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Positionierungshilfen im Pflegebett: Lagekorrektur und Transferhilfen (50.45.09)

Unter 50.45.09 führt das Hilfsmittelverzeichnis zwei Hilfen, die Pflegepersonen beim Umlagern und Rutschen im Pflegebett entlasten: die Lagekorrekturhilfe und die Positionierungs- und Transferhilfe. Hier steht, wann die Kasse sie bezahlt, wie sie sich von den Lagerungskissen gegen Dekubitus (11.11.05) unterscheiden und was Sie zuzahlen.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 8 Min. Lesezeit

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50.45.09Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Positionierungshilfen
Produktgruppe
50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
Kostenträger
Kranken- oder Pflegekasse (doppelfunktional, Antrag bei einer der beiden genügt)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Verzeichnis führt unter 50.45.09 zwei Produktarten: 50.45.09.0 Lagekorrekturhilfen (elektromotorische Lakenaufzugsvorrichtung) und 50.45.09.1 Positionierungshilfen und Transferhilfen (rutschfeste, flexible Unterlagen). Je Produktart ist ein Produkt gelistet (Abruf 09.10.2026).
  • Beide setzen nach der Indikation ein motorisch verstellbares Pflegebett voraus und dienen der Pflegeerleichterung. Eine Lagekorrekturhilfe ersetzt nicht die Dekubitusprophylaxe mit Umlagerung.
  • Lagerungskissen und Auflagen gegen Dekubitus stehen in Gruppe 11 und laufen über die Krankenkasse: 11.11.05 statische Positionierungshilfen.
  • Die Untergruppe 50.45.09 steht in Anlage 1 der Richtlinien zu doppelfunktionalen Hilfsmitteln. Sie stellen den Antrag bei Kranken- oder Pflegekasse; die Zuzahlung beträgt dort 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.
Inhalt dieser Seite10 Abschnitte
  1. Zwei Produktarten: Lagekorrektur und Positionierung mit Transfer
  2. Positionierungshilfe im Bett oder Lagerungskissen: der Unterschied
  3. Wer zahlt: Kranken- und Pflegekasse im Verbund
  4. Der Antrag in vier Schritten
  5. Einordnung im Verzeichnis
  6. Produktarten in dieser Position
  7. Wo die Grenze verläuft
  8. Häufige Fragen
  9. Mehr zum Thema
  10. Weiterlesen

Zwei Produktarten: Lagekorrektur und Positionierung mit Transfer

Positionierung bedeutet in diesem Teil des Verzeichnisses, die Lage einer pflegebedürftigen Person im Pflegebett zu verändern oder sie bei einem Transfer zu unterstützen. Die Produktgruppe 50 sagt es so: Positionierungshilfen erleichtern die Pflege bei Positions- und Lagewechseln der im Pflegebett liegenden Person und/oder bei Transferleistungen mit Unterstützung durch die Pflegeperson. Damit ist die Position von den Kissen zur Druckentlastung klar getrennt.

Produktarten 50.45.09.0 und 50.45.09.1 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis, abgerufen 09.10.2026)
Merkmal50.45.09.0 Lagekorrekturhilfen50.45.09.1 Positionierungs-/Transferhilfen
Was es istelektromotorische Lakenaufzugsvorrichtung: Das Laken wird mit einem Aufrollmechanismus in die gewünschte Richtung gezogenflexible, rutschfeste Unterlage, meist aus Silikon, die unter den Körper oder bestimmte Körperteile gelegt wird und ein Wegrutschen verhindert
WofürLiegeposition im Pflegebett ohne großen Kraftaufwand korrigierenErleichterung bei Positions- und Lagewechseln im Bett und bei Transfers mit Unterstützung der Pflegeperson
Grenzeauf das Pflegebett begrenztsetzt Restmobilität voraus
IndikationPerson rutscht zum Fußende und kann bei der Lagekorrektur nicht helfen und/oder die Pflegeperson braucht dabei Unterstützung; andere Maßnahmen gegen das Runterrutschen, etwa Lagerungshilfen, sind nicht möglich oder nicht ausreichendEntlastung der Pflegeperson beim Transfer oder Positionswechsel bei bestehender Restmobilität

Positionierungshilfe im Bett oder Lagerungskissen: der Unterschied

Die Suche nach „Positionierungshilfen“ bringt meist Lagerungskissen. Das Verzeichnis trennt beides nach Zweck und Kostenträger: Kissen und Systeme gegen Druckgeschwüre stehen in der Produktgruppe 11 und gehören zur Krankenkasse. Die Positionierungshilfen unter 50.45.09 sollen die Pflege erleichtern. Sie wirken nicht am Druckpunkt, sondern am Bewegungsablauf von Pflegeperson und Pflegebedürftigem.

Vergleich nach Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppen 11 und 50 (abgerufen 09.10.2026)
Frage50.45.09 Positionierungshilfen im Pflegebett11.11.05 Statische Positionierungshilfen
ZweckPflege erleichtern bei Lagekorrektur, Rutschen, TransferHaut bei Dekubitus oder Dekubitusrisiko entlasten
Typische HilfeLakenaufzug, rutschfeste SilikonunterlageKeile, Rollen, Fersenpolster, Kissen
VoraussetzungIndikation für motorisch verstellbares PflegebettDekubitus oder dokumentiertes Risiko
ZuständigKranken- oder Pflegekasse (Anlage 1 RidoHiMi)Krankenkasse (§ 33 SGB V)
Seitediese SeiteStatische Positionierungshilfen

Wer zahlt: Kranken- und Pflegekasse im Verbund

Die Untergruppe 50.45.09 steht in Anlage 1 der Richtlinien zu doppelfunktionalen Hilfsmitteln (RidoHiMi, Fassung 24.06.2020), dort als „Lagekorrekturhilfen für Bettlaken“ bezeichnet. Nach § 40 Abs. 5 SGB XI prüft der Leistungsträger, bei dem Sie den Antrag stellen, ob ein Anspruch gegenüber Kranken- oder Pflegekasse besteht, und entscheidet über die Bewilligung. Intern teilen die Kassen die Ausgaben der Produktgruppe 50 im Verhältnis 8,3 zu 91,7 Prozent auf (Krankenkasse zu Pflegekasse). Bei Pflegebedürftigen in vollstationärer Pflege gelten die Richtlinien nicht.

Die Zuzahlung richtet sich dann nach §§ 33, 61 und 62 SGB V: ab 18 Jahren 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als der Preis. Die 25-Euro-Grenze aus § 40 Abs. 3 SGB XI gilt für diese Position nicht.

Rechenbeispiele zu § 40 Abs. 5 SGB XI, RidoHiMi § 4 und § 61 SGB V; die Preise sind erfunden, die Aufteilung betrifft nur die Kassen untereinander
Abgabepreis (Beispiel)Anteil Krankenkasse 8,3 %Anteil Pflegekasse 91,7 %Ihre Zuzahlung
1.800 Euro149,40 Euro1.650,60 Euro10,00 Euro (Höchstbetrag)
40 Euro3,32 Euro36,68 Euro5,00 Euro (Mindestbetrag)

Der Antrag in vier Schritten

Entscheidend ist, dass Sie das Pflegebett und das konkrete Problem beschreiben, nicht das Produkt.

  1. Problem im Alltag beschreibenHalten Sie fest: Rutscht die Person im Bett zum Fußende? Wie oft muss die Pflegeperson nachlagern, und kann die Person dabei helfen? Welche anderen Maßnahmen, etwa Lagerungshilfen, wurden versucht? Daran knüpft die Indikation der Lagekorrekturhilfe an.
  2. Pflegebett klärenBeide Produktarten setzen die Indikation für ein motorisch verstellbares Pflegebett voraus. Ist noch keines vorhanden, wird es meist zuerst oder gemeinsam beantragt: Pflegebetten.
  3. Empfehlung oder Verordnung einholenEine Pflegefachperson kann die Hilfe bei der Antragstellung empfehlen; die Empfehlung darf nicht älter als zwei Wochen sein und geht in Textform mit dem Antrag an die Kasse (§ 40 Abs. 6 SGB XI). Eine vertragsärztliche Verordnung ist nötig, soweit eine ärztliche Diagnose oder Therapieentscheidung geboten ist (§ 33 Abs. 5a SGB V).
  4. Kostenvoranschlag und EntscheidungEin Vertragspartner der Kasse reicht den Kostenvoranschlag ein (§ 33 Abs. 6 SGB V). Die Pflegekasse entscheidet innerhalb von drei Wochen, bei Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen; ohne Mitteilung eines hinreichenden Grundes gilt die Leistung nach Fristablauf als genehmigt (§ 40 Abs. 7 SGB XI).

Einordnung im Verzeichnis

Die Nummer 50.45.09 liest sich von links nach rechts: 50 ist die Produktgruppe, 45 der Anwendungsort, 09 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege. Die Systematik nach § 139 SGB V beschreibt Zweck und Anwendungsbereich. Wer eine Nummer kennt, kann damit bei jeder Kasse dieselbe Position benennen.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 50.45.09
50.45.09.0Lagekorrekturhilfen
50.45.09.1Positionierungshilfen-/Transferhilfen

Wo die Grenze verläuft

Ein Verzeichnis, zwei Kostenträger: Was unter § 33 SGB V fällt, zahlt die Krankenkasse, was unter § 40 SGB XI fällt, die Pflegekasse. An der Produktgruppennummer lässt sich das ablesen.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Positionierung in der Pflege?

Gemeint ist die Veränderung der Lage oder Haltung einer pflegebedürftigen Person im Bett oder beim Transfer. Das Hilfsmittelverzeichnis fasst unter 50.45.09 Positionierungshilfen zusammen, die die Pflege bei Positions- und Lagewechseln im Pflegebett und bei Transfers mit Unterstützung der Pflegeperson erleichtern. Für den Schutz vor Druckgeschwüren gelten die Hilfen der Gruppe 11.

Welche Positionierungshilfen führt das Hilfsmittelverzeichnis unter 50.45.09?

Zwei Produktarten: 50.45.09.0 Lagekorrekturhilfen, eine elektromotorische Lakenaufzugsvorrichtung, und 50.45.09.1 Positionierungs- und Transferhilfen, meist rutschfeste Silikonunterlagen. Beide setzen die Indikation für ein motorisch verstellbares Pflegebett voraus.

Welche Lagerungshilfen gibt es bei Dekubitus?

Lagerungskissen, Keile, Rollen und Fersenpolster stehen unter 11.11.05, Matratzen und Auflagen unter 11.29. Sie laufen über die Krankenkasse. Die Positionierungshilfen unter 50.45.09 dienen dagegen der Pflegeerleichterung. Mehr zu statischen Positionierungshilfen.

Wie oft muss bei Dekubitus umgelagert werden?

Das Hilfsmittelverzeichnis nennt keine Intervalle. Es hält nur fest, dass eine Lagekorrekturhilfe die Dekubitusprophylaxe mit Umlagerung nicht ersetzt. Der Rhythmus hängt vom individuellen Risiko ab und sollte pflegefachlich festgelegt werden; fragen Sie bei der Pflegeberatung nach.

Zahlt die Kranken- oder die Pflegekasse eine Positionierungshilfe?

Für Lagerungshilfen gegen Dekubitus (11.11.05) die Krankenkasse. Die Untergruppe 50.45.09 steht in Anlage 1 der Richtlinien zu doppelfunktionalen Hilfsmitteln: Sie stellen den Antrag bei einer der beiden Kassen, die intern 8,3 zu 91,7 Prozent abrechnen. Ein Pflegegrad ist für das Pflegebett-Umfeld der übliche Ausgangspunkt.

Wie hoch ist die Zuzahlung bei Positionierungshilfen im Pflegebett?

Für die Lagekorrekturhilfe 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als der Preis (§ 40 Abs. 5 SGB XI). Bei der Transferhilfe (.1) sollten Sie die Regel im Antrag erfragen, weil die Liste sie nicht ausdrücklich nennt. Bei Erreichen der Belastungsgrenze nach § 62 SGB V entfällt die weitere Zuzahlung.

Brauche ich ein Pflegebett für eine Lagekorrekturhilfe?

Nach der Indikation im Verzeichnis ja: Die Lagekorrekturhilfe kommt bei Indikation zur Versorgung mit einem motorisch verstellbaren Pflegebett in Betracht, wenn die Person zum Fußende rutscht und andere Maßnahmen nicht reichen. Die Positionierungsmöglichkeit ist auf das Pflegebett begrenzt.

Wird ein Lagerungskissen von der Krankenkasse bezahlt?

Spezielle Lagerungskissen gegen Dekubitus bezahlt die Krankenkasse bei Indikation, sie stehen unter 11.11.05. Herkömmliche Kissen gelten als allgemeine Gebrauchsgegenstände (§ 33 Abs. 1 SGB V). Mehr auf der Seite Statische Positionierungshilfen.

Verbindliche Stelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 40 Abs. 2 SGB XI
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  5. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  6. § 62 SGB V (Belastungsgrenze)
  7. GKV-Spitzenverband: Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel (RidoHiMi), Fassung vom 24.06.2020, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  8. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (abgerufen 09.10.2026)
  9. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.09.0 Lagekorrekturhilfen (abgerufen 09.10.2026)
  10. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.09.1 Positionierungshilfen-/Transferhilfen (abgerufen 09.10.2026)

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Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien