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Pflegebetten: Kostenträger, Zuzahlung und Produktarten

Ein Pflegebett ist ein Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 50. Hier steht, wer es bezahlt, welche Zuzahlung gilt, wie der Antrag läuft und worin sich die sechs Produktarten nach Liegefläche und Tragfähigkeit unterscheiden.

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  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 11 Min. Lesezeit

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

50.45.01Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Pflegebetten
Produktgruppe
50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
Kostenträger
Kranken- oder Pflegekasse (doppelfunktional, Antrag bei einer der beiden genügt)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Pflegebett steht im Hilfsmittelverzeichnis unter 50.45.01. Anspruch hat, wer pflegebedürftig ist; schon Pflegegrad 1 schließt Pflegehilfsmittel ein (§ 28a, § 40 SGB XI). Entscheidend ist die pflegerische Notwendigkeit, nicht die Höhe des Grades.
  • Pflegekasse und Krankenkasse verrechnen die Kosten untereinander pauschal: Für die Produktgruppe 50 trägt die Pflegekasse 91,7 Prozent, die Krankenkasse 8,3 Prozent. Für Sie gilt: Die Kasse, bei der Sie den Antrag stellen, prüft den Anspruch (§ 40 Abs. 5 SGB XI).
  • Pflegekassen sollen technische Pflegehilfsmittel vorrangig leihweise überlassen. Die Matratze gehört zur Leistung, wenn die vorhandene nicht nutzbar ist.
  • Ab 18 Jahren fällt eine Zuzahlung an. Für das Pflegebett gilt die Zuzahlung nach SGB V (10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro); der Abschnitt zur Zuzahlung erklärt, warum.
Inhalt dieser Seite13 Abschnitte
  1. Pflegekasse oder Krankenkasse: wer ein Pflegebett bezahlt
  2. Die sechs Produktarten: Liegefläche, Tragfähigkeit, Indikation
  3. Einlegerahmen zuerst prüfen: wann ein ganzes Bett infrage kommt
  4. Das Fünf-Stationen-Verfahren zum Pflegebett
  5. Zuzahlung und Eigenanteil: zwei Regeln, ein Rechenbeispiel
  6. Was zur Leistung gehört und was nicht
  7. Pflegebett, Krankenbett, Seniorenbett: die Begriffe im Verzeichnis
  8. Wo diese Position steht
  9. Produktarten in dieser Position
  10. Wo die Grenze verläuft
  11. Häufige Fragen
  12. Mehr zum Thema
  13. Weiterlesen

Pflegekasse oder Krankenkasse: wer ein Pflegebett bezahlt

Das Pflegebett (50.45.01) gehört zur Produktgruppe 50, den Pflegehilfsmitteln zur Erleichterung der Pflege. Der Anspruch steht in § 40 Abs. 1 SGB XI: Pflegebedürftige erhalten Pflegehilfsmittel, die die Pflege erleichtern oder Beschwerden lindern, soweit nicht die Krankenversicherung oder ein anderer Träger zuständig ist.

Weil ein Bett beiden Zwecken dienen kann, führt der GKV-Spitzenverband es in einer Liste doppelfunktionaler Hilfsmittel (Richtlinien RidoHiMi, Fassung vom 24.06.2020, Anlage 1). Für solche Positionen gilt: Der Leistungsträger, bei dem Sie den Antrag stellen, prüft den Anspruch und entscheidet. Die Kassen gleichen die Ausgaben danach pauschal untereinander aus. Für Produktgruppe 50 nennt die Richtlinie 8,3 Prozent Krankenkasse und 91,7 Prozent Pflegekasse.

Diese Aufteilung betrifft nur die Abrechnung zwischen den Kassen. Sie müssen nicht herausfinden, welche Kasse zahlt, und Ihre Antwort hängt nicht vom Verteilungsschlüssel ab.

Zuständigkeit je Situation (Gesetzestexte und Richtlinie, abgerufen 09.10.2026)
SituationZuständigGrundlage
Pflege zu Hause, Pflegegrad liegt vor, Bett erleichtert die Pflege (50.45.01)Pflegekasse; die zuerst angegangene Kasse prüft§ 40 Abs. 1 und 5 SGB XI, RidoHiMi Anlage 1
Bett als Teil der Krankenbehandlung oder zum Behinderungsausgleich (19.40.01, behindertengerechte Betten)Krankenkasse, ärztliche Verordnung§ 33 SGB V
Vollstationäre Pflege im HeimEinrichtung hält Betten für den üblichen Pflegebetrieb vor§ 33 Abs. 1 SGB V, § 40 Abs. 5 SGB XI

Die sechs Produktarten: Liegefläche, Tragfähigkeit, Indikation

Das Hilfsmittelverzeichnis unterscheidet die Pflegebetten nach Liegeflächenlänge und sicherer Arbeitslast (SAL). Die SAL ist laut Verzeichnis die größte zulässige Last, die das Bett heben darf. Sie setzt sich aus dem Gewicht der versicherten Person, der Matratze, der Bettwäsche und dem Zubehör zusammen, etwa einer Aufrichthilfe oder einem Wechseldrucksystem.

Zwei der acht Nummern (50.45.01.0 und 50.45.01.3) sind nicht besetzt. Die übrigen sechs sind im Verzeichnis so beschrieben:

Produktarten der Untergruppe 50.45.01 (GKV-Spitzenverband, abgerufen 09.10.2026)
Nr.ProduktartMerkmal laut Verzeichnis
50.45.01.1Liegefläche über 1,80 m, SAL 170 bis 250 kgRücken- und Oberschenkellehne stufenlos elektromotorisch, Handschalter, Rollen
50.45.01.2Liegefläche 1,40 bis 1,80 m, SAL bis 170 kgLiegehöhe, Rücken- und Schenkellehne unabhängig verstellbar; berücksichtigt unterschiedliche Körpergrößen
50.45.01.4Sitz- und Aufrichtfunktion, Liegefläche über 1,80 mWechsel in nach vorn offene Sitzposition; nur, wenn andere Maßnahmen ausscheiden
50.45.01.5Niedrigbett, Liegefläche über 1,80 mLiegefläche lässt sich tiefer absenken als bei 50.45.01.1
50.45.01.6SAL 251 bis 314 kg, Breite mindestens 1,00 merhöhte Tragfähigkeit, motorisch höhenverstellbar
50.45.01.7SAL über 314 kg, Breite mindestens 1,00 merhöhte Tragfähigkeit, motorisch höhenverstellbar
Übersicht der Produktarten von Pflegebetten im Hilfsmittelverzeichnis: Liegeflächenlänge und sichere Arbeitslast von bis 170 Kilogramm bis über 314 Kilogramm, dazu Niedrigbett und Bett mit Sitzfunktion.
Pflegebetten im Hilfsmittelverzeichnis: sechs Produktarten nach Liegefläche und Tragfähigkeit
Inhalt der Grafik als Text

50.45.01.2: Liegefläche 1,40 bis 1,80 Meter, sichere Arbeitslast bis 170 Kilogramm. 50.45.01.1: Liegefläche über 1,80 Meter, 170 bis 250 Kilogramm. 50.45.01.6: 251 bis 314 Kilogramm. 50.45.01.7: über 314 Kilogramm.

Zusätzlich 50.45.01.5 Niedrigbett (tieferes Absenken der Liegefläche) und 50.45.01.4 Bett mit Sitz- und Aufrichtfunktion. Die Nummern .0 und .3 sind im Verzeichnis nicht besetzt.

Einlegerahmen zuerst prüfen: wann ein ganzes Bett infrage kommt

Die Produktgruppe 50 legt eine Reihenfolge nahe. Nach der Definition kommt die Versorgung mit einem Pflegebett dann in Betracht, wenn das vorhandene Bett für eine erforderliche Umrüstung nicht geeignet oder eine Umrüstung nicht ausreichend zweckmäßig ist. Der Einlegerahmen (50.45.03) macht ein handelsübliches Bett pflegegerecht.

Für den Antrag heißt das: Beschreiben Sie, warum das vorhandene Bett nicht umgerüstet werden kann. Gründe können die Bauform, die Höhe oder die Position im Raum sein. Je konkreter die Begründung, desto weniger Rückfragen entstehen.

  • Einlegerahmen: bleibt im vorhandenen Bett, verstellbare Liegefläche; Position Einlegerahmen zur Pflegeerleichterung.
  • Pflegebett: eigenes Bett mit Rollen und Höhenverstellung, wenn eine Umrüstung ausscheidet.
  • Niedrigbett (50.45.01.5): wenn die Liegefläche tiefer als bei einem normalen Pflegebett abgesenkt werden soll.
  • Behindertengerechtes Bett (19.40.01): Krankenkassenhilfsmittel mit ärztlicher Verordnung, siehe behindertengerechte Betten.

Das Fünf-Stationen-Verfahren zum Pflegebett

Der Weg vom ersten Gedanken bis zur Lieferung folgt fünf Stationen. Die Fristen stammen aus dem Gesetz, nicht aus der Praxis einzelner Kassen.

  1. Bedarf festhaltenNotieren Sie, wo und wie oft die Pflege im Bett stattfindet und warum das vorhandene Bett nicht reicht. Die Indikation im Verzeichnis nennt Pflegebedürftige mit erheblicher oder wesentlicher Beeinträchtigung der Mobilität, nicht mehr spontan mobil und bettlägerig.
  2. Empfehlung oder Verordnung einholenEine Pflegefachperson kann das Pflegebett bei der Antragstellung empfehlen. Die Empfehlung darf bei der Antragstellung nicht älter als zwei Wochen sein und geht in Textform mit dem Antrag an die Kasse. Dann ist weder eine ärztliche Verordnung noch eine Verordnung einer Pflegefachperson nötig (§ 40 Abs. 6 SGB XI). Ohne Empfehlung kann die Kasse nach § 33 Abs. 5a SGB V eine Verordnung verlangen.
  3. Antrag bei Pflegekasse oder Krankenkasse stellenFormlos genügt, besser mit Pflegegradbescheid, Empfehlung oder Verordnung und der Begründung zur Umrüstung. Die Kasse prüft, wer zuständig ist, und kann den Bedarf durch eine Pflegefachperson oder den Medizinischen Dienst überprüfen lassen.
  4. Entscheidung abwartenDie Pflegekasse muss spätestens nach drei Wochen entscheiden, bei Beteiligung des Medizinischen Dienstes oder einer Pflegefachperson nach fünf Wochen. Kann sie die Frist nicht halten, muss sie den Grund rechtzeitig schriftlich nennen. Fehlt ein hinreichender Grund, gilt die Leistung nach Fristablauf als genehmigt (§ 40 Abs. 7 SGB XI).
  5. Lieferung und EinweisungLiefern darf jeder Leistungserbringer, der Vertragspartner Ihrer Kasse ist (§ 33 Abs. 6 SGB V). Der Anspruch umfasst auch Änderung, Instandsetzung und Ersatz sowie die Einweisung in den Gebrauch (§ 40 Abs. 3 SGB XI).

Zuzahlung und Eigenanteil: zwei Regeln, ein Rechenbeispiel

Erwachsene zahlen zu Pflegehilfsmitteln etwas zu. Das Gesetz kennt zwei Regeln, und beim Pflegebett kommt es darauf an, welche greift. § 40 Abs. 3 SGB XI nennt 10 Prozent, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel. Für die Positionen, die der GKV-Spitzenverband als doppelfunktional bestimmt, verweist § 40 Abs. 5 SGB XI dagegen auf die Zuzahlungsregeln des SGB V: 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als die Kosten (§ 61 SGB V).

Das Pflegebett (50.45.01) steht in Anlage 1 der Richtlinie, ebenso das behindertengerechte Bett 19.40.01 der Krankenkasse (Produktgruppe 19, Kostenaufteilung 8,3 Prozent Krankenkasse, 91,7 Prozent Pflegekasse). Für Sie gilt deshalb die zweite Regel: höchstens 10 Euro, nicht 25 Euro. Weicht der Betrag auf Ihrem Bescheid davon ab, fragen Sie bei der Kasse nach.

Beispielrechnung mit angenommenen Preisen; die tatsächlichen Preise legt der Kassenvertrag fest
RegelBerechnungBeispiel bei 150 Euro Abgabepreis
§ 40 Abs. 3 SGB XI (nur reine Pflegehilfsmittel außerhalb Anlage 1, nicht das Pflegebett)10 %, höchstens 25 Euro je Mittel15 Euro
§ 61 SGB V, über § 40 Abs. 5 SGB XI (doppelfunktional)10 %, mindestens 5, höchstens 10 Euro10 Euro (Obergrenze)
Dasselbe bei 40 Euro Abgabepreis10 % = 4 Euro, aber mindestens 5 Euro5 Euro
  • Befreiung: Die Pflegekasse kann Sie zur Vermeidung von Härten ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreien. Wer die Belastungsgrenze nach § 62 SGB V erreicht hat, zahlt den überschreitenden Betrag nicht (§ 40 Abs. 3 SGB XI).
  • Mehrkosten: Wählen Sie eine Ausstattung über das Notwendige hinaus, tragen Sie die Mehrkosten und die Folgekosten selbst (§ 40 Abs. 1 SGB XI).
  • Leihe ablehnen: Lehnen Sie die leihweise Überlassung ohne zwingenden Grund ab, zahlen Sie die Kosten in vollem Umfang selbst (§ 40 Abs. 3 SGB XI).

Was zur Leistung gehört und was nicht

Die Definition der Produktgruppe 50 regelt mehr als das Bett selbst. Die folgenden Punkte beantworten die Fragen, die bei der Beantragung am häufigsten offen bleiben.

  • Matratze: Die Leistung der Pflegekasse umfasst die Matratze, wenn die vorhandene nicht genutzt werden kann. Dafür ist kein gesonderter Eigenanteil zu zahlen; sie ist Bestandteil des Pflegebettes.
  • Zubehör: Bettaufrichthilfen, Seitenpolster, sonstige Aufrichthilfen und Bettseitenteile sind möglich. Ob sie zum Lieferumfang gehören oder optional sind, steht in den Produktmerkmalen des einzelnen Produkts. Position: Pflegebettenzubehör.
  • Trendelenburg-Lagerung: Hat ein Bett diese Funktion, ist sie gesperrt. In der häuslichen Umgebung ist sie nicht zulässig.
  • Bettseitenteile und Bettzelte: Ihr Einsatz kann eine freiheitsentziehende Maßnahme darstellen. Die gesetzlichen Bestimmungen, besonders zu richterlichen Anordnungen, sind zu beachten.
  • Spezielle Matratzen gegen Dekubitus: gesonderte Positionen, zum Beispiel Weichlagerungsmatratzen.
  • Umbauten am Zimmer: kein Teil des Bettes. Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen kann die Pflegekasse Zuschüsse bis 4.180 Euro je Maßnahme gewähren (§ 40 Abs. 4 SGB XI).

Pflegebett, Krankenbett, Seniorenbett: die Begriffe im Verzeichnis

Im Handel sind die Begriffe fließend. Das Hilfsmittelverzeichnis kennt nur die eigenen Positionen. „Seniorenbett“ ist dort keine Position; Händler verwenden den Begriff für wohnlich gestaltete Betten.

Zuordnung nach Hilfsmittelverzeichnis und Anlage 1 RidoHiMi
BegriffPosition im VerzeichnisKostenträger
Pflegebett50.45.01 PflegebettenPflegekasse (doppelfunktional)
Einlegerahmen50.45.03Pflegekasse (doppelfunktional)
Niedrigbett, Niederflurbett50.45.01.5Pflegekasse (doppelfunktional)
Krankenbett, behindertengerechtes Bett19.40.01 und 19.40.06 (SAL über 250 kg)Krankenkasse (auch doppelfunktional gelistet)
Seniorenbettkeine eigene Positionje nach Ausstattung eine der obigen

Wo diese Position steht

Die Nummer 50.45.01 liest sich von links nach rechts: 50 ist die Produktgruppe, 45 der Anwendungsort, 01 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege. Geführt wird das Verzeichnis vom GKV-Spitzenverband. Seine Aufgabe ist die eindeutige Zuordnung von Produkten, damit alle Beteiligten dasselbe meinen.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 50.45.01
50.45.01.1Pflegebetten, motorisch verstellbar (Liegeflächen-Länge > 1,80 Meter, SAL 170 kg bis 250 kg)
50.45.01.2Pflegebetten, motorisch verstellbar (Liegeflächen-Länge 1,40 Meter bis 1,80 Meter, SAL ≤ 170 Kilogramm)
50.45.01.4Pflegebetten, motorisch verstellbar mit Sitz- und Aufrichtfunktion (Liegeflächen-Länge > 1,80 Meter)
50.45.01.5Pflege- Niedrigbetten, motorisch verstellbar (Liegeflächen-Länge > 1,80 Meter)
50.45.01.6Pflegebetten, motorisch verstellbar (Liegeflächen-Länge > 1,80 Meter, SAL 251 bis 314 Kilogramm)
50.45.01.7Pflegebetten, motorisch verstellbar (Liegeflächen-Länge > 1,80 Meter, SAL > 314 Kilogramm)

Wo die Grenze verläuft

Dass beide Bereiche gemeinsam geführt werden, sorgt regelmäßig für Verwechslungen. Die Zuständigkeit ergibt sich nicht aus dem Verzeichnis, sondern aus dem jeweiligen Sozialgesetzbuch.

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Häufige Fragen

Welches Pflegebett wird von der Krankenkasse bezahlt?

Das Pflegebett nach 50.45.01 zahlt in der Regel die Pflegekasse, weil es ein Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege ist. Die Kassen verrechnen die Ausgaben untereinander pauschal (Produktgruppe 50: 91,7 Prozent Pflegekasse, 8,3 Prozent Krankenkasse). Ein behindertengerechtes Bett nach 19.40.01 zahlt die Krankenkasse bei medizinischer Erforderlichkeit auf ärztliche Verordnung. Die Kasse, bei der Sie den Antrag stellen, prüft die Zuständigkeit.

Welchen Pflegegrad braucht man für ein Pflegebett?

Einen bestimmten Mindestgrad schreiben weder § 40 SGB XI noch das Hilfsmittelverzeichnis vor. Auch Pflegegrad 1 schließt die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln ein (§ 28a SGB XI). Entscheidend ist, dass das Bett die Pflege erleichtert, etwa weil die Pflege ganz oder teilweise im Bett stattfindet und die Person nicht mehr spontan mobil ist.

Wie hoch ist die gesetzliche Zuzahlung für ein Pflegebett?

Ab 18 Jahren zahlen Sie 10 Prozent. Beim Pflegebett sind es mindestens 5 und höchstens 10 Euro: Die Richtlinie des GKV-Spitzenverbands führt es in Anlage 1 als doppelfunktionales Hilfsmittel (ebenso das behindertengerechte Bett 19.40.01), und § 40 Abs. 5 SGB XI verweist dafür auf § 61 SGB V. Die Grenze von 25 Euro nach § 40 Abs. 3 SGB XI gilt nur für reine Pflegehilfsmittel außerhalb von Anlage 1. Befreiung ist bei Härtefällen oder erreichter Belastungsgrenze möglich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Seniorenbett und einem Pflegebett?

„Seniorenbett“ ist eine Handelsbezeichnung und keine Position im Hilfsmittelverzeichnis. Ein Pflegebett nach 50.45.01 hat eine mehrfach geteilte, motorisch verstellbare Liegefläche und Rollen. Ein Seniorenbett kann ein solches Pflegebett sein oder ein normales, höheres Bett; nur das Pflegebett ist als Hilfsmittel gelistet.

Gehört die Matratze zum Pflegebett?

Ja, wenn die vorhandene Matratze nicht genutzt werden kann. Die Leistung der Pflegekasse umfasst dann die Matratze, ohne gesonderten Eigenanteil. Sie gilt als Bestandteil des Pflegebettes.

Wie lange darf die Entscheidung über den Antrag dauern?

Die Pflegekasse muss spätestens nach drei Wochen entscheiden, bei Beteiligung von Medizinischem Dienst oder Pflegefachperson nach fünf Wochen (§ 40 Abs. 7 SGB XI). Nennt sie bei Verzögerung keinen hinreichenden Grund, gilt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt.

Amtliche Quelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 40 Abs. 2 SGB XI
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  5. § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
  6. § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)
  7. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  8. GKV-Spitzenverband: Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel (RidoHiMi), Fassung vom 24.06.2020, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  9. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 50 „Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege“, Fortschreibung vom 03.12.2024 (abgerufen 09.10.2026)
  10. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Untergruppe 50.45.01 Pflegebetten (abgerufen 09.10.2026)
  11. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.01.1 (abgerufen 09.10.2026)
  12. Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)

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Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien