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Pflegegrad 4: Was die Pflegekasse 2026 zahlt, zu Hause und im Heim

Pflegegrad 4 steht für schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit. Die Pflegekasse zahlt deutlich mehr als bei Pflegegrad 3, je nachdem, ob Angehörige, ein Pflegedienst oder ein Heim die Pflege übernimmt. Hier stehen alle Beträge 2026 mit Rechtsgrundlage und Beispielen.

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  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 16 Min. Lesezeit

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  • 42 EuroPflegehilfsmittel monatlich
  • 800 EuroPflegegeld
  • 1859 EuroPflegesachleistung
  • ab 70 bis unter 90 GesamtpunkteBegutachtung

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflegegrad 4 gilt ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkten (§ 15 Abs. 3 SGB XI). Ohne Einschränkungen bei der Selbstversorgung ist er rechnerisch nicht erreichbar.
  • Zu Hause zahlt die Pflegekasse 800 Euro Pflegegeld oder bis 1.859 Euro für einen Pflegedienst im Monat, dazu bis 1.685 Euro für Tages- oder Nachtpflege ohne Anrechnung.
  • Für alle Pflegegrade gleich: bis 131 Euro Entlastungsbetrag, bis 42 Euro Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, bis 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.
  • Im Pflegeheim zahlt die Pflegekasse 1.855 Euro im Monat und je nach Aufenthaltsdauer 15 bis 75 Prozent des pflegebedingten Eigenanteils (§§ 43, 43c SGB XI).
  • Der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 sieht ab 2027 ein Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets von 890 Euro vor; die 42 Euro wären dann keine eigene Leistung mehr. Beschlossen ist das nicht.
Infografik: Was die Pflegekasse bei Pflegegrad 4 im Monat zahlt, je nach Versorgung. Angehörige: 800 Euro Pflegegeld. Pflegedienst: bis 1.859 Euro. Pflegeheim: 1.855 Euro plus Leistungszuschlag. Bei häuslicher Pflege zusätzlich 42 Euro Pflegehilfsmittel, bis 131 Euro Entlastungsbetrag und bis 1.685 Euro Tagespflege.
Pflegegrad 4: drei Versorgungswege und ihre Beträge 2026
Inhalt der Grafik als Text

Pflege durch Angehörige: Pflegegeld 800 Euro im Monat (§ 37 SGB XI). Pflegedienst: Pflegesachleistung bis 1.859 Euro im Monat (§ 36 SGB XI); beides lässt sich als Kombinationsleistung mischen (§ 38 SGB XI). In beiden Fällen zusätzlich bis 42 Euro Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, bis 131 Euro Entlastungsbetrag und bis 1.685 Euro Tages- oder Nachtpflege im Monat sowie bis 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Pflegeheim: Leistungsbetrag 1.855 Euro im Monat (§ 43 SGB XI) und ein Leistungszuschlag auf den pflegebedingten Eigenanteil von 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent nach zwölf, 50 Prozent nach 24 und 75 Prozent nach 36 Monaten (§ 43c SGB XI).

Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.

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Inhalt dieser Seite16 Abschnitte
  1. Ab 70 Punkten: Wann Pflegegrad 4 vorliegt
  2. Zwei Beispiele aus dem Pflegealltag
  3. Welche Leistungen gibt es bei Pflegegrad 4?
  4. Was bekommen pflegende Angehörige bei Pflegegrad 4?
  5. Was zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 4? Rechenbeispiele 2026
  6. Kann man mit Pflegegrad 4 noch allein leben?
  7. Pflegegrad 3 und Pflegegrad 4 im Vergleich
  8. Pflegegrad 4 beantragen oder auf Pflegegrad 5 höherstufen
  9. Was gilt 2026 und was plant die Reform 2027 für Pflegegrad 4?
  10. Wie viel übernommen wird
  11. Pflegegrad 4 im Vergleich zu den anderen Graden
  12. Vom Antrag bis zur Lieferung
  13. Anspruch prüfen
  14. Fragen und Antworten
  15. Mehr zum Thema
  16. Andere Pflegegrade

Ab 70 Punkten: Wann Pflegegrad 4 vorliegt

Pflegegrad 4 bedeutet nach § 15 Abs. 3 SGB XI schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Maßgeblich sind 70 bis unter 90 Gesamtpunkte aus der Begutachtung. Bis 90 Punkte folgt Pflegegrad 5, der zusätzlich besondere Anforderungen an die Versorgung voraussetzt.

Ein Blick auf die Punktwerte aus Anlage 2 zeigt eine Besonderheit. Ohne Selbstversorgung, die mit 40 Prozent zählt, kommen die übrigen Module zusammen auf höchstens 60 Punkte. Pflegegrad 4 setzt also immer Einschränkungen beim Waschen, Anziehen, Essen oder bei der Toilette voraus. Praktisch braucht es dort mindestens den Punktbereich „erheblich“.

Die Tabelle zeigt drei typische Wege in Pflegegrad 4. Weg A macht deutlich: Auch schwerste körperliche Einschränkungen reichen allein oft nicht. Erst kleine Einschränkungen in einem weiteren Bereich heben das Ergebnis über 70 Punkte. Eigene Werte lassen sich mit dem Pflegegrad-Rechner abschätzen.

Rechenwege mit gewichteten Punkten nach Anlage 2 zu § 15 SGB XI (eigene Berechnung)
WegEinstufung je Modul (gewichtete Punkte)Gesamtpunkte
A: vor allem körperlichSelbstversorgung schwerste 40, Mobilität schwerste 10, Krankheitsbewältigung erheblich 10, Alltag erheblich 7,567,5 → Pflegegrad 3
A plus Kognitionwie A, zusätzlich Kognition oder Verhalten gering 3,7571,25 → Pflegegrad 4
B: DemenzKognition oder Verhalten schwerste 15, Selbstversorgung schwer 30, Alltag schwerste 15, Krankheitsbewältigung erheblich 10, Mobilität gering 2,572,5 → Pflegegrad 4
C: knapp unter Pflegegrad 5Selbstversorgung 40, Mobilität 10, Kognition 11,25, Krankheitsbewältigung 15, Alltag 11,2587,5 → Pflegegrad 4; eine Stufe mehr im Alltag ergibt 91,25 → Pflegegrad 5

Zwei Beispiele aus dem Pflegealltag

Die beiden Personen sind ausgedacht und zeigen zwei häufige Muster. Die Punkte folgen Anlage 2; welcher Punktbereich im Einzelfall vorliegt, entscheidet nur das Gutachten.

Herr D., 68 Jahre, ist nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl. Er braucht Hilfe beim Waschen, Anziehen und auf der Toilette, kommt geistig aber gut zurecht. Seine Frau pflegt ihn, ein Pflegedienst kommt morgens. Mit leicht eingeschränkter Kommunikation ergibt sich Weg „A plus Kognition“: 71,25 Punkte.

Frau C., 84 Jahre, hat eine fortgeschrittene Demenz und lebt bei ihrer Tochter. Sie läuft nachts umher, erkennt Gefahren nicht und muss beim Waschen und Essen angeleitet werden. Laufen kann sie noch weitgehend allein. Das entspricht Weg B mit 72,5 Punkten. Für sie ist Tagespflege eine typische Entlastung der Tochter.

Weitere konstruierte Fälle mit Punkten je Modul zeigt der Ratgeber Pflegegrad-Fallbeispiele.

Welche Leistungen gibt es bei Pflegegrad 4?

Die Tabelle nennt alle Leistungen bei Pflegegrad 4 mit dem Betrag 2026 und der Rechtsgrundlage. Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025 und sind 2026 unverändert. Mehrere Ratgeber-Seiten im Netz nennen für Pflegegrad 4 noch ältere Werte wie 728 oder 765 Euro Pflegegeld; maßgeblich ist der aktuelle Gesetzestext.

Pflegegeld und Pflegesachleistung schließen sich nicht aus. Nutzt der Pflegedienst nur einen Teil der 1.859 Euro, wird der Rest anteilig als Pflegegeld gezahlt (Kombinationsleistung, § 38 SGB XI). Tages- und Nachtpflege kommen ohne Anrechnung hinzu (§ 41 Abs. 3 SGB XI).

Leistungen bei Pflegegrad 4 im Jahr 2026 (Höchstbeträge, Wortlaut geprüft am 09.10.2026)
LeistungBetrag 2026RechtsgrundlageHinweis
Pflegegeld800 € im Monat§ 37 Abs. 1 SGB XIbei Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen
Pflegesachleistungbis 1.859 € im Monat§ 36 Abs. 3 SGB XIfür einen zugelassenen Pflegedienst
Kombinationsleistunganteilig§ 38 SGB XInicht genutzter Sachleistungsanteil als Pflegegeld
Tages- und Nachtpflegebis 1.685 € im Monat§ 41 SGB XIzusätzlich, ohne Anrechnung
Verhinderungs- und Kurzzeitpflegebis 3.539 € im Jahr§§ 39, 42, 42a SGB XIGemeinsamer Jahresbetrag
Entlastungsbetragbis 131 € im Monat§ 45b SGB XIgegen Rechnung, nicht für Selbstversorgung durch Pflegedienste
Umwandlung für Alltagshilfenbis 743,60 € im Monat§ 45a Abs. 4 SGB XIbis 40 % der Sachleistung, mindert das Pflegegeld anteilig
Pflegehilfsmittel zum Verbrauchbis 42 € im Monat§ 40 Abs. 2 SGB XIals Pflegebox oder Kostenerstattung
Technische Pflegehilfsmittelnach Bedarf§ 40 Abs. 1 und 3 SGB XIoft leihweise, Zuzahlung 10 %, höchstens 25 €
Wohnumfeldverbesserungbis 4.180 € je Maßnahme§ 40 Abs. 4 SGB XIAntrag vor dem Umbau
Digitale Pflegeanwendungbis 40 € plus 30 € im Monat§ 40b SGB XInach Bewilligung
Beratungsbesuch zu Hausekostenfrei§ 37 Abs. 3 SGB XImit Pflegegeld halbjährlich Pflicht, vierteljährlich möglich
Wohngruppenzuschlag224 € im Monat§ 45f SGB XIin ambulant betreuten Wohngruppen
Pflegeheim1.855 € im Monat§ 43 Abs. 2 SGB XIplus Leistungszuschlag nach § 43c

Was bekommen pflegende Angehörige bei Pflegegrad 4?

Pflegt eine Angehörige oder ein Angehöriger mindestens zehn Stunden pro Woche an mindestens zwei Tagen und arbeitet höchstens 30 Stunden pro Woche, zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge (§ 44 Abs. 1 SGB XI). Während der Pflege besteht zudem Schutz in der Unfallversicherung und unter Voraussetzungen in der Arbeitslosenversicherung (§ 44 Abs. 2a und 2b SGB XI).

Die Höhe der Rentenbeiträge hängt vom Pflegegrad und von der Leistungsart ab. Bei Pflegegrad 4 gelten 70 Prozent der Bezugsgröße als beitragspflichtige Einnahme, wenn ausschließlich Pflegegeld bezogen wird (§ 166 Abs. 2 SGB VI). Mit der Bezugsgröße 2026 von 3.955 Euro im Monat sind das 2.768,50 Euro. Bei Pflegegrad 3 wären es 43 Prozent.

Steuerlich können pflegende Angehörige den Pflege-Pauschbetrag von 1.800 Euro im Jahr geltend machen, wenn sie dafür keine Einnahmen erhalten (§ 33b Abs. 6 EStG). Er gilt für Pflegegrad 4 und 5 gleich. Einzelheiten stehen im Ratgeber Pflegegeld für Angehörige.

Beitragspflichtige Einnahme der Pflegeperson bei Pflegegrad 4 (§ 166 Abs. 2 SGB VI, Bezugsgröße 3.955 Euro, eigene Berechnung)
Leistungsart der gepflegten PersonAnteil der Bezugsgrößerentenwirksam je Monat 2026
nur Pflegegeld70 %2.768,50 €
Kombinationsleistung59,5 %2.353,23 €
nur Pflegesachleistung49 %1.937,95 €

Was zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 4? Rechenbeispiele 2026

Rechenbeispiel Pflege durch Angehörige: Herr D. erhält 800 Euro Pflegegeld, bis 42 Euro Pflegehilfsmittel und bis 131 Euro Entlastungsbetrag gegen Rechnung. Das sind bis 973 Euro im Monat und bis 11.676 Euro im Jahr. Hinzu kommen bei Bedarf bis 3.539 Euro im Jahr für eine Ersatzpflege, wenn seine Frau ausfällt.

Rechenbeispiel Kombination: Der Pflegedienst rechnet für die Morgenpflege 929,50 Euro im Monat ab, also 50 Prozent von 1.859 Euro. Die Pflegekasse zahlt das direkt an den Dienst. Das Pflegegeld sinkt um denselben Prozentsatz auf 400 Euro (§ 38 SGB XI). Zusammen fließen damit 1.329,50 Euro in die Pflege.

Rechenbeispiel Tagespflege, mit angenommenen Kosten: Frau C. besucht dreimal pro Woche eine Tagespflege. Die pflegebedingten Kosten liegen bei angenommenen 1.100 Euro im Monat. Sie liegen unter 1.685 Euro und werden voll übernommen. Das Pflegegeld von 800 Euro bleibt unverändert (§ 41 Abs. 3 SGB XI). Was die Einrichtung darüber hinaus etwa für Verpflegung berechnet, nennt § 41 Abs. 2 nicht als Leistung der Pflegekasse.

Rechenbeispiel Pflegeheim, mit angenommenem Eigenanteil: Die Pflegekasse zahlt 1.855 Euro im Monat. Bei einem pflegebedingten Eigenanteil von angenommenen 1.400 Euro kommt ein Leistungszuschlag hinzu: im ersten Jahr 15 Prozent oder 210 Euro, im zweiten 30 Prozent oder 420 Euro, im dritten 50 Prozent oder 700 Euro, danach 75 Prozent oder 1.050 Euro im Monat (§ 43c SGB XI). Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben davon unberührt.

Pflegegrad 4: Leistungen der Pflegekasse je Versorgungsweg 2026 (eigene Berechnung, Höchstbeträge)
VersorgungPflegekasse je MonatGrundlage
Angehörige, nur Pflegegeld800 € + 42 € + bis 131 € = bis 973 €§§ 37, 40, 45b
Kombination 50 % Pflegedienst929,50 € + 400 € + 42 € + bis 131 €§§ 36, 38, 40, 45b
nur Pflegedienstbis 1.859 € + 42 € + bis 131 €§§ 36, 40, 45b
zusätzlich Tagespflegebis 1.685 €§ 41
Pflegeheim1.855 € + Zuschlag 15–75 % des pflegebedingten Eigenanteils§§ 43, 43c

Kann man mit Pflegegrad 4 noch allein leben?

Ja, das Gesetz verlangt keinen Umzug. Pflegegeld setzt nach § 37 Abs. 1 SGB XI aber voraus, dass die Pflege in geeigneter Weise sichergestellt ist, etwa durch Angehörige, Nachbarn oder eine Kombination mit einem Pflegedienst. Lebt niemand im Haushalt, übernimmt meist ein Pflegedienst über die Pflegesachleistung einen Teil der Versorgung.

Für das Alleinleben sind technische Hilfen wichtig. Typisch bei Pflegegrad 4 sind ein Pflegebett, Positionierungshilfen, Produkte zur Hygiene im Bett und ein Hausnotruf. Die Pflegekasse überlässt technische Pflegehilfsmittel vorrangig leihweise und muss über Anträge innerhalb von drei Wochen entscheiden, mit Gutachten innerhalb von fünf (§ 40 Abs. 3 und 7 SGB XI).

Verbrauchsprodukte wie Einmalhandschuhe, Desinfektion und Bettschutzeinlagen trägt die Pflegekasse bis 42 Euro im Monat, bei Pflegegrad 4 genauso wie bei Pflegegrad 1. Inkontinenzmaterial gehört nicht dazu; es ist ein Hilfsmittel der Krankenkasse auf ärztliche Verordnung (§ 33 SGB V). Ob der Anspruch auf die monatliche Pflegebox besteht, zeigt der Pflegebox-Check.

Pflegegrad 3 und Pflegegrad 4 im Vergleich

Der Sprung von Pflegegrad 3 auf 4 bringt bei Pflegegeld 201 Euro mehr im Monat, bei der Sachleistung 362 Euro und im Pflegeheim 536 Euro. Auch Rentenbeiträge und Pflege-Pauschbetrag für Angehörige steigen deutlich. Gleich bleiben Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel, Gemeinsamer Jahresbetrag und Umbauzuschuss.

Pflegegrad 3 und 4 im Vergleich, Stand 2026 (Rentenwerte eigene Berechnung mit Bezugsgröße 3.955 Euro)
MerkmalPflegegrad 3Pflegegrad 4
Gesamtpunkte (§ 15)47,5 bis unter 7070 bis unter 90
Pflegegeld (§ 37)599 €800 €
Pflegesachleistung (§ 36)bis 1.497 €bis 1.859 €
Tages- und Nachtpflege (§ 41)bis 1.357 €bis 1.685 €
Umwandlung Alltagshilfen (§ 45a Abs. 4)bis 598,80 €bis 743,60 €
Pflegeheim (§ 43)1.319 €1.855 €
Beratungsbesuch (§ 37 Abs. 3)halbjährlichhalbjährlich, vierteljährlich möglich
Rentenwirksam bei nur Pflegegeld (§ 166 SGB VI)43 % = 1.700,65 €70 % = 2.768,50 €
Pflege-Pauschbetrag (§ 33b EStG)1.100 € im Jahr1.800 € im Jahr

Pflegegrad 4 beantragen oder auf Pflegegrad 5 höherstufen

Wer schon Pflegegrad 3 hat und sich die Lage dauerhaft verschlechtert, stellt einen Antrag auf Höherstufung. Wer noch keinen Pflegegrad hat, beantragt ihn bei der Pflegekasse. In beiden Fällen gilt: Leistungen gibt es ab dem Antrag, bei späterem Antrag ab Beginn des Antragsmonats (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Die Pflegekasse entscheidet spätestens 25 Arbeitstage nach Eingang (§ 18c SGB XI).

Pflegegrad 5 beginnt bei 90 Punkten. Liegt das Gutachten bei 85 Punkten oder mehr, lohnt ein genauer Blick, in welchem Modul eine Stufe fehlt. Ausnahmsweise ist Pflegegrad 5 auch unter 90 Punkten möglich, wenn beide Arme und beide Beine gebrauchsunfähig sind (besondere Bedarfskonstellation nach § 15 Abs. 4 SGB XI, siehe Pflegegrad 5).

Eine „Pflegestufe 4“ gab es nie. Bis Ende 2016 galten die Pflegestufen 0 bis III. Seit 2017 wurden Menschen mit Pflegestufe III ohne erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz in Pflegegrad 4 übergeleitet, ebenso Menschen mit Pflegestufe II und erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (§ 140 Abs. 2 SGB XI).

  1. Antrag stellenBei der Pflegekasse, formfrei; Eingangsdatum notieren. Ablauf: Pflegegrad beantragen, bei bestehendem Grad Höherstufung.
  2. Begutachtung vorbereitenZwei Wochen lang notieren, bei welchen Verrichtungen Hilfe nötig ist, auch nachts. Pflegeperson zum Termin dazuholen: Begutachtung.
  3. Bescheid und Gutachten prüfenPunkte je Modul mit dem Alltag vergleichen. Bei Fehlern Widerspruch binnen eines Monats (§ 84 SGG): Widerspruch.
  4. Leistungen neu ordnenPflegegeld, Pflegedienst, Tagespflege und Verhinderungspflege auf den neuen Grad abstimmen; Pflegeperson für die Rentenbeiträge melden lassen.

Was gilt 2026 und was plant die Reform 2027 für Pflegegrad 4?

2026 bleiben alle Beträge bei Pflegegrad 4 unverändert. Die nächste Anpassung sieht der geltende § 30 SGB XI zum 1. Januar 2028 vor.

Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 würde die Leistungen ab 2027 in Budgets ordnen. Bei Pflegegrad 4 läge das Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets bei 890 Euro, die Sachleistung bei bis 2.090 Euro. Die 42 Euro für Verbrauchsprodukte wären keine eigene Leistung mehr; laut Begründung sollen sie aus dem Entlastungsbudget bezahlt werden.

Eigene Rechnung: Das Entlastungsbudget läge 90 Euro über dem heutigen Pflegegeld. Abzüglich der 42 Euro, die heute zusätzlich fließen, blieben 48 Euro. Aus dem Budget soll laut Begründung außerdem planbare Ersatzpflege bezahlt werden, die heute aus dem Gemeinsamen Jahresbetrag kommt.

Pflegegrad 4: geltendes Recht und Kabinettsentwurf vom 30.09.2026
Leistung bei Pflegegrad 4Geltendes Recht 2026Kabinettsentwurf, nicht beschlossen
Pflegegeld800 €Entlastungsbudget 890 €
Pflegesachleistungbis 1.859 €Sachleistungsbudget bis 2.090 €
Pflegehilfsmittel zum Verbrauchbis 42 € zusätzlichkeine eigene Leistung
Entlastungsbetragbis 131 €Sozialraumbudget bis 175 € (unter 25 Jahren bis 300 €), nur für anerkannte Alltagsangebote
Verhinderungs- und Kurzzeitpflegebis 3.539 € im JahrÜberbrückungsbudget bis 2.285 € im Jahr
Dynamisierungzum 1. Januar 2028ab 2029 jährlich

Pflegegrad 4 bedeutet nach § 15 SGB XI schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten. Maßgeblich sind die Gesamtpunkte aus der Begutachtung: ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte.

Bei Pflegegrad 4 ist der Bedarf an Verbrauchsmaterial in der Regel dauerhaft hoch. Die monatliche Obergrenze bleibt trotzdem gleich, deshalb lohnt es sich, die Box gezielt zusammenzustellen.

Wie viel übernommen wird

Leistungen bei Pflegegrad 4 (2026)
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch42 Euro monatlich (§ 40 Abs. 2 SGB XI)
Pflegegeld800 Euro monatlich (§ 37 SGB XI)
Pflegesachleistung1859 Euro monatlich (§ 36 SGB XI)
Entlastungsbetragbis zu 131 Euro monatlich (§ 45b SGB XI)
Gesamtpunkteab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte

Die Beträge stammen unverändert aus dem Gesetzestext. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden auf keine der anderen Leistungen angerechnet, sie bestehen daneben.

Pflegegrad 4 im Vergleich zu den anderen Graden

Die Spalte für Pflegegrad 4 ist hervorgehoben. Auf schmalen Bildschirmen steht jede Leistung als eigene Karte untereinander.

Leistungen nach Pflegegrad (2026)
Leistung je MonatPflegegrad 1Pflegegrad 2Pflegegrad 3Pflegegrad 4Pflegegrad 5Rechtsgrundlage
Pflegehilfsmittel zum Verbrauchbis 42 Eurobis 42 Eurobis 42 Eurobis 42 Eurobis 42 Euro§ 40 Abs. 2 SGB XI
Pflegegeldkein Anspruch347 Euro599 Euro800 Euro990 Euro§ 37 SGB XI
Pflegesachleistungkein Anspruchbis 796 Eurobis 1.497 Eurobis 1.859 Eurobis 2.299 Euro§ 36 SGB XI
Entlastungsbetragbis 131 Eurobis 131 Eurobis 131 Eurobis 131 Eurobis 131 Euro§ 45b SGB XI

Beträge aus dem Gesetzestext, Rechtsstand 09/2026. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden auf keine andere Leistung angerechnet.

  1. 1ab 12,5 bis unter 27
  2. 2ab 27 bis unter 47,5
  3. 3ab 47,5 bis unter 70
  4. 4ab 70 bis unter 90
  5. 5ab 90 bis 100

Gesamtpunkte aus der Begutachtung, Schwellen nach § 15 SGB XI.

Wie viele Punkte sich aus den sechs Modulen der Begutachtung ergeben, lässt sich vorab mit dem Pflegegrad-Rechner abschätzen. Verbindlich ist allein das Gutachten.

Vom Antrag bis zur Lieferung

Ein einmal bewilligter Anspruch muss nicht jeden Monat neu beantragt werden. Ändert sich die Pflegesituation, ist die Kasse zu informieren.

Den Antrag können Sie selbst bei Ihrer Pflegekasse stellen. Sie können die Abwicklung auch abgeben: Produkte auswählen, Daten eintragen, einmal unterschreiben, den Rest übernehmen wir.

Pflegebox bei Pflegegrad 4

Der Anspruch ist bei jedem Pflegegrad gleich hoch. Zusammenstellen und einmal unterschreiben genügt.

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Abgerechnet wird direkt mit der Pflegekasse, bis 42 Euro im Monat. Eine Zusage zur Bewilligung können wir nicht geben.

Anspruch prüfen

Pflegebox-Check · 3 Angaben

Ihr Anspruch im Überblick

Nach der Auswahl des Pflegegrads steht hier, ob ein Anspruch besteht.

Das ist eine Einordnung nach der gesetzlichen Regel, keine Bewilligung. Verbindlich ist allein der Bescheid der Pflegekasse.

Fragen und Antworten

Wie viel Geld bekommt man bei Pflegegrad 4?

2026 sind es 800 Euro Pflegegeld im Monat bei Pflege durch Angehörige oder bis 1.859 Euro Pflegesachleistung für einen Pflegedienst. Dazu kommen bis 42 Euro für Pflegehilfsmittel, bis 131 Euro Entlastungsbetrag, bis 1.685 Euro Tagespflege und bis 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Im Heim zahlt die Pflegekasse 1.855 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man, um in den Pflegegrad 4 eingestuft zu werden?

Die Begutachtung muss 70 bis unter 90 Gesamtpunkte ergeben (§ 15 Abs. 3 SGB XI). Weil die übrigen Module ohne Selbstversorgung höchstens 60 Punkte bringen, setzt Pflegegrad 4 immer Einschränkungen bei der Selbstversorgung voraus.

Was darf man bei Pflegegrad 4 nicht mehr können?

Eine feste Liste gibt es nicht. Typisch ist, dass bei Körperpflege, An- und Auskleiden oder Essen überwiegend Hilfe nötig ist und weitere Bereiche wie Mobilität oder Orientierung deutlich eingeschränkt sind. Entscheidend sind die Punkte aus allen sechs Modulen.

Kann man bei Pflegegrad 4 noch alleine leben?

Ja, ein Umzug ist nicht vorgeschrieben. Die Pflege muss aber sichergestellt sein, meist mit einem Pflegedienst über die Pflegesachleistung, ergänzt durch Hausnotruf, Pflegebett und andere technische Pflegehilfsmittel. 60,6 Prozent der Menschen mit Pflegegrad 4 leben zu Hause.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 3 und 4?

Pflegegrad 3 gilt ab 47,5, Pflegegrad 4 ab 70 Punkten. Das Pflegegeld steigt von 599 auf 800 Euro, die Sachleistung von 1.497 auf 1.859 Euro, der Heimbetrag von 1.319 auf 1.855 Euro. Bei Pflegegrad 4 ist zudem ein Beratungsbesuch je Vierteljahr möglich.

Welche Pflegehilfsmittel werden bei Pflegegrad 4 übernommen?

Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett, Positionierungshilfen, Produkte zur Hygiene im Bett und Hausnotruf, meist leihweise. Dazu Verbrauchsprodukte wie Handschuhe und Desinfektion bis 42 Euro im Monat. Inkontinenzmaterial zahlt die Krankenkasse auf Verordnung.

Was sind die Voraussetzungen für Pflegestufe 4?

Eine Pflegestufe 4 gab es nie. Bis 2016 galten die Pflegestufen 0 bis III. Seit 2017 gibt es Pflegegrade; Pflegegrad 4 setzt 70 bis unter 90 Gesamtpunkte voraus. Menschen mit Pflegestufe III ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz wurden 2017 in Pflegegrad 4 übergeleitet (§ 140 SGB XI).

Wie oft muss bei Pflegegrad 4 ein Beratungsbesuch stattfinden?

Wer Pflegegeld bezieht, muss halbjährlich eine Beratung zu Hause abrufen. Bei Pflegegrad 4 ist zusätzlich ein Besuch je Vierteljahr möglich. Die Kosten trägt die Pflegekasse (§ 37 Abs. 3 SGB XI).

Bekommen pflegende Angehörige bei Pflegegrad 4 Rentenpunkte?

Ja, wenn sie mindestens zehn Stunden pro Woche an zwei Tagen pflegen und höchstens 30 Stunden arbeiten. Bei reinem Pflegegeld gelten 2026 monatlich 2.768,50 Euro als beitragspflichtige Einnahme (70 Prozent der Bezugsgröße, § 166 SGB VI).

Gibt es bei Pflegegrad 4 eine Pflegebox?

Ja. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 Euro im Monat stehen bei häuslicher Pflege allen Pflegegraden zu, also auch bei Pflegegrad 4 (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Der Betrag wird nicht auf Pflegegeld oder Sachleistung angerechnet.

Alles geklärt? Die Pflegebox lässt sich online zusammenstellen.

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Offizielle Quelle

  1. § 15 SGB XI (Pflegegrade)
  2. § 40 Abs. 2 SGB XI
  3. § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
  4. § 37 SGB XI (Pflegegeld)
  5. § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
  6. Anlage 2 zu § 15 SGB XI (Bewertungssystematik, gewichtete Punkte)
  7. § 38 SGB XI (Kombinationsleistung)
  8. § 41 SGB XI (Tagespflege und Nachtpflege)
  9. § 39 SGB XI (Verhinderungspflege)
  10. § 42 SGB XI (Kurzzeitpflege)
  11. § 42a SGB XI (Gemeinsamer Jahresbetrag)
  12. § 43 SGB XI (Vollstationäre Pflege)
  13. § 45a SGB XI (Angebote zur Unterstützung im Alltag)
  14. § 44 SGB XI (Soziale Sicherung der Pflegepersonen)
  15. § 33 SGB XI (Leistungsvoraussetzungen)
  16. § 18c SGB XI (Entscheidung über den Antrag, Fristen)
  17. § 30 SGB XI (Dynamisierung)
  18. § 140 SGB XI (Überleitung in die Pflegegrade)
  19. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  20. § 33b Abs. 6 EStG (Pflege-Pauschbetrag)
  21. § 84 SGG (Widerspruchsfrist)
  22. § 1 SVBezGrV 2026 (Bezugsgröße 2026)
  23. § 166 SGB VI (Beitragspflichtige Einnahmen Pflegepersonen)
  24. BMG: Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung nach Pflegegraden am 31.12.2025
  25. Begutachtungs-Richtlinien Pflegebedürftigkeit des Medizinischen Dienstes Bund (in Kraft seit 01.10.2026)
  26. Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)
  27. § 43c SGB XI (Begrenzung des Eigenanteils an den pflegebedingten Aufwendungen)
  28. § 40b SGB XI (Leistungsanspruch digitale Pflegeanwendungen)
  29. § 45f SGB XI (Zusätzliche Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen)

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Andere Pflegegrade

Stand 09/2026. Diese Seite gehört zur Einfach zum Angebot GmbH und ist damit kein neutraler Vergleich. Die Rechtsangaben stammen unverändert aus dem Gesetzestext.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien