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Badewannensitze: Produktarten, Kostenträger und Zuzahlung

Badewannenbrett, Sitz ohne Lehne, Sitz mit Rückenlehne oder drehbar: Das Hilfsmittelverzeichnis führt Badewannensitze unter 04.40.02. Hier steht, wann welche Art in Betracht kommt, wer zahlt und was Sie zuzahlen.

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  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 8 Min. Lesezeit

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04.40.02Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Badewannensitze
Produktgruppe
04 Bade- und Duschhilfen
Kostenträger
Kranken- oder Pflegekasse (doppelfunktional, Antrag bei einer der beiden genügt)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Badewannensitze stehen im Hilfsmittelverzeichnis unter 04.40.02 (Produktgruppe 04 „Bade- und Duschhilfen“) mit vier Produktarten: Badewannenbretter, Sitze ohne Rückenlehne, mit Rückenlehne und mit drehbarer Rückenlehne.
  • Die Position steht in Anlage 1 der Richtlinien zu doppelfunktionalen Hilfsmitteln (RidoHiMi). Bei Anspruch auf Pflegehilfsmittel teilen sich Kranken- und Pflegekasse die Ausgaben pauschal (65,3 zu 34,7 Prozent). Für Sie ändert sich dadurch die Zuzahlung nicht.
  • Ab 18 Jahren zahlen Sie nach §§ 33 und 61 SGB V 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als der Preis. Die 25-Euro-Grenze für reine Pflegehilfsmittel gilt hier nicht.
  • Die Art richtet sich nach der Schädigung der unteren Extremität und nach der Rumpfkontrolle. Mit Rückenlehne kommt der Sitz bei erheblich eingeschränkter Rumpfkontrolle infrage.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
  1. Vier Produktarten und wann sie infrage kommen
  2. Wer zahlt: Kranken- und Pflegekasse teilen sich die Ausgaben
  3. Zuzahlung und Rechenbeispiele
  4. Verschreiben lassen: Ablauf in vier Schritten
  5. Alternativen für Senioren in der Badewanne
  6. Einordnung im Verzeichnis
  7. Produktarten in dieser Position
  8. Wo die Grenze verläuft
  9. Häufige Fragen
  10. Mehr zum Thema
  11. Weiterlesen

Vier Produktarten und wann sie infrage kommen

Das Verzeichnis versteht unter Badewannensitzen Sitze, die vom Wannenrand aus eingehängt oder aufgelegt werden und die Höhe verringern, damit der Wechsel zwischen Stehen und Sitzen in der Wanne leichter fällt. Sie dienen der Körperhygiene und dem selbständigeren Baden oder Duschen in der Wanne. Die Voraussetzungen in den Produktarten ähneln sich, unterscheiden sich aber in der Rumpfkontrolle und im Ein- und Ausstieg.

Gemeinsam ist allen vier Arten die Schädigung der Funktion der unteren Extremität mit eingeschränkter oder aufgehobener Beweglichkeit oder Muskelkraft und eine ausreichende Restfunktion der oberen Extremitäten. Ob ein Badewannensitz sinnvoll ist, hängt also davon ab, ob Sie die Wanne noch nutzen können und die Arme dafür reichen. Sonst sind andere Lösungen aus der Gruppe 04 passender.

Produktarten 04.40.02.0 bis .3 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis, abgerufen 09.10.2026)
ProduktartAufbau laut VerzeichnisBesonderheit der IndikationTypisch
04.40.02.0 BadewannenbretterBrett auf dem Wannenrand mit Anschlägen für verschiedene Breiten, teils mit Griff und HygieneausschnittHinsetzen in der Wanne nicht möglich; Rumpfhaltung stabilSitz in Wannenlängsrichtung auf dem Rand
04.40.02.1 Sitze ohne RückenlehneTragwerk mit Sitzfläche, am Rand eingehängtSicheres Sitzen oder Langsitzhaltung in der Wanne nicht möglich; Rumpfhaltung stabilVerringert die Wannenhöhe
04.40.02.2 Sitze mit RückenlehneWie .1, Rückenlehne stabilisiert die SitzpositionZusätzlich: erheblich eingeschränkte RumpfkontrolleStabiler Sitz während der Körperpflege
04.40.02.3 Sitze mit Rückenlehne, drehbarSitzfläche auf Höhe des Wannenrandes, drehbarZusätzlich: Ein- und Aussteigen eingeschränktDrehen statt Bein über den Rand heben
Vier Produktarten der Badewannensitze (04.40.02) im Überblick: Badewannenbrett liegt auf dem Wannenrand, Sitz ohne Rückenlehne, Sitz mit Rückenlehne bei eingeschränkter Rumpfkontrolle, drehbarer Sitz mit Rückenlehne beim Ein- und Aussteigen.
Badewannensitze: Welche Produktart wann?
Inhalt der Grafik als Text

04.40.02.0 Badewannenbrett: liegt auf dem Wannenrand, Hinsetzen in der Wanne nicht möglich, Rumpf stabil, obere Extremitäten ausreichend.

04.40.02.1 Sitz ohne Rückenlehne: eingehängt, sicheres Sitzen oder Langsitz nicht möglich, Rumpf stabil. 04.40.02.2 mit Rückenlehne: zusätzlich bei erheblich eingeschränkter Rumpfkontrolle. 04.40.02.3 mit drehbarer Rückenlehne: zusätzlich eingeschränktes Ein- und Aussteigen.

Wer zahlt: Kranken- und Pflegekasse teilen sich die Ausgaben

Badewannensitze sind doppelfunktionale Hilfsmittel: Sie können dem Behinderungsausgleich nach § 33 SGB V und der Pflegeerleichterung nach § 40 SGB XI dienen. Die Position 04.40.02 steht in Anlage 1 der RidoHiMi (Fassung vom 24.06.2020). Für diese Hilfsmittel regeln die Richtlinien, dass Kranken- und Pflegekasse die Ausgaben pauschal teilen: In der Produktgruppe 04 trägt die Krankenkasse 65,3 Prozent, die Pflegekasse 34,7 Prozent. Die genaue Zuordnung im Einzelfall entfällt.

Die Aufteilung betrifft nur das Verhältnis der Kassen untereinander und gilt für Personen mit Anspruch auf Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 1 SGB XI. Nicht erfasst sind Pflegebedürftige in vollstationärer Pflege und Personen, die als Beihilfeberechtigte nach § 28 Abs. 2 SGB XI nur die Hälfte der Leistung erhalten. Ohne Pflegebedürftigkeit läuft die Versorgung allein über die Krankenkasse.

Zuständigkeit nach RidoHiMi § 2 bis § 4, Anlage 1 und § 33 SGB V (abgerufen 09.10.2026)
FallWer trägt die AusgabenIhre Zuzahlung
Kein Pflegegrad, Indikation liegt vorKrankenkasse (§ 33 SGB V)10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro
Pflegegrad, Anspruch nach § 40 Abs. 1 SGB XIKrankenkasse 65,3 Prozent, Pflegekasse 34,7 ProzentWie oben; die Aufteilung ändert sie nicht
Vollstationäre Pflege im HeimEinrichtung hält übliche Hilfsmittel vor; die Aufteilung gilt nichtHier nicht behandelt; Einzelfall mit der Einrichtung klären

Zuzahlung und Rechenbeispiele

Nach § 40 Abs. 5 Satz 8 SGB XI richtet sich die Zuzahlung bei doppelfunktionalen Hilfsmitteln nach §§ 33, 61 und 62 SGB V. Ab 18 Jahren sind das 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als die Kosten des Mittels. Die 25-Euro-Regel aus § 40 Abs. 3 SGB XI gilt nur für reine Pflegehilfsmittel und damit nicht für den Badewannensitz. Die Preise im Beispiel sind angenommen, den tatsächlichen Preis legt der Kassenvertrag fest.

Rechenbeispiele mit angenommenen Preisen nach § 61 SGB V; Bewilligung und Höhe entscheidet die Kasse im Einzelfall
Beispiel (angenommen)Preis10 ProzentIhre Zuzahlung
Einfaches Badewannenbrett40 Euro4 Euro5 Euro (Mindestbetrag)
Sitz ohne Rückenlehne80 Euro8 Euro8 Euro
Sitz mit drehbarer Rückenlehne180 Euro18 Euro10 Euro (Höchstbetrag)

Verschreiben lassen: Ablauf in vier Schritten

Ja, Sie können einen Badewannensitz verordnen lassen. Entscheidend ist die Begründung zur Indikation der gewählten Produktart.

  1. Einschränkung festhaltenNotieren Sie, was beim Baden nicht mehr gelingt: Hinsetzen, sicher sitzen, Ein- und Aussteigen. Das bestimmt die Produktart.
  2. Verordnung erhaltenDie Ärztin oder der Arzt verordnet den Badewannensitz mit Diagnose und betroffener Funktion. Bei Pflegegrad kann auch die Empfehlung einer Pflegefachperson hilfreich sein (§ 40 Abs. 6 SGB XI).
  3. Antrag bei der Kasse stellenReichen Sie die Verordnung bei Ihrer Kasse ein. Für Pflegehilfsmittel sieht § 40 Abs. 7 SGB XI eine Entscheidungsfrist von in der Regel drei Wochen vor; fünf Wochen, wenn die Kasse eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst beteiligt.
  4. Lieferung und AnpassungLassen Sie den Sitz auf Ihre Wanne einstellen und üben Sie das Ein- und Aussteigen. Bei Ablehnung siehe Antrag abgelehnt.

Alternativen für Senioren in der Badewanne

Ein Badewannensitz ist nicht für jede Einschränkung die richtige Lösung. Das Verzeichnis führt weitere Hilfen in der Gruppe 04, jeweils mit eigener Indikation. Handelsübliche Gegenstände wie Badewanneneinstieghilfen (Fußbänkchen, Trittstufen), Bade- und Duschmatten, Nackenpolster, Haltegriffe, die fest montiert sind, und Seifenschalen rechnet die Gruppe 04 zu den Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens. Sie sind von der Leistungspflicht ausgenommen.

Einordnung im Verzeichnis

Die Nummer 04.40.02 liest sich von links nach rechts: 04 ist die Produktgruppe, 40 der Anwendungsort, 02 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 04 Bade- und Duschhilfen. Hinter der Nummerierung steht das Ziel, jedes Produkt eindeutig auffindbar zu machen. Welche Firma es herstellt oder liefert, spielt für die Einordnung keine Rolle.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 04.40.02
04.40.02.0Badewannenbretter
04.40.02.1Badewannensitze ohne Rückenlehne
04.40.02.2Badewannensitze mit Rückenlehne
04.40.02.3Badewannensitze mit Rückenlehne, drehbar

Wo die Grenze verläuft

Die Trennung verläuft nicht entlang des Produkts, sondern entlang des Zwecks. Dient es der Krankenbehandlung oder dem Behinderungsausgleich, ist die Krankenkasse zuständig.

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Häufige Fragen

Wird ein Badewannensitz von der Krankenkasse bezahlt?

Ja, bei Indikation. Badewannensitze sind doppelfunktionale Hilfsmittel nach Anlage 1 der RidoHiMi. Bei Pflegegrad teilen sich Kranken- und Pflegekasse die Ausgaben (65,3 zu 34,7 Prozent). Ohne Pflegegrad zahlt die Krankenkasse allein. Sie zuzahlen ab 18 Jahren 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.

Kann ich einen Badewannensitz verschreiben lassen?

Ja. Die Ärztin oder der Arzt verordnet ihn, wenn Hinsetzen, sicheres Sitzen oder Ein- und Aussteigen wegen einer Schädigung der unteren Extremität nicht mehr gelingen und die Arme ausreichend funktionieren. Bei Pflegegrad kann eine Empfehlung einer Pflegefachperson den Antrag stützen.

Ist ein Badewannensitz sinnvoll?

Er ist sinnvoll, wenn Sie die Wanne weiter nutzen möchten, sich aber nicht mehr sicher hinsetzen können und Rumpf und Arme ausreichend stabil sind. Bei erheblich eingeschränkter Rumpfkontrolle ist ein Sitz mit Rückenlehne, bei Problemen beim Einsteigen ein drehbarer Sitz vorgesehen. Reicht die Armkraft nicht, prüfen Sie Badewannenlifter oder Duschhilfen.

Welche Hilfsmittel gibt es für Senioren in der Badewanne?

Badewannenlifter, Badewannensitze und -bretter, Badewanneneinsätze und Sicherheitsgriffe sowie Duschhilfen. Alle stehen in der Produktgruppe 04 des Hilfsmittelverzeichnisses. Fußbänkchen, Matten und fest montierte Griffe zählen dagegen zu den Gebrauchsgegenständen.

Gilt die 25-Euro-Grenze der Pflegekasse für Badewannensitze?

Nein. Für Hilfsmittel aus Anlage 1 der RidoHiMi gelten die Zuzahlungsregeln der Krankenversicherung: 10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro. Die 25-Euro-Grenze betrifft reine Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 3 SGB XI.

Verbindliche Stelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. § 40 Abs. 2 SGB XI
  5. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  6. § 62 SGB V (Belastungsgrenze)
  7. GKV-Spitzenverband: Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel (RidoHiMi), Fassung vom 24.06.2020, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  8. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 04 Bade- und Duschhilfen (abgerufen 09.10.2026)
  9. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 04.40.02.0 Badewannenbretter (abgerufen 09.10.2026)
  10. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 04.40.02.1 Badewannensitze ohne Rückenlehne (abgerufen 09.10.2026)
  11. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 04.40.02.2 Badewannensitze mit Rückenlehne (abgerufen 09.10.2026)
  12. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 04.40.02.3 Badewannensitze mit Rückenlehne, drehbar (abgerufen 09.10.2026)

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Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.

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Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

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