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Pflegegeld 2026: Beträge, Voraussetzungen und was daneben noch zusteht

Pflegegeld ist die monatliche Geldleistung der Pflegekasse ab Pflegegrad 2, wenn Angehörige oder Bekannte pflegen. Nach § 37 SGB XI beträgt es 2026 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5.

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  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 13 Min. Lesezeit

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Pflegegeld beträgt je Kalendermonat 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5 (§ 37 Abs. 1 SGB XI).
  • Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025 und bleiben 2026 gleich; nach geltendem § 30 SGB XI ist die nächste Anpassung zum 1. Januar 2028 vorgesehen. Der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 (noch nicht vom Bundestag beschlossen) würde das ändern.
  • Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld, aber bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag als Kostenerstattung und bis zu 42 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
  • Gezahlt wird ab dem Monat der Antragstellung (§ 33 Abs. 1 SGB XI); ein rückwirkender Anspruch für Monate vor dem Antrag besteht nicht.
  • Wer Pflegegeld bezieht, muss halbjährlich einen Beratungsbesuch abrufen; sonst kürzt die Pflegekasse das Pflegegeld und entzieht es im Wiederholungsfall (§ 37 Abs. 3 und 6 SGB XI).
Inhalt dieser Seite12 Abschnitte
  1. Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?
  2. Wer hat Anspruch auf Pflegegeld?
  3. Wer zahlt das Pflegegeld aus?
  4. Wie wird Pflegegeld beantragt und ab wann wird es gezahlt?
  5. Was ist der Beratungseinsatz und was passiert ohne ihn?
  6. Wie funktioniert die Kombination aus Pflegegeld und Pflegedienst?
  7. Wann wird das Pflegegeld gekürzt, halbiert oder weitergezahlt?
  8. Muss Pflegegeld versteuert werden und zählt es als Einkommen?
  9. Was steht neben dem Pflegegeld zusätzlich zu?
  10. Welche Fehler kosten beim Pflegegeld Geld?
  11. Häufige Fragen
  12. Weiterlesen

Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?

Das Pflegegeld beträgt 2026 je Kalendermonat 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5. Die Beträge stehen in § 37 Abs. 1 SGB XI. Bei Pflegegrad 1 sieht das Gesetz kein Pflegegeld vor.

Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025. § 30 Abs. 1 SGB XI hat die Leistungsbeträge zu diesem Tag um 4,5 Prozent angehoben. Für 2026 enthält das Gesetz keine weitere Erhöhung. Nach geltendem Recht ist die nächste Anpassung zum 1. Januar 2028 vorgesehen, gekoppelt an die Kerninflation der letzten drei Jahre und begrenzt durch die Lohnentwicklung.

Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 ist noch nicht vom Bundestag beschlossen. Er würde die Anpassung zum 1. Januar 2028 streichen und das Pflegegeld ab 2027 „im Umfang eines Entlastungsbudgets“ von 380 Euro (Pflegegrad 2), 630 Euro (Pflegegrad 3), 890 Euro (Pflegegrad 4) und 1.080 Euro (Pflegegrad 5) zahlen. Ab 2029 sähe der Entwurf jährliche Anpassungen nach der Kerninflation vor.

Einige Ratgeber im Netz nennen noch ältere Beträge, etwa 316 Euro für Pflegegrad 2, oder vertippte Werte wie 799 Euro für Pflegegrad 4. Maßgeblich ist allein der Gesetzestext. Diese Seite hat ihn am 9. Oktober 2026 auf gesetze-im-internet.de geprüft.

Das Pflegegeld ist ein fester Monatsbetrag. Es hängt nicht vom Einkommen oder Vermögen ab und wird nicht gegen Nachweise erstattet. Die pflegebedürftige Person entscheidet selbst, wofür sie es verwendet.

Pflegegeld nach § 37 Abs. 1 SGB XI je Kalendermonat, Stand 2026
Pflegegrad 1kein Pflegegeld
Pflegegrad 2347 Euro
Pflegegrad 3599 Euro
Pflegegrad 4800 Euro
Pflegegrad 5990 Euro
Gültig seit1. Januar 2025, unverändert 2026
Nächste Anpassung1. Januar 2028 laut geltendem § 30 Abs. 1 SGB XI (Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 sieht stattdessen ein Entlastungsbudget ab 2027 vor, nicht beschlossen)
Balkendiagramm: Pflegegeld und Pflegesachleistung je Pflegegrad 2026. Pflegegeld 347, 599, 800 und 990 Euro, Pflegesachleistung 796, 1.497, 1.859 und 2.299 Euro. Pflegegrad 1 ohne beide Leistungen.
Inhalt der Grafik als Text

Pflegegeld je Kalendermonat nach § 37 SGB XI: Pflegegrad 2 347 Euro, Pflegegrad 3 599 Euro, Pflegegrad 4 800 Euro, Pflegegrad 5 990 Euro. Zum Vergleich die Pflegesachleistung nach § 36 SGB XI: 796, 1.497, 1.859 und 2.299 Euro. Bei Pflegegrad 1 besteht auf beide Leistungen kein Anspruch. Daneben ab Pflegegrad 1: bis zu 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag. Stand der Beträge: seit 1. Januar 2025, unverändert 2026.

Wer hat Anspruch auf Pflegegeld?

Anspruch auf Pflegegeld hat, wer mindestens Pflegegrad 2 hat, zu Hause gepflegt wird und die Pflege selbst sicherstellt. Dazu kommen ein Antrag bei der Pflegekasse und eine Vorversicherungszeit von zwei Jahren. Alle vier Bedingungen stehen im SGB XI.

Pflegebedürftig ist nach § 14 Abs. 1 SGB XI, wer gesundheitlich bedingt in seiner Selbständigkeit beeinträchtigt ist und deshalb Hilfe braucht. Die Beeinträchtigung muss voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen. Eine bestimmte Diagnose ist keine Voraussetzung. Auch bei Krebs, Demenz oder ADHS zählt allein, wie stark die Selbständigkeit eingeschränkt ist. Der Medizinische Dienst ermittelt daraus den Pflegegrad nach § 15 SGB XI.

Sicherstellen bedeutet nach § 37 Abs. 1 SGB XI: Körperpflege, Betreuung und Hilfe im Haushalt sind in geeigneter Weise organisiert. Meist übernehmen das Angehörige, Nachbarn oder Freunde. Das Gesetz nennt sie Pflegepersonen. Pflegeperson ist nach § 19 SGB XI, wer nicht erwerbsmäßig pflegt.

Die Vorversicherungszeit verlangt nach § 33 Abs. 2 SGB XI, dass die Person in den letzten zehn Jahren vor dem Antrag mindestens zwei Jahre pflegeversichert war, als Mitglied oder familienversichert. Für Kinder gilt die Zeit als erfüllt, wenn ein Elternteil sie erfüllt.

Kein Pflegegeld gibt es bei Pflege in einem Pflegeheim. Dort gelten die Leistungen der vollstationären Pflege. Pflege im Haushalt von Angehörigen zählt dagegen als häusliche Pflege.

Wer zahlt das Pflegegeld aus?

Das Pflegegeld zahlt die Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Nach § 46 Abs. 1 SGB XI besteht bei jeder gesetzlichen Krankenkasse eine eigene Pflegekasse. Bei privat Pflegeversicherten zahlt das private Versicherungsunternehmen.

Empfänger ist die pflegebedürftige Person, nicht die Pflegeperson. Sie kann das Geld an Angehörige weitergeben. Bei Angehörigen und Personen, die eine sittliche Pflicht erfüllen, bleibt diese Weitergabe bis zur Höhe des Pflegegeldes steuerfrei (§ 3 Nr. 36 EStG). Details stehen im Ratgeber zur Weitergabe an Angehörige.

Einen gesetzlichen Auszahlungstag gibt es nicht. Den Termin legt die Pflegekasse fest. Die Regeln zum ersten und letzten Zahlungsmonat erklärt der Ratgeber zur Auszahlung des Pflegegeldes.

Wie wird Pflegegeld beantragt und ab wann wird es gezahlt?

Pflegegeld wird bei der Pflegekasse beantragt, ein formloser Antrag genügt. Die Leistungen beginnen nach § 33 Abs. 1 SGB XI mit der Antragstellung. Wer später beantragt als die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, erhält Pflegegeld ab dem Beginn des Antragsmonats.

Fehlt noch ein Pflegegrad, umfasst der Antrag beides: die Feststellung der Pflegebedürftigkeit und die Wahl der Leistung. Die Pflegekasse beauftragt dann den Medizinischen Dienst mit der Begutachtung. Wie das abläuft, beschreibt der Ratgeber zum Pflegegrad-Antrag.

Rechenbeispiel für einen angebrochenen Monat: Pflegebedürftigkeit und Antrag fallen auf den 16. Juni, bewilligt wird Pflegegrad 3. Nach § 37 Abs. 2 SGB XI wird der Monat mit 30 Tagen gerechnet. Für den 16. bis 30. Juni zahlt die Kasse 15 Dreißigstel von 599 Euro, also 299,50 Euro. Ab Juli folgen 599 Euro im Monat.

  1. Antrag bei der Pflegekasse stellen: formlos per Telefon, Brief oder Online-Formular der Kasse. Das Datum des Antrags bestimmt den Leistungsbeginn.
  2. Leistungsart angeben: Pflegegeld, Pflegesachleistung oder Kombination. Die Wahl lässt sich später ändern.
  3. Begutachtung durch den Medizinischen Dienst abwarten, wenn noch kein Pflegegrad festgestellt ist.
  4. Bescheid prüfen: Pflegegrad, Leistung und Beginn. Bei Fehlern ist ein Widerspruch innerhalb eines Monats möglich.
  5. Ersten Beratungsbesuch nach § 37 Abs. 3 SGB XI vereinbaren, damit das Pflegegeld nicht gekürzt wird.

Was ist der Beratungseinsatz und was passiert ohne ihn?

Der Beratungseinsatz ist ein Pflichtbesuch einer Pflegefachkraft in der Wohnung. Wer Pflegegeld bezieht, muss ihn nach § 37 Abs. 3 SGB XI halbjährlich abrufen. Bei Pflegegrad 4 und 5 ist zusätzlich ein Besuch je Vierteljahr möglich.

Den Besuch übernehmen ein zugelassener Pflegedienst, eine anerkannte Beratungsstelle oder eine von der Kasse beauftragte Pflegefachperson (§ 37 Abs. 3b SGB XI). Die Kosten trägt die Pflegekasse, für die pflegebedürftige Person ist der Besuch kostenfrei (§ 37 Abs. 3c SGB XI).

Bis einschließlich 31. März 2027 kann auf Wunsch jede zweite Beratung per Videokonferenz stattfinden. Die erste Beratung muss immer in der eigenen Häuslichkeit erfolgen.

Wird der Beratungseinsatz nicht abgerufen, muss die Pflegekasse das Pflegegeld nach § 37 Abs. 6 SGB XI angemessen kürzen. Im Wiederholungsfall entzieht sie es. Die Beratung dient der Qualität der häuslichen Pflege und soll pflegende Angehörige praktisch unterstützen.

Wie funktioniert die Kombination aus Pflegegeld und Pflegedienst?

Pflegegeld und Pflegesachleistung lassen sich als Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI verbinden. Der Pflegedienst rechnet einen Teil der Sachleistung ab, das Pflegegeld sinkt um denselben Prozentsatz. An die gewählte Aufteilung ist die pflegebedürftige Person sechs Monate gebunden.

Rechenbeispiel bei Pflegegrad 2: Die Pflegesachleistung beträgt bis zu 796 Euro. Rechnet der Pflegedienst 477,60 Euro ab, sind 60 Prozent genutzt. Vom Pflegegeld bleiben 40 Prozent von 347 Euro, also 138,80 Euro.

Wer ausschließlich einen Pflegedienst nutzt, erhält Pflegesachleistung statt Pflegegeld. Was der Pflegedienst abrechnen darf und wie die 40-Prozent-Umwandlung für Alltagshilfen funktioniert, erklären die Ratgeber zur Pflegesachleistung und zur Pflegesachleistung je Pflegegrad.

Kombinationsleistung Pflegegrad 2, ein Kalendermonat
Sachleistungsbetrag796 Euro (§ 36 Abs. 3 SGB XI)
Abrechnung Pflegedienst477,60 Euro, entspricht 60 Prozent
Verbleibender Anteil40 Prozent
Anteiliges Pflegegeld40 Prozent von 347 Euro = 138,80 Euro (§ 38 SGB XI)
Bindung an die Aufteilungsechs Monate

Wann wird das Pflegegeld gekürzt, halbiert oder weitergezahlt?

Das Pflegegeld läuft bei Krankenhaus, Reha und Urlaub in vielen Fällen weiter. Gekürzt wird es bei angebrochenen Monaten, bei Kurzzeit- und Verhinderungspflege und bei fehlendem Beratungseinsatz. Die Regeln stehen in §§ 34, 37 und 38 SGB XI.

Während einer Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI oder einer Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI zahlt die Kasse die Hälfte des bisherigen Pflegegeldes weiter, jeweils bis zu acht Wochen je Kalenderjahr. Bei Pflegegrad 3 sind das 299,50 Euro im Monat. Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Pflegegeld bei Verhinderungspflege.

Bei einem Krankenhausaufenthalt, einer Reha-Maßnahme oder häuslicher Krankenpflege mit Grundpflege wird das Pflegegeld in den ersten acht Wochen voll weitergezahlt (§ 34 Abs. 2 SGB XI). Danach ruht der Anspruch.

Bei einem Aufenthalt im Ausland läuft das Pflegegeld bis zu acht Wochen je Kalenderjahr weiter (§ 34 Abs. 1 SGB XI). In der EU, im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz ruht es nach § 34 Abs. 1a SGB XI überhaupt nicht.

Tages- und Nachtpflege mindern das Pflegegeld nicht. § 41 Abs. 3 SGB XI lässt sie zusätzlich zu, ohne Anrechnung. Im Sterbemonat wird das Pflegegeld bis zum Monatsende gezahlt (§ 37 Abs. 2 SGB XI).

Pflegegeld in besonderen Situationen
Angebrochener Monatanteilig, Monat mit 30 Tagen gerechnet (§ 37 Abs. 2)
Verhinderungs- oder KurzzeitpflegeHälfte, bis zu acht Wochen je Kalenderjahr (§ 37 Abs. 2)
Krankenhaus oder Rehavoll in den ersten acht Wochen (§ 34 Abs. 2)
Ausland außerhalb EU, EWR, Schweizvoll bis zu acht Wochen je Kalenderjahr (§ 34 Abs. 1)
Aufenthalt in EU, EWR, Schweizruht nicht (§ 34 Abs. 1a)
Tages- oder Nachtpflegekeine Anrechnung (§ 41 Abs. 3)
Sterbemonatvoll bis Monatsende (§ 37 Abs. 2)
Beratungseinsatz versäumtKürzung, im Wiederholungsfall Entzug (§ 37 Abs. 6)

Muss Pflegegeld versteuert werden und zählt es als Einkommen?

Pflegegeld ist für die pflegebedürftige Person steuerfrei. § 3 Nr. 1 Buchst. a EStG stellt Leistungen aus einer Pflegeversicherung von der Einkommensteuer frei. Bei einkommensabhängigen Sozialleistungen zählt es nach § 13 Abs. 5 SGB XI nicht als Einkommen.

Gibt die pflegebedürftige Person das Geld an eine pflegende Angehörige weiter, bleibt es dort bis zur Höhe des Pflegegeldes steuerfrei (§ 3 Nr. 36 EStG). Bei Unterhaltsansprüchen der Pflegeperson bleibt weitergeleitetes Pflegegeld nach § 13 Abs. 6 SGB XI grundsätzlich unberücksichtigt, mit Ausnahmen im Familienrecht.

Für die Pflegeperson kann die Pflege zusätzlich Rentenansprüche begründen. Die Pflegekasse zahlt nach § 44 SGB XI Rentenbeiträge, wenn eine Person ab Pflegegrad 2 mindestens zehn Stunden wöchentlich an mindestens zwei Tagen gepflegt wird und die Pflegeperson höchstens 30 Stunden pro Woche erwerbstätig ist. Der Ratgeber zu Steuer und Rente erklärt die Einzelheiten.

Was steht neben dem Pflegegeld zusätzlich zu?

Neben dem Pflegegeld bestehen mehrere eigenständige Leistungen. Dazu gehören bis zu 42 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag und Tages- oder Nachtpflege. Keine davon wird auf das Pflegegeld angerechnet.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 Abs. 2 SGB XI: Die Pflegekasse trägt bis zu 42 Euro im Monat, etwa für Einmalhandschuhe, Desinfektion und Bettschutzeinlagen. Der Anspruch besteht ab Pflegegrad 1 bei häuslicher Pflege. Eine Anrechnung auf das Pflegegeld sieht das Gesetz nicht vor.

Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI: bis zu 131 Euro im Monat für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag, Tagespflege, Kurzzeitpflege oder einen Pflegedienst. Er wird als Kostenerstattung gegen Rechnung gezahlt, nicht als frei verfügbares Geld. Die oft genannten 125 Euro sind der Stand vor 2025.

Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege laufen über den Gemeinsamen Jahresbetrag nach § 42a SGB XI. Technische Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen werden gesondert beantragt.

Welche Fehler kosten beim Pflegegeld Geld?

Die häufigsten Fehler betreffen Zeitpunkt, Pflichten und Nebenleistungen. Wer sie kennt, vermeidet Lücken bei der Zahlung und ungenutzte Ansprüche.

  • Antrag erst nach dem Gutachten stellen: Gezahlt wird ab Antragsmonat, nicht ab Beginn der Pflegebedürftigkeit.
  • Beratungseinsatz vergessen: Ohne halbjährlichen Besuch kürzt die Kasse das Pflegegeld, im Wiederholungsfall entfällt es.
  • Nur das Pflegegeld nutzen: 42 Euro Pflegehilfsmittel und 131 Euro Entlastungsbetrag kommen zusätzlich hinzu.
  • Veraltete Beträge zugrunde legen: Seit 2025 gelten 347, 599, 800 und 990 Euro.
  • Kombinationsleistung zu oft ändern wollen: An die Aufteilung zwischen Geld und Sachleistung besteht eine Bindung von sechs Monaten.
  • Höherstufung nicht beantragen: Verschlechtert sich der Zustand, bringt ein höherer Pflegegrad ein höheres Pflegegeld.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist das Pflegegeld 2026?

Das Pflegegeld beträgt 2026 je Monat 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5 (§ 37 Abs. 1 SGB XI). Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025.

Wer zahlt das Pflegegeld aus?

Die Pflegekasse, die bei der Krankenkasse der pflegebedürftigen Person besteht. Bei privat Pflegeversicherten zahlt das private Versicherungsunternehmen. Empfänger ist die pflegebedürftige Person.

Gibt es Pflegegeld bei Pflegegrad 1?

Nein. Pflegegeld gibt es erst ab Pflegegrad 2. Bei Pflegegrad 1 bestehen der Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro als Kostenerstattung und bis zu 42 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.

Bekommt man bei Pflegegrad 1 noch 125 Euro?

Nein. Der Entlastungsbetrag beträgt seit 2025 bis zu 131 Euro im Monat (§ 45b SGB XI). Er wird gegen Rechnung erstattet, etwa für anerkannte Alltagshilfen, und nicht frei ausgezahlt.

Hängt das Pflegegeld von einer bestimmten Krankheit ab?

Nein. Maßgeblich ist nach § 14 SGB XI, wie stark die Selbständigkeit dauerhaft beeinträchtigt ist, voraussichtlich mindestens sechs Monate. Auch bei Krebs oder ADHS entscheidet die Begutachtung über den Pflegegrad, nicht die Diagnose.

Wird das Pflegegeld rückwirkend gezahlt?

Nur ab dem Monat der Antragstellung. Für Monate vor dem Antrag besteht kein Anspruch, auch wenn die Pflegebedürftigkeit früher begonnen hat (§ 33 Abs. 1 SGB XI).

Kann ich Pflegegeld und Pflegedienst gleichzeitig nutzen?

Ja, als Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI. Das Pflegegeld sinkt um den Prozentsatz, den der Pflegedienst von der Sachleistung abrechnet. An die Aufteilung besteht eine Bindung von sechs Monaten.

Was passiert, wenn ich den Beratungseinsatz versäume?

Die Pflegekasse muss das Pflegegeld angemessen kürzen und im Wiederholungsfall entziehen (§ 37 Abs. 6 SGB XI). Der Besuch ist halbjährlich abzurufen und kostet die pflegebedürftige Person nichts.

Wird Pflegegeld im Krankenhaus weitergezahlt?

Ja, in den ersten acht Wochen einer vollstationären Krankenhausbehandlung oder Reha in voller Höhe (§ 34 Abs. 2 SGB XI). Danach ruht der Anspruch.

Muss Pflegegeld versteuert werden?

Nein. Leistungen der Pflegeversicherung sind nach § 3 Nr. 1 Buchst. a EStG steuerfrei. Gibt die pflegebedürftige Person das Geld an pflegende Angehörige weiter, ist es dort bis zur Höhe des Pflegegeldes nach § 3 Nr. 36 EStG steuerfrei.

Mindert die Pflegebox mein Pflegegeld?

Nein. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind eine eigene Leistung nach § 40 Abs. 2 SGB XI mit bis zu 42 Euro im Monat. Eine Anrechnung auf das Pflegegeld sieht das Gesetz nicht vor.

Wann steigt das Pflegegeld wieder?

Für 2026 und 2027 sieht das geltende Gesetz keine Erhöhung vor; die nächste Anpassung ist nach § 30 Abs. 1 SGB XI zum 1. Januar 2028 vorgesehen. Der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026, noch nicht vom Bundestag beschlossen, würde diese Anpassung streichen, ab 2027 ein Entlastungsbudget von 380 bis 1.080 Euro vorsehen und ab 2029 jährlich anpassen.

Verbindliche Stelle

  1. § 37 SGB XI (Pflegegeld)
  2. § 38 SGB XI (Kombinationsleistung)
  3. § 33 SGB XI (Leistungsvoraussetzungen)
  4. § 34 SGB XI (Ruhen der Leistungsansprüche)
  5. § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
  6. § 14 SGB XI (Begriff der Pflegebedürftigkeit)
  7. § 15 SGB XI (Pflegegrade)
  8. § 39 SGB XI (Verhinderungspflege)
  9. § 42 SGB XI (Kurzzeitpflege)
  10. § 41 SGB XI (Tagespflege und Nachtpflege)
  11. § 40 Abs. 2 SGB XI
  12. § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
  13. § 84 SGG (Widerspruchsfrist)

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Die Angaben wurden redaktionell zusammengestellt (Stand 09/2026) und ersetzen keine verbindliche Auskunft der Pflegekasse. Eine Bewilligung wird nicht zugesagt.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien