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Pflegebett Zubehör: Aufrichter, Seitenteile, Polster und Bettverlängerung (50.45.02)

Zubehör macht ein Pflegebett sicherer und selbstständiger nutzbar: Der Bettaufrichter hilft beim Aufsetzen, das Seitenteil schützt vor dem Herausfallen. Hier steht, was das Hilfsmittelverzeichnis zu jedem Teil verlangt, was als freiheitsentziehend gelten kann und wer zahlt.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 8 Min. Lesezeit

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50.45.02Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Pflegebettenzubehör
Produktgruppe
50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
Kostenträger
Kranken- oder Pflegekasse (doppelfunktional, Antrag bei einer der beiden genügt)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflegebettenzubehör steht im Hilfsmittelverzeichnis unter 50.45.02 (Produktgruppe 50 „Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege“). Es gibt sechs besetzte Produktarten: Bettverlängerungen, Bettaufrichter, sonstige Aufrichthilfen, Bettseitenteile, Seitenpolster und Bettzelte für den temporären Gebrauch.
  • Für alle sechs gilt dieselbe Grundlage: Das Zubehör kommt bei einer Indikation zur Versorgung mit einem motorisch verstellbaren Pflegebett in Betracht. Dazu kommt je Teil eine eigene Voraussetzung, etwa ausreichende Armkraft beim Aufrichter oder Sturzgefahr beim Seitenteil.
  • Die Position steht in Anlage 1 der Richtlinien zu doppelfunktionalen Hilfsmitteln. Die Kasse, bei der Sie den Antrag stellen, prüft den Anspruch (§ 40 Abs. 5 SGB XI). Ab 18 Jahren zahlen Sie 10 Prozent, mindestens 5 und höchstens 10 Euro.
  • Bettseitenteile und Bettzelte können eine freiheitsentziehende Maßnahme sein; dann sind die gesetzlichen Bestimmungen, besonders zu richterlichen Anordnungen, zu beachten. Das Bett selbst beschreibt die Seite Pflegebetten 50.45.01.
Inhalt dieser Seite10 Abschnitte
  1. Die sechs Produktarten: Aufgabe und Voraussetzung
  2. Zubehör zum Bett oder nachträglich: was zusammengehört
  3. Freiheitsentziehende Maßnahmen: Seitenteile und Bettzelte
  4. Wer zahlt Bettzubehör und wie hoch ist die Zuzahlung?
  5. Die Systematik dahinter
  6. Produktarten in dieser Position
  7. Wichtige Abgrenzung
  8. Häufige Fragen
  9. Mehr zum Thema
  10. Weiterlesen

Die sechs Produktarten: Aufgabe und Voraussetzung

Das Verzeichnis beschreibt jede Art mit Aufbau und Indikation. Die Nummern .1 und .5 sind nicht besetzt. Allen sechs ist gemeinsam: Sie kommen bei einer Indikation zur Versorgung mit einem motorisch verstellbaren Pflegebett in Betracht.

Produktarten 50.45.02.0 bis .7 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis, abgerufen 09.10.2026)
ProduktartAufbauVoraussetzung laut Verzeichnis
50.45.02.0 Bettverlängerungenam Pflegebett montierbare Elemente, die die Liegefläche vergrößernwegen der Körpergröße ist für die fachgerechte Lagerung eine Verlängerung nötig
50.45.02.2 BettaufrichterMetallrahmen am Kopfende des Bettes oder freistehend, mit höhenverstellbarem Griffnicht ausreichende spontane Aufrichtfähigkeit; ausreichende Restkräfte in Oberkörper und oberen Extremitäten
50.45.02.3 Sonstige AufrichthilfenMehrfachgriffkonstruktion am Fußende („Strickleiter“) oder feste Griffe an der Längsseite, befestigt mit Spanngurten oder Klemmschraubenselbstständiges Aufsetzen, wenn das Gleichgewicht zwischen Aufrichten und sicherer Sitzhaltung nicht gehalten werden kann; mindestens ein Arm ausreichend belastbar
50.45.02.4 Bettseitenteileseitliche Begrenzung der Liegefläche, versenkbar, abnehmbar, abklappbar oder abschwenkbar; bei Einlegerahmen auch anklemm- oder aufsteckbardrohende Sturzgefahr aus dem Bett, also unbeabsichtigtes Herausrollen
50.45.02.6 Seitenpolsterzusätzliche Polsterung der Bettseitenteile oder des Kopf- und Fußteils aus Luftkammern oder bezogenen Schaumstoffelementen, rutschsicher fixiertVerletzungen durch Bettseitenteile bei motorischer Unruhe oder unkontrollierten Bewegungen, wenn einfache Polster und Kissen sowie die Klärung der Ursache nicht zum Ziel geführt haben
50.45.02.7 Bettzelte für den temporären GebrauchÜberzug mit aufblasbarem Rahmen, an Einzelbetten montiert; Zugang von beiden SeitenKrankheitsbilder mit unbeabsichtigtem Herausfallen oder Herausklettern; nur zum temporären Einsatz
Übersicht des Pflegebettenzubehörs im Hilfsmittelverzeichnis 50.45.02: Bettverlängerung bei Körpergröße, Bettaufrichter und Aufrichthilfen bei Restkraft in den Armen, Bettseitenteile bei Sturzgefahr, Seitenpolster bei motorischer Unruhe, Bettzelt zum temporären Gebrauch.
Pflegebettenzubehör: Welches Teil für welche Indikation?
Inhalt der Grafik als Text

Bettverlängerung (50.45.02.0): wenn wegen der Körpergröße eine fachgerechte Lagerung eine Verlängerung braucht. Bettaufrichter (.2) und sonstige Aufrichthilfen (.3): bei nicht ausreichender spontaner Aufrichtfähigkeit, wenn Restkraft in Oberkörper und Armen vorhanden ist. Bettseitenteile (.4): bei drohender Sturzgefahr aus dem Bett.

Seitenpolster (.6): bei motorischer Unruhe mit Verletzungsgefahr, wenn einfachere Maßnahmen nicht reichen. Bettzelt (.7): zum temporären Gebrauch, wenn ein Herausfallen oder Herausklettern verhindert werden soll. Seitenteile und Bettzelte können freiheitsentziehend sein.

Zubehör zum Bett oder nachträglich: was zusammengehört

Nach der Definition der Produktgruppe gibt es Zubehör wie Bettaufrichthilfen, Seitenpolster, sonstige Aufrichthilfen und Bettseitenteile. Ob es integraler Bestandteil oder Teil des Lieferumfangs des Pflegebettes oder Einlegerahmens ist oder optional bestellt werden kann, steht in den Produktmerkmalen des Einzelprodukts. Prüfen Sie deshalb vor dem Antrag, was am Bett schon dabeiliegt.

Das Gewicht des Zubehörs zählt mit. Die sichere Arbeitslast (SAL) eines Pflegebettes ist laut Verzeichnis die Summe aus Person, Matratze, Bettwäsche und Zubehör wie Aufrichthilfe oder Wechseldrucksystem; das maximal zulässige Patientengewicht hängt vom angebrachten Zubehör ab.

Zuordnung nach Produktgruppe 50 und Verzeichnisstruktur (GKV-Spitzenverband, abgerufen 09.10.2026)
FrageAntwort aus dem VerzeichnisSeite
Brauche ich ein Pflegebett, damit Zubehör genehmigt wird?Die Indikationen setzen die Versorgung mit einem motorisch verstellbaren Pflegebett vorausPflegebetten 50.45.01
Kann ich ein normales Bett umrüsten?Einlegerahmen machen ein handelsübliches Bett pflegegerecht; Seitenteile sind dort anklemm- oder aufsteckbarEinlegerahmen 50.45.03
Wo steht der Bettisch?eigene UntergruppePflegebetttische 50.45.04
Zubehör für ein behindertengerechtes Bett (Krankenkasse)?eigene Untergruppe der Gruppe 19Behindertengerechtes Zubehör 19.40.02

Freiheitsentziehende Maßnahmen: Seitenteile und Bettzelte

Das Verzeichnis weist ausdrücklich darauf hin: Der Einsatz von Bettseitenteilen und Bettzelten kann eine freiheitsentziehende Maßnahme beziehungsweise freiheitsberaubende Handlung darstellen. Die gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere zu richterlichen Anordnungen, sind zu berücksichtigen. Das Bettzelt ist zudem nur zum temporären Gebrauch gedacht.

Das Verzeichnis nennt für das Seitenteil die drohende Sturzgefahr als Indikation und verlangt beim Seitenpolster, dass einfachere Maßnahmen zuerst versucht wurden. Beschreiben Sie im Antrag deshalb, warum eine Sturzgefahr besteht und welche milderen Mittel nicht ausreichten. Die rechtliche Einordnung im Einzelfall klären Pflegefachpersonen, Betreuung und Gericht; diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.

  • Seitenteil: Sturzgefahr aus dem Bett nachvollziehbar beschreiben, etwa durch unbeabsichtigtes Herausrollen.
  • Seitenpolster: Verletzungen durch Anschlagen an den Seitenteilen und bereits versuchte einfache Polster oder Kissen nennen.
  • Bettzelt: Herausfallen oder Herausklettern als Krankheitsbild beschreiben; nur temporär.

Wer zahlt Bettzubehör und wie hoch ist die Zuzahlung?

Die Untergruppe 50.45.02 steht in Anlage 1 der Richtlinien zu doppelfunktionalen Hilfsmitteln (RidoHiMi, Fassung vom 24.06.2020). Für solche Hilfsmittel prüft der Leistungsträger, bei dem Sie den Antrag stellen, den Anspruch gegenüber Kranken- und Pflegekasse und entscheidet (§ 40 Abs. 5 SGB XI). Die Kassen gleichen die Ausgaben pauschal aus: Für Produktgruppe 50 nennt die Richtlinie 8,3 Prozent Krankenkasse und 91,7 Prozent Pflegekasse. Das betrifft nur die Abrechnung zwischen den Kassen.

Für die Zuzahlung verweist § 40 Abs. 5 SGB XI auf §§ 33, 61 und 62 SGB V: ab 18 Jahren 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nie mehr als die Kosten. Die 25-Euro-Regel für reine Pflegehilfsmittel (§ 40 Abs. 3) gilt hier nicht.

Beispiele mit angenommenen Preisen nach § 61 Satz 1 SGB V (gesetze-im-internet.de, abgerufen 09.10.2026)
Angenommener Preis10 ProzentIhre Zuzahlung
30 Euro3 Euro5 Euro (Mindestbetrag)
70 Euro7 Euro7 Euro
250 Euro25 Euro10 Euro (Höchstbetrag)

Die Systematik dahinter

Die Nummer 50.45.02 liest sich von links nach rechts: 50 ist die Produktgruppe, 45 der Anwendungsort, 02 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege. Die Systematik nach § 139 SGB V beschreibt Zweck und Anwendungsbereich. Wer eine Nummer kennt, kann damit bei jeder Kasse dieselbe Position benennen.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 50.45.02
50.45.02.0Bettverlängerungen
50.45.02.2Bettaufrichter
50.45.02.3Sonstige Aufrichthilfen
50.45.02.4Bettseitenteile
50.45.02.6Seitenpolster
50.45.02.7Bettzelte für den temporären Gebrauch

Wichtige Abgrenzung

Dass beide Bereiche gemeinsam geführt werden, sorgt regelmäßig für Verwechslungen. Die Zuständigkeit ergibt sich nicht aus dem Verzeichnis, sondern aus dem jeweiligen Sozialgesetzbuch.

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Häufige Fragen

Was ist ein Bettgalgen und zahlt ihn die Kasse?

Bettgalgen ist der Handelsname für einen Bettaufrichter, ein Rahmen am Kopfende oder freistehend mit höhenverstellbarem Griff (50.45.02.2). Das Verzeichnis nennt ihn bei Indikation zur Versorgung mit einem motorisch verstellbaren Pflegebett und ausreichender Restkraft in Oberkörper und Armen. Die Position gehört zu den doppelfunktionalen Hilfsmitteln; Zuzahlung ab 18 Jahren 5 bis 10 Euro.

Welches Zubehör gibt es für Pflegebetten?

Das Verzeichnis führt Bettverlängerungen, Bettaufrichter, sonstige Aufrichthilfen (Strickleiter, feste Griffe), Bettseitenteile, Seitenpolster und Bettzelte für den temporären Gebrauch. Bettische stehen unter 50.45.04, Matratzen gegen Dekubitus in der Gruppe 11.

Wann darf ein Bettgitter am Pflegebett angebracht werden?

Das Verzeichnis nennt Bettseitenteile bei drohender Sturzgefahr. Ihr Einsatz kann eine freiheitsentziehende Maßnahme darstellen; dann sind die gesetzlichen Bestimmungen, besonders richterliche Anordnungen, zu beachten. Beschreiben Sie die Sturzgefahr und klären Sie den Einsatz mit der Pflegefachperson.

Wann gibt es eine Bettverlängerung?

Bei Indikation zu einem motorisch verstellbaren Pflegebett, wenn wegen der Körpergröße der pflegebedürftigen Person für eine fachgerechte Lagerung eine Verlängerung erforderlich ist (50.45.02.0).

Kann man eine normale Matratze in ein Pflegebett legen?

Das Verzeichnis regelt das nicht als Verbot. Es nennt nur, dass die Pflegekassen-Leistung die Matratze umfasst, wenn die vorhandene nicht genutzt werden kann, unter Beachtung der Herstellervorgaben. Maßgeblich sind deshalb die Vorgaben des Bettherstellers; die Matratze zählt zur sicheren Arbeitslast des Bettes.

Wie bekommt man ein Pflegebett für zuhause?

Mit Antrag bei der Pflege- oder Krankenkasse, in der Regel mit Empfehlung einer Pflegefachperson oder ärztlicher Verordnung. Der Ablauf mit den Fristen steht auf der Seite zu den Pflegebetten 50.45.01; Zubehör beantragen Sie gleichzeitig oder später.

Offizielle Quelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 40 Abs. 2 SGB XI
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  5. § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)
  6. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  7. GKV-Spitzenverband: Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel (RidoHiMi), Fassung vom 24.06.2020, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  8. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 50 „Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege“, Fortschreibung vom 03.12.2024 (abgerufen 09.10.2026)
  9. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Untergruppe 50.45.02 Pflegebettenzubehör (abgerufen 09.10.2026)
  10. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.02.2 Bettaufrichter (abgerufen 09.10.2026)
  11. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.02.4 Bettseitenteile (abgerufen 09.10.2026)
  12. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.02.6 Seitenpolster (abgerufen 09.10.2026)
  13. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.02.7 Bettzelte für den temporären Gebrauch (abgerufen 09.10.2026)
  14. Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)

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Hinweis: Diese Seite ist redaktionell und nicht amtlich. Ob im Einzelfall ein Anspruch besteht, entscheidet die Pflegekasse. Angaben mit Stand 09/2026.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien