Entlastungsbetrag 2026: 131 Euro im Monat, Verwendung und Abrechnung
Der Entlastungsbetrag ist eine zweckgebundene Leistung der Pflegeversicherung nach § 45b SGB XI. Pflegebedürftige in häuslicher Pflege erhalten ab Pflegegrad 1 bis zu 131 Euro im Monat, also 1.572 Euro im Jahr. Die Pflegekasse erstattet damit Kosten für anerkannte Entlastungsangebote gegen Beleg.
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- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
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Das Wichtigste in Kürze
- Der Entlastungsbetrag beträgt bis zu 131 Euro monatlich und damit bis zu 1.572 Euro im Kalenderjahr, in allen Pflegegraden gleich (§ 45b Abs. 1 SGB XI).
- Ein vorheriger Antrag ist nicht nötig: Die Pflegekasse erstattet die Kosten nachträglich gegen Belege (§ 45b Abs. 2 SGB XI).
- Erstattet werden vier Leistungsarten: Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege, ambulante Pflegedienste und nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag.
- Nicht genutzte Beträge eines Jahres lassen sich bis zum 30. Juni des Folgejahres verwenden; danach verfallen sie.
- Der Entlastungsbetrag wird nicht bar ausgezahlt, gilt nicht im Pflegeheim und mindert das Pflegegeld nicht.
Inhalt dieser Seite13 Abschnitte
- Was ist der Entlastungsbetrag?
- Wie hoch ist der Entlastungsbetrag 2026?
- Wer hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag?
- Wofür darf der Entlastungsbetrag verwendet werden?
- Was lässt sich nicht über den Entlastungsbetrag bezahlen?
- Wie läuft die Abrechnung des Entlastungsbetrags?
- Was passiert mit nicht genutztem Entlastungsbetrag?
- Kann man Entlastungsbetrag und Pflegegeld gleichzeitig bekommen?
- Wie unterscheidet sich der Entlastungsbetrag von den 42 Euro für Pflegehilfsmittel?
- Welche Leistungen gibt es im SGB XI für die ambulante Pflege?
- Welche Fehler kosten beim Entlastungsbetrag Geld?
- Häufige Fragen
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Was ist der Entlastungsbetrag?
Der Entlastungsbetrag ist ein Erstattungsanspruch gegenüber der Pflegekasse nach § 45b SGB XI. Er bezahlt Hilfe im Alltag, Betreuung und Entlastung für pflegende Angehörige. Ausgezahlt wird er nicht frei, sondern nur gegen Belege für bestimmte Leistungen.
Das Gesetz nennt zwei Ziele. Der Betrag soll pflegende Angehörige und vergleichbar nahestehende Pflegepersonen entlasten. Zugleich soll er die Selbständigkeit der pflegebedürftigen Person bei der Gestaltung ihres Alltags fördern.
Die Pflegekasse ist die Stelle, die zahlt. Sie ist bei jeder gesetzlichen Krankenkasse angesiedelt, entscheidet aber über eigene Leistungen nach dem SGB XI. Privat Versicherte erhalten den Betrag von ihrem privaten Versicherungsunternehmen, Beihilfeberechtigte anteilig zusätzlich von der Beihilfestelle (§ 45b Abs. 2 SGB XI).
Vom Pflegegeld unterscheidet sich der Entlastungsbetrag in drei Punkten: Er gilt schon ab Pflegegrad 1, er ist in allen Pflegegraden gleich hoch, und er fließt nicht auf das Konto der pflegebedürftigen Person, sondern erstattet nachgewiesene Kosten.
Wie hoch ist der Entlastungsbetrag 2026?
Der Entlastungsbetrag beträgt 2026 bis zu 131 Euro im Monat. Über ein volles Kalenderjahr ergibt das bis zu 1.572 Euro. Der Betrag ist bundesweit einheitlich und hängt weder vom Pflegegrad noch von der Pflegekasse ab.
Bis Ende 2024 lag der Betrag bei 125 Euro im Monat. Seit dem 1. Januar 2025 sind es 131 Euro. Ältere Ratgeber, Formulare und Merkblätter nennen deshalb teilweise noch 125 Euro. Maßgeblich ist der aktuelle Gesetzestext, den wir am 09.10.2026 geprüft haben.
Pflegegrad 1 und Pflegegrad 5 erhalten denselben Betrag. Bei Pflegegrad 1 ist der Entlastungsbetrag allerdings die einzige laufende Geldleistung, weil Pflegegeld und Pflegesachleistung erst ab Pflegegrad 2 beginnen.
| Zeitraum | je Monat | je Kalenderjahr | Pflegegrade |
|---|---|---|---|
| bis 31.12.2024 | 125 Euro | 1.500 Euro | 1 bis 5 |
| seit 01.01.2025 (Stand 2026) | 131 Euro | 1.572 Euro | 1 bis 5 |
Wer hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag?
Anspruch hat jede pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 1 bis 5, die in häuslicher Pflege lebt. Häusliche Pflege bedeutet: Die Versorgung findet nicht vollstationär im Pflegeheim statt. Weitere Bedingungen wie Einkommen oder Alter gibt es nicht.
Der Anspruch entsteht automatisch mit dem Pflegegrad. § 45b Abs. 2 SGB XI stellt klar, dass es dafür keiner vorherigen Antragstellung bedarf. Wer einen Bescheid über einen Pflegegrad hat, kann ab diesem Zeitpunkt Leistungen nutzen und Belege einreichen.
Wer dauerhaft im Pflegeheim lebt, hat keinen Anspruch auf den Entlastungsbetrag. Für Bewohner vollstationärer Einrichtungen sieht das SGB XI andere Leistungen vor, bei Pflegegrad 1 etwa einen monatlichen Zuschuss nach § 43 Abs. 3 SGB XI.
- Pflegegrad 1, 2, 3, 4 oder 5 ist festgestellt.
- Die Pflege findet zu Hause statt, nicht vollstationär im Pflegeheim.
- Gesetzlich Versicherte rechnen mit der Pflegekasse ab, privat Versicherte mit ihrem Versicherungsunternehmen.
- Beihilfeberechtigte erhalten den Betrag anteilig zusätzlich von der Beihilfestelle.
Wofür darf der Entlastungsbetrag verwendet werden?
Der Entlastungsbetrag erstattet Kosten für genau vier Leistungsarten, die § 45b Abs. 1 Satz 3 SGB XI abschließend aufzählt. Andere Ausgaben erstattet die Pflegekasse aus diesem Betrag nicht, auch wenn sie im Pflegealltag anfallen.
Bei ambulanten Pflegediensten gilt eine Grenze nach Pflegegrad. In den Pflegegraden 2 bis 5 sind Leistungen im Bereich der Selbstversorgung ausgeschlossen, also körperbezogene Pflege wie Hilfe beim Waschen, Duschen oder Anziehen. Bei Pflegegrad 1 sind diese Leistungen über den Entlastungsbetrag erstattungsfähig.
Angebote zur Unterstützung im Alltag sind Dienste nach § 45a SGB XI, die eine Anerkennung nach dem Recht des jeweiligen Bundeslandes benötigen. Beispiele sind Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz, Alltagsbegleiter, Familienentlastende Dienste und Serviceangebote für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Einkaufen oder Putzen.
Bei Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege erstatten die Pflegekassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in der Praxis auch die Eigenanteile für Unterkunft und Verpflegung aus dem Entlastungsbetrag. Gerade diese Kosten zahlt die Pflegekasse im Rahmen der eigentlichen Tages- oder Kurzzeitpflege nicht.
Der Entlastungsbetrag lässt sich auch zusätzlich zur Verhinderungspflege einsetzen. § 45b Abs. 1 Satz 4 SGB XI sieht die Erstattung ausdrücklich auch dann vor, wenn für dieselbe Leistung Mittel der Verhinderungspflege genutzt werden.
Die Preise sind gedeckelt: Anbieter dürfen für diese Leistungen nicht mehr verlangen als zugelassene Pflegeeinrichtungen für vergleichbare Sachleistungen (§ 45b Abs. 4 SGB XI).
| Leistungsart nach § 45b Abs. 1 SGB XI | Beispiele | Besonderheit |
|---|---|---|
| 1. Tages- oder Nachtpflege | Tagespflege-Einrichtung, Nachtpflege | auch Eigenanteile für Unterkunft und Verpflegung |
| 2. Kurzzeitpflege | vorübergehender Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung | auch Eigenanteile für Unterkunft und Verpflegung |
| 3. Ambulante Pflegedienste im Sinne des § 36 | Betreuung, Hilfe im Haushalt, bei Pflegegrad 1 auch Körperpflege | Pflegegrad 2 bis 5: keine Leistungen der Selbstversorgung |
| 4. Anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag (§ 45a) | Betreuungsgruppen, Alltagsbegleitung, Haushaltshilfe, Einkaufshilfe | Anerkennung nach Landesrecht erforderlich |
Was lässt sich nicht über den Entlastungsbetrag bezahlen?
Der Entlastungsbetrag bezahlt keine Waren und keine frei gewählten Helfer ohne Anerkennung. Er wird nicht als Geld zur freien Verwendung ausgezahlt. Nur Rechnungen über die vier gesetzlichen Leistungsarten werden erstattet.
Hilfe von Nachbarn, Bekannten oder einer Putzkraft ist nur erstattungsfähig, wenn die Person oder der Dienst nach dem Landesrecht als Angebot zur Unterstützung im Alltag anerkannt ist. Die Voraussetzungen dafür regelt jedes Bundesland in einer eigenen Verordnung. Die Pflegekasse oder ein Pflegestützpunkt nennt anerkannte Angebote in der Nähe.
Pflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel gehören nicht zum Entlastungsbetrag. Für sie gibt es den eigenen Anspruch von bis zu 42 Euro im Monat nach § 40 Abs. 2 SGB XI.
Essen auf Rädern nennt § 45b SGB XI nicht als Verwendungszweck. Eine reine Lieferung von Mahlzeiten ist deshalb in der Regel nicht erstattungsfähig. Ob ein konkreter Dienst als anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag gilt, beantwortet die Pflegekasse verbindlich.
Wie läuft die Abrechnung des Entlastungsbetrags?
Der Entlastungsbetrag wird im Wege der Kostenerstattung abgerechnet. Die pflegebedürftige Person nutzt die Leistung, erhält eine Rechnung und reicht den Beleg bei der Pflegekasse ein. Die Pflegekasse erstattet den Betrag bis zur Höhe des verfügbaren Guthabens.
Auf jedem Beleg muss erkennbar sein, zu welcher der vier Leistungsarten die Kosten gehören. Diese Angabe verlangt § 45b Abs. 2 Satz 3 SGB XI ausdrücklich. Fehlt sie, fragt die Pflegekasse nach und die Erstattung verzögert sich.
Den Ablauf fassen wir als Belegweg in vier Schritten zusammen. Wie Erstattung, Direktabrechnung durch den Anbieter und Fristen im Einzelnen funktionieren, beschreibt der Ratgeber zum Beantragen und Abrechnen des Entlastungsbetrags.
- Anbieter prüfen: Ist der Dienst ein ambulanter Pflegedienst, eine Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege oder ein nach Landesrecht anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag?
- Leistung nutzen und Rechnung anfordern: Die Rechnung nennt Datum, Leistung, Betrag und die Leistungsart nach § 45b Abs. 1 SGB XI.
- Erstattung beantragen: Beleg mit dem Erstattungsformular der Pflegekasse oder formlos mit Name, Versichertennummer und Bankverbindung einreichen.
- Erstattung prüfen: Den Bescheid der Pflegekasse mit dem eigenen Stand vergleichen und notieren, wie viel Guthaben im Kalenderjahr noch offen ist.
Was passiert mit nicht genutztem Entlastungsbetrag?
Nicht genutzte Monatsbeträge verfallen nicht sofort. Sie werden innerhalb des Kalenderjahres in die Folgemonate übertragen. Was am 31. Dezember übrig ist, lässt sich nach § 45b Abs. 1 Satz 5 SGB XI noch im folgenden Kalenderhalbjahr verwenden, also bis zum 30. Juni.
Ein Rechenbeispiel zeigt die Wirkung: Eine Person mit Pflegegrad 2 nutzt im Jahr 2026 nur in vier Monaten Leistungen für je 131 Euro, zusammen 524 Euro. Von den 1.572 Euro des Jahres bleiben 1.048 Euro übrig. Dieser Rest lässt sich für Leistungen bis zum 30. Juni 2027 einsetzen.
Daraus ergibt sich eine Obergrenze für das erste Halbjahr: Wer im Vorjahr nichts genutzt hat, kann von Januar bis Juni bis zu 2.358 Euro einsetzen. Das sind 1.572 Euro aus dem Vorjahr und sechs laufende Monatsbeträge von zusammen 786 Euro.
Was bis zum 30. Juni des Folgejahres nicht verbraucht ist, verfällt. Wer Guthaben aus dem Vorjahr hat, plant deshalb zuerst diese Beträge ein. Wie die Pflegekasse alte und neue Beträge verrechnet, beschreibt der Ratgeber zum Ansparen des Entlastungsbetrags.
| Guthaben aus | nutzbar bis | danach |
|---|---|---|
| Kalenderjahr 2025 | 30.06.2026 | verfallen |
| Kalenderjahr 2026 | 30.06.2027 | verfällt nach diesem Datum |
| Kalenderjahr 2027 | 30.06.2028 | verfällt nach diesem Datum |
Kann man Entlastungsbetrag und Pflegegeld gleichzeitig bekommen?
Ja. Entlastungsbetrag und Pflegegeld bestehen nebeneinander. Das Gesetz sieht keine Anrechnung des Entlastungsbetrags auf das Pflegegeld vor. Wer ab Pflegegrad 2 Pflegegeld erhält, kann den Entlastungsbetrag zusätzlich in voller Höhe nutzen.
Ab Pflegegrad 2 gibt es einen zweiten Weg zur Finanzierung von Alltagshilfen: den Umwandlungsanspruch nach § 45a Abs. 4 SGB XI. Dabei werden bis zu 40 Prozent des Betrags für die ambulante Pflegesachleistung für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag genutzt, soweit dieser Betrag im Monat nicht für einen Pflegedienst verbraucht wurde.
Anders als der Entlastungsbetrag wirkt sich der Umwandlungsanspruch auf das Pflegegeld aus. Er wird wie eine bezogene Sachleistung behandelt, das Pflegegeld sinkt im Rahmen der Kombinationsleistung anteilig. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet dazu ein Beispiel bei Pflegegrad 2 vor: Bei einer Umwandlung von 318,40 Euro bleiben 60 Prozent des Pflegegeldes, also 208,20 Euro.
Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch sind unabhängig voneinander nutzbar (§ 45a Abs. 4 letzter Satz SGB XI). Für die Kombination lohnt sich ein Gespräch mit der Pflegeberatung der Pflegekasse, die einen Versorgungsplan mit allen Beträgen erstellt.
| Pflegegrad | Pflegesachleistung je Monat (§ 36) | davon höchstens 40 % umwandelbar (§ 45a Abs. 4) | Entlastungsbetrag zusätzlich (§ 45b) |
|---|---|---|---|
| 1 | kein Anspruch | kein Anspruch | 131 Euro |
| 2 | 796 Euro | 318,40 Euro | 131 Euro |
| 3 | 1.497 Euro | 598,80 Euro | 131 Euro |
| 4 | 1.859 Euro | 743,60 Euro | 131 Euro |
| 5 | 2.299 Euro | 919,60 Euro | 131 Euro |
Wie unterscheidet sich der Entlastungsbetrag von den 42 Euro für Pflegehilfsmittel?
Der Entlastungsbetrag bezahlt Dienstleistungen, die Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bezahlt Material. Beide Ansprüche bestehen ab Pflegegrad 1 nebeneinander und werden nicht miteinander verrechnet. Wer nur einen davon nutzt, lässt den anderen ungenutzt.
Die 42 Euro nach § 40 Abs. 2 SGB XI sind für Produkte gedacht, die bei der Pflege verbraucht werden: Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen, Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung. Aus dem Entlastungsbetrag lässt sich keine Pflegebox finanzieren, und aus den 42 Euro lässt sich keine Betreuungsstunde bezahlen.
Auch beim Verfall unterscheiden sich beide Ansprüche. Die 42 Euro verfallen am Ende jedes Kalendermonats. Der Entlastungsbetrag lässt sich innerhalb des Jahres übertragen und bis zum 30. Juni des Folgejahres nutzen.
Ob die Voraussetzungen für die 42 Euro erfüllt sind, prüft der Pflegebox-Check auf dieser Website in wenigen Fragen.
| Merkmal | Entlastungsbetrag | Pflegehilfsmittel zum Verbrauch |
|---|---|---|
| Rechtsgrundlage | § 45b SGB XI | § 40 Abs. 2 SGB XI |
| Höchstbetrag | 131 Euro im Monat, 1.572 Euro im Jahr | 42 Euro im Monat, 504 Euro im Jahr |
| Wofür | Dienstleistungen: Betreuung, Alltagshilfe, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege | Verbrauchsmaterial: Handschuhe, Desinfektion, Bettschutz, Schutzkleidung |
| Abrechnung | Erstattung gegen Beleg | Sachleistung über Lieferanten oder Erstattung gegen Beleg |
| Nicht genutzte Beträge | Übertrag bis 30. Juni des Folgejahres | Verfall am Monatsende |
| ab Pflegegrad | 1 | 1 |

Inhalt der Grafik als Text
Der Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI beträgt bis zu 131 Euro im Monat. Er bezahlt Dienstleistungen wie Betreuung, Haushaltshilfe, Tagespflege oder Kurzzeitpflege, wird gegen Beleg erstattet und lässt sich bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen. Die Pauschale für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nach § 40 Abs. 2 SGB XI beträgt bis zu 42 Euro im Monat. Sie bezahlt Verbrauchsmaterial wie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und Bettschutzeinlagen, läuft meist als Sachleistung über einen Lieferanten und verfällt am Monatsende. Beide Ansprüche bestehen ab Pflegegrad 1 nebeneinander.
Welche Leistungen gibt es im SGB XI für die ambulante Pflege?
Das SGB XI sieht für die Pflege zu Hause acht laufende Leistungen vor, darunter Pflegegeld, Pflegesachleistung, Tages- und Nachtpflege und den Entlastungsbetrag. Die meisten beginnen erst ab Pflegegrad 2. Ab Pflegegrad 1 stehen der Entlastungsbetrag, die Pflegehilfsmittel, Zuschüsse zur Wohnraumanpassung und die Pflegeberatung zur Verfügung.
Die Übersicht zeigt die Beträge laut Gesetzestext, Stand der Prüfung 09.10.2026. Sie ersetzt keine Pflegeberatung, macht aber sichtbar, welche Töpfe neben dem Entlastungsbetrag bestehen.
| Leistung | Rechtsgrundlage | Betrag | ab Pflegegrad |
|---|---|---|---|
| Pflegegeld | § 37 SGB XI | 347 bis 990 Euro im Monat | 2 |
| Pflegesachleistung | § 36 SGB XI | 796 bis 2.299 Euro im Monat | 2 |
| Tages- und Nachtpflege | § 41 SGB XI | 721 bis 2.085 Euro im Monat | 2 |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege | § 42a SGB XI | Gemeinsamer Jahresbetrag bis 3.539 Euro | 2 |
| Entlastungsbetrag | § 45b SGB XI | bis 131 Euro im Monat | 1 |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | § 40 Abs. 2 SGB XI | bis 42 Euro im Monat | 1 |
| Wohnumfeldverbesserung | § 40 Abs. 4 SGB XI | bis 4.180 Euro je Maßnahme | 1 |
| Pflegeberatung | § 7a SGB XI | Anspruch auf individuelle Beratung | 1 |
Welche Fehler kosten beim Entlastungsbetrag Geld?
Fünf Fehler führen beim Entlastungsbetrag am häufigsten zu Verlusten. Alle fünf lassen sich mit wenig Aufwand vermeiden.
- Anbieter ohne Anerkennung nach Landesrecht beauftragen: Die Rechnung wird nicht erstattet.
- Körperpflege durch den Pflegedienst bei Pflegegrad 2 bis 5 über den Entlastungsbetrag abrechnen: Diese Leistungen der Selbstversorgung sind ausgeschlossen.
- Die Frist 30. Juni übersehen: Guthaben aus dem Vorjahr verfällt danach endgültig.
- Belege ohne Angabe der Leistungsart einreichen: Die Pflegekasse fragt nach, die Erstattung verzögert sich.
- Auf eine Auszahlung warten: Der Entlastungsbetrag fließt nur gegen Rechnung, ohne Belege gibt es kein Geld.
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In unter einer Minute klären, ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht.
Zum Pflegebox-CheckHäufige Fragen
Wird der Entlastungsbetrag ausbezahlt?
Nein, nicht zur freien Verwendung. Die Pflegekasse erstattet Kosten für die vier gesetzlichen Leistungsarten gegen Beleg. Das Geld fließt also erst nach einer Rechnung.
Kann ich den Entlastungsbetrag trotz Pflegegeld erhalten?
Ja. Entlastungsbetrag und Pflegegeld bestehen nebeneinander, das Gesetz sieht keine Anrechnung vor. Nur der Umwandlungsanspruch nach § 45a Abs. 4 SGB XI mindert das Pflegegeld anteilig.
Was ist der Entlastungsbetrag für häusliche Pflege?
Der Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI ist ein Erstattungsanspruch von bis zu 131 Euro im Monat für Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1, die zu Hause gepflegt werden. Er bezahlt anerkannte Entlastungs- und Betreuungsleistungen.
Kann der Entlastungsbetrag für Essen auf Rädern verwendet werden?
In der Regel nicht. § 45b SGB XI nennt Essen auf Rädern nicht als Verwendungszweck. Ob ein konkreter Dienst als anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag gilt, beantwortet die Pflegekasse verbindlich.
Muss ich den Entlastungsbetrag beantragen?
Nein. Der Anspruch entsteht mit dem Pflegegrad ohne vorherigen Antrag (§ 45b Abs. 2 SGB XI). Beantragt wird nur die Erstattung der einzelnen Rechnungen.
Bis wann muss der Entlastungsbetrag aus 2026 verbraucht sein?
Nicht genutzte Beträge aus dem Kalenderjahr 2026 lassen sich für Leistungen bis zum 30. Juni 2027 verwenden. Danach verfallen sie.
Gibt es den Entlastungsbetrag im Pflegeheim?
Nein. Der Entlastungsbetrag gilt nur für Pflegebedürftige in häuslicher Pflege. Bewohner vollstationärer Pflegeeinrichtungen erhalten andere Leistungen.
Kann ich mit dem Entlastungsbetrag eine Pflegebox bezahlen?
Nein. Der Entlastungsbetrag ist für Dienstleistungen gedacht. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch laufen über den eigenen Anspruch von bis zu 42 Euro im Monat nach § 40 Abs. 2 SGB XI.
Gibt es beides bei Pflegegrad 1?
Ja. Sowohl der Entlastungsbetrag als auch der Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bestehen ab Pflegegrad 1.
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Fachlich verantwortlich
Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien