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Fingerlinge: wofür, welches Material und wann die Kasse zahlt

Fingerlinge sind dünne Schutzüberzüge für einen einzelnen Finger. In der häuslichen Pflege ergänzen sie den Einmalhandschuh. Als Pflegehilfsmittel zum Verbrauch gehören sie zur Pflegebox, die die Pflegekasse bis 42 Euro im Monat bezahlt.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 6 Min. Lesezeit

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

Produktdaten

Gebinde
100 Stück
Hilfsmittelnummer
54.99.01.0
Produktart
Fingerlinge
Teil der 42 Euro
ja
Eigenanteil
0 Euro bis 42 Euro im Monat

Das Wichtigste in Kürze

  • Fingerlinge sind im Hilfsmittelverzeichnis die Produktart 54.99.01.0 in der Untergruppe Schutzbekleidung.
  • Laut Beschreibung der Produktart sind sie elastisch, frei von allergenem Latex, unsteril und nur einmal verwendbar.
  • Das Hilfsmittelverzeichnis nennt einen Zweck: zusätzlicher Schutz der Pflegeperson bei der Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • Mit anerkanntem Pflegegrad und Pflege zu Hause zahlt die Pflegekasse bis 42 Euro im Monat für alle Verbrauchsprodukte zusammen (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Ein Rezept ist nicht nötig.

Ab Pflegegrad 1 trägt die Pflegekasse bis zu 42 Euro im Monat.

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Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
  1. Was ein Fingerling ist
  2. Wofür man Fingerlinge in der häuslichen Pflege nimmt
  3. Material und Größe: worauf Sie achten sollten
  4. Richtig anlegen in vier Schritten
  5. Fingerlinge über die Pflegebox: Anspruch und Menge
  6. Wofür es in der häuslichen Pflege gebraucht wird
  7. Warum Sie dafür nichts zahlen
  8. Im Hilfsmittelverzeichnis
  9. Fragen und Antworten
  10. Mehr zum Thema
  11. Weiterlesen

Was ein Fingerling ist

Ein Fingerling ist ein kleiner, gerollter Überzug, der über einen Finger gestreift wird. Er bedeckt nur diesen Finger, die übrige Hand bleibt frei. Das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands beschreibt Fingerlinge als Schutzüberzüge für einzelne Finger. Sie sind elastisch, frei von allergenem Latex und unsteril und nur einmal verwendbar.

Das Wort wird auch für fingerlose Handschuhe benutzt. Hier geht es nur um den Schutzüberzug, wie er in Pflege und Medizin vorkommt. Eine kurze Begriffserklärung steht im Glossar unter Fingerling.

Wofür man Fingerlinge in der häuslichen Pflege nimmt

Für die Pflegekasse ist der Zweck klar umrissen. Das Hilfsmittelverzeichnis nennt als Indikation den zusätzlichen Schutz der Pflegeperson bei der Verwendung von Einmalhandschuhen. Der Fingerling ersetzt also keinen Handschuh. Er ergänzt ihn dort, wo ein Finger stärker beansprucht wird.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Pflegeperson hat eine kleine Schnittwunde am Zeigefinger und versorgt ihren Vater. Sie streift einen Fingerling über das Pflaster und zieht darüber den Einmalhandschuh. So bleibt der Verband trocken und sauber, auch wenn der Handschuh gewechselt wird. Nach dem Einsatz kommen beide in den Restmüll.

Vergleich nach Produktgruppe 54 des Hilfsmittelverzeichnisses (Fortschreibung 19.03.2025)
MerkmalFingerling (54.99.01.0)Einmalhandschuh (54.99.01.1)
Schützteinen einzelnen Fingerdie ganze Hand
Zweck laut HMVzusätzlicher Schutz bei Verwendung von EinmalhandschuhenSchutz bei allgemeiner Hygiene, Ausscheidungen, Blut und Sekreten
Sterilneinnein
Größenangabe gefordertneinja
Latexfrei von allergenem Latexkeine Vorgabe in der Produktart

Material und Größe: worauf Sie achten sollten

Im Handel gibt es Fingerlinge aus Latex, Nitril, Vinyl oder Polyethylen. Für die Pflegebox ist eine Eigenschaft entscheidend: Die Produktart 54.99.01.0 beschreibt Fingerlinge als frei von allergenem Latex. Das schützt Pflegepersonen und Gepflegte mit Latexallergie. Wer Fingerlinge selbst kauft, sollte deshalb auf die Angabe „latexfrei“ achten.

Für Einmalhandschuhe verlangt das Hilfsmittelverzeichnis eine Größenangabe, für Fingerlinge nicht. Ob ein Fingerling passt, merken Sie beim Abrollen. Er soll eng anliegen, ohne einzuschnüren, und darf beim Bewegen nicht abrutschen. Ist er zu weit, nehmen Sie eine kleinere Größe nach Herstellerangabe.

  • latexfrei: wichtig bei Allergie und Voraussetzung der Produktart
  • unsteril: für Pflege zu Hause ausreichend, für sterile Arbeiten nicht gedacht
  • hygienisch verpackt: bei allen Einmalprodukten der Schutzbekleidung gefordert
  • Einmalgebrauch: nach jedem Einsatz entsorgen

Richtig anlegen in vier Schritten

Fingerlinge werden gerollt geliefert. Sie lassen sich am leichtesten auf saubere, trockene Haut abrollen.

  1. Hände reinigenHände waschen oder desinfizieren und gut trocknen lassen.
  2. AnsetzenDen gerollten Rand auf die Fingerkuppe setzen, die Rolle zeigt nach außen.
  3. AbrollenBis zum Fingergrund abrollen. Bei Bedarf darüber den Einmalhandschuh anziehen.
  4. AbnehmenAm Rand fassen, von innen nach außen abziehen, in den Restmüll geben und die Hände reinigen.

Fingerlinge über die Pflegebox: Anspruch und Menge

Fingerlinge stehen in der Produktgruppe 54, den zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln. Das Hilfsmittelverzeichnis sagt dazu ausdrücklich: Produkte wie Fingerlinge, Einmalhandschuhe und Schutzschürzen sind keine Leistung der Krankenversicherung. Sie können aber für Pflegebedürftige, die zu Hause von Laien gepflegt werden, zu Lasten der Pflegeversicherung abgegeben werden.

Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad. Eine ärztliche Verordnung ist nicht nötig, eine Zuzahlung fällt nicht an (§ 40 Abs. 3 SGB XI). Die Pflegekasse zahlt höchstens 42 Euro im Monat für alle Verbrauchsprodukte zusammen (§ 40 Abs. 2 SGB XI). Was nicht ausgeschöpft wird, verfällt.

Zur Menge ein Rechenbeispiel: Eine Packung enthält 100 Fingerlinge. Wer an 30 Tagen im Monat zwei Stück braucht, verbraucht 60. Eine Packung reicht dann etwa 50 Tage. Fingerlinge belasten das Monatsbudget deshalb meist wenig. Wie Sie das Budget aufteilen, zeigt Pflegebox sinnvoll zusammenstellen.

Wofür es in der häuslichen Pflege gebraucht wird

Beim Waschen, Umlagern und bei der Hilfe auf der Toilette kommt es zu direktem Kontakt. Schutzbekleidung ist deshalb kein Zubehör, sondern Grundausstattung einer häuslichen Pflege.

Die Untergruppe 54.99.01 des Hilfsmittelverzeichnisses fasst diese Produkte zusammen. Wer wissen will, ob ein Artikel dazugehört, findet die Antwort an dieser Nummer.

Warum Sie dafür nichts zahlen

Aus Sicht des Haushalts ändert sich nur eines: Statt im Drogeriemarkt zu zahlen, wird bestellt. Die Kosten trägt bis zur Obergrenze die Pflegekasse, ein Eigenanteil entsteht nicht.

Gebraucht werden nur zwei Dinge: ein Pflegegrad ab Stufe 1 und die Pflege zu Hause. Alternativ funktioniert auch die Kostenerstattung gegen Beleg, wenn selbst gekauft wird.

Der Anspruch entsteht monatlich neu und verfällt am Monatsende. Nicht genutzte Beträge lassen sich nicht ansparen und nicht ins nächste Jahr übertragen.

Fingerlinge in die Pflegebox aufnehmen

Zusammenstellen, einmal unterschreiben, monatlich geliefert bekommen. Bis 42 Euro trägt die Pflegekasse.

Pflegebox zusammenstellen (Angebot unserer Betreiberin, öffnet neuen Tab)

Abgerechnet wird direkt mit der Pflegekasse, bis 42 Euro im Monat. Eine Zusage zur Bewilligung können wir nicht geben.

Im Hilfsmittelverzeichnis

Fragen und Antworten

Für was nimmt man Fingerlinge?

Fingerlinge schützen einen einzelnen Finger. In der häuslichen Pflege dienen sie laut Hilfsmittelverzeichnis als zusätzlicher Schutz der Pflegeperson bei der Verwendung von Einmalhandschuhen, etwa um ein Pflaster am Finger trocken und sauber zu halten.

Welche Größen gibt es bei Fingerlingen?

Die Größen legt der Hersteller fest. Anders als bei Einmalhandschuhen verlangt das Hilfsmittelverzeichnis für Fingerlinge keine Größenangabe. Ein Fingerling soll eng anliegen, ohne einzuschnüren, und darf beim Bewegen nicht abrutschen.

Was kann man mit Fingerlingen machen?

Sie können damit einen einzelnen Finger abdecken, ohne die ganze Hand einzuschränken. In der Pflege werden sie zusammen mit Einmalhandschuhen genutzt. Fingerlinge sind unsteril und nur für den einmaligen Gebrauch gedacht.

Sind Fingerlinge aus Latex?

Es gibt Fingerlinge aus Latex, Nitril, Vinyl oder Polyethylen. Für die Pflegebox beschreibt das Hilfsmittelverzeichnis Fingerlinge als frei von allergenem Latex. Bei Latexallergie achten Sie beim eigenen Kauf auf die Angabe „latexfrei“.

Zahlt die Pflegekasse Fingerlinge?

Ja, mit anerkanntem Pflegegrad und Pflege zu Hause. Fingerlinge sind die Produktart 54.99.01.0. Die Pflegekasse trägt die Kosten aller Verbrauchsprodukte zusammen bis 42 Euro im Monat, ohne Rezept und ohne Zuzahlung.

Verbindliche Stelle

  1. § 40 Abs. 2 SGB XI
  2. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  3. § 14 SGB XI (Begriff der Pflegebedürftigkeit)
  4. § 15 SGB XI (Pflegegrade)
  5. GKV-Spitzenverband: Fortschreibung der Produktgruppe 54 „Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel“ vom 19.03.2025, PDF (abgerufen 09.10.2026)
  6. GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis: Produktart 54.99.01.0 Fingerlinge (abgerufen 09.10.2026)
  7. Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Gesetzentwurf Kabinett 30.09.2026

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Mehr zum Thema

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Die Angaben wurden redaktionell zusammengestellt (Stand 09/2026) und ersetzen keine verbindliche Auskunft der Pflegekasse. Eine Bewilligung wird nicht zugesagt.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien