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Pflegehilfsmittel 2027: Was der Reform-Entwurf für die 42 Euro und die Pflegebox vorsieht

2026 zahlt die Pflegekasse für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis zu 42 Euro im Monat. Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 würde diese eigene Leistung ab 2027 streichen. Verbrauchsprodukte wären dann aus dem Pflegegeld zu bezahlen. Der Bundestag hat noch nicht entschieden.

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  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 13 Min. Lesezeit

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

Das Wichtigste in Kürze

  • Geltendes Recht ist § 40 Abs. 2 SGB XI: bis zu 42 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch ab Pflegegrad 1 bei häuslicher Pflege. Daran ändert sich nichts, solange kein neues Gesetz verkündet und in Kraft ist.
  • Der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 streicht § 40 Abs. 2 SGB XI und nimmt Verbrauchsprodukte ausdrücklich vom Anspruch auf Pflegehilfsmittel aus. Geplanter Start ist der 1. Januar 2027.
  • Laut Begründung sollen Verbrauchsprodukte künftig aus dem Pflegegeld „im Umfang eines Entlastungsbudgets“ bezahlt werden: 380, 630, 890 oder 1.080 Euro je Monat statt heute 347, 599, 800 oder 990 Euro.
  • Für Pflegegrad 1 sieht der Entwurf kein Entlastungsbudget vor. Einen Ersatz für die 42 Euro nennt er dort nicht.
  • Stand 9. Oktober 2026: Das Kabinett hat den Entwurf beschlossen, Bundesrat und Bundestag müssen noch beraten und entscheiden. Technische Pflegehilfsmittel und Zuschüsse zum Wohnumfeld bleiben im Entwurf erhalten.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
  1. Was gilt 2026 für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?
  2. Wird die Pflegehilfsmittelpauschale 2027 abgeschafft?
  3. Wie hoch wäre das Entlastungsbudget im Vergleich zum Pflegegeld?
  4. Was würde sich bei Pflegegrad 1 ändern?
  5. Was würde der Entwurf bei Pflegesachleistung und Kombination bedeuten?
  6. Was ändert der Entwurf sonst bei häuslicher Pflege?
  7. Wann wird über die Pflegereform entschieden?
  8. Was bedeutet der Entwurf 2026 für Pflegebedürftige und Angehörige?
  9. Welche Missverständnisse sind im Umlauf?
  10. Häufige Fragen
  11. Weiterlesen

Was gilt 2026 für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Für 2026 gilt unverändert § 40 Abs. 2 SGB XI. Die Aufwendungen der Pflegekasse für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch dürfen 42 Euro im Monat nicht übersteigen. Der Betrag gilt seit dem 1. Januar 2025. Auf das Jahr gerechnet sind das bis zu 504 Euro.

Anspruch hat, wer einen Pflegegrad ab Pflegegrad 1 hat und zu Hause gepflegt wird. Zu den Produkten zählen Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Schutzschürzen, Mundschutz und saugende Bettschutzeinlagen aus der Produktgruppe 54. Viele Haushalte erhalten sie als monatliche Pflegebox, die ein Vertragspartner der Pflegekasse direkt mit ihr abrechnet.

Die 42 Euro sind eine eigene Leistung neben dem Pflegegeld. Sie werden nicht auf das Pflegegeld angerechnet und nicht ausgezahlt. Der Anspruch entsteht jeden Kalendermonat neu; was in einem Monat nicht abgerufen wird, verfällt.

Ein Gesetzentwurf ändert an diesem Anspruch nichts. Erst wenn Bundestag und Bundesrat ein Gesetz beschlossen haben, es verkündet ist und in Kraft tritt, gilt neues Recht.

Wird die Pflegehilfsmittelpauschale 2027 abgeschafft?

Nach dem Kabinettsentwurf ja, als eigene Leistung. Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung beschlossen, kurz Pflegeneuordnungsgesetz oder PNOG. Der Entwurf ändert § 40 SGB XI an drei Stellen (Artikel 1 Nummer 33, Seite 42 f. des Entwurfs).

Erstens wird in § 40 Abs. 1 der Satz eingefügt: „Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind vom Anspruch nach Satz 1 ausgenommen.“ Zweitens wird § 40 Abs. 2 mit der 42-Euro-Grenze gestrichen. Drittens fällt in § 40 Abs. 3 der Verweis auf diese Produkte weg.

Die Begründung (Seite 208) sagt, Produkte wie Desinfektionsmittel oder Mund-Nasen-Schutz seien auf dem allgemeinen Markt leicht erhältlich. Sie könnten künftig „im Umfang des Entlastungsbudgets über das Pflegegeld bezogen werden“. Die bisherigen Ausgaben sollen ausgabenneutral in das Sachleistungsbudget und das Entlastungsbudget übergehen.

In der Kostenschätzung des Entwurfs (Seite 95) heißt es, die 42 Euro seien dann „keine eigenständige Leistung mehr“; ein Antrag darauf sei nicht mehr möglich. Nach dieser Schätzung nutzten 2025 rund 1,2 Millionen Versicherte der sozialen Pflegeversicherung und rund 84.000 privat Versicherte die Leistung. Wegfallen würden auch die Bescheide der Pflegekassen, die Abrechnung mit den Anbietern und die Versorgungsverträge mit dem GKV-Spitzenverband (Rechtsgrundlage heute § 78 SGB XI).

Eine Übergangsregel für laufende Bewilligungen haben wir im Entwurf nicht gefunden. Gesucht haben wir im gesamten Text nach Pflegehilfsmitteln, Übergangs- und Besitzstandsregeln. Besitzstandsregeln gibt es dort nur für Pflegegrade und für den Heimzuschuss bei Pflegegrad 1.

  • § 40 Abs. 1 SGB XI-E: Verbrauchsprodukte sind vom Anspruch auf Pflegehilfsmittel ausgenommen.
  • § 40 Abs. 2 SGB XI (42 Euro im Monat): gestrichen.
  • Begründung: Bezug künftig über das Pflegegeld im Umfang des Entlastungsbudgets.
  • Geplantes Inkrafttreten: 1. Januar 2027 (Artikel 11 Abs. 1 des Entwurfs).
Vergleich geltendes Recht 2026 und Kabinettsentwurf vom 30.09.2026: 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch als eigene Leistung heute, im Entwurf gestrichen und aus dem Entlastungsbudget von 380 bis 1.080 Euro zu bezahlen; Pflegegrad 1 ohne Budget.
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: geltendes Recht 2026 und Kabinettsentwurf
Inhalt der Grafik als Text

Geltendes Recht 2026: Die Pflegekasse trägt nach § 40 Abs. 2 SGB XI bis zu 42 Euro im Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, ab Pflegegrad 1, neben dem Pflegegeld von 347 bis 990 Euro.

Kabinettsentwurf vom 30.09.2026, nicht beschlossen: § 40 Abs. 2 SGB XI entfällt. Verbrauchsprodukte sollen aus dem Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets bezahlt werden: 380 Euro (Pflegegrad 2), 630 Euro (Pflegegrad 3), 890 Euro (Pflegegrad 4), 1.080 Euro (Pflegegrad 5). Für Pflegegrad 1 ist kein Budget vorgesehen.

Wie hoch wäre das Entlastungsbudget im Vergleich zum Pflegegeld?

Das Pflegegeld bleibt im Entwurf erhalten, wird aber „im Umfang eines Entlastungsbudgets“ gezahlt (§ 37 Abs. 1 SGB XI-E, Seite 40). Es gilt wie heute ab Pflegegrad 2 und setzt voraus, dass die Pflege selbst sichergestellt wird, meist durch Angehörige.

Für 2026 ändert sich am Pflegegeld nichts: 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5 (§ 37 Abs. 1 SGB XI).

Das Entlastungsbudget soll laut Begründung (Seite 203) mehr abdecken als das bisherige Pflegegeld. Genannt werden Ersatzpflege bei geplanter Abwesenheit der Pflegeperson, die bisher über die Verhinderungspflege lief, und die Anschaffung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch.

Eine eigene Rechnung zeigt die Größenordnung: Bei Pflegegrad 2 läge das Budget 33 Euro über dem heutigen Pflegegeld, bei Pflegegrad 3 31 Euro. Das ist weniger als die 42 Euro, die heute zusätzlich für Verbrauchsprodukte zur Verfügung stehen. Bei Pflegegrad 4 und 5 läge der Unterschied bei 90 Euro. Ob ein Haushalt am Ende mehr oder weniger hat, hängt davon ab, welche Leistungen er heute nutzt.

Die Regel für angebrochene Monate bleibt im Entwurf gleich: Der Monat wird mit 30 Tagen angesetzt (§ 37 Abs. 2 SGB XI-E). Wie und wann das Pflegegeld heute überwiesen wird, erklärt der Ratgeber Pflegegeld-Auszahlung.

Pflegegeld 2026 und Entlastungsbudget laut Kabinettsentwurf (nicht beschlossen)
PflegegradPflegegeld 2026 (geltend)Entlastungsbudget (Entwurf)Unterschied je Monat
Pflegegrad 1kein Pflegegeldnicht vorgesehen–
Pflegegrad 2347 Euro380 Euro+33 Euro
Pflegegrad 3599 Euro630 Euro+31 Euro
Pflegegrad 4800 Euro890 Euro+90 Euro
Pflegegrad 5990 Euro1.080 Euro+90 Euro

Was würde sich bei Pflegegrad 1 ändern?

Bei Pflegegrad 1 gibt es heute kein Pflegegeld, aber laufend zwei Leistungen: bis zu 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch und bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag im Monat.

Der Entwurf fasst die Leistungen bei Pflegegrad 1 in § 28a SGB XI neu (Seite 37 f.). Die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln nach § 40 bleibt in der Liste, durch die Änderung in § 40 Abs. 1 aber ohne Verbrauchsprodukte. Der Entlastungsbetrag fehlt in der Liste; die Finanzübersicht des Entwurfs nennt ausdrücklich seine Streichung bei Pflegegrad 1.

Ein Entlastungsbudget ist nur für die Pflegegrade 2 bis 5 vorgesehen. Einen Ersatz für die 42 Euro bei Pflegegrad 1 nennt der Entwurf nicht. Das ist eine Folgerung aus dem Wortlaut, keine ausdrückliche Aussage der Begründung.

Als Gegenleistung nennt die Begründung (Seite 82) eine Pflegebegleitung. Sie soll nach § 7c SGB XI-E ab dem 1. Januar 2029 gelten; bis Ende 2028 bestünde Anspruch auf Pflegeberatung nach Übergangsrecht. Den Zuschuss von 131 Euro im Pflegeheim bei Pflegegrad 1 will der Entwurf nur für neue Fälle streichen.

Wer heute Pflegegrad 1 hat, behält ihn nach dem Entwurf: Für bereits eingestufte Personen gilt ein Bestandsschutz gegen die geänderten Begutachtungsregeln (§ 142b SGB XI-E, Begründung Seite 236). Dieser Bestandsschutz betrifft den Pflegegrad, nicht die Leistungen, die mit ihm verbunden sind.

Was würde der Entwurf bei Pflegesachleistung und Kombination bedeuten?

Wer statt Pflegegeld einen Pflegedienst nutzt, hätte nach dem Entwurf ein Sachleistungsbudget (§ 36 Abs. 3 SGB XI-E, Seite 39): 890 Euro bei Pflegegrad 2, 1.590 Euro bei Pflegegrad 3, 2.090 Euro bei Pflegegrad 4 und 2.530 Euro bei Pflegegrad 5. Heute sind es bis zu 796, 1.497, 1.859 und 2.299 Euro Pflegesachleistung.

Die Begründung sagt, die Ausgaben für Verbrauchsprodukte gingen auch in das Sachleistungsbudget über. An anderer Stelle (Seite 76) heißt es, die bisherigen Leistungen könnten im Umfang beider Budgets „entweder als Geld- oder als Sachleistung“ bezogen werden. Der neue Gesetzestext zu § 36 nennt aber nur Pflege, Betreuung und Hilfe im Haushalt durch Pflegekräfte.

Wie Haushalte mit Pflegedienst Verbrauchsprodukte künftig erhalten sollen, regelt der Gesetzestext des Entwurfs damit nicht ausdrücklich. Diese Frage ist offen.

Die Kombination aus Pflegegeld und Pflegedienst bleibt laut Begründung (Seite 76) weiterhin möglich (§ 38 SGB XI).

Was ändert der Entwurf sonst bei häuslicher Pflege?

Der Entwurf ordnet die Leistungen bei häuslicher Pflege in Budgets. Die folgende Übersicht stellt geltendes Recht und Entwurf gegenüber. Alle Werte der rechten Spalte sind Entwurfsstand vom 30.09.2026 und noch nicht beschlossen.

Bei der Verhinderungspflege und dem Gemeinsamen Jahresbetrag von 3.539 Euro ist die Änderung am größten. Beide entfallen als eigene Leistungen. Planbare Ersatzpflege soll aus dem Entlastungs- oder Sachleistungsbudget bezahlt werden, Notfälle und Kurzzeitpflege aus einem Überbrückungsbudget von bis zu 2.285 Euro im Jahr.

Der Entlastungsbetrag von 131 Euro würde ab Pflegegrad 2 zu einem Sozialraumbudget von bis zu 175 Euro im Monat, unter 25 Jahren bis zu 300 Euro. Es wäre nur noch für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag nutzbar, nicht mehr für Pflegedienste oder Tagespflege.

Die Anpassung der Leistungsbeträge zum 1. Januar 2028, die der geltende § 30 SGB XI vorsieht, entfiele. Ab 2029 sollen die Beträge jährlich nach der Kerninflation der letzten drei Jahre steigen.

Weitere Punkte laut Bundesgesundheitsministerium: Die Begutachtung soll bei den Pflegegraden 1 bis 3 nach geänderten Werten erfolgen, mit Bestandsschutz für bereits Eingestufte. Ab 2029 soll eine Pflegebegleitung zu Hause beraten, auch zu Pflegehilfsmitteln. Der Beitragszuschlag für Kinderlose soll ab 2027 um 0,3 Punkte auf 0,9 Prozent steigen, ab 2028 käme ein Zuschlag von 0,52 Prozent für mitversicherte Ehe- und Lebenspartner hinzu. Die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige bleiben nach dem Entwurf unverändert.

Geltendes Recht 2026 und Kabinettsentwurf (nicht beschlossen)
LeistungGeltendes Recht 2026Kabinettsentwurf 30.09.2026
Pflegehilfsmittel zum Verbrauchbis 42 Euro im Monat, ab Pflegegrad 1 (§ 40 Abs. 2)keine eigene Leistung mehr; laut Begründung aus dem Entlastungsbudget
Pflegegeld347 / 599 / 800 / 990 Euro (Pflegegrad 2–5)Entlastungsbudget 380 / 630 / 890 / 1.080 Euro
Pflegesachleistungbis 796 / 1.497 / 1.859 / 2.299 EuroSachleistungsbudget bis 890 / 1.590 / 2.090 / 2.530 Euro
Verhinderungs- und KurzzeitpflegeGemeinsamer Jahresbetrag bis 3.539 EuroÜberbrückungsbudget bis 2.285 Euro im Jahr; planbare Ersatzpflege aus den Monatsbudgets
Entlastungsbetragbis 131 Euro, ab Pflegegrad 1Sozialraumbudget bis 175 Euro (unter 25 Jahren 300 Euro), ab Pflegegrad 2; bei Pflegegrad 1 gestrichen
Technische Pflegehilfsmittel, Wohnumfeld§ 40 Abs. 1, 3 und 4unverändert
DynamisierungAnpassung zum 1. Januar 2028 (§ 30)2028 entfällt; ab 2029 jährlich
Inkrafttreten–geplant 1. Januar 2027

Wann wird über die Pflegereform entschieden?

Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 30. September 2026 beschlossen. Vorausgegangen war ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vom 5. Juni 2026, zu dem Verbände Stellung genommen haben. Das Ministerium führt das Vorhaben als laufendes Verfahren.

Ein Regierungsentwurf geht nach Artikel 76 Abs. 2 Grundgesetz zuerst an den Bundesrat, der Stellung nehmen kann. Danach berät der Bundestag in Lesungen und Ausschüssen. Der Text kann in diesem Verfahren noch geändert werden.

Termine für Bundesrat und Bundestag waren am 9. Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Eine Drucksache zum Regierungsentwurf haben wir an diesem Tag nicht gefunden. Beträge und Regeln können sich bis zum Beschluss noch ändern.

Neben dem Gesetz soll eine Strukturkommission ab Oktober 2026 grundlegende Reformvorschläge erarbeiten. Das Ministerium spricht bei dem Gesetz von einem ersten Schritt.

  1. Referentenentwurf5. Juni 2026, Stellungnahmen der Verbände (erledigt).
  2. Kabinettsbeschluss30. September 2026 (erledigt).
  3. Bundesrat, erster DurchgangStellungnahme der Länder (offen, Termin nicht veröffentlicht).
  4. BundestagLesungen, Ausschuss, Beschluss (offen).
  5. Bundesrat, zweiter DurchgangAbschluss im Bundesrat (offen).
  6. Verkündung und InkrafttretenErst dann gilt neues Recht; der Entwurf plant den 1. Januar 2027 (offen).

Was bedeutet der Entwurf 2026 für Pflegebedürftige und Angehörige?

Für 2026 ändert der Entwurf nichts. Wer die Voraussetzungen erfüllt, hat jeden Monat Anspruch auf Verbrauchsprodukte bis 42 Euro. Ein Monat ohne Antrag oder Lieferung ist verloren, unabhängig von jeder Reform.

Ein Vorrat über den Monatsbedarf hinaus lässt sich nicht anlegen. Die 42 Euro gelten je Kalendermonat; einen Vorrat für spätere Monate sieht das Gesetz nicht vor.

Was ab 2027 gilt, hängt vom Ergebnis des Gesetzgebungsverfahrens ab. Wie Pflegekassen und Anbieter laufende Versorgungen umstellen würden, steht im Entwurf nicht.

  1. Anspruch für 2026 prüfen: Pflegegrad ab 1, häusliche Pflege, Bedarf an Verbrauchsprodukten.
  2. Falls noch nicht geschehen, den Antrag stellen; die Schritte stehen im Ratgeber Pflegebox beantragen.
  3. Laufende Versorgung bis zu einer Gesetzesänderung weiter nutzen; nichts kündigen, solange geltendes Recht unverändert ist.
  4. Bei Anrufen oder Schreiben, die mit einer angeblich schon beschlossenen Abschaffung drängen, nachfragen und die eigene Pflegekasse fragen.
  5. Nach einem Beschluss die Mitteilung der Pflegekasse und den Gesetzestext abwarten; wir aktualisieren diese Seite dann.

Welche Missverständnisse sind im Umlauf?

Zur Reform kursieren Meldungen, die Entwurf und Gesetz vermischen. Die häufigsten Fehler lassen sich am Entwurfstext prüfen.

  • „Die 42 Euro sind gestrichen.“ Falsch für 2026: Gestrichen sind sie nur im Kabinettsentwurf, beschlossen ist nichts.
  • „Die Pflegebox wird verboten.“ Der Entwurf verbietet keine Produkte. Er streicht die Kostenübernahme als eigene Leistung der Pflegekasse.
  • Beträge aus dem Referentenentwurf vom 5. Juni 2026 als aktueller Stand: Dort hieß die Leistung noch eigenständig Entlastungsbudget mit 386, 638, 889 und 1.079 Euro, das Sachleistungsbudget lag bei 889 bis 2.529 Euro. Maßgeblich ist der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 mit 380 bis 1.080 Euro und 890 bis 2.530 Euro. Die Streichung von § 40 Abs. 2 SGB XI stand bereits im Referentenentwurf.
  • „Das Pflegegeld wird abgeschafft.“ Im Entwurf bleibt das Pflegegeld bestehen, gezahlt im Umfang eines Entlastungsbudgets.
  • „Wer jetzt bestellt, sichert sich die Leistung für 2027.“ Der Anspruch gilt Monat für Monat; eine Vorab-Sicherung sieht weder geltendes Recht noch der Entwurf vor.

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Häufige Fragen

Wird die Pflegehilfsmittelpauschale abgeschafft?

Nach geltendem Recht nicht. Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 würde § 40 Abs. 2 SGB XI mit den 42 Euro ab 1. Januar 2027 streichen; Verbrauchsprodukte wären laut Begründung aus dem Entlastungsbudget zu bezahlen. Der Bundestag hat darüber noch nicht entschieden.

Ist das PNOG schon beschlossen?

Nein. Beschlossen hat am 30. September 2026 nur das Bundeskabinett den Gesetzentwurf. Bundesrat und Bundestag müssen noch beraten und entscheiden. Bis zur Verkündung gilt das SGB XI unverändert.

Wann wird über die Pflegereform entschieden?

Termine für Bundesrat und Bundestag waren am 9. Oktober 2026 nicht veröffentlicht. Der Entwurf plant das Inkrafttreten zum 1. Januar 2027. Wir prüfen den Verfahrensstand monatlich.

Was ändert sich ab 2027 beim Pflegegeld?

Nach geltendem Recht nichts; die nächste Anpassung wäre zum 1. Januar 2028. Der Kabinettsentwurf sieht ab 2027 ein Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets vor: 380 Euro bei Pflegegrad 2, 630 Euro bei Pflegegrad 3, 890 Euro bei Pflegegrad 4 und 1.080 Euro bei Pflegegrad 5. Daraus wären laut Begründung auch Verbrauchsprodukte zu bezahlen.

Was ändert sich 2026 am Pflegegeld?

Nichts. 2026 gelten 347 Euro bei Pflegegrad 2, 599 Euro bei Pflegegrad 3, 800 Euro bei Pflegegrad 4 und 990 Euro bei Pflegegrad 5 (§ 37 Abs. 1 SGB XI).

Wie oft bekommt man Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch gibt es 2026 jeden Kalendermonat bis zu 42 Euro. Nicht genutzte Monate verfallen; ein Vorrat über den Monatsbedarf hinaus ist nicht vorgesehen.

Bekomme ich bei Pflegegrad 1 ab 2027 noch Pflegehilfsmittel zum Verbrauch?

Nach geltendem Recht ja. Nach dem Kabinettsentwurf entfiele die Leistung, und ein Entlastungsbudget ist erst ab Pflegegrad 2 vorgesehen. Einen Ersatz für Pflegegrad 1 nennt der Entwurf nicht. Technische Pflegehilfsmittel blieben erhalten.

Gibt es einen Bestandsschutz für laufende Pflegeboxen?

Eine Übergangs- oder Besitzstandsregel für laufende Bewilligungen haben wir im Entwurf nicht gefunden. Bestandsschutz sieht der Entwurf für bereits festgestellte Pflegegrade vor und für den Heimzuschuss bei Pflegegrad 1.

Sollte ich meine Pflegebox jetzt kündigen?

Nein. Für 2026 gilt der Anspruch unverändert, und ein Entwurf ist kein Gesetz. Wer die Voraussetzungen erfüllt, verliert ohne Versorgung jeden Monat den nicht genutzten Betrag.

Was passiert mit der Verhinderungspflege?

Nach geltendem Recht bleibt sie bestehen. Der Kabinettsentwurf würde Verhinderungspflege und Gemeinsamen Jahresbetrag als eigene Leistungen streichen. Planbare Ersatzpflege wäre aus den Monatsbudgets zu bezahlen, Notfälle und Kurzzeitpflege aus einem Überbrückungsbudget bis 2.285 Euro im Jahr.

Verbindliche Stelle

  1. Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)
  2. Bundesministerium für Gesundheit: Pressemitteilung „Kabinett beschließt Pflegeneuordnungsgesetz“ vom 30.09.2026
  3. Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Gesetzentwurf Kabinett 30.09.2026
  4. § 40 Abs. 2 SGB XI
  5. § 37 SGB XI (Pflegegeld)
  6. § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
  7. § 30 SGB XI (Dynamisierung)
  8. § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
  9. § 42a SGB XI (Gemeinsamer Jahresbetrag)
  10. § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
  11. § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)

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Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien