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Zuzahlung: Was Sie selbst tragen und wo keine anfällt

Eine Zuzahlung ist der Eigenanteil, den Versicherte zu bestimmten Leistungen selbst bezahlen. Sie ist bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und im Krankenhaus üblich. Für die Pflegebox mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch fällt sie nicht an.

Transparenz: Unsere Betreiberin bietet selbst eine Pflegebox an. Was das für diese Seite bedeutet

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grundregel steht in § 61 SGB V: 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, aber nicht mehr als die Kosten des Mittels.
  • Bei Hilfsmitteln der Krankenkasse gilt dieselbe Regel (§ 33 Abs. 8 SGB V). Bei zum Verbrauch bestimmten Hilfsmitteln sind es 10 Prozent, höchstens 15 Euro für den gesamten Monatsbedarf.
  • Pflegehilfsmittel nach § 40 SGB XI: 10 Prozent, höchstens 25 Euro je Pflegehilfsmittel, aber nicht für die zum Verbrauch bestimmten nach § 40 Abs. 2 (Pflegebox).
  • Über der Belastungsgrenze nach § 62 SGB V (2 oder 1 Prozent der Bruttoeinnahmen) entfallen weitere Zuzahlungen.
Inhalt dieser Seite9 Abschnitte
  1. Definition und Rechtsgrundlage
  2. Wie hoch die Zuzahlung bei Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln ist
  3. Was die Zuzahlung begrenzt
  4. Zuzahlung und Mehrkosten: Abgrenzung
  5. Bedeutung in der häuslichen Pflege
  6. Häufige Fragen
  7. Verwandte Begriffe
  8. Mehr zum Thema
  9. Weiter

Definition und Rechtsgrundlage

Zuzahlung bedeutet: Die Kasse zahlt den größeren Teil, Sie einen gesetzlich festgelegten Anteil. Die Regel steht in § 61 SGB V. Danach betragen Zuzahlungen 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro, jedoch nie mehr als die Kosten des Mittels. Bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege sind es 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Verordnung. Im Krankenhaus werden 10 Euro je Kalendertag erhoben, für längstens 28 Tage im Kalenderjahr (§ 39 Abs. 4 SGB V).

Zuzahlungen sind keine Gebühr der Kasse, sondern Teil der Leistung. Die abgebende Stelle, etwa die Apotheke oder das Sanitätshaus, zieht sie ein und quittiert sie (§ 61 SGB V).

Wie hoch die Zuzahlung bei Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln ist

Zwei Regelwerke gelten nebeneinander. Hilfsmittel für die Krankenbehandlung folgen § 33 Abs. 8 SGB V, Pflegehilfsmittel § 40 SGB XI. Die Zuzahlung betrifft jeweils Versicherte ab 18 Jahren.

Beträge nach den Gesetzestexten, abgerufen 9. Oktober 2026
LeistungZuzahlungGrundlage
Hilfsmittel der Krankenkasse (z. B. Rollstuhl)10 %, mind. 5, höchstens 10 Euro§ 33 Abs. 8 SGB V
Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel der Krankenkasse10 %, höchstens 15 Euro je Monatsbedarf§ 33 Abs. 8 SGB V
Technische Pflegehilfsmittel der Pflegekasse10 %, höchstens 25 Euro je Mittel§ 40 Abs. 3 SGB XI
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Pflegebox)keine, bis 42 Euro im Monat§ 40 Abs. 2, 3 SGB XI

Was die Zuzahlung begrenzt

Über die Belastungsgrenze hinaus müssen Sie nicht zuzahlen. Sie beträgt 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, für chronisch Kranke in Dauerbehandlung 1 Prozent (§ 62 Abs. 1 SGB V). Zuzahlungen und Einnahmen der Haushaltsangehörigen werden zusammengerechnet (§ 62 Abs. 2 SGB V). Ist die Grenze erreicht, bescheinigt die Krankenkasse, dass für den Rest des Jahres nichts mehr zu zahlen ist. Rechenwege und Antrag erklärt das Glossar Zuzahlungsbefreiung.

Auch bei Pflegehilfsmitteln kann die Pflegekasse Härten ausgleichen. Versicherte, die ihre Belastungsgrenze erreichen, sind insoweit auch von der Zuzahlung nach dem SGB XI befreit (§ 40 Abs. 3 SGB XI).

Zuzahlung und Mehrkosten: Abgrenzung

Die Zuzahlung ist gesetzlich festgelegt. Davon zu trennen sind Mehrkosten, die entstehen, wenn Sie ein teureres Produkt wählen als das, was die Kasse übernimmt. Das ist keine Zuzahlung im Sinne des § 61 SGB V. Bei der Pflegebox übernimmt die Pflegekasse Aufwendungen bis 42 Euro im Monat (§ 40 Abs. 2 SGB XI); Kosten darüber sind ebenfalls keine Zuzahlung. Wie die Abgrenzung der Zuständigkeit verläuft, erklärt der Eintrag Abgrenzung Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel.

Bedeutung in der häuslichen Pflege

Für die Pflegebox gilt: keine Zuzahlung, solange das Material zusammen bis zu 42 Euro im Monat kostet. Wie Sie sie beantragen, steht im Ratgeber Pflegebox beantragen. Bei Pflegebetten und anderen technischen Mitteln kann dagegen eine Zuzahlung anfallen, siehe Pflegebetten im Hilfsmittelverzeichnis.

Häufige Fragen

Was ist eine Zuzahlung?

Der Eigenanteil, den Versicherte zu Leistungen der Krankenversicherung selbst tragen, etwa bei Arzneimitteln, Hilfsmitteln und im Krankenhaus. Die Höhe regelt § 61 SGB V.

Wie hoch ist die gesetzliche Zuzahlung?

Grundsätzlich 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, nicht mehr als die Kosten des Mittels (§ 61 SGB V). Im Krankenhaus 10 Euro je Tag für längstens 28 Tage im Jahr.

Wie hoch ist die Belastungsgrenze?

2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, für chronisch Kranke in Dauerbehandlung 1 Prozent (§ 62 SGB V). Wer sie erreicht, zahlt für den Rest des Kalenderjahres nichts mehr zu. Mehr im Glossar Zuzahlungsbefreiung.

Wer muss keine Zuzahlung zahlen?

Bei Hilfsmitteln, Pflegehilfsmitteln und Krankenhausbehandlung zahlen nur Versicherte ab 18 Jahren zu (§ 33 Abs. 8, § 39 Abs. 4 SGB V; § 40 Abs. 3 SGB XI). Außerdem entfällt die Zuzahlung bei erreichter Belastungsgrenze. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch haben keine Zuzahlung.

Gibt es bei der Pflegebox eine Zuzahlung?

Nein. Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel nach § 40 Abs. 2 SGB XI ist die Zuzahlung ausgenommen (§ 40 Abs. 3). Die Pflegekasse übernimmt Aufwendungen bis 42 Euro im Monat.

Verwandte Begriffe

Verbindliche Stelle

  1. § 40 Abs. 2 SGB XI
  2. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  3. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  4. § 62 SGB V (Belastungsgrenze)
  5. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  6. § 39 SGB V (Krankenhausbehandlung)
  7. BMG: Zuzahlung und Erstattung
  8. krankenkassen.de: Zuzahlungen und Befreiung

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Mehr zum Thema

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Die Angaben wurden redaktionell zusammengestellt (Stand 09/2026) und ersetzen keine verbindliche Auskunft der Pflegekasse. Eine Bewilligung wird nicht zugesagt.