Pflegegrad 1: Ansprüche 2026, Punktgrenze und Jahreswert
Pflegegrad 1 ist der Einstieg in die Pflegeversicherung. Pflegegeld gibt es noch nicht, aber mehrere Leistungen mit festem Betrag. Hier stehen alle Ansprüche mit Gesetzesgrundlage, Jahreswerten und dem Weg zum Antrag.
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- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
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Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet
- 42 EuroPflegehilfsmittel monatlich
- kein AnspruchPflegegeld
- kein AnspruchPflegesachleistung
- ab 12,5 bis unter 27 GesamtpunkteBegutachtung
Das Wichtigste in Kürze
- Pflegegrad 1 gilt ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkten und bedeutet geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit (§ 15 Abs. 3 SGB XI).
- Laufend zahlt die Pflegekasse bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag und bis zu 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Monat, zusammen bis zu 2.076 Euro im Jahr.
- Dazu kommen Zuschüsse bis 4.180 Euro je Umbaumaßnahme, technische Pflegehilfsmittel wie ein Hausnotruf, Pflegeberatung und zweimal im Jahr ein Beratungsbesuch zu Hause.
- Kein Anspruch besteht auf Pflegegeld, Pflegesachleistung, Tages- und Kurzzeitpflege als eigene Leistung und Verhinderungspflege. Diese Leistungen beginnen mit Pflegegrad 2.
- Ein Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 würde bei Pflegegrad 1 ab 2027 den Entlastungsbetrag und die 42 Euro streichen. Beschlossen ist das nicht; 2026 gilt alles unverändert.

Inhalt der Grafik als Text
Laufende Leistungen bei Pflegegrad 1 in häuslicher Pflege, auf ein Kalenderjahr gerechnet: Entlastungsbetrag 12 × 131 Euro = 1.572 Euro (§ 45b SGB XI) und Pflegehilfsmittel zum Verbrauch 12 × 42 Euro = 504 Euro (§ 40 Abs. 2 SGB XI), zusammen 2.076 Euro.
Leistungen bei Bedarf: Zuschuss bis 4.180 Euro je Maßnahme zur Verbesserung des Wohnumfelds (§ 40 Abs. 4 SGB XI), bei bewilligter digitaler Pflegeanwendung bis 40 Euro plus 30 Euro Unterstützung im Monat, also bis 840 Euro im Jahr (§ 40b SGB XI), technische Pflegehilfsmittel wie ein Hausnotruf (§ 40 Abs. 1 SGB XI) und zwei Beratungsbesuche im Jahr ohne Kosten (§ 37 Abs. 3 SGB XI).
Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Angebot der Einfach zum Angebot GmbH, die diese Seite betreibt.
Inhalt dieser Seite15 Abschnitte
- Pflegegrad 1: Bedeutung und Punktgrenze 12,5
- Zwei Alltagsbilder: So kann Pflegegrad 1 aussehen
- Welche Leistungen stehen bei Pflegegrad 1 zu?
- Was ist Pflegegrad 1 wert? Rechenbeispiele 2026
- Pflegebox, Hausnotruf und technische Hilfen bei Pflegegrad 1
- Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1: Pflegekasse oder Krankenkasse?
- Pflegegrad 1 beantragen, prüfen, höherstufen
- Was gilt 2026 und was plant die Reform 2027 für Pflegegrad 1?
- Der Betrag und seine Grenzen
- Pflegegrad 1 im Vergleich zu den anderen Graden
- Vom Antrag bis zur Lieferung
- Anspruch prüfen
- Was oft gefragt wird
- Andere Pflegegrade
Pflegegrad 1: Bedeutung und Punktgrenze 12,5
Pflegegrad 1 ist der niedrigste von fünf Pflegegraden. Er bedeutet nach § 15 Abs. 3 SGB XI geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Maßgeblich ist das Ergebnis der Begutachtung: ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkten.
Die Gesamtpunkte entstehen aus sechs Modulen mit fester Gewichtung, etwa Mobilität mit 10 Prozent und Selbstversorgung mit 40 Prozent. Jedes Modul liefert gewichtete Punkte in festen Stufen. Alle Stufen sind Vielfache von 1,25. Der höchste mögliche Wert bei Pflegegrad 1 ist deshalb 26,25 Punkte; der nächste mögliche Wert, 27,5 Punkte, ist schon Pflegegrad 2.
Die Tabelle zeigt drei Wege in Pflegegrad 1, gerechnet mit den Punktwerten aus Anlage 2 zu § 15 SGB XI. Sie zeigt auch: Pflegegrad 1 ist ohne jede Hilfe bei der Körperpflege möglich, wenn mehrere kleinere Einschränkungen zusammenkommen. Eigene Werte lassen sich mit dem Pflegegrad-Rechner abschätzen.
| Weg | Einstufung je Modul (Punktbereich) | Gesamtpunkte |
|---|---|---|
| A: Körperpflege und Gehen | Selbstversorgung gering = 10, Mobilität gering = 2,5 | 12,5 → Pflegegrad 1 |
| B: ohne Hilfe bei der Körperpflege | Kognition oder Verhalten gering = 3,75, Krankheitsbewältigung gering = 5, Alltag und Kontakte gering = 3,75 | 12,5 → Pflegegrad 1 |
| C: knapp unter der Grenze | Selbstversorgung erheblich = 20, Mobilität gering = 2,5, Alltag und Kontakte gering = 3,75 | 26,25 → Pflegegrad 1 |
| C plus eine Stufe | wie C, zusätzlich Krankheitsbewältigung gering = 5 | 31,25 → Pflegegrad 2 |
Zwei Alltagsbilder: So kann Pflegegrad 1 aussehen
Die beiden folgenden Personen sind ausgedacht. Sie zeigen, wie unterschiedlich Pflegegrad 1 aussehen kann. Die Punkte sind nach Anlage 2 gerechnet; welcher Punktbereich im echten Fall vorliegt, entscheidet nur das Gutachten.
Herr A., 77 Jahre, lebt mit seiner Frau zusammen. Nach einer Knieoperation braucht er Begleitung auf der Treppe und Hilfe beim Waschen von Rücken und Füßen. Angenommen werden Selbstversorgung und Mobilität jeweils im Punktbereich „gering“. Das ergibt 10 plus 2,5 gleich 12,5 Punkte und damit Pflegegrad 1 (Weg A).
Frau B., 83 Jahre, lebt allein. Sie wäscht und kleidet sich selbst. Sie vergisst aber Termine und die tägliche Tablette und zieht sich von Bekannten zurück. Angenommen werden geringe Einschränkungen bei Kognition, beim Umgang mit der Medikation und bei Alltag und Kontakten. Das ergibt 3,75 plus 5 plus 3,75 gleich 12,5 Punkte (Weg B).
Für Frau B. ist ein Hausnotruf oft wichtiger als ein Umbau. Für Herrn A. kann ein Zuschuss für eine bodengleiche Dusche sinnvoll sein. Weitere konstruierte Beispiele mit Punkten je Modul zeigt der Ratgeber Pflegegrad-Fallbeispiele.
Welche Leistungen stehen bei Pflegegrad 1 zu?
§ 28a SGB XI zählt die Leistungen bei Pflegegrad 1 einzeln auf. Die Tabelle nennt sie mit Betrag 2026, Rechtsgrundlage und dem Weg, wie sie abgerufen werden. Die Beträge für Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel und Umbau gelten seit dem 1. Januar 2025 und sind 2026 unverändert.
Ein eigener Antrag ist nicht für alles nötig. Der Entlastungsbetrag entsteht ohne Antrag, sobald der Pflegegrad vorliegt (§ 45b Abs. 2 SGB XI). Pflegehilfsmittel, Umbauzuschüsse und digitale Pflegeanwendungen werden dagegen beantragt. Empfiehlt das Gutachten ein Pflegehilfsmittel, gilt die Empfehlung mit Ihrer Zustimmung bereits als Antrag (§ 18b Abs. 3 SGB XI).
Was es bei Pflegegrad 1 nicht gibt, fasst die Liste unter der Tabelle zusammen.
| Leistung | Betrag 2026 | Rechtsgrundlage | So abrufen |
|---|---|---|---|
| Entlastungsbetrag | bis 131 € im Monat, 1.572 € im Jahr | § 45b SGB XI | Rechnung anerkannter Anbieter einreichen, kein Antrag vorab |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € im Monat | § 40 Abs. 2 SGB XI | Antrag bei der Pflegekasse, Lieferung als Pflegebox oder Kostenerstattung |
| Technische Pflegehilfsmittel, z. B. Hausnotruf | nach Bedarf, Zuzahlung 10 %, höchstens 25 € je Hilfsmittel | § 40 Abs. 1 und 3 SGB XI | Antrag, oft leihweise |
| Wohnumfeldverbesserung | bis 4.180 € je Maßnahme | § 40 Abs. 4 SGB XI | Antrag mit Kostenvoranschlag |
| Digitale Pflegeanwendung | bis 40 € plus 30 € Unterstützung im Monat | §§ 39a, 40a, 40b SGB XI | Antrag bei der Pflegekasse |
| Pflegeberatung | kostenfrei | §§ 7a, 7b SGB XI | Pflegekasse oder Pflegestützpunkt |
| Beratungsbesuch zu Hause | zweimal im Jahr, kostenfrei | § 37 Abs. 3 SGB XI | freiwillig, z. B. über einen Pflegedienst |
| Pflegekurse für Angehörige | kostenfrei | § 45 SGB XI | bei der Pflegekasse anfragen |
| Wohngruppenzuschlag | 224 € im Monat | § 45f SGB XI | nur in ambulant betreuten Wohngruppen |
| Pflegeunterstützungsgeld für Angehörige | bis zu 10 Arbeitstage je Jahr | § 44a SGB XI | Antrag bei kurzfristiger Arbeitsverhinderung |
| Zuschuss im Pflegeheim | 131 € im Monat | § 43 Abs. 3 SGB XI | nur bei vollstationärer Pflege |
- Kein Pflegegeld und keine Pflegesachleistung: beides gilt nach §§ 36 und 37 SGB XI erst ab Pflegegrad 2.
- Keine Tages- und Nachtpflege und keine Kurzzeitpflege als eigene Leistung (§§ 41, 42 SGB XI). Beides lässt sich nur aus dem Entlastungsbetrag bezahlen.
- Keine Verhinderungspflege und kein Gemeinsamer Jahresbetrag (§§ 39, 42a SGB XI).
- Keine Rentenbeiträge für pflegende Angehörige: § 44 SGB XI setzt mindestens Pflegegrad 2 voraus. Auch der steuerliche Pflege-Pauschbetrag nach § 33b Abs. 6 EStG beginnt erst bei Pflegegrad 2.
Was ist Pflegegrad 1 wert? Rechenbeispiele 2026
Laufend stehen bei Pflegegrad 1 zwei Beträge bereit. Auf das Jahr gerechnet sind das 1.572 Euro Entlastungsbetrag und 504 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, zusammen 2.076 Euro. Beide Beträge sind Höchstbeträge und fließen nur, wenn sie genutzt werden.
Beim Verfall gelten unterschiedliche Regeln. Die 42 Euro gelten je Kalendermonat; ein ungenutzter Monat lässt sich nicht nachholen. Der Entlastungsbetrag sammelt sich dagegen im Kalenderjahr an. Was am Jahresende übrig ist, lässt sich nach § 45b Abs. 1 SGB XI noch im folgenden Kalenderhalbjahr nutzen, also bis zum 30. Juni.
Rechenbeispiel Alltagsbegleitung, mit angenommenem Preis: Frau B. nutzt von Januar bis April keine Hilfe. Ab Mai kommt zweimal im Monat eine anerkannte Alltagsbegleitung für je zwei Stunden zu 34 Euro je Stunde. Das kostet 136 Euro im Monat, von Mai bis Dezember 1.088 Euro. Die Pflegekasse erstattet alles. Von den 1.572 Euro bleiben 484 Euro übrig, die bis zum 30. Juni des Folgejahres nutzbar sind.
Rechenbeispiel Badumbau, mit angenommenen Kosten: Herr A. lässt die Wanne durch eine bodengleiche Dusche ersetzen, Kosten 7.200 Euro. Die Pflegekasse kann bis 4.180 Euro zuschießen; 3.020 Euro bleiben bei ihm. Hätte auch seine Frau einen Pflegegrad, läge die Grenze für die gemeinsame Wohnung bei 4.180 Euro je Person, also 8.360 Euro (§ 40 Abs. 4 Satz 3 SGB XI). Dann könnte der Zuschuss die 7.200 Euro ganz decken.
| Posten | je Monat | je Jahr |
|---|---|---|
| Entlastungsbetrag (§ 45b) | 131 € | 1.572 € |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (§ 40 Abs. 2) | 42 € | 504 € |
| zusammen laufend | 173 € | 2.076 € |
| digitale Pflegeanwendung mit Unterstützung (§ 40b), nur bei Bewilligung | bis 70 € | bis 840 € |
| Wohnumfeld (§ 40 Abs. 4), je Maßnahme | – | bis 4.180 € |
Pflegebox, Hausnotruf und technische Hilfen bei Pflegegrad 1
Die 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind bei Pflegegrad 1 genauso hoch wie bei Pflegegrad 5. Dazu zählen Produkte der Produktgruppe 54, etwa Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und saugende Bettschutzeinlagen. Viele nutzen sie als monatliche Pflegebox. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, zeigt der Pflegebox-Check in drei Angaben.
Ein Hausnotruf ist ein technisches Pflegehilfsmittel. Im Pflegehilfsmittelverzeichnis steht er unter 52.40.01 Notrufsysteme. Er wird bei der Pflegekasse beantragt. Einen festen Betrag dafür nennt das Gesetz nicht; was die Kasse übernimmt, ergibt sich aus ihrer Bewilligung.
Technische Pflegehilfsmittel überlässt die Pflegekasse vorrangig leihweise (§ 40 Abs. 3 SGB XI). Für gekaufte technische Pflegehilfsmittel zahlen Erwachsene 10 Prozent zu, höchstens 25 Euro je Hilfsmittel. Für die 42 Euro Verbrauchsprodukte gibt es keine Zuzahlung.
Abzugrenzen sind Hilfsmittel der Krankenkasse, etwa ein Rollator oder Inkontinenzmaterial. Sie gibt es auf ärztliche Verordnung, unabhängig vom Pflegegrad (§ 33 SGB V). Sie zählen nicht zu den 42 Euro.
Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1: Pflegekasse oder Krankenkasse?
Für Hilfe im Haushalt gibt es bei Pflegegrad 1 zwei Wege. Dauerhaft zahlt die Pflegekasse über den Entlastungsbetrag, aber nur für nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag oder zugelassene Pflegedienste. Eine private Putzhilfe ohne Anerkennung ist nicht erstattungsfähig.
Vorübergehend kann zusätzlich die Krankenkasse zahlen. Nach § 38 Abs. 1 SGB V gibt es Haushaltshilfe wegen schwerer Krankheit oder nach einem Krankenhausaufenthalt für bis zu vier Wochen, wenn kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Pflegegrad 1 schließt diesen Anspruch also nicht aus. Voraussetzung ist, dass niemand im Haushalt die Arbeit übernehmen kann (§ 38 Abs. 3 SGB V).
Die Zuzahlung beträgt je Tag 10 Prozent der Kosten, mindestens 5 und höchstens 10 Euro (§ 38 Abs. 5 und § 61 SGB V). Für vier Wochen sind das höchstens 280 Euro. Wie viele Stunden der Entlastungsbetrag trägt und wer abrechnen darf, erklärt der Ratgeber Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1.
Pflegegrad 1 beantragen, prüfen, höherstufen
Den Antrag stellen Sie bei der Pflegekasse, die bei Ihrer Krankenkasse besteht. Leistungen gibt es ab dem Antrag. Wird er erst nach dem Monat gestellt, in dem die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, gelten sie ab Beginn des Antragsmonats (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Für Monate davor gibt es nichts. Ablauf und Unterlagen beschreibt der Ratgeber Pflegegrad beantragen.
Liegt das Ergebnis knapp unter 27 Punkten, lohnt der Blick ins Gutachten. Fehlt nur eine Stufe in einem Modul, kann das den Unterschied zu Pflegegrad 2 ausmachen, wie Weg C in der Tabelle oben zeigt.
- Antrag stellenAn die Pflegekasse richten. Eine bestimmte Form schreibt § 33 SGB XI nicht vor. Das Eingangsdatum notieren.
- Begutachtung vorbereitenEin bis zwei Wochen notieren, wobei Hilfe nötig ist. Ablauf: Begutachtung durch den Medizinischen Dienst.
- Bescheid prüfenDie Pflegekasse entscheidet spätestens 25 Arbeitstage nach Antragseingang und schickt das Gutachten mit (§ 18c SGB XI).
- Leistungen abrufenEntlastungsbetrag direkt nutzen, Pflegehilfsmittel und Umbau beantragen, Beratungsbesuch vereinbaren.
- Bei falschem Ergebnis handelnWiderspruch binnen eines Monats nach Bekanntgabe (§ 84 SGG): Widerspruch gegen den Pflegegrad. Verschlechtert sich die Lage später: Höherstufung beantragen.
Was gilt 2026 und was plant die Reform 2027 für Pflegegrad 1?
2026 ändern sich die Beträge bei Pflegegrad 1 nicht. 131 Euro Entlastungsbetrag, 42 Euro für Verbrauchsprodukte und 4.180 Euro je Umbau gelten seit dem 1. Januar 2025. Die nächste Anpassung sieht § 30 SGB XI zum 1. Januar 2028 vor. Seit dem 1. Oktober 2026 gelten neue Begutachtungs-Richtlinien des Medizinischen Dienstes Bund; laut dessen Mitteilung betreffen sie vor allem Klarstellungen bei Kindern und Jugendlichen.
Wer nach „125 Euro bei Pflegegrad 1“ sucht, findet einen alten Betrag. 125 Euro galten bis Ende 2024. Seit 2025 beträgt der Entlastungsbetrag bis zu 131 Euro im Monat. Er steht allen Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege zu, ab Pflegegrad 1.
Pflegegrad 1 wäre vom Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 besonders betroffen. Der Entwurf streicht bei Pflegegrad 1 den Entlastungsbetrag. Verbrauchsprodukte wie Handschuhe und Desinfektion wären keine eigene Leistung mehr; ein Ersatzbudget sieht der Entwurf erst ab Pflegegrad 2 vor. Das ist eine Folgerung aus dem Wortlaut, keine ausdrückliche Aussage der Begründung.
Als Ausgleich nennt der Entwurf eine Pflegebegleitung ab dem 1. Januar 2029, bis dahin Pflegeberatung nach Übergangsrecht. Den Zuschuss von 131 Euro im Pflegeheim würde er nur für neue Fälle streichen. Die Punktgrenzen für die Pflegegrade 1 bis 3 sollen sich ändern, mit Bestandsschutz für bereits eingestufte Personen. Technische Pflegehilfsmittel und Umbauzuschüsse bleiben laut Entwurf bestehen.
| Leistung bei Pflegegrad 1 | Geltendes Recht 2026 | Kabinettsentwurf, nicht beschlossen |
|---|---|---|
| Entlastungsbetrag | bis 131 € im Monat | gestrichen |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € im Monat | keine eigene Leistung, kein Ersatzbudget bei Pflegegrad 1 |
| Technische Pflegehilfsmittel, Wohnumfeld | § 40 Abs. 1, 3 und 4 | unverändert |
| Beratung | Pflegeberatung nach § 7a | Pflegebegleitung ab 2029, bis Ende 2028 Übergangsrecht |
| Zuschuss im Pflegeheim | 131 € im Monat | nur noch für bisherige Fälle |
Pflegegrad 1 bedeutet nach § 15 SGB XI geringe Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Maßgeblich sind die Gesamtpunkte aus der Begutachtung: ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte.
Pflegegrad 1 ist der Einstieg. Pflegegeld und Pflegesachleistung gibt es hier noch nicht, den Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch dagegen schon. Das ist der Grund, warum gerade bei Pflegegrad 1 am häufigsten Geld liegen bleibt.
Der Betrag und seine Grenzen
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | 42 Euro monatlich (§ 40 Abs. 2 SGB XI) |
|---|---|
| Pflegegeld | bei Pflegegrad 1 nicht vorgesehen |
| Pflegesachleistung | bei Pflegegrad 1 nicht vorgesehen |
| Entlastungsbetrag | bis zu 131 Euro monatlich (§ 45b SGB XI) |
| Gesamtpunkte | ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte |
Die Beträge stammen unverändert aus dem Gesetzestext. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden auf keine der anderen Leistungen angerechnet, sie bestehen daneben.
Pflegegrad 1 im Vergleich zu den anderen Graden
Die Spalte für Pflegegrad 1 ist hervorgehoben. Auf schmalen Bildschirmen steht jede Leistung als eigene Karte untereinander.
| Leistung je Monat | Pflegegrad 1 | Pflegegrad 2 | Pflegegrad 3 | Pflegegrad 4 | Pflegegrad 5 | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 Euro | bis 42 Euro | bis 42 Euro | bis 42 Euro | bis 42 Euro | § 40 Abs. 2 SGB XI |
| Pflegegeld | kein Anspruch | 347 Euro | 599 Euro | 800 Euro | 990 Euro | § 37 SGB XI |
| Pflegesachleistung | kein Anspruch | bis 796 Euro | bis 1.497 Euro | bis 1.859 Euro | bis 2.299 Euro | § 36 SGB XI |
| Entlastungsbetrag | bis 131 Euro | bis 131 Euro | bis 131 Euro | bis 131 Euro | bis 131 Euro | § 45b SGB XI |
Beträge aus dem Gesetzestext, Rechtsstand 09/2026. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden auf keine andere Leistung angerechnet.
Gesamtpunkte aus der Begutachtung, Schwellen nach § 15 SGB XI.
Wie viele Punkte sich aus den sechs Modulen der Begutachtung ergeben, lässt sich vorab mit dem Pflegegrad-Rechner abschätzen. Verbindlich ist allein das Gutachten.
Vom Antrag bis zur Lieferung
Die Pflegekasse prüft, ob die Pflege in der eigenen Häuslichkeit stattfindet. Bei vollstationärer Pflege im Heim entfällt der Anspruch, weil die Einrichtung das Material stellt.
Es gibt zwei Wege: selbst bei der Pflegekasse beantragen oder die Abwicklung abgeben. Beim zweiten Weg wählen Sie die Produkte, unterschreiben einmal und müssen sich um nichts weiter kümmern.
Pflegebox bei Pflegegrad 1
Der Anspruch ist bei jedem Pflegegrad gleich hoch. Zusammenstellen und einmal unterschreiben genügt.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Der gesetzliche Rahmen liegt bei 42 Euro im Monat. Über die Bewilligung entscheidet die Pflegekasse, nicht der Anbieter.
Anspruch prüfen
Pflegebox-Check · 3 Angaben
Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
Pflegegrad auswählen, und das Ergebnis erscheint an dieser Stelle.
Der Check ordnet ein, er entscheidet nicht. Die Entscheidung im Einzelfall trifft Ihre Pflegekasse per Bescheid.
Was oft gefragt wird
Was steht mir bei Pflegegrad 1 alles zu?
Bis zu 131 Euro Entlastungsbetrag und bis zu 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Monat, Zuschüsse bis 4.180 Euro je Umbaumaßnahme, technische Pflegehilfsmittel wie ein Hausnotruf, digitale Pflegeanwendungen, Pflegeberatung, zwei Beratungsbesuche im Jahr und Pflegekurse für Angehörige (§ 28a SGB XI).
Was muss man bei Pflegegrad 1 nicht mehr können?
Eine feste Liste gibt es nicht. Gewertet wird die Selbständigkeit in sechs Modulen. Pflegegrad 1 beginnt bei 12,5 Punkten; das erreicht zum Beispiel, wer bei der Körperpflege und beim Gehen jeweils gering eingeschränkt ist. Auch ohne Hilfe bei der Körperpflege ist Pflegegrad 1 möglich, wenn mehrere kleinere Einschränkungen zusammenkommen.
Wer bekommt die 125 Euro bei Pflegegrad 1?
125 Euro ist ein veralteter Betrag, der bis Ende 2024 galt. Seit 2025 beträgt der Entlastungsbetrag bis zu 131 Euro im Monat. Er steht allen Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege ab Pflegegrad 1 zu und wird gegen Rechnung erstattet, nicht frei ausgezahlt.
Welche Änderungen gibt es ab 2026 für den Pflegegrad 1?
Bei den Beträgen keine: 131 Euro, 42 Euro und 4.180 Euro gelten seit 2025 weiter. Seit Oktober 2026 gelten neue Begutachtungs-Richtlinien. Der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 würde ab 2027 bei Pflegegrad 1 den Entlastungsbetrag und die 42 Euro streichen; beschlossen ist das nicht.
Gibt es bei Pflegegrad 1 Pflegegeld?
Nein. Pflegegeld gibt es nach § 37 SGB XI erst ab Pflegegrad 2, dann 347 Euro im Monat. Bei Pflegegrad 1 sind Entlastungsbetrag und Pflegehilfsmittel die laufenden Leistungen.
Bekommt man bei Pflegegrad 1 eine Pflegebox?
Ja. Der Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 Euro im Monat besteht ab Pflegegrad 1, wenn zu Hause gepflegt wird (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Die Pflegebox ist die übliche Form, diesen Anspruch zu nutzen.
Zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 1 einen Hausnotruf?
Ein Hausnotruf ist ein technisches Pflegehilfsmittel und kann ab Pflegegrad 1 bei der Pflegekasse beantragt werden. Einen festen Betrag nennt das Gesetz nicht; die Kasse entscheidet im Einzelfall, in der Regel innerhalb von drei Wochen, mit Gutachten innerhalb von fünf Wochen (§ 40 Abs. 7 SGB XI).
Bekommt man mit Pflegegrad 1 eine Haushaltshilfe?
Über den Entlastungsbetrag ja, wenn ein anerkanntes Angebot oder ein Pflegedienst hilft. Nach Krankenhaus oder bei schwerer Krankheit kann zusätzlich die Krankenkasse bis zu vier Wochen Haushaltshilfe zahlen, weil Pflegegrad 1 diesen Anspruch nach § 38 SGB V nicht ausschließt.
Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 1?
Mindestens 12,5 Gesamtpunkte. Der höchste mögliche Wert bei Pflegegrad 1 ist 26,25 Punkte, weil alle gewichteten Punkte Vielfache von 1,25 sind. Ab 27 Punkten, praktisch ab 27,5, folgt Pflegegrad 2.
Alles geklärt? Die Pflegebox lässt sich online zusammenstellen.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Angebot der Einfach zum Angebot GmbH, die diese Seite betreibt.
Offizielle Quelle
- § 15 SGB XI (Pflegegrade)
- § 40 Abs. 2 SGB XI
- § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
- § 37 SGB XI (Pflegegeld)
- § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
- Anlage 2 zu § 15 SGB XI (Bewertungssystematik, gewichtete Punkte)
- § 28a SGB XI (Leistungen bei Pflegegrad 1)
- § 41 SGB XI (Tagespflege und Nachtpflege)
- § 42 SGB XI (Kurzzeitpflege)
- § 39 SGB XI (Verhinderungspflege)
- § 42a SGB XI (Gemeinsamer Jahresbetrag)
- § 43 SGB XI (Vollstationäre Pflege)
- § 44 SGB XI (Soziale Sicherung der Pflegepersonen)
- § 45 SGB XI (Pflegekurse für Angehörige)
- § 7a SGB XI (Pflegeberatung)
- § 33 SGB XI (Leistungsvoraussetzungen)
- § 18c SGB XI (Entscheidung über den Antrag, Fristen)
- § 30 SGB XI (Dynamisierung)
- § 38 SGB V (Haushaltshilfe)
- § 61 SGB V (Zuzahlungen)
- § 33 SGB V (Hilfsmittel)
- § 33b Abs. 6 EStG (Pflege-Pauschbetrag)
- § 84 SGG (Widerspruchsfrist)
- BMG: Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung nach Pflegegraden am 31.12.2025
- Begutachtungs-Richtlinien Pflegebedürftigkeit des Medizinischen Dienstes Bund (in Kraft seit 01.10.2026)
- Medizinischer Dienst: Neue Richtlinien zur Begutachtung von Pflegebedürftigkeit (30.09.2026)
- Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)
- § 40b SGB XI (Leistungsanspruch digitale Pflegeanwendungen)
- § 45f SGB XI (Zusätzliche Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen)
- § 44a SGB XI (Pflegezeit, kurzzeitige Arbeitsverhinderung, Pflegeunterstützungsgeld)
- § 18b SGB XI (Inhalt und Übermittlung des Gutachtens)
- Bundesministerium für Gesundheit: Leistungen bei Pflegegrad 1
- Pflegegrade 1 bis 5 im Vergleich
- Pflegegrad 2: Leistungen
- Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1
- Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1
- Pflegegrad-Rechner
- Pflegegrad-Fallbeispiele
- Pflegegrad beantragen
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
- Reform-Entwurf 2027
Andere Pflegegrade
- Pflegegrad 2: Leistungen und Pflegehilfsmittel
- Pflegegrad 3: Leistungen und Pflegehilfsmittel
- Pflegegrad 4: Leistungen und Pflegehilfsmittel
- Pflegegrad 5: Leistungen und Pflegehilfsmittel
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 09/2026. Betreiber ist die Einfach zum Angebot GmbH, die selbst eine Pflegebox anbietet. Wir ersetzen keine Sozialrechtsberatung.
Fachlich verantwortlich
Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien