Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1: Anspruch, Stunden und Kosten 2026
Bei Pflegegrad 1 bezahlt die Pflegekasse eine Haushaltshilfe über den Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro im Monat. Abrechnen dürfen nur nach Landesrecht anerkannte Angebote oder zugelassene Pflegedienste. Die Kasse erstattet gegen Rechnung, ab Pflegegrad 2 kommt der Umwandlungsanspruch hinzu.
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- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
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Das Wichtigste in Kürze
- Ab Pflegegrad 1 stehen bis zu 131 Euro monatlich als Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI zur Verfügung, im Jahr bis zu 1.572 Euro. Pflegegeld und Pflegesachleistung gibt es bei Pflegegrad 1 nicht.
- Eine private Putzhilfe ohne Anerkennung ist nicht erstattungsfähig. Abrechnen dürfen nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag (§ 45a SGB XI) und zugelassene Pflegedienste. Nahe Angehörige schließt etwa Nordrhein-Westfalen von der Nachbarschaftshilfe aus.
- Eine feste Stundenzahl kennt das Gesetz nicht. Nach der Stunden-Formel (Betrag geteilt durch Stundensatz) ergeben 131 Euro bei einem Stundensatz von 35 Euro rund 3,7 Stunden im Monat. Nicht genutzte Beträge lassen sich bis zum 30. Juni des Folgejahres ansparen.
- Ab Pflegegrad 2 kommen bis zu 40 Prozent des Sachleistungsbetrags hinzu (Umwandlungsanspruch, § 45a Abs. 4 SGB XI). Bei Pflegegrad 2 sind das 318,40 Euro, zusammen mit dem Entlastungsbetrag bis zu 449,40 Euro im Monat.
- Die Krankenkasse zahlt Haushaltshilfe nach § 38 SGB V bei schwerer Krankheit oder nach dem Krankenhaus für bis zu vier Wochen. Bei Pflegegrad 1 ist das möglich, bei Pflegegrad 2 bis 5 nur, wenn ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt lebt.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
- Hat man bei Pflegegrad 1 Anspruch auf eine Haushaltshilfe?
- Wer darf die Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1 erbringen?
- Wie viele Stunden Haushaltshilfe gibt es bei Pflegegrad 1? Die Stunden-Formel
- Was kostet eine Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1 und was bleibt als Eigenanteil?
- Wie bekommt man die Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1 bezahlt?
- Was zahlt die Pflegekasse für Haushaltshilfe ab Pflegegrad 2?
- Wann zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?
- Welche Fehler kosten bei der Haushaltshilfe Geld?
- Was hat die Haushaltshilfe mit Pflegehilfsmitteln zu tun?
- Häufige Fragen
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Hat man bei Pflegegrad 1 Anspruch auf eine Haushaltshilfe?
Ja, über den Entlastungsbetrag. § 28a SGB XI zählt die Leistungen bei Pflegegrad 1 abschließend auf, darunter den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI. Er beträgt bis zu 131 Euro im Monat und lässt sich für Hilfe im Haushalt einsetzen.
Einen Anspruch auf eine Haushaltshilfe als eigene Leistung gibt es in der Pflegeversicherung nicht. Der Entlastungsbetrag ist ein zweckgebundenes Budget. Die Pflegekasse erstattet daraus Rechnungen bestimmter Anbieter, sie stellt selbst keine Haushaltshilfe.
Für die Haushaltshilfe kommen zwei der vier Verwendungen aus § 45b Abs. 1 SGB XI infrage: Leistungen zugelassener ambulanter Pflegedienste und Leistungen nach Landesrecht anerkannter Angebote zur Unterstützung im Alltag. Die beiden anderen Verwendungen sind Tages- oder Nachtpflege und Kurzzeitpflege.
Pflegegeld und Pflegesachleistung bestehen erst ab Pflegegrad 2. Bei Pflegegrad 1 ist der Entlastungsbetrag deshalb der einzige laufende Geldbetrag, aus dem eine Haushaltshilfe bezahlt werden kann. Ein Antrag auf den Entlastungsbetrag ist nicht nötig. Der Anspruch entsteht nach § 45b Abs. 2 SGB XI, sobald der Pflegegrad vorliegt. Wer noch keinen Pflegegrad hat, findet den Weg im Ratgeber Pflegegrad beantragen.
Wer darf die Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1 erbringen?
Abrechnen dürfen nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag und zugelassene Pflegedienste. Die Anerkennung erteilt die zuständige Landesbehörde nach § 45a Abs. 1 Satz 3 SGB XI, nicht die Pflegekasse. Eine private Putzhilfe ohne Anerkennung ist nicht erstattungsfähig.
§ 45a Abs. 1 SGB XI unterscheidet drei Arten von Angeboten. Für den Haushalt ist die dritte Art maßgeblich, die Angebote zur Entlastung im Alltag. Das Gesetz nennt ausdrücklich die Unterstützung im Haushalt, insbesondere bei der Haushaltsführung, und Serviceangebote für haushaltsnahe Dienstleistungen.
Jedes anerkannte Angebot braucht ein Konzept mit Leistungsübersicht und Preisen (§ 45a Abs. 2 SGB XI). Die Preise sind damit vor Vertragsschluss bekannt. Nach § 45b Abs. 4 SGB XI darf die Vergütung die Preise vergleichbarer Sachleistungen zugelassener Pflegeeinrichtungen nicht übersteigen.
Zugelassene Pflegedienste erbringen ebenfalls Hilfen bei der Haushaltsführung. Bei Pflegegrad 1 darf der Entlastungsbetrag nach § 45b Abs. 1 Nr. 3 SGB XI sogar für Leistungen der Selbstversorgung eingesetzt werden, etwa Hilfe beim Duschen. Ab Pflegegrad 2 ist dieser Bereich ausgeschlossen.
Welche Anbieter im eigenen Ort anerkannt sind, weiß der Pflegestützpunkt. Die Länder führen außerdem eigene Verzeichnisse. Die Pflegekasse nennt auf Nachfrage ebenfalls anerkannte Anbieter.
| Wer erbringt die Hilfe? | Über den Entlastungsbetrag abrechenbar? | Grundlage |
|---|---|---|
| Anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag | ja | § 45b Abs. 1 Nr. 4, § 45a SGB XI |
| Zugelassener ambulanter Pflegedienst | ja, bei Pflegegrad 1 auch Selbstversorgung | § 45b Abs. 1 Nr. 3 SGB XI |
| Reinigungsfirma ohne Anerkennung | nein | § 45b Abs. 1 Satz 3 SGB XI |
| Private Putzhilfe, Minijob | nein | § 45b Abs. 1 Satz 3 SGB XI |
| Nachbarin, Freund, Angehörige als Einzelhelfer | nur, wenn das Landesrecht die Person anerkennt | § 45a Abs. 3 SGB XI |
- Nachbarschaftshilfe in NRW (§ 11 AnFöVO NRW): Eine Einzelperson gilt bis zur Höhe des Entlastungsbetrags als anerkannt, wenn sie ehrenamtlich hilft, nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert ist, nicht als Pflegeperson angegeben ist, nicht im selben Haushalt lebt und einen Nachbarschaftshilfe- oder Pflegekurs nachweist oder das Informationsangebot der Servicestellen kennt.
- Einzelkraft im Minijob in NRW (§ 10 AnFöVO NRW): Eine im Haushalt angestellte Hilfe gilt als anerkannt, wenn sie ein Informationsgespräch bei einer Servicestelle geführt hat, bei der Minijob-Zentrale oder Sozialversicherung gemeldet ist, mindestens eine Qualifizierung im Umfang eines Pflegekurses hat und nicht nah verwandt ist oder im Haushalt lebt.
- Andere Bundesländer regeln diese Fragen in eigenen Verordnungen nach § 45a Abs. 3 SGB XI, teils mit anderen Voraussetzungen.

Inhalt der Grafik als Text
Pflegegrad 1: Entlastungsbetrag bis 131 Euro im Monat, nur für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag oder zugelassene Pflegedienste. Kein Pflegegeld, keine Pflegesachleistung, kein Umwandlungsanspruch.
Pflegegrad 2 bis 5: Entlastungsbetrag bis 131 Euro, dazu Umwandlungsanspruch bis 40 Prozent des Sachleistungsbetrags (318,40 Euro bei Pflegegrad 2, 598,80 Euro bei Pflegegrad 3, 743,60 Euro bei Pflegegrad 4, 919,60 Euro bei Pflegegrad 5). Alternativ Hilfen bei der Haushaltsführung über die Pflegesachleistung eines Pflegedienstes oder über das Pflegegeld selbst organisiert.
Krankenkasse nach § 38 SGB V: Haushaltshilfe bei Krankenhausbehandlung mit Kind unter zwölf Jahren im Haushalt oder bei schwerer Krankheit für bis zu vier Wochen, mit Kind bis zu 26 Wochen. Die zweite Variante gilt ohne Pflegegrad und bei Pflegegrad 1. Zuzahlung 5 bis 10 Euro je Tag.
Wie viele Stunden Haushaltshilfe gibt es bei Pflegegrad 1? Die Stunden-Formel
Das Gesetz nennt keine Stundenzahl. Es gilt die Stunden-Formel: Stunden gleich Monatsbetrag geteilt durch Stundensatz. § 45b SGB XI legt einen Geldbetrag von bis zu 131 Euro im Monat fest. Die Stunden ergeben sich aus diesem Betrag geteilt durch den Stundensatz des Anbieters, bei 35 Euro je Stunde also rund 3,7 Stunden im Monat.
Stundenangaben wie „vier Stunden im Monat“ beruhen auf einem angenommenen Stundensatz. Sie gelten nur für diesen Preis. Den maßgeblichen Satz nennt das Preisblatt des Anbieters.
Mehr Stunden am Stück sind über das Ansparen möglich. Nicht genutzte Monatsbeträge bleiben im laufenden Kalenderjahr verfügbar. Was am Jahresende übrig ist, lässt sich nach § 45b Abs. 1 Satz 5 SGB XI bis zum Ende des folgenden Kalenderhalbjahres nutzen, also bis zum 30. Juni.
Ein Rechenbeispiel: Wer von Januar bis März keine Hilfe nutzt, hat im April 524 Euro zur Verfügung, vier Monatsbeträge zu 131 Euro. Bei 35 Euro je Stunde reicht das für knapp 15 Stunden, etwa für einen gründlichen Frühjahrsputz. Wie das Ansparen im Einzelnen funktioniert, erklärt der Ratgeber Entlastungsbetrag ansparen.
| Stundensatz des Anbieters | Stunden mit 131 Euro (Pflegegrad 1) | Stunden mit 449,40 Euro (Pflegegrad 2, Entlastungsbetrag plus 40 Prozent Umwandlung) |
|---|---|---|
| 25 Euro | rund 5,2 Stunden | rund 18,0 Stunden |
| 30 Euro | rund 4,4 Stunden | rund 15,0 Stunden |
| 35 Euro | rund 3,7 Stunden | rund 12,8 Stunden |
| 40 Euro | rund 3,3 Stunden | rund 11,2 Stunden |
| 45 Euro | rund 2,9 Stunden | rund 10,0 Stunden |
Was kostet eine Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1 und was bleibt als Eigenanteil?
Die Kosten bestimmt der Anbieter. Die Pflegekasse erstattet bis zu 131 Euro im Monat, den Rest trägt die pflegebedürftige Person selbst. Bei vier Stunden zu 38 Euro entstehen 152 Euro, davon sind 21 Euro Eigenanteil.
Die Preise anerkannter Angebote stehen in ihrem Konzept und sind bei der Landesbehörde hinterlegt (§ 45a Abs. 2 und 3 SGB XI). Ein Vergleich mehrerer Preisblätter vor dem Vertrag lohnt sich, weil die Stundensätze sich je nach Bundesland und Anbieter unterscheiden.
Für den Eigenanteil gibt es eine Steuerermäßigung. Nach § 35a Abs. 2 EStG mindern haushaltsnahe Dienstleistungen sowie Pflege- und Betreuungsleistungen die Einkommensteuer um 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens um 4.000 Euro im Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Anbieters (§ 35a Abs. 5 EStG).
Wer eine Haushaltshilfe selbst im Minijob anstellt, kann nach § 35a Abs. 1 EStG 20 Prozent der Aufwendungen abziehen, höchstens 510 Euro im Jahr. Über den Entlastungsbetrag erstattungsfähig ist ein Minijob nur, wenn das Landesrecht die angestellte Person anerkennt, wie in Nordrhein-Westfalen unter den oben genannten Bedingungen.
Was die Pflegekasse erstattet, belastet den Haushalt nicht. Wie der erstattete Teil steuerlich zu behandeln ist, klärt im Einzelfall eine Steuerberatung oder das Finanzamt.
Wie bekommt man die Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1 bezahlt?
Die Pflegekasse erstattet die Kosten nachträglich gegen Belege. § 45b Abs. 2 SGB XI sieht keinen Antrag vorab vor. Auf jeder Rechnung muss erkennbar sein, zu welcher der vier Leistungsarten die Kosten gehören, etwa „Angebot zur Unterstützung im Alltag“.
Viele Anbieter bieten an, die Rechnung direkt an die Pflegekasse zu schicken. Ob das so läuft, regelt der Vertrag mit dem Anbieter. Gesetzlich vorgesehen ist die Kostenerstattung an die versicherte Person.
- Pflegegrad klärenDer Bescheid über mindestens Pflegegrad 1 muss vorliegen oder beantragt sein.
- Anerkannten Anbieter findenPflegestützpunkt, Pflegekasse oder Landesverzeichnis nach anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag fragen, die Hilfe im Haushalt anbieten.
- Preisblatt prüfenStundensatz, Mindesteinsatzzeit und Anfahrt vergleichen und schriftlich vereinbaren, wie viele Stunden im Monat kommen.
- Rechnung mit Leistungsart erhaltenDie Rechnung nennt Datum, Stunden, Betrag und die Leistungsart nach § 45b Abs. 1 SGB XI.
- Erstattung beantragenRechnung mit dem Erstattungsformular der Pflegekasse einreichen oder die Direktabrechnung des Anbieters nutzen. Restbeträge spätestens bis 30. Juni des Folgejahres verbrauchen.
Was zahlt die Pflegekasse für Haushaltshilfe ab Pflegegrad 2?
Ab Pflegegrad 2 gibt es drei Wege zusätzlich zum Entlastungsbetrag. Bis zu 40 Prozent des Sachleistungsbetrags lassen sich für anerkannte Angebote umwandeln, ein Pflegedienst kann Haushaltsführung als Sachleistung erbringen, und das Pflegegeld darf auch für selbst organisierte Hilfe im Haushalt verwendet werden.
Der Umwandlungsanspruch nach § 45a Abs. 4 SGB XI setzt keinen Antrag vorab voraus. Er gilt, soweit der Sachleistungsbetrag im Monat nicht für einen Pflegedienst verbraucht wurde. Bei Pflegegrad 2 sind 40 Prozent von 796 Euro gleich 318,40 Euro. Zusammen mit dem Entlastungsbetrag stehen damit bis zu 449,40 Euro im Monat für anerkannte Haushaltshilfe bereit.
Der umgewandelte Betrag mindert das Pflegegeld. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet vor: Wer bei Pflegegrad 2 die vollen 318,40 Euro umwandelt, erhält noch 60 Prozent des Pflegegeldes, also 208,20 Euro statt 347 Euro.
Die Pflegesachleistung umfasst nach § 36 Abs. 1 SGB XI ausdrücklich Hilfen bei der Haushaltsführung. Ein zugelassener Pflegedienst rechnet sie direkt mit der Pflegekasse ab. Das Pflegegeld setzt nach § 37 Abs. 1 Satz 2 SGB XI voraus, dass die Hilfen bei der Haushaltsführung selbst sichergestellt werden. Damit lässt sich auch eine private Hilfe ohne Anerkennung bezahlen, allerdings ohne Erstattung durch die Kasse.
| Pflegegrad | Entlastungsbetrag | Umwandlung bis 40 Prozent | zusammen für anerkannte Angebote |
|---|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | 131 Euro | nicht möglich | 131 Euro |
| Pflegegrad 2 | 131 Euro | 318,40 Euro | 449,40 Euro |
| Pflegegrad 3 | 131 Euro | 598,80 Euro | 729,80 Euro |
| Pflegegrad 4 | 131 Euro | 743,60 Euro | 874,60 Euro |
| Pflegegrad 5 | 131 Euro | 919,60 Euro | 1.050,60 Euro |
Wann zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?
Die Krankenkasse zahlt Haushaltshilfe nach § 38 SGB V, wenn eine Krankheit die Haushaltsführung vorübergehend unmöglich macht. Bei schwerer Krankheit oder nach einem Krankenhausaufenthalt gilt das für bis zu vier Wochen, mit einem Kind unter zwölf Jahren im Haushalt für bis zu 26 Wochen.
Für Menschen mit Pflegegrad 1 ist diese Regel wichtig. § 38 Abs. 1 Satz 3 SGB V schließt die Haushaltshilfe bei schwerer Krankheit nur aus, wenn Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 vorliegt. Pflegegrad 1 steht dem Anspruch nicht entgegen. Ab Pflegegrad 2 besteht er nur noch, wenn ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes, auf Hilfe angewiesenes Kind im Haushalt lebt.
Ein zweiter Fall ist unabhängig vom Pflegegrad. Fällt die haushaltsführende Person wegen einer Krankenhausbehandlung, einer Reha oder häuslicher Krankenpflege aus und lebt ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt, zahlt die Krankenkasse nach § 38 Abs. 1 Satz 1 und 2 SGB V ohne feste Höchstdauer.
Der Anspruch besteht nur, wenn niemand im Haushalt die Arbeit übernehmen kann (§ 38 Abs. 3 SGB V). Für Verwandte bis zum zweiten Grad erstattet die Kasse keine Vergütung, wohl aber nach Ermessen Fahrkosten und Verdienstausfall (§ 38 Abs. 4 SGB V). Erwachsene zahlen je Tag 10 Prozent der Kosten zu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro (§ 38 Abs. 5, § 61 SGB V). Viele Kassen leisten über ihre Satzung mehr.
| Merkmal | Pflegekasse (SGB XI) | Krankenkasse (§ 38 SGB V) |
|---|---|---|
| Anlass | dauerhafte Pflegebedürftigkeit | vorübergehender Ausfall durch Krankheit |
| Pflegegrad | ab Pflegegrad 1 | ohne Pflegegrad oder Pflegegrad 1; ab Pflegegrad 2 nur mit Kind unter 12 |
| Dauer | unbefristet, monatlich | bis 4 Wochen, mit Kind bis 26 Wochen |
| Betrag | bis 131 Euro im Monat bei Pflegegrad 1 | Kosten der Haushaltshilfe, abzüglich Zuzahlung |
| Eigenanteil | Kosten über 131 Euro | 5 bis 10 Euro je Tag |
| Antrag | kein Antrag vorab, Erstattung gegen Beleg | vorab bei der Krankenkasse beantragen |
Welche Fehler kosten bei der Haushaltshilfe Geld?
Die meisten Ablehnungen entstehen durch einen nicht anerkannten Anbieter oder eine verpasste Frist. Die folgende Liste fasst die häufigsten Punkte zusammen.
- Eine Reinigungsfirma ohne Anerkennung beauftragen und erst danach bei der Kasse fragen. Die Rechnung wird nicht erstattet.
- Mit alten Beträgen planen: Der Entlastungsbetrag beträgt seit 1. Januar 2025 131 Euro, nicht mehr 125 Euro.
- Restbeträge aus dem Vorjahr nach dem 30. Juni verfallen lassen.
- Den Umwandlungsanspruch ab Pflegegrad 2 nicht kennen und Haushaltshilfe komplett selbst bezahlen.
- Bei Pflegegrad 1 nach einem Krankenhausaufenthalt nicht an die Krankenkasse denken.
- Rechnungen ohne Angabe der Leistungsart einreichen. Die Kasse fragt dann nach und die Erstattung verzögert sich.
Was hat die Haushaltshilfe mit Pflegehilfsmitteln zu tun?
Beide Leistungen entlasten denselben Haushalt aus verschiedenen Töpfen und werden nicht gegeneinander verrechnet. Der Entlastungsbetrag bezahlt Dienstleistungen, die Pauschale nach § 40 Abs. 2 SGB XI bezahlt Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 Euro im Monat.
Bei Pflegegrad 1 stehen so bis zu 173 Euro im Monat zur Verfügung: 131 Euro Entlastungsbetrag und 42 Euro für Verbrauchsmaterial. Eine Haushaltshilfe, die im Haushalt mit anpackt, nutzt Einmalhandschuhe und Flächendesinfektion, die über die Pauschale abgedeckt sind.
Beide Ansprüche laufen nicht automatisch an. Der Entlastungsbetrag braucht Rechnungen eines anerkannten Anbieters, die 42 Euro brauchen einen eigenen Antrag bei der Pflegekasse. Ob der Anspruch auf Pflegehilfsmittel besteht, zeigt der Pflegebox-Check.
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In unter einer Minute klären, ob und in welcher Höhe ein Anspruch besteht.
Zum Pflegebox-CheckHäufige Fragen
Hat man bei Pflegegrad 1 Anspruch auf eine Haushaltshilfe?
Ja, über den Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro im Monat nach § 45b SGB XI. Abrechnen dürfen nur nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag oder zugelassene Pflegedienste.
Wie oft kommt eine Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1?
So oft, wie der Betrag reicht. Das Gesetz nennt keine Stundenzahl, es gilt die Stunden-Formel: Betrag geteilt durch Stundensatz. Bei 35 Euro je Stunde ergeben 131 Euro rund 3,7 Stunden im Monat. Durch Ansparen sind auch längere Einsätze möglich.
Was kostet eine Putzhilfe bei Pflegegrad 1?
Den Preis legt der Anbieter fest. Die Pflegekasse erstattet bis zu 131 Euro im Monat, den Rest zahlt man selbst. Für den Eigenanteil gibt es die Steuerermäßigung nach § 35a EStG von 20 Prozent der Arbeitskosten.
Können auch Angehörige als Haushaltshilfe tätig sein?
Über den Entlastungsbetrag nur, wenn das Landesrecht sie anerkennt. Nordrhein-Westfalen etwa schließt Verwandte bis zum zweiten Grad und Haushaltsmitglieder von der Nachbarschaftshilfe aus. Ab Pflegegrad 2 kann das Pflegegeld an Angehörige weitergegeben werden, die im Haushalt helfen.
Fällt der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 im Jahr 2027 weg?
Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 sieht das ab 1. Januar 2027 vor. Beschlossen ist das nicht. Für 2026 gelten die 131 Euro unverändert.
Bekomme ich für die Haushaltshilfe Geld ausgezahlt?
Nein. Entlastungsbetrag und Umwandlungsanspruch werden gegen Belege erstattet, die Pflegesachleistung rechnet der Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse ab.
Verfällt der Entlastungsbetrag, wenn ich keine Haushaltshilfe finde?
Nicht sofort. Nicht genutzte Beträge bleiben im Kalenderjahr verfügbar. Der Rest lässt sich nach § 45b Abs. 1 SGB XI bis zum 30. Juni des Folgejahres nutzen.
Wie viele Stunden Haushaltshilfe gibt es bei Pflegegrad 2?
Auch hier gibt es keine feste Stundenzahl. Mit Entlastungsbetrag und voller Umwandlung stehen bis zu 449,40 Euro im Monat bereit. Bei 35 Euro je Stunde sind das rund 12,8 Stunden.
Zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1?
Ja, bei schwerer Krankheit oder nach einem Krankenhausaufenthalt für bis zu vier Wochen nach § 38 Abs. 1 Satz 3 SGB V. Ausgeschlossen ist dieser Anspruch erst ab Pflegegrad 2, es sei denn, ein Kind unter zwölf Jahren lebt im Haushalt.
Brauche ich für den Umwandlungsanspruch einen Antrag?
Nein. § 45a Abs. 4 SGB XI sieht keine vorherige Antragstellung vor. Erstattet wird gegen Vorlage der Belege.
Offizielle Quelle
- § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
- § 45a SGB XI (Angebote zur Unterstützung im Alltag)
- § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
- § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
- § 37 SGB XI (Pflegegeld)
- § 38 SGB V (Haushaltshilfe)
- § 61 SGB V (Zuzahlungen)
- § 35a EStG (Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen)
- § 40 Abs. 2 SGB XI
- Bundesministerium für Gesundheit: Weitere Leistungen und Angebote zur Unterstützung im Alltag (Entlastungsbetrag)
- § 11 Anerkennungs- und Förderungsverordnung NRW (Nachbarschaftshilfe)
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Gesetzentwurf Kabinett 30.09.2026
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Redaktioneller Stand: 09/2026. Diese Seite informiert, sie entscheidet nicht. Das tut ausschließlich die zuständige Pflegekasse.
Fachlich verantwortlich
Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien