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Toilettenrollstuhl: Kostenträger, Arten und Antrag

Ein Toilettenrollstuhl ist ein fahrbarer Stuhl mit Toilettenöffnung, den Sie über die Toilette schieben oder mit Eimer im Zimmer nutzen. Das Hilfsmittelverzeichnis führt ihn unter 18.46.02. Hier steht, wie er sich vom Toilettenstuhl unterscheidet, wer zahlt und was DAK und KKH zum Ablauf sagen.

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  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 8 Min. Lesezeit

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18.46.02Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Toilettenrollstühle
Produktgruppe
18 Kranken-/ Behindertenfahrzeuge
Kostenträger
Kranken- oder Pflegekasse (doppelfunktional, Antrag bei einer der beiden genügt)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Toilettenrollstühle stehen im Hilfsmittelverzeichnis unter 18.46.02 (Produktgruppe 18 „Kranken-/Behindertenfahrzeuge“). Es gibt fünf Produktarten: Standard, verstärkt, mit multifunktionaler Sitzeinheit und zwei Kinderausführungen.
  • Der Rollstuhl hat vier Schwenkrollen, mindestens zwei mit Feststellbremse, abnehmbare Armlehnen und eine Sitzplatte mit Toilettenöffnung samt Eimer. Er lässt sich über handelsübliche Toilettenbecken schieben.
  • Voraussetzung ist eine erhebliche oder wesentliche Beeinträchtigung von Mobilität, Gehen und Transfer, bei der Sie die Toilette sonst nicht nutzen können. Ein Pflegegrad ist keine Voraussetzung.
  • Die Krankenkasse zahlt auf ärztliche Verordnung. Die Position steht in Anlage 1 der RidoHiMi. Ihre Zuzahlung beträgt ab 18 Jahren 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.
Inhalt dieser Seite10 Abschnitte
  1. Toilettenrollstuhl oder Toilettenstuhl: der Unterschied
  2. Fünf Produktarten: Standard, verstärkt, Kantelung, Kinder
  3. Wer zahlt: Kranken- und Pflegekasse, Zuzahlung, Leihe
  4. Ablauf und Fristen: was DAK und KKH selbst zusagen
  5. Die Systematik dahinter
  6. Produktarten in dieser Position
  7. Wichtige Abgrenzung
  8. Häufige Fragen
  9. Mehr zum Thema
  10. Weiterlesen

Toilettenrollstuhl oder Toilettenstuhl: der Unterschied

Im Alltag laufen die Begriffe durcheinander, das Verzeichnis trennt sie klar. Der Toilettenstuhl (33.40.04) gehört zu den Toilettenhilfen der Gruppe 33 und kommt als feststehender oder mobiler Stuhl, wenn die Toilette nicht rechtzeitig erreichbar ist. Der Toilettenrollstuhl (18.46.02) gehört zu den Kranken- und Behindertenfahrzeugen der Gruppe 18. Er ist ein Rollstuhl mit vier Schwenkrollen und lässt sich über die Toilette schieben.

Welches Hilfsmittel passt, entscheidet die Indikation. Beim Toilettenrollstuhl nennt das Verzeichnis eine erhebliche oder wesentliche Beeinträchtigung von Mobilität, Gehen und Transfer, und zwar zur Nutzung der integrierten Toiletteneinrichtung oder zum Überfahren der Toilette. Die KKH formuliert es so: Ein Toilettenrollstuhl ist dann erforderlich, wenn Sie die Toilette eigenständig nutzen könnten, aber das Erreichen oder Benutzen wegen der Behinderung nicht möglich ist.

Produktgruppen 33 und 18 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis; RidoHiMi § 4, abgerufen 09.10.2026)
HilfsmittelNummerKern der BauartKassen (RidoHiMi)
Toilettenstuhl33.40.04feststehend (.0) oder mobil mit bremsbaren Lenkrollen (.1)87 : 13 Prozent
Toilettenrollstuhl18.46.02vier Schwenkrollen, mindestens zwei Bremsen, Eimer, über die Toilette schiebbar92,3 : 7,7 Prozent
Dusch-/Toilettenrollstuhl18.46.01wie 18.46.02, zusätzlich für die befahrbare Dusche92,3 : 7,7 Prozent
Drei Toilettenhilfen im Vergleich: Toilettenstuhl 33.40.04 (feststehend oder mobil, Gruppe 33), Toilettenrollstuhl 18.46.02 (vier Schwenkrollen, über die Toilette schiebbar, Gruppe 18) und Dusch-/Toilettenrollstuhl 18.46.01 (zusätzlich für die Dusche), jeweils mit Kostenaufteilung der Kassen.
Toilettenstuhl, Toilettenrollstuhl und Dusch-/Toilettenrollstuhl im Vergleich
Inhalt der Grafik als Text

33.40.04 Toilettenstuhl, Gruppe 33: feststehend (.0) oder mobil mit bremsbaren Lenkrollen (.1). Aufteilung Krankenkasse zu Pflegekasse laut RidoHiMi 87 zu 13 Prozent.

18.46.02 Toilettenrollstuhl, Gruppe 18: vier Schwenkrollen, über handelsübliche Toilettenbecken schiebbar, Eimer mit Deckel. Aufteilung 92,3 zu 7,7 Prozent. 18.46.01 Dusch-/Toilettenrollstuhl für Dusche und Toilette.

Fünf Produktarten: Standard, verstärkt, Kantelung, Kinder

Das Verzeichnis beschreibt für alle Produktarten denselben Aufbau: Rohrrahmen mit Schiebestange oder Schiebegriffen, vier vollgummibereifte Schwenkrollen, davon mindestens zwei mit Feststellbremse, Seitenteile oder Armlehnen zum Abnehmen oder Abklappen, einstellbare Fußstützen und eine wasserfeste Sitzplatte mit Toilettenöffnung. Darunter lässt sich ein Toiletteneimer mit Deckel einschieben, eine fest gepolsterte Auflage deckt die Öffnung ab.

Die Produktarten unterscheiden sich in Belastbarkeit und Sitzeinheit.

Produktarten 18.46.02.0 bis .4 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis, abgerufen 09.10.2026)
Nr.ProduktartZusatz zur Indikation
18.46.02.0Toilettenrollstuhl (Standard)Mobilität, Gehen und Transfer erheblich beeinträchtigt; Nutzung der Toiletteneinrichtung oder Überfahren der Toilette
18.46.02.1verstärkte Ausführung, belastbar über 125 bis 160 kgwie Standard, bei Körpergewicht über 125 kg
18.46.02.2multifunktionale Sitzeinheit mit winkelverstellbarer Sitzfläche und Kopfstützezusätzlich erheblich eingeschränkte Sitzstabilität (Rumpfmuskulatur)
18.46.02.3für Kinder und Jugendlichewie Standard
18.46.02.4für Kinder und Jugendliche mit multifunktionaler Sitzeinheitwie .2, für Kinder und Jugendliche

Wer zahlt: Kranken- und Pflegekasse, Zuzahlung, Leihe

Der Toilettenrollstuhl ist ein Hilfsmittel nach § 33 SGB V. Weil er auch die Pflege erleichtern kann, steht 18.46.02 in Anlage 1 der RidoHiMi. Für Pflegebedürftige mit Anspruch nach § 40 Abs. 1 SGB XI teilen sich Kranken- und Pflegekasse die Ausgaben der Gruppe 18 pauschal im Verhältnis 92,3 zu 7,7 Prozent; in vollstationärer Pflege gilt das nicht. Sie merken davon nichts, die Kassen gleichen intern aus.

Ihre Zuzahlung richtet sich nach § 40 Abs. 5 SGB XI nach den §§ 33, 61 und 62 SGB V. Ab 18 Jahren sind es 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als die Kosten. Die 25-Euro-Regel für reine Pflegehilfsmittel gilt nicht. Die DAK bestätigt auf ihrer Seite, dass kein weiterer Eigenanteil anfällt, sondern nur die gesetzliche Zuzahlung, die Sie direkt an den Vertragspartner zahlen.

Die DAK stellt den Toilettenrollstuhl leihweise im Rahmen von Pauschalen bereit. Wer ein Wunschmodell wählt, kann nach der DAK private Aufzahlungen tragen müssen und bekommt dann Folgekosten für Zubehör und Reparaturen nicht erstattet; über die Höhe muss der Vertragspartner vorab aufklären. Das entspricht § 33 Abs. 1 SGB V, wonach Sie Mehrkosten und dadurch bedingte höhere Folgekosten selbst tragen.

Beispielrechnung mit angenommenen Preisen nach § 61 Satz 1 SGB V; maßgeblich ist der Preis laut Kassenvertrag
Abgabepreis (Beispiel)10 ProzentIhre Zuzahlung
45 Euro4,50 Euro5 Euro (Mindestbetrag)
70 Euro7 Euro7 Euro
300 Euro30 Euro10 Euro (Höchstbetrag)

Ablauf und Fristen: was DAK und KKH selbst zusagen

Wie schnell der Rollstuhl kommt, regeln die Verträge der jeweiligen Kasse. Beide Kassen nennen auf ihren Seiten (abgerufen 09.10.2026) konkrete Fristen. Sie sind kassenspezifisch und gelten nicht für jede andere Kasse.

Kassenseiten DAK-Gesundheit und KKH zum Toilettenrollstuhl (abgerufen 09.10.2026)
SchrittDAK-GesundheitKKH
VerordnungÄrztliche Verordnung bei Erstversorgung, gilt bis zu fünf Jahre; danach genügt die Erklärung gegenüber dem Vertragspartner, dass Sie ihn weiter brauchenärztliche Verordnung von niedergelassener Ärztin, Krankenhaus oder Medizinischem Dienst
Erster KontaktVertragspartner meldet sich innerhalb eines ArbeitstagsVertragspartner ruft spätestens am ersten Werktag nach der Genehmigung an
Lieferunginnerhalb von zwei Arbeitstagen nach Auftraginnerhalb von drei Werktagen, wenn Sie keinen späteren Termin wünschen
Reparatur und Endetechnischer Notdienst, Austausch binnen zwei Arbeitstagen; kostenfreie RückgabeEinweisung bei Auslieferung; Reparaturen über den Vertragspartner
  1. Bedarf festhaltenNotieren Sie, warum der Weg zur Toilette oder das Umsetzen nicht mehr gelingt und ob die Toilette überfahren werden soll oder der Stuhl im Zimmer stehen soll.
  2. Verordnung einholenEine vertragsärztliche Verordnung ist nach § 33 Abs. 5a SGB V nur nötig, soweit eine ärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung geboten ist. Auch eine Pflegefachperson kann verordnen. Die Kasse kann eine Verordnung verlangen, wenn sie auf die Genehmigung verzichtet.
  3. Vertragspartner wählen und einreichenSie können jeden Vertragspartner Ihrer Kasse nutzen (§ 33 Abs. 6 SGB V). Die DAK nimmt die Verordnung auch in einem Servicezentrum an; die KKH nimmt sie per Post oder in der Servicestelle entgegen.
  4. Einweisung nutzenLassen Sie den Rollstuhl einstellen und sich und Ihre Pflegepersonen einweisen. Bei Ablehnung siehe Antrag abgelehnt.

Die Systematik dahinter

Die Nummer 18.46.02 liest sich von links nach rechts: 18 ist die Produktgruppe, 46 der Anwendungsort, 02 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 18 Kranken-/ Behindertenfahrzeuge. Hinter der Nummerierung steht das Ziel, jedes Produkt eindeutig auffindbar zu machen. Welche Firma es herstellt oder liefert, spielt für die Einordnung keine Rolle.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 18.46.02
18.46.02.0Toilettenrollstühle
18.46.02.1Toilettenrollstühle, verstärkte Ausführung
18.46.02.2Toilettenrollstühle mit multifunktionaler Sitzeinheit
18.46.02.3Toilettenrollstühle für Kinder und Jugendliche
18.46.02.4Toilettenrollstühle für Kinder und Jugendliche mit multifunktionaler Sitzeinheit

Wichtige Abgrenzung

Ein Verzeichnis, zwei Kostenträger: Was unter § 33 SGB V fällt, zahlt die Krankenkasse, was unter § 40 SGB XI fällt, die Pflegekasse. An der Produktgruppennummer lässt sich das ablesen.

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Häufige Fragen

Welche Toilettenstühle werden von der Krankenkasse bezahlt?

Das Hilfsmittelverzeichnis führt Toilettenstühle (33.40.04), Toilettenrollstühle (18.46.02) und Dusch-/Toilettenrollstühle (18.46.01). Die Kasse zahlt, wenn die jeweilige Indikation vorliegt und das Hilfsmittel im Einzelfall erforderlich ist. Sie zahlen ab 18 Jahren 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.

Welche Alternativen gibt es zum Toilettenstuhl?

Das Verzeichnis kennt Toilettenaufsätze (33.40.01), Toilettenstützgestelle (33.40.02) und Toilettenaufstehhilfen (33.40.03). Reichen sie nicht, kommen der Toilettenstuhl (33.40.04) oder der Toilettenrollstuhl (18.46.02) infrage.

Was ist der Unterschied zwischen einem Toilettenstuhl und einem Toilettenrollstuhl?

Der Toilettenstuhl (33.40.04) ist eine Toilettenhilfe der Gruppe 33, feststehend oder mobil. Der Toilettenrollstuhl (18.46.02) ist ein Fahrzeug der Gruppe 18 mit vier Schwenkrollen, das sich über handelsübliche Toilettenbecken schieben lässt. Die Aufteilung der Kassen unterscheidet sich: 87 zu 13 gegenüber 92,3 zu 7,7 Prozent.

Ist ein Toilettenstuhl für Pflegestufe 2 geeignet?

Pflegestufen gibt es seit 2017 nicht mehr, es gelten Pflegegrade. Ein Pflegegrad ist für den Toilettenrollstuhl keine Voraussetzung. Entscheidend ist die Indikation nach dem Hilfsmittelverzeichnis.

Wie hoch ist die Zuzahlung beim Toilettenrollstuhl?

Ab 18 Jahren 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als die Kosten. Die 25-Euro-Regel für reine Pflegehilfsmittel gilt nicht, weil die Position in Anlage 1 der RidoHiMi steht.

Wie schnell wird ein Toilettenrollstuhl geliefert?

Das regelt die Kasse mit ihren Vertragspartnern. Die DAK nennt Lieferung innerhalb von zwei Arbeitstagen nach Auftrag, die KKH innerhalb von drei Werktagen, sofern Sie keinen späteren Termin wünschen (Angaben der Kassen, abgerufen 09.10.2026).

Gibt es verstärkte Toilettenrollstühle?

Ja. Die Produktart 18.46.02.1 ist für Körpergewicht über 125 kg vorgesehen und nach dem Verzeichnis bis 160 kg belastbar. Bei starker Beanspruchung kann sie schon bei geringerem Gewicht angezeigt sein.

Amtliche Quelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. § 40 Abs. 2 SGB XI
  5. § 15 SGB XI (Pflegegrade)
  6. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  7. § 62 SGB V (Belastungsgrenze)
  8. GKV-Spitzenverband: Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel (RidoHiMi), Fassung vom 24.06.2020, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  9. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 18 Kranken-/Behindertenfahrzeuge (abgerufen 09.10.2026)
  10. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 18.46.02.0 Toilettenrollstühle (abgerufen 09.10.2026)
  11. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 18.46.02.1 Toilettenrollstühle, verstärkte Ausführung (abgerufen 09.10.2026)
  12. Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 18.46.02.2 Toilettenrollstühle mit multifunktionaler Sitzeinheit (abgerufen 09.10.2026)
  13. DAK-Gesundheit: Toilettenrollstühle, Kostenübernahme und Vertragspartner (abgerufen 09.10.2026)
  14. KKH: Toiletten- und Duschrollstuhl, Kosten und Leistungen (abgerufen 09.10.2026)

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Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 09/2026. Betreiber ist die Einfach zum Angebot GmbH, die selbst eine Pflegebox anbietet. Wir ersetzen keine Sozialrechtsberatung.

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Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

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