den Entlastungsbetrag auszahlen lassen?
- Was ändert sich an den 42 Euro ab 2027?
- Welche Fehler kosten bei der Erstattung der 42 Euro Geld?
- Einordnung und Abgrenzung
- Häufige Fragen
- Weiterlesen
Kann man sich die 42 Euro für Pflegehilfsmittel auszahlen lassen?
Nein, eine Auszahlung der 42 Euro zur freien Verwendung ist nicht vorgesehen. § 40 Abs. 2 Satz 1 SGB XI spricht von den Aufwendungen der Pflegekassen, die monatlich 42 Euro nicht übersteigen dürfen. Das ist eine Obergrenze für Kosten, keine Geldleistung an die versicherte Person.
Das Portal gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums formuliert es ausdrücklich: Pauschale bedeutet nicht, dass der monatliche Betrag direkt ausgezahlt wird. Wer selbst kauft, reicht die Quittungen bei der Pflegekasse ein und erhält die Kosten rückwirkend erstattet.
Dahinter steht das Sachleistungsprinzip: Die Pflegeversicherung stellt Pflegehilfsmittel bereit und rechnet mit dem Lieferanten ab. Geld fließt nur dort, wo das Gesetz es ausdrücklich erlaubt, hier über die Kostenerstattung nach § 40 Abs. 2 Satz 2 SGB XI.
Im Ergebnis gibt es keinen Weg, auf dem am Monatsende Geld zur freien Verfügung übrig bleibt. Beide erlaubten Wege enden beim selben Höchstbetrag: bis zu 42 Euro im Monat für tatsächlich gekaufte oder gelieferte Verbrauchsprodukte.
Wie funktioniert die Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel?
Die Kostenerstattung folgt dem Erstattungsweg in vier Schritten: Antrag bei der Pflegekasse, Kauf der Produkte, Einreichen der Belege und Erstattung bis 42 Euro im Monat. § 40 Abs. 2 Satz 2 SGB XI erlaubt diesen Weg ausdrücklich als gleichwertige Form der Leistung.
Der Antrag kommt zuerst. Leistungen der Pflegeversicherung gibt es nach § 33 Abs. 1 SGB XI auf Antrag und ab Antragstellung. Für Verbrauchsprodukte genügt laut gesund.bund.de ein formloser Antrag. Im Antrag steht, dass die Versorgung mit zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln im Wege der Kostenerstattung gewünscht ist.
Gekauft wird frei. Laut gesund.bund.de lassen sich die Produkte überall kaufen, in Apotheke oder Sanitätshaus, aber auch in Drogerie oder Discounter, Sonderangebote eingeschlossen. Erstattungsfähig ist ein Produkt nur, wenn es einer Produktart der Produktgruppe 54 entspricht.
Die Belege gehen monatlich an die Pflegekasse. Die Pflegekasse erstattet je Kalendermonat bis 42 Euro. Die AOK ergänzt: Entscheidend ist immer der individuell erforderliche Bedarf. § 40 Abs. 1 Satz 2 SGB XI erlaubt der Pflegekasse, die Notwendigkeit prüfen zu lassen.
- Antrag stellenFormlos bei der Pflegekasse: Name, Geburtsdatum, Versichertennummer, Pflegegrad, Wunsch nach Kostenerstattung für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
- Produkte der Gruppe 54 kaufenEinmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, Schutzschürzen, Masken, Fingerlinge oder Schutzservietten.
- Belege monatlich einreichenLesbare Quittung mit Datum, Artikelbezeichnung und Preis; Kopie behalten.
- Erstattung prüfenHöchstens 42 Euro je Kalendermonat; Abweichungen im Bescheid nachfragen.

Inhalt der Grafik als Text
Die 42 Euro werden nicht bar ausgezahlt. Es gibt zwei Wege: Lieferung durch einen Vertragspartner der Pflegekasse ohne Vorleistung oder Selbstkauf mit Kostenerstattung gegen Beleg.
Kostenerstattung in vier Schritten: Antrag bei der Pflegekasse stellen, Produkte der Produktgruppe 54 kaufen, Belege monatlich einreichen, Erstattung bis 42 Euro im Monat erhalten.
Rechenbeispiel: Einkauf von 30,50 Euro im Monat, Erstattung 30,50 Euro, 11,50 Euro verfallen. Einkauf von 55 Euro, Erstattung 42 Euro, 13 Euro bleiben privat.
Welche Produkte werden über die 42 Euro erstattet?
Erstattet werden nur zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 54 des Pflegehilfsmittelverzeichnisses. Das Verzeichnis führt der GKV-Spitzenverband nach § 78 Abs. 2 SGB XI. Es enthält acht Produktarten, von der Bettschutzeinlage zum Einmalgebrauch bis zum Desinfektionsmittel.
Duschgel ist kein Pflegehilfsmittel. Duschgel, Shampoo, Waschlotion und Hautcreme gehören zu keiner Produktart der Produktgruppe 54 und werden nicht erstattet, auch wenn sie in der Pflege täglich gebraucht werden. Inkontinenzvorlagen und -hosen sind Hilfsmittel der Krankenkasse nach § 33 SGB V und laufen über eine ärztliche Verordnung, nicht über die 42 Euro.
Ein Pflegepaket für 42 Euro enthält deshalb nur Produkte aus diesen acht Produktarten. Wie sich der Monatsbetrag sinnvoll verteilt, zeigt der Ratgeber Pflegebox-Inhalt zusammenstellen. Alle Positionen mit Nummern stehen im Ratgeber Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
| Erstattet | Nicht erstattet |
|---|---|
| Einmalhandschuhe | Duschgel, Shampoo |
| Desinfektionsmittel | Hautcreme, Pflegeöl |
| Bettschutzeinlagen, Einmalgebrauch | Stoff-Einlagen, waschbar |
| Schürzen, Servietten | Inkontinenz-Vorlagen (Krankenkasse) |
| Masken, FFP2, Fingerlinge | Pflegebett, Hausnotruf |
Was rechnet sich besser: Pflegebox oder Selbstkauf?
Beide Wege bringen denselben Höchstbetrag von 42 Euro im Monat. Der Unterschied liegt im Aufwand und in der Vorleistung. Bei der Lieferung zahlt die versicherte Person nichts vor und sammelt keine Belege. Beim Selbstkauf ist die Produktwahl frei, dafür geht Geld vor und Belege müssen jeden Monat zur Pflegekasse.
Für die Lieferung gelten Verträge nach § 78 Abs. 1 SGB XI. Der Vertrag des GKV-Spitzenverbands mit Einzelleistungserbringern (AC/TK 19 00 P52) sieht unter anderem vor: Die Initiative für den Kontakt muss von der versicherten Person ausgehen, die Beratung wird auf einem Antragsformular dokumentiert, geliefert wird monatlich oder nach Vereinbarung für bis zu drei Monate, und Lieferungen erfolgen nur für die Zukunft.
Kosten über 42 Euro trägt in beiden Fällen die versicherte Person. Der Vertrag verpflichtet den Lieferanten, darauf hinzuweisen. Beim Selbstkauf erstattet die Pflegekasse höchstens 42 Euro, auch wenn der Bon höher ist.
Wer selten Bedarf hat oder bestimmte Marken verwendet, fährt mit dem Selbstkauf gut. Wer jeden Monat dieselben Produkte braucht und keine Belege sammeln will, nutzt die Lieferung. Die Betreiberin dieser Website vermittelt selbst Pflegeboxen; der Link unter diesem Ratgeber führt dorthin. Die Rechtslage gilt unabhängig vom gewählten Weg.
| Weg | Merkmale |
|---|---|
| Lieferung | keine Vorleistung, keine Belege, Sortiment des Lieferanten, nur für die Zukunft, bis 42 € im Monat |
| Selbstkauf | Vorleistung, Belege monatlich, freie Wahl in Produktgruppe 54, ab Antragsmonat, bis 42 € im Monat |
Wie viel Geld gibt es zurück? Rechenbeispiele
Zurück gibt es den tatsächlich ausgegebenen Betrag, höchstens 42 Euro im Kalendermonat. Was darunter bleibt, verfällt; was darüber liegt, bleibt privat. Die folgenden Beispiele zeigen die Rechnung für einen Monat und für ein Jahr.
Beispiel 1: Im März kosten Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel zusammen 30,50 Euro. Die Pflegekasse erstattet 30,50 Euro. Die übrigen 11,50 Euro des Monats verfallen und lassen sich nicht in den April übertragen.
Beispiel 2: Im April kauft eine Angehörige Vorrat für 55 Euro. Die Pflegekasse erstattet 42 Euro. 13 Euro zahlt die pflegebedürftige Person selbst, auch wenn im Mai weniger gebraucht wird.
Beispiel 3: Zwei Pflegebedürftige leben im selben Haushalt und haben beide einen Pflegegrad. Jede Person hat einen eigenen Anspruch, zusammen also bis zu 84 Euro im Monat. Die Belege werden je Person getrennt eingereicht.
| Einkauf | Ergebnis |
|---|---|
| 30,50 € | 30,50 € erstattet, 11,50 € verfallen |
| 42,00 € | 42,00 € erstattet, voll genutzt |
| 55,00 € | 42,00 € erstattet, 13,00 € privat |
| 0 € | nichts erstattet, 42,00 € verfallen |
| 12 Monate | höchstens 504 € im Jahr |
Wer hat Anspruch auf die Erstattung der 42 Euro?
Anspruch hat, wer einen Pflegegrad von 1 bis 5 hat, zu Hause gepflegt wird und Verbrauchsprodukte benötigt. § 28a SGB XI zählt die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln ausdrücklich zu den Leistungen bei Pflegegrad 1. Der Betrag ist in allen Pflegegraden gleich.
§ 40 SGB XI steht im Gesetz unter den Leistungen bei häuslicher Pflege. Im Pflegeheim stellt nach Angaben der AOK die Einrichtung die benötigten Pflegehilfsmittel. Bei betreutem Wohnen oder einer Pflege-Wohngemeinschaft klärt die Pflegekasse im Einzelfall, ob häusliche Pflege vorliegt.
Wie viele Menschen den Anspruch nutzen, beziffert die Begründung des Kabinettsentwurfs zum Pflegeneuordnungsgesetz: Im Jahr 2025 nahmen rund 1,2 Millionen Pflegebedürftige der sozialen Pflegeversicherung und rund 84.000 der privaten Pflege-Pflichtversicherung zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel in Anspruch. Ob die Voraussetzungen vorliegen, beantwortet der Pflegebox-Check in wenigen Fragen.
Kann man den Entlastungsbetrag auszahlen lassen?
Nein, auch der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat wird nicht ausgezahlt. § 45b Abs. 2 SGB XI sieht eine Kostenerstattung gegen Belege vor, etwa für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Die Knappschaft schreibt dazu ausdrücklich, dass eine Auszahlung nicht möglich ist.
Entlastungsbetrag und 42 Euro sind zwei getrennte Ansprüche und werden nicht verrechnet. Der Entlastungsbetrag bezahlt Dienste, die 42 Euro bezahlen Verbrauchsprodukte. Wie die Erstattung des Entlastungsbetrags abläuft, beschreibt der Ratgeber Entlastungsbetrag beantragen.
Frei verwendbares Geld gibt es in der Pflegeversicherung nur als Pflegegeld ab Pflegegrad 2. Der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme nach § 40 Abs. 4 SGB XI ist an eine konkrete Maßnahme gebunden. Das Gesetz nennt dafür keinen festen Turnus, sondern eine Obergrenze je Maßnahme.
Was ändert sich an den 42 Euro ab 2027?
Nach geltendem Recht ändert sich nichts. Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Entwurf eines Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen. Danach soll § 40 Abs. 2 SGB XI gestrichen werden; zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wären vom Anspruch auf Pflegehilfsmittel ausgenommen.
Die Begründung des Entwurfs sieht vor, dass Verbrauchsprodukte künftig im Umfang eines Entlastungsbudgets über das Pflegegeld bezogen werden. Das Entlastungsbudget beträgt laut Entwurf 380 Euro bei Pflegegrad 2, 630 Euro bei Pflegegrad 3, 890 Euro bei Pflegegrad 4 und 1.080 Euro bei Pflegegrad 5. § 37 Abs. 1 des Entwurfs nennt nur die Pflegegrade 2 bis 5.
Eine Übergangsregel für laufende Bewilligungen von Verbrauchsprodukten enthält der Entwurf nach unserer Durchsicht nicht. Technische Pflegehilfsmittel und der Zuschuss für das Wohnumfeld bleiben nach dem Entwurf bestehen. Das Gesetz soll nach Artikel 11 des Entwurfs überwiegend am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Der Bundestag hat noch nicht entschieden. Einzelheiten und den Verfahrensstand beschreibt der Ratgeber Pflegehilfsmittel und die geplante Reform.
Welche Fehler kosten bei der Erstattung der 42 Euro Geld?
Fünf Fehler führen bei der Kostenerstattung am häufigsten dazu, dass Geld nicht zurückkommt. Alle fünf lassen sich mit dem Erstattungsweg in vier Schritten vermeiden.
- Ohne Antrag kaufen: Leistungen gibt es erst ab dem Monat der Antragstellung.
- Drogerieartikel wie Duschgel oder Hautcreme einreichen: Sie gehören zu keiner Produktart der Gruppe 54.
- Vorrat für mehrere Monate auf einmal kaufen: Erstattet werden höchstens 42 Euro im Monat des Kaufs.
- Belege sammeln und vergessen: Unleserliche oder verlorene Bons lassen sich nicht ersetzen.
- Lieferung und Selbstkauf im selben Monat kombinieren, ohne den Betrag im Blick zu behalten: Die Grenze von 42 Euro gilt für beides zusammen.
Einordnung und Abgrenzung
Auch innerhalb der Pflegeversicherung gibt es Abstufungen, die leicht übersehen werden. Die Produktgruppen 50 bis 52 enthalten Pflegehilfsmittel, die nicht verbraucht werden und deshalb nicht unter die Monatsobergrenze fallen. Nur die Gruppe 54 ist die Gruppe, um die es bei der monatlichen Zusammenstellung geht.
Genauso wichtig wie die Frage, was dazugehört, ist die Frage, was nicht. Nicht erfasst sind kosmetische Pflegeprodukte, Nahrungsergänzung, Medikamente, Verbandmaterial für die Wundversorgung und alles, was der ärztlichen Behandlung dient. Dafür gibt es eigene Wege, teils über die Krankenkasse, teils gar nicht.
Wiederverwendbare Varianten lohnen sich bei manchen Positionen. Eine waschbare Schutzschürze belastet die Obergrenze nur einmal und hält danach über Monate. Bei Handschuhen und Desinfektion funktioniert das nicht, dort bleibt der Nachschub monatlich. Die Mischung aus beidem nutzt den Betrag in der Regel am besten aus.
Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett oder Hausnotruf und Zuschüsse zum Wohnumfeld bleiben im Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 erhalten. Wegfallen würde nur die eigene Leistung für Verbrauchsprodukte nach § 40 Abs. 2 SGB XI. Beschlossen ist bisher nichts.
Für Haushalte mit einem ambulanten Pflegedienst ist die Abgrenzung wichtig: Das Verbrauchsmaterial für die häusliche Pflege läuft über diesen Anspruch, nicht über die Abrechnung des Dienstes. Der Dienst bringt in der Regel eigenes Material für seine Einsätze mit. Was zwischen den Einsätzen von Angehörigen gebraucht wird, fällt dagegen unter die Monatsobergrenze und sollte auch danach zusammengestellt werden.
Bei einem Umzug innerhalb Deutschlands ändert sich am Anspruch nichts, solange die Pflege weiterhin zu Hause stattfindet. Die neue Adresse sollte der Pflegekasse trotzdem mitgeteilt werden, weil sie Teil der Bewilligungsgrundlage ist. Das ist eine Formsache, verhindert aber Rückfragen bei der nächsten Abrechnung.
Bei einem ablehnenden Bescheid hilft es, zuerst die Begründung zu lesen und danach zu entscheiden. Sehr oft wird nicht der Anspruch bestritten, sondern eine Angabe fehlt oder wurde missverstanden. In diesem Fall genügt eine Ergänzung, und es braucht keinen Streit. Erst wenn die Kasse den Anspruch dem Grunde nach ablehnt, wird der Widerspruch zum eigentlichen Mittel, und dann sollte er begründet werden.
Ohne Papierkram zur Pflegebox
Sie wählen die Produkte und unterschreiben einmal. Die Abwicklung mit der Pflegekasse übernehmen wir, und es entstehen Ihnen keine Kosten bis 42 Euro im Monat.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Bis zur gesetzlichen Obergrenze von 42 Euro monatlich entstehen Ihnen keine Kosten. Die Entscheidung über den Antrag trifft allein die Pflegekasse.
Häufige Fragen
Kann man sich das Geld für Pflegehilfsmittel auch auszahlen lassen?
Nein, nicht zur freien Verwendung. § 40 Abs. 2 SGB XI begrenzt die Kosten der Pflegekasse auf 42 Euro im Monat. Möglich ist eine Kostenerstattung: Selbst gekaufte Produkte der Produktgruppe 54 erstattet die Pflegekasse gegen Beleg bis 42 Euro im Monat.
Kann ich mir von der AOK 40 Euro für Pflegehilfsmittel auszahlen lassen?
Nein. Auch die AOK zahlt nicht bar aus, sondern erstattet selbst gekaufte Verbrauchsprodukte gegen Beleg. Der Höchstbetrag liegt seit 2025 bei 42 Euro im Monat, nicht mehr bei 40 Euro.
Wie hoch sind die Pflegehilfsmittel?
Für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat, bis zu 504 Euro im Jahr. Technische Pflegehilfsmittel wie ein Pflegebett werden meist leihweise überlassen, mit einer Zuzahlung von 10 Prozent, höchstens 25 Euro.
Ist Duschgel ein Pflegehilfsmittel?
Nein. Duschgel, Shampoo, Waschlotion und Hautcreme gehören zu keiner Produktart der Produktgruppe 54 und werden nicht über die 42 Euro erstattet.
Was beinhaltet das Pflegepaket für 42 Euro?
Nur Produkte der Produktgruppe 54: Bettschutzeinlagen zum Einmalgebrauch, Fingerlinge, Einmalhandschuhe, medizinische Gesichtsmasken, FFP2-Masken, Schutzschürzen, Schutzservietten und Desinfektionsmittel. Die Zusammenstellung richtet sich nach dem Bedarf.
Wo kann ich Pflegehilfsmittel selbst kaufen?
Überall, etwa in Apotheke, Sanitätshaus, Drogerie oder Discounter. Entscheidend ist, dass das Produkt einer Produktart der Gruppe 54 entspricht und die Quittung bei der Pflegekasse eingereicht wird.
Kann ich Belege aus mehreren Monaten zusammen einreichen?
Die Grenze von 42 Euro gilt je Kalendermonat, maßgeblich ist der Monat des Kaufs. gesund.bund.de empfiehlt, die Quittungen monatlich einzureichen. Ein Vorratskauf wird nur bis 42 Euro für den Kaufmonat erstattet.
Bekomme ich Geld, wenn ich einen Monat nichts brauche?
Nein. Nicht genutzte Beträge verfallen am Monatsende und werden weder ausgezahlt noch übertragen.
Kann ich den Entlastungsbetrag komplett auszahlen lassen?
Nein. Der Entlastungsbetrag von 131 Euro im Monat wird nach § 45b SGB XI nur gegen Belege für bestimmte Leistungen erstattet, eine Auszahlung ist nicht möglich.
Wie oft bekommt man 4.000 Euro von der Pflegekasse?
Gemeint ist meist der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI: bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Das Gesetz nennt keinen festen Turnus, sondern eine Obergrenze je Maßnahme. Mit den 42 Euro für Verbrauchsprodukte hat er nichts zu tun.
Werden die 42 Euro 2027 abgeschafft?
Beschlossen ist das nicht. Ein Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 sieht vor, den eigenen Anspruch zu streichen und Verbrauchsprodukte über das Pflegegeld laufen zu lassen. Bis zu einer Verabschiedung gilt § 40 Abs. 2 SGB XI unverändert.
Alles geklärt? Die Pflegebox lässt sich online zusammenstellen.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Angebot der Einfach zum Angebot GmbH, die diese Seite betreibt.
Verbindliche Stelle
- § 40 Abs. 2 SGB XI
- § 33 SGB XI (Leistungsvoraussetzungen)
- § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
- § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)
- § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
- § 33 SGB V (Hilfsmittel)
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
- gesund.bund.de (BMG): Pflegehilfsmittel beantragen
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegehilfsmittel
- AOK: Pflegehilfsmittel
- KNAPPSCHAFT: Monatlicher Entlastungsbetrag der Pflegekasse
- GKV-Spitzenverband: Pflegehilfsmittelverträge (zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel)
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Gesetzentwurf Kabinett 30.09.2026
Weiterlesen
- Pflegehilfsmittel: 42 Euro monatlich für Verbrauchsprodukte, technische Hilfen und Antrag
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- Pflegebox-Anbieter vergleichen: sieben prüfbare Kriterien statt Testsieger
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 09/2026. Betreiber ist die Einfach zum Angebot GmbH, die selbst eine Pflegebox anbietet. Wir ersetzen keine Sozialrechtsberatung.
Fachlich verantwortlich
Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
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