Pflegegrad 5: Höchster Pflegegrad, zwei Wege dorthin und alle Beträge 2026
Pflegegrad 5 ist der höchste Pflegegrad. Er setzt mindestens 90 von 100 Punkten voraus oder eine besondere Bedarfskonstellation, für die schon weniger Punkte genügen. Hier stehen beide Wege, alle Leistungen 2026 mit Rechtsgrundlage und Rechenbeispiele.
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- Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
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- 42 EuroPflegehilfsmittel monatlich
- 990 EuroPflegegeld
- 2299 EuroPflegesachleistung
- ab 90 bis 100 GesamtpunkteBegutachtung
Das Wichtigste in Kürze
- Pflegegrad 5 gilt ab 90 bis 100 Gesamtpunkten (§ 15 Abs. 3 SGB XI). Von 100 möglichen Punkten dürfen also höchstens 10 fehlen.
- Unter 90 Punkten ist Pflegegrad 5 bei einer besonderen Bedarfskonstellation möglich. Festgelegt ist dafür nur eine: die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine (§ 15 Abs. 4 SGB XI, Begutachtungs-Richtlinien).
- Zu Hause zahlt die Pflegekasse 990 Euro Pflegegeld oder bis 2.299 Euro für einen Pflegedienst, dazu bis 2.085 Euro Tagespflege, 131 Euro Entlastungsbetrag und 42 Euro Pflegehilfsmittel im Monat.
- Im Pflegeheim zahlt sie 2.096 Euro im Monat plus 15 bis 75 Prozent des pflegebedingten Eigenanteils. Für pflegende Angehörige gelten bei reinem Pflegegeld 3.955 Euro im Monat als rentenwirksames Einkommen.
- Einen Pflegegrad 6 oder eine Pflegestufe 6 gibt es nicht. Der Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 sähe ab 2027 ein Entlastungsbudget von 1.080 Euro vor; beschlossen ist das nicht.
Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.
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Inhalt dieser Seite16 Abschnitte
- Wann liegt Pflegegrad 5 vor?
- Zwei Beispiele: Wie Pflegegrad 5 aussehen kann
- Leistungen bei Pflegegrad 5 im Überblick
- Pflegegrad 5 zu Hause: Rechenbeispiele und Versorgung
- Pflegegrad 5 im Pflegeheim: Was die Pflegekasse zahlt
- Was pflegende Angehörige bei Pflegegrad 5 bekommen
- Pflegegrad 4 und 5: die Unterschiede
- Antrag, Widerspruch und die Frage nach Pflegestufe 5 oder 6
- 2026 und der Reform-Entwurf 2027 bei Pflegegrad 5
- Wie viel übernommen wird
- Pflegegrad 5 im Vergleich zu den anderen Graden
- Vom Antrag bis zur Lieferung
- Anspruch prüfen
- Was oft gefragt wird
- Andere Pflegegrade
Wann liegt Pflegegrad 5 vor?
Pflegegrad 5 bedeutet nach § 15 Abs. 3 SGB XI schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Nötig sind 90 bis 100 Gesamtpunkte. Weil 100 Punkte das Maximum sind, dürfen höchstens 10 Punkte fehlen.
Die Punktwerte aus Anlage 2 zeigen, was das bedeutet. Ohne Selbstversorgung kommen die übrigen Module auf höchstens 60 Punkte. Selbst mit „schweren“ Einschränkungen bei der Selbstversorgung (30 Punkte) reicht es nur, wenn alle anderen Module beim Höchstwert liegen. In der Praxis setzt Pflegegrad 5 deshalb schwerste Einschränkungen bei der Selbstversorgung voraus und zusätzlich fast überall den höchsten oder zweithöchsten Punktbereich.
Für Kinder bis 18 Monate gilt eine eigene Stufung: Sie erhalten Pflegegrad 5 schon ab 70 Gesamtpunkten (§ 15 Abs. 7 SGB XI). Ältere Kinder werden mit gleichaltrigen, altersgerecht entwickelten Kindern verglichen (§ 15 Abs. 6 SGB XI).
| Fall | Einstufung je Modul (gewichtete Punkte) | Ergebnis |
|---|---|---|
| A: fast überall Höchstwert | Selbstversorgung 40, Mobilität 10, Kognition oder Verhalten 15, Krankheitsbewältigung 15, Alltag 15 | 95 Punkte → Pflegegrad 5 |
| B: genau an der Grenze | wie A, aber Krankheitsbewältigung 10 | 90 Punkte → Pflegegrad 5 |
| C: eine Stufe weniger | wie B, aber Alltag 11,25 | 86,25 Punkte → Pflegegrad 4 |
| D: Lähmung aller Gliedmaßen, geistig orientiert | Selbstversorgung 40, Mobilität 10, Kognition 0, Krankheitsbewältigung 10, Alltag 3,75 | 63,75 Punkte, aber besondere Bedarfskonstellation → Pflegegrad 5 |

Inhalt der Grafik als Text
Weg 1: Die Begutachtung ergibt 90 bis 100 Gesamtpunkte (§ 15 Abs. 3 SGB XI). Weg 2: Besondere Bedarfskonstellation nach § 15 Abs. 4 SGB XI; festgelegt ist nur die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine mit vollständigem Verlust der Greif-, Steh- und Gehfunktionen, die Hilfsmittel nicht ausgleichen. Dann gilt Pflegegrad 5 auch unter 90 Punkten. Weg 3: Kinder bis 18 Monate erhalten Pflegegrad 5 schon ab 70 Gesamtpunkten (§ 15 Abs. 7 SGB XI).
Monatsbeträge bei Pflegegrad 5 im Jahr 2026: Pflegegeld 990 Euro, Pflegesachleistung bis 2.299 Euro, Tages- und Nachtpflege bis 2.085 Euro, Pflegeheim 2.096 Euro; dazu bis 131 Euro Entlastungsbetrag und bis 42 Euro Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
Zwei Beispiele: Wie Pflegegrad 5 aussehen kann
Die beiden Personen sind ausgedacht. Sie zeigen die zwei Wege zu Pflegegrad 5. Welcher Punktbereich im echten Fall vorliegt, entscheidet nur das Gutachten.
Frau G., 88 Jahre, hat eine Demenz im späten Stadium. Sie ist bettlägerig, muss beim Essen und Trinken vollständig unterstützt werden, ist inkontinent, erkennt Angehörige nicht mehr und ist nachts oft unruhig. In fast allen Modulen liegt der höchste Punktbereich vor; das entspricht Fall A mit 95 Punkten. Sie lebt in einem Pflegeheim.
Herr F., 58 Jahre, ist nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt. Geistig ist er voll orientiert, er telefoniert, plant seinen Tag und trifft Entscheidungen. Rechnerisch kommt er auf 63,75 Punkte (Fall D). Weil beide Arme und beide Beine gebrauchsunfähig sind, ordnet ihn das Gutachten über die besondere Bedarfskonstellation dennoch Pflegegrad 5 zu. Er lebt mit seiner Frau zu Hause, ein Pflegedienst kommt zweimal täglich.
Weitere konstruierte Fälle mit Punkten je Modul zeigt der Ratgeber Pflegegrad-Fallbeispiele.
Leistungen bei Pflegegrad 5 im Überblick
Die Tabelle nennt alle Leistungen bei Pflegegrad 5 mit Betrag 2026 und Rechtsgrundlage. Die Beträge gelten seit dem 1. Januar 2025 und sind 2026 unverändert. Pflegegeld und Pflegesachleistung lassen sich kombinieren (§ 38 SGB XI); Tages- und Nachtpflege kommen ohne Anrechnung hinzu (§ 41 Abs. 3 SGB XI).
Auffällig: Die Pflegesachleistung für einen Pflegedienst zu Hause (bis 2.299 Euro) liegt bei Pflegegrad 5 über dem Betrag, den die Pflegekasse im Pflegeheim zahlt (2.096 Euro).
| Leistung | Betrag 2026 | Rechtsgrundlage | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Pflegegeld | 990 € im Monat | § 37 Abs. 1 SGB XI | bei Pflege durch Angehörige oder andere Privatpersonen |
| Pflegesachleistung | bis 2.299 € im Monat | § 36 Abs. 3 SGB XI | zugelassener Pflegedienst |
| Kombinationsleistung | anteilig | § 38 SGB XI | Rest der Sachleistung als Pflegegeld |
| Tages- und Nachtpflege | bis 2.085 € im Monat | § 41 SGB XI | zusätzlich, ohne Anrechnung |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege | bis 3.539 € im Jahr | §§ 39, 42, 42a SGB XI | Gemeinsamer Jahresbetrag |
| Entlastungsbetrag | bis 131 € im Monat | § 45b SGB XI | gegen Rechnung |
| Umwandlung für Alltagshilfen | bis 919,60 € im Monat | § 45a Abs. 4 SGB XI | bis 40 % der Sachleistung |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € im Monat | § 40 Abs. 2 SGB XI | gleich hoch wie bei Pflegegrad 1 |
| Technische Pflegehilfsmittel | nach Bedarf | § 40 Abs. 1 und 3 SGB XI | leihweise, Zuzahlung 10 %, höchstens 25 € |
| Wohnumfeldverbesserung | bis 4.180 € je Maßnahme | § 40 Abs. 4 SGB XI | Antrag vor dem Umbau |
| Digitale Pflegeanwendung | bis 40 € plus 30 € im Monat | § 40b SGB XI | nach Bewilligung |
| Beratungsbesuch zu Hause | kostenfrei | § 37 Abs. 3 SGB XI | mit Pflegegeld halbjährlich Pflicht, vierteljährlich möglich |
| Wohngruppenzuschlag | 224 € im Monat | § 45f SGB XI | ambulant betreute Wohngruppe |
| Pflegeheim | 2.096 € im Monat | § 43 Abs. 2 SGB XI | plus Leistungszuschlag nach § 43c |
Pflegegrad 5 zu Hause: Rechenbeispiele und Versorgung
Rechenbeispiel Pflege durch Angehörige: Die Pflegekasse zahlt 990 Euro Pflegegeld, bis 42 Euro für Pflegehilfsmittel und bis 131 Euro Entlastungsbetrag gegen Rechnung. Das sind bis 1.163 Euro im Monat und bis 13.956 Euro im Jahr. Mit dem Gemeinsamen Jahresbetrag für Ersatzpflege kommen bis 3.539 Euro hinzu, zusammen bis 17.495 Euro.
Rechenbeispiel Kombination wie bei Herrn F.: Der Pflegedienst rechnet 1.149,50 Euro im Monat ab, also 50 Prozent von 2.299 Euro. Das Pflegegeld sinkt um denselben Prozentsatz auf 495 Euro. Zusammen fließen 1.644,50 Euro in die Pflege, dazu Pflegehilfsmittel und Entlastungsbetrag.
Medizinische Behandlungspflege wie Wundversorgung oder Medikamentengabe ist keine Leistung der Pflegekasse. Sie zahlt die Krankenkasse als häusliche Krankenpflege (§ 37 Abs. 2 SGB V). Ist ständig eine Pflegefachperson zur Kontrolle nötig, etwa bei Beatmung, kommt außerklinische Intensivpflege nach § 37c SGB V in Betracht.
Typische technische Pflegehilfsmittel bei Pflegegrad 5 sind ein Pflegebett, Positionierungshilfen, Waschsysteme und Rollstühle mit Sitzkantelung. Verbrauchsprodukte wie Handschuhe, Desinfektion und Bettschutzeinlagen trägt die Pflegekasse bis 42 Euro im Monat; ob dieser Anspruch genutzt wird, zeigt der Pflegebox-Check. Inkontinenzmaterial ist ein Hilfsmittel der Krankenkasse (§ 33 SGB V).
| Versorgung | Pflegekasse je Monat | Grundlage |
|---|---|---|
| Angehörige, nur Pflegegeld | 990 € + 42 € + bis 131 € = bis 1.163 € | §§ 37, 40, 45b |
| Kombination 50 % Pflegedienst | 1.149,50 € + 495 € + 42 € + bis 131 € | §§ 36, 38, 40, 45b |
| nur Pflegedienst | bis 2.299 € + 42 € + bis 131 € | §§ 36, 40, 45b |
| zusätzlich Tages- oder Nachtpflege | bis 2.085 € | § 41 |
Pflegegrad 5 im Pflegeheim: Was die Pflegekasse zahlt
Im Pflegeheim zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 5 einen Leistungsbetrag von 2.096 Euro im Monat (§ 43 Abs. 2 SGB XI). Dazu kommt ein Leistungszuschlag auf den Eigenanteil an den pflegebedingten Kosten, der mit der Aufenthaltsdauer steigt (§ 43c SGB XI).
Rechenbeispiel mit angenommenem Eigenanteil: Beträgt der pflegebedingte Eigenanteil 1.550 Euro im Monat, übernimmt die Pflegekasse im ersten Jahr 15 Prozent oder 232,50 Euro, nach zwölf Monaten 30 Prozent oder 465 Euro, nach 24 Monaten 50 Prozent oder 775 Euro und nach 36 Monaten 75 Prozent oder 1.162,50 Euro. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten sind nicht Teil dieses Zuschlags.
| Aufenthalt im Heim | Zuschlag auf den pflegebedingten Eigenanteil | bei angenommenen 1.550 € |
|---|---|---|
| bis 12 Monate | 15 % | 232,50 € |
| mehr als 12 Monate | 30 % | 465,00 € |
| mehr als 24 Monate | 50 % | 775,00 € |
| mehr als 36 Monate | 75 % | 1.162,50 € |
Was pflegende Angehörige bei Pflegegrad 5 bekommen
Pflegt eine Angehörige oder ein Angehöriger mindestens zehn Stunden pro Woche an mindestens zwei Tagen und arbeitet höchstens 30 Stunden pro Woche, zahlt die Pflegekasse Rentenbeiträge (§ 44 Abs. 1 SGB XI). Bei Pflegegrad 5 ist die Bemessung am höchsten: Bei reinem Pflegegeld gilt die volle Bezugsgröße als beitragspflichtige Einnahme (§ 166 Abs. 2 SGB VI), 2026 also 3.955 Euro im Monat.
Steuerlich steht pflegenden Angehörigen ohne Einnahmen aus der Pflege der Pflege-Pauschbetrag von 1.800 Euro im Jahr zu, derselbe Betrag wie bei Pflegegrad 4 (§ 33b Abs. 6 EStG). Mehr zur Absicherung im Ratgeber Pflegegeld für Angehörige.
| Leistungsart der gepflegten Person | Anteil der Bezugsgröße | rentenwirksam je Monat 2026 |
|---|---|---|
| nur Pflegegeld | 100 % | 3.955,00 € |
| Kombinationsleistung | 85 % | 3.361,75 € |
| nur Pflegesachleistung | 70 % | 2.768,50 € |
Pflegegrad 4 und 5: die Unterschiede
Gegenüber Pflegegrad 4 steigt das Pflegegeld um 190 Euro, die Sachleistung um 440 Euro, die Tagespflege um 400 Euro und der Heimbetrag um 241 Euro im Monat. Gleich bleiben Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel, Gemeinsamer Jahresbetrag, Umbauzuschuss, Pflege-Pauschbetrag und die Möglichkeit eines vierteljährlichen Beratungsbesuchs.
| Merkmal | Pflegegrad 4 | Pflegegrad 5 |
|---|---|---|
| Gesamtpunkte (§ 15) | 70 bis unter 90 | 90 bis 100 oder besondere Bedarfskonstellation |
| Pflegegeld (§ 37) | 800 € | 990 € |
| Pflegesachleistung (§ 36) | bis 1.859 € | bis 2.299 € |
| Tages- und Nachtpflege (§ 41) | bis 1.685 € | bis 2.085 € |
| Umwandlung Alltagshilfen (§ 45a Abs. 4) | bis 743,60 € | bis 919,60 € |
| Pflegeheim (§ 43) | 1.855 € | 2.096 € |
| Rentenwirksam bei nur Pflegegeld (§ 166 SGB VI) | 2.768,50 € | 3.955,00 € |
Antrag, Widerspruch und die Frage nach Pflegestufe 5 oder 6
Pflegegrad 5 wird wie jeder Pflegegrad bei der Pflegekasse beantragt, bei bestehendem Pflegegrad als Höherstufung. Leistungen gibt es ab dem Antrag, bei späterem Antrag ab Beginn des Antragsmonats (§ 33 Abs. 1 SGB XI). Die Pflegekasse entscheidet spätestens 25 Arbeitstage nach Eingang (§ 18c SGB XI). Liegt bei einer Lähmung aller Gliedmaßen trotz weniger als 90 Punkten nur Pflegegrad 3 oder 4 vor, lohnt der Blick ins Gutachten, ob die besondere Bedarfskonstellation geprüft wurde. Der Widerspruch ist binnen eines Monats nach Bekanntgabe möglich (§ 84 SGG).
Eine Pflegestufe 5 oder 6 und einen Pflegegrad 6 gibt es nicht. Bis Ende 2016 galten die Pflegestufen 0 bis III, dazu ein Härtefall. Seit 2017 gibt es fünf Pflegegrade. Menschen mit Pflegestufe III und erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz oder mit anerkanntem Härtefall wurden 2017 in Pflegegrad 5 übergeleitet (§ 140 Abs. 2 SGB XI).
Auch eine bestimmte Diagnose führt nicht automatisch zu einem Pflegegrad, weder ein Herzinfarkt noch das Down-Syndrom. Maßgeblich ist, wie stark die Selbständigkeit voraussichtlich mindestens sechs Monate beeinträchtigt ist (§ 14 Abs. 1 SGB XI). Bei Kindern wird mit altersgerecht entwickelten Kindern verglichen. Wie das berechnet wird, erklärt der Pflegegrad-Rechner.
- Antrag oder Höherstufung stellenBei der Pflegekasse, Eingangsdatum notieren: Pflegegrad beantragen, Höherstufung.
- Begutachtung vorbereitenHilfebedarf über Tag und Nacht notieren, Arztberichte bereitlegen, bei Lähmungen die Gebrauchsunfähigkeit von Armen und Beinen genau beschreiben: Begutachtung.
- Gutachten prüfenPunkte je Modul und den Abschnitt zur besonderen Bedarfskonstellation lesen; bei Fehlern Widerspruch binnen eines Monats.
- Versorgung ordnenPflegegeld, Pflegedienst, Tagespflege, Hilfsmittel und Behandlungspflege der Krankenkasse aufeinander abstimmen; Pflegeperson für die Rentenbeiträge melden lassen.
2026 und der Reform-Entwurf 2027 bei Pflegegrad 5
2026 bleiben alle Beträge bei Pflegegrad 5 unverändert. Die nächste Anpassung sieht der geltende § 30 SGB XI zum 1. Januar 2028 vor.
Der Kabinettsentwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes vom 30.09.2026 sähe bei Pflegegrad 5 ab 2027 ein Pflegegeld im Umfang eines Entlastungsbudgets von 1.080 Euro und ein Sachleistungsbudget bis 2.530 Euro vor. Die 42 Euro für Verbrauchsprodukte wären keine eigene Leistung mehr. Eigene Rechnung: 1.080 Euro liegen 90 Euro über dem heutigen Pflegegeld; abzüglich der heute zusätzlich gezahlten 42 Euro bleiben 48 Euro.
Der Entlastungsbetrag würde zu einem Sozialraumbudget von bis zu 175 Euro, für Menschen unter 25 Jahren bis zu 300 Euro, nutzbar nur für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Bei Pflegegrad 5 betrifft die Altersgrenze mehr Menschen als in anderen Graden: 9,1 Prozent sind jünger als 25 Jahre.
| Leistung bei Pflegegrad 5 | Geltendes Recht 2026 | Kabinettsentwurf, nicht beschlossen |
|---|---|---|
| Pflegegeld | 990 € | Entlastungsbudget 1.080 € |
| Pflegesachleistung | bis 2.299 € | Sachleistungsbudget bis 2.530 € |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 € zusätzlich | keine eigene Leistung |
| Entlastungsbetrag | bis 131 € | Sozialraumbudget bis 175 € (unter 25 Jahren bis 300 €) |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege | bis 3.539 € im Jahr | Überbrückungsbudget bis 2.285 € im Jahr |
| Dynamisierung | zum 1. Januar 2028 | ab 2029 jährlich |
Pflegegrad 5 bedeutet nach § 15 SGB XI schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung. Maßgeblich sind die Gesamtpunkte aus der Begutachtung: ab 90 bis 100 Gesamtpunkte.
Auch bei Pflegegrad 5 gilt die Obergrenze von 42 Euro im Monat. Sie ist unabhängig vom Pflegegrad und wird nicht erhöht.
Wie viel übernommen wird
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | 42 Euro monatlich (§ 40 Abs. 2 SGB XI) |
|---|---|
| Pflegegeld | 990 Euro monatlich (§ 37 SGB XI) |
| Pflegesachleistung | 2299 Euro monatlich (§ 36 SGB XI) |
| Entlastungsbetrag | bis zu 131 Euro monatlich (§ 45b SGB XI) |
| Gesamtpunkte | ab 90 bis 100 Gesamtpunkte |
Die Beträge stammen unverändert aus dem Gesetzestext. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden auf keine der anderen Leistungen angerechnet, sie bestehen daneben.
Pflegegrad 5 im Vergleich zu den anderen Graden
Die Spalte für Pflegegrad 5 ist hervorgehoben. Auf schmalen Bildschirmen steht jede Leistung als eigene Karte untereinander.
| Leistung je Monat | Pflegegrad 1 | Pflegegrad 2 | Pflegegrad 3 | Pflegegrad 4 | Pflegegrad 5 | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch | bis 42 Euro | bis 42 Euro | bis 42 Euro | bis 42 Euro | bis 42 Euro | § 40 Abs. 2 SGB XI |
| Pflegegeld | kein Anspruch | 347 Euro | 599 Euro | 800 Euro | 990 Euro | § 37 SGB XI |
| Pflegesachleistung | kein Anspruch | bis 796 Euro | bis 1.497 Euro | bis 1.859 Euro | bis 2.299 Euro | § 36 SGB XI |
| Entlastungsbetrag | bis 131 Euro | bis 131 Euro | bis 131 Euro | bis 131 Euro | bis 131 Euro | § 45b SGB XI |
Beträge aus dem Gesetzestext, Rechtsstand 09/2026. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden auf keine andere Leistung angerechnet.
Gesamtpunkte aus der Begutachtung, Schwellen nach § 15 SGB XI.
Wie viele Punkte sich aus den sechs Modulen der Begutachtung ergeben, lässt sich vorab mit dem Pflegegrad-Rechner abschätzen. Verbindlich ist allein das Gutachten.
Vom Antrag bis zur Lieferung
Die Bewilligung erfolgt schriftlich. Wird abgelehnt, steht der Widerspruch offen, in der Regel innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids.
Den Antrag können Sie selbst bei Ihrer Pflegekasse stellen. Sie können die Abwicklung auch abgeben: Produkte auswählen, Daten eintragen, einmal unterschreiben, den Rest übernehmen wir.
Pflegebox bei Pflegegrad 5
Der Anspruch ist bei jedem Pflegegrad gleich hoch. Zusammenstellen und einmal unterschreiben genügt.
Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)Der gesetzliche Rahmen liegt bei 42 Euro im Monat. Über die Bewilligung entscheidet die Pflegekasse, nicht der Anbieter.
Anspruch prüfen
Pflegebox-Check · 3 Angaben
Anspruch nach § 40 Abs. 2 SGB XI
Nach der Auswahl des Pflegegrads steht hier, ob ein Anspruch besteht.
Orientierung ohne Gewähr: Sonderfälle wie eine laufende Kurzzeitpflege sind nicht berücksichtigt. Es entscheidet die Pflegekasse.
Was oft gefragt wird
Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 5?
2026 zahlt die Pflegekasse 990 Euro Pflegegeld im Monat oder bis 2.299 Euro für einen Pflegedienst, dazu bis 2.085 Euro Tagespflege, bis 131 Euro Entlastungsbetrag, bis 42 Euro Pflegehilfsmittel und bis 3.539 Euro im Jahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Im Pflegeheim sind es 2.096 Euro plus Leistungszuschlag.
Was muss bei Pflegestufe 5 erfüllt sein?
Eine Pflegestufe 5 gab es nie; gemeint ist meist Pflegegrad 5. Dafür sind 90 bis 100 Gesamtpunkte nötig oder eine besondere Bedarfskonstellation, also die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine. Kinder bis 18 Monate erhalten Pflegegrad 5 schon ab 70 Punkten.
Was ist Pflegestufe 6?
Eine Pflegestufe 6 oder einen Pflegegrad 6 gibt es nicht. Bis 2016 galten die Pflegestufen 0 bis III mit Härtefall, seit 2017 die Pflegegrade 1 bis 5. Pflegegrad 5 ist der höchste Grad.
Wann bekommt man Pflegestufe 6?
Nie, weil es sie nicht gibt. Wer schon Pflegegrad 5 hat, kann nicht höher eingestuft werden. Bei steigendem Bedarf helfen Kombination mit einem Pflegedienst, Tagespflege und gegebenenfalls Behandlungspflege oder Intensivpflege der Krankenkasse.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegestufe 5 und 6?
Beide gab es nie. Das alte System kannte die Pflegestufen 0 bis III und einen Härtefall. Wer früher als Härtefall galt, wurde 2017 in Pflegegrad 5 übergeleitet.
Was ist die besondere Bedarfskonstellation bei Pflegegrad 5?
Eine Ausnahme nach § 15 Abs. 4 SGB XI. Die Begutachtungs-Richtlinien legen nur einen Fall fest: die Gebrauchsunfähigkeit beider Arme und beider Beine mit vollständigem Verlust der Greif-, Steh- und Gehfunktionen, die Hilfsmittel nicht ausgleichen, etwa bei kompletter Lähmung aller Gliedmaßen oder im Wachkoma. Dann gilt Pflegegrad 5 auch unter 90 Punkten.
Welchen Pflegegrad bekommt man nach einem Herzinfarkt?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Ein Pflegegrad folgt nie aus einer Diagnose, sondern aus der Beeinträchtigung der Selbständigkeit, die voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert (§ 14 Abs. 1 SGB XI). Maßgeblich ist allein das Gutachten.
Welche Pflegestufe bekommt man bei Down-Syndrom?
Pflegestufen gibt es seit 2017 nicht mehr, und auch der Pflegegrad hängt nicht an der Diagnose. Bei Kindern wird die Selbständigkeit mit altersgerecht entwickelten Kindern verglichen (§ 15 Abs. 6 SGB XI). Je nach Unterstützungsbedarf ist jeder Pflegegrad möglich.
Wie viel Rente bekommen pflegende Angehörige bei Pflegegrad 5?
Bei reinem Pflegegeldbezug gilt 2026 die volle Bezugsgröße von 3.955 Euro im Monat als beitragspflichtige Einnahme, bei Kombinationsleistung 3.361,75 Euro, bei reiner Sachleistung 2.768,50 Euro (§ 166 Abs. 2 SGB VI). Voraussetzung sind mindestens zehn Stunden Pflege pro Woche an zwei Tagen und höchstens 30 Stunden Erwerbstätigkeit.
Gibt es bei Pflegegrad 5 mehr als 42 Euro für Pflegehilfsmittel?
Nein. Die 42 Euro für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sind bei allen Pflegegraden gleich (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Technische Pflegehilfsmittel wie Pflegebett oder Waschsystem kommen nach Bedarf hinzu, Inkontinenzmaterial zahlt die Krankenkasse.
Alles geklärt? Die Pflegebox lässt sich online zusammenstellen.
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Verbindliche Stelle
- § 15 SGB XI (Pflegegrade)
- § 40 Abs. 2 SGB XI
- § 36 SGB XI (Pflegesachleistung)
- § 37 SGB XI (Pflegegeld)
- § 45b SGB XI (Entlastungsbetrag)
- Anlage 2 zu § 15 SGB XI (Bewertungssystematik, gewichtete Punkte)
- § 14 SGB XI (Begriff der Pflegebedürftigkeit)
- Begutachtungs-Richtlinien Pflegebedürftigkeit des Medizinischen Dienstes Bund (in Kraft seit 01.10.2026)
- § 38 SGB XI (Kombinationsleistung)
- § 41 SGB XI (Tagespflege und Nachtpflege)
- § 39 SGB XI (Verhinderungspflege)
- § 42 SGB XI (Kurzzeitpflege)
- § 42a SGB XI (Gemeinsamer Jahresbetrag)
- § 43 SGB XI (Vollstationäre Pflege)
- § 45a SGB XI (Angebote zur Unterstützung im Alltag)
- § 44 SGB XI (Soziale Sicherung der Pflegepersonen)
- § 166 SGB VI (Beitragspflichtige Einnahmen Pflegepersonen)
- § 1 SVBezGrV 2026 (Bezugsgröße 2026)
- § 33b Abs. 6 EStG (Pflege-Pauschbetrag)
- § 33 SGB XI (Leistungsvoraussetzungen)
- § 18c SGB XI (Entscheidung über den Antrag, Fristen)
- § 140 SGB XI (Überleitung in die Pflegegrade)
- § 30 SGB XI (Dynamisierung)
- § 33 SGB V (Hilfsmittel)
- § 84 SGG (Widerspruchsfrist)
- BMG: Leistungsempfänger der sozialen Pflegeversicherung nach Pflegegraden am 31.12.2025
- Gesetzentwurf der Bundesregierung: Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz), Kabinettsfassung 30.09.2026 (PDF)
- § 43c SGB XI (Begrenzung des Eigenanteils an den pflegebedingten Aufwendungen)
- § 40b SGB XI (Leistungsanspruch digitale Pflegeanwendungen)
- § 45f SGB XI (Zusätzliche Leistungen in ambulant betreuten Wohngruppen)
- § 37 SGB V (Häusliche Krankenpflege)
- § 37c SGB V (Außerklinische Intensivpflege)
- Pflegegrade 1 bis 5 im Vergleich
- Pflegegrad 4: Leistungen
- Pflegegrad: Voraussetzungen und Punkte
- Pflegegrad-Rechner
- Pflegegeld 2026
- Pflegesachleistung je Pflegegrad
- Pflegegeld für Angehörige
- Widerspruch gegen den Pflegegrad
- Reform-Entwurf 2027
Andere Pflegegrade
- Pflegegrad 1: Leistungen und Pflegehilfsmittel
- Pflegegrad 2: Leistungen und Pflegehilfsmittel
- Pflegegrad 3: Leistungen und Pflegehilfsmittel
- Pflegegrad 4: Leistungen und Pflegehilfsmittel
Redaktioneller Stand: 09/2026. Diese Seite informiert, sie entscheidet nicht. Das tut ausschließlich die zuständige Pflegekasse.
Fachlich verantwortlich
Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.
Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien