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Treppensteighilfe von der Pflegekasse: Anspruch, Antrag und Zuzahlung (50.45.10)

Wenn eine Pflegeperson Sie im Rollstuhl über die Treppe bringt, kann die Pflegekasse die Treppensteighilfe als Pflegehilfsmittel stellen. Hier steht, wann das gilt, was zuzahlen bedeutet, wie lange die Kasse entscheiden darf und was für einen Treppenlift gilt.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 9 Min. Lesezeit

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

50.45.10Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Treppenfahrzeuge
Produktgruppe
50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
Kostenträger
Pflegekasse (SGB XI)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Treppenfahrzeuge 50.45.10 gehören zur Produktgruppe 50 „Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege“. Belegt sind zwei Produktarten: elektrisch betriebene Treppensteighilfen (.0) und Treppenraupen (.1).
  • Anspruch hat, wer pflegebedürftig ist (§ 40 Abs. 1 SGB XI); schon Pflegegrad 1 genügt (§ 28a Nr. 3). Das Gerät muss die Pflege durch eine Pflegeperson erleichtern. Ist die Krankenkasse zuständig, geht die Pflegekasse nach, siehe Treppenfahrzeuge 18.65.01.
  • Pflegekassen sollen technische Pflegehilfsmittel vorrangig leihweise überlassen. Ab 18 Jahren zahlen Sie nach § 40 Abs. 3 SGB XI 10 Prozent, höchstens 25 Euro. Lehnen Sie die Leihe ohne zwingenden Grund ab, tragen Sie die Kosten selbst.
  • Über den Antrag muss die Pflegekasse in der Regel innerhalb von drei Wochen entscheiden, bei Beteiligung des Medizinischen Dienstes oder einer Pflegefachperson in fünf Wochen. Ein Treppenlift ist kein Pflegehilfsmittel; dafür gibt es bis 4.180 Euro Wohnumfeldzuschuss.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
  1. Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege: die beiden Produktarten
  2. Pflegekasse oder Krankenkasse: welcher Weg gilt für Sie?
  3. Zuzahlung, Leihe und Mehrkosten
  4. Antrag und Fristen bei der Pflegekasse
  5. Treppenlift: kein Pflegehilfsmittel, aber Zuschuss möglich
  6. Wo diese Position steht
  7. Produktarten in dieser Position
  8. Was hier nicht dazugehört
  9. Häufige Fragen
  10. Mehr zum Thema
  11. Weiterlesen

Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege: die beiden Produktarten

Das Verzeichnis ordnet Treppensteighilfen, Treppenraupen und mobile Rampen der Produktgruppe 50 zu. Sie dienen laut Produktgruppen-Definition bei Bedienung durch eine Pflegeperson der Erleichterung der Pflege bei der Sicherung der Mobilität im Innen- und Außenbereich. Beide Produktarten sind für den leihweisen Einsatz geeignet.

Pflegeperson meint im Pflegeversicherungsrecht eine Person, die eine pflegebedürftige Person nicht erwerbsmäßig in ihrer häuslichen Umgebung pflegt, also einen Laien, etwa Angehörige oder Nachbarn.

Produktarten 50.45.10.0 und .1 (GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis, abgerufen 09.10.2026)
ProduktartFunktionVoraussetzung laut Verzeichnis
50.45.10.0 Treppensteighilfen, elektrisch betriebenDie Pflegeperson kippt das Gerät zur Rückenlehne; Räder oder andere Konstruktionen fahren den Stuhl Stufe für Stufe. Das Gerät wird vorübergehend an einen Rollstuhl montiert oder hat eine eigene Sitzeinheit mit Sicherung.kompatibler Greifreifen- oder Adaptivrollstuhl; geeignete Treppe; eingewiesene Pflegeperson
50.45.10.1 TreppenraupenRahmen mit Halterung für handbetriebene Rollstühle, Elektromotor, zwei Antriebsketten; der Rollstuhl wird etwa 40 Grad zurückgekippt und fährt in gerader Linie die TreppeSteighöhe und Stufengröße begrenzt; Treppenabsätze müssen zum Drehen groß genug sein; Adaptivrollstühle nur bedingt geeignet
  • Ein Einsatz ist laut Verzeichnis erforderlich, wenn im häuslichen oder privaten Umfeld regelmäßig Treppen zu überwinden sind.
  • Die Pflegeperson, die das Gerät bedient, muss in die Technik eingewiesen sein und die ordnungsgemäße Bedienung zeigen.
  • Ziel ist die Sicherung der Mobilität im Innen- und Außenbereich und die Erleichterung der Pflege durch die Pflegeperson.

Pflegekasse oder Krankenkasse: welcher Weg gilt für Sie?

Dasselbe Gerät steht zweimal im Verzeichnis: in der Gruppe 18 für die Krankenkasse und hier in der Gruppe 50 für die Pflegekasse. § 40 Abs. 1 SGB XI nimmt Hilfsmittel aus, die wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung zu leisten sind. Für Geräte, die beiden Zwecken dienen können, entscheidet nach § 40 Abs. 5 SGB XI der Leistungsträger, bei dem Sie den Antrag stellen.

Zuständigkeit nach § 40 SGB XI und Produktgruppen 18 und 50 (abgerufen 09.10.2026)
Ihr ZielÜblicher WegSeite
Die Pflegeperson soll die Pflege zu Hause erleichtern, Pflegegrad liegt vorAntrag bei der Pflegekasse nach § 40 SGB XIdiese Seite
Treppe als Teil der medizinischen Rehabilitation: Arztpraxis, vorübergehende Behinderung, Kind im RollstuhlRezept, Antrag bei der Krankenkasse nach § 33 SGB VTreppenfahrzeuge 18.65.01

Zuzahlung, Leihe und Mehrkosten

Für ein reines Pflegehilfsmittel gilt § 40 Abs. 3 SGB XI. Die Pflegekassen sollen technische Pflegehilfsmittel in allen geeigneten Fällen vorrangig leihweise überlassen. Sie können die Bewilligung davon abhängig machen, dass Sie das Gerät anpassen lassen oder sich oder die Pflegeperson im Gebrauch ausbilden lassen. Der Anspruch umfasst Änderung, Instandsetzung, Ersatzbeschaffung und die Ausbildung im Gebrauch.

Ab 18 Jahren zahlen Sie 10 Prozent der Kosten, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel. Die Beispiele sind angenommene Preise zur Veranschaulichung:

Berechnung nach § 40 Abs. 3 SGB XI (gesetze-im-internet.de, abgerufen 09.10.2026)
Angenommener Preis10 ProzentIhre Zuzahlung
150 Euro15 Euro15 Euro
250 Euro25 Euro25 Euro
1.200 Euro120 Euro25 Euro (Höchstbetrag)
  • Härtefall: Die Pflegekasse kann Sie ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreien; wer die Belastungsgrenze nach § 62 SGB V erreicht, ist für den überschreitenden Betrag befreit. Mehr im Glossar Zuzahlungsbefreiung.
  • Leihe ablehnen: Lehnen Sie die leihweise Überlassung ohne zwingenden Grund ab, tragen Sie nach § 40 Abs. 3 die Kosten in vollem Umfang selbst.
  • Mehrkosten: Wählen Sie eine Ausstattung, die über das Notwendige hinausgeht, tragen Sie die Mehrkosten und die Folgekosten selbst (§ 40 Abs. 1 Satz 3).

Antrag und Fristen bei der Pflegekasse

Die Pflegekasse kann die Notwendigkeit unter Beteiligung einer Pflegefachperson oder des Medizinischen Dienstes prüfen lassen (§ 40 Abs. 1 Satz 2). Empfiehlt eine Pflegefachperson das Gerät bei der Antragstellung, wird die Notwendigkeit unter den Voraussetzungen der Richtlinien nach § 17a SGB XI vermutet. Die Empfehlung darf nicht älter als zwei Wochen sein und gehört in Textform zum Antrag (§ 40 Abs. 6).

Fristen nach § 40 Abs. 7 SGB XI (gesetze-im-internet.de, abgerufen 09.10.2026)
FallEntscheidungsfristFolge bei Versäumnis
Antrag ohne Prüfung durch Drittedrei Wochen nach Antragseingangkeine Mitteilung mit hinreichendem Grund: Leistung gilt als genehmigt
Prüfung durch Medizinischen Dienst oder Pflegefachpersonfünf Wochenebenso
Empfehlung einer Pflegefachperson liegt dem Antrag beidrei Wochenebenso
  1. Bedarf beschreibenNotieren Sie, welche Treppen regelmäßig anfallen, welcher Rollstuhl vorhanden ist und wer das Gerät bedient.
  2. Antrag stellenReichen Sie ihn bei der Pflegekasse ein, gegebenenfalls mit Empfehlung einer Pflegefachperson. Hilfe bietet die Pflegeberatung.
  3. Frist notierenSchreiben Sie den Eingangstag auf. Meldet die Kasse sich nicht mit einem hinreichenden Grund, gilt die Leistung nach Fristablauf als genehmigt.
  4. Einweisung nutzenLassen Sie die Pflegeperson einweisen; das Verzeichnis verlangt eine nachgewiesene sichere Bedienung.
  5. Bei Ablehnung Rat holenSiehe Antrag abgelehnt: so gehen Sie vor.

Treppenlift: kein Pflegehilfsmittel, aber Zuschuss möglich

Wer „Treppenlift Pflegekasse“ sucht, meint meist keinen mobilen Treppensteiger. Ein Treppenlift wird mit dem Gebäude fest verbunden. Das Hilfsmittelverzeichnis zählt Treppenlifter deshalb nicht zu den Hilfsmitteln der Krankenversicherung. Er steht auch nicht in der Gruppe 50.

Die Pflegekasse kann subsidiär einen Zuschuss zur Verbesserung des Wohnumfeldes geben, wenn dadurch die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine selbständige Lebensführung wiederhergestellt wird (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Das SGB XI kennt keine Pflegestufen mehr; maßgeblich sind Pflegegrade. Nach § 28a Nr. 4 genügt Pflegegrad 1.

Zuschussgrenzen nach § 40 Abs. 4 SGB XI (abgerufen 09.10.2026); Kosten sind angenommen
FallZuschussRechnung
Ein Pflegebedürftiger, angenommene Kosten 12.000 Eurohöchstens 4.180 Euro je MaßnahmeEigenanteil mindestens 7.820 Euro
Zwei Pflegebedürftige im gemeinsamen Haushalt, gleiche Kostenje Pflegebedürftigem bis 4.180 Euro, zusammen 8.360 EuroEigenanteil mindestens 3.640 Euro
Mehr als vier AnspruchsberechtigteGesamtbetrag je Maßnahme höchstens 16.720 Eurowird anteilig auf die Kassen verteilt

Wo diese Position steht

Die Nummer 50.45.10 liest sich von links nach rechts: 50 ist die Produktgruppe, 45 der Anwendungsort, 10 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 50 Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege. Das Verzeichnis ist kein Bestellkatalog, sondern ein Ordnungssystem nach § 139 SGB V. Aus der Position ergibt sich die Einordnung, nicht der Anbieter.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 50.45.10
50.45.10.0Treppensteighilfen (elektrisch betrieben)
50.45.10.1Treppenraupen

Was hier nicht dazugehört

Ein Verzeichnis, zwei Kostenträger: Was unter § 33 SGB V fällt, zahlt die Krankenkasse, was unter § 40 SGB XI fällt, die Pflegekasse. An der Produktgruppennummer lässt sich das ablesen.

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Häufige Fragen

Übernimmt die Pflegekasse eine Treppensteighilfe?

Ja, wenn Sie pflegebedürftig sind und das Gerät die Pflege durch eine Pflegeperson erleichtert (§ 40 Abs. 1 SGB XI, Produktgruppe 50). Die Pflegekasse soll es vorrangig leihweise überlassen. Zuständig ist sie nur, soweit nicht die Krankenkasse leisten muss; dann gilt die Seite zu 18.65.01.

Welcher Pflegegrad ist für einen Treppenlift nötig?

Das SGB XI kennt Pflegegrade statt Pflegestufen. Für den Wohnumfeldzuschuss nach § 40 Abs. 4 steht kein Mindestgrad im Gesetz; § 28a Nr. 4 nennt ihn ausdrücklich schon für Pflegegrad 1. Entscheidend ist, dass die Maßnahme die häusliche Pflege ermöglicht, erheblich erleichtert oder eine selbständige Lebensführung wiederherstellt.

Wie viel zahlt die Pflegekasse für einen Treppenlift?

Höchstens 4.180 Euro je Maßnahme und Pflegebedürftigem. Leben mehrere Pflegebedürftige in einer Wohnung, gilt der Betrag je Person, insgesamt höchstens 16.720 Euro je Maßnahme. Der Zuschuss ist eine Kann-Leistung und subsidiär.

Wie hoch ist die Zuzahlung bei einer Treppensteighilfe der Pflegekasse?

Ab 18 Jahren 10 Prozent, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel (§ 40 Abs. 3 SGB XI). Gilt das Gerät als doppelfunktionales Hilfsmittel, richtet sich die Zuzahlung nach § 61 SGB V: 10 Prozent, mindestens 5, höchstens 10 Euro. Der Bescheid zeigt, welche Regel Ihre Kasse anwendet.

Wie lange darf die Pflegekasse für die Entscheidung brauchen?

Drei Wochen nach Antragseingang, fünf Wochen bei Beteiligung des Medizinischen Dienstes oder einer Pflegefachperson. Bei einer Empfehlung einer Pflegefachperson zur Antragstellung sind es drei Wochen. Teilt die Kasse keinen hinreichenden Grund für eine Verzögerung mit, gilt die Leistung nach Fristablauf als genehmigt.

Muss ich die Treppensteighilfe leihen?

Die Pflegekasse soll technische Pflegehilfsmittel in allen geeigneten Fällen vorrangig leihweise überlassen. Das Verzeichnis nennt beide Produktarten als für den leihweisen Einsatz geeignet. Lehnen Sie die Leihe ohne zwingenden Grund ab, tragen Sie die Kosten in vollem Umfang selbst.

Amtliche Quelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 40 Abs. 2 SGB XI
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
  5. § 78 SGB XI (Verträge über Pflegehilfsmittel, Pflegehilfsmittelverzeichnis)
  6. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  7. § 62 SGB V (Belastungsgrenze)
  8. GKV-Spitzenverband: Richtlinien zur Festlegung der doppelfunktionalen Hilfsmittel (RidoHiMi), Fassung vom 24.06.2020, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  9. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 50 „Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege“, Fortschreibung vom 03.12.2024 (abgerufen 09.10.2026)
  10. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Untergruppe 50.45.10 Treppenfahrzeuge (abgerufen 09.10.2026)
  11. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.10.0 Treppensteighilfen (abgerufen 09.10.2026)
  12. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 50.45.10.1 Treppenraupen (abgerufen 09.10.2026)
  13. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktgruppe 22 Mobilitätshilfen, leistungsrechtliche Hinweise zu Treppenliftern (abgerufen 09.10.2026)
  14. Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)

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Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

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