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Katheterbeutel für geschlossene Systeme: Wechsel, Kasse, Zuzahlung

Unter 15.25.07 führt das Hilfsmittelverzeichnis sterile Urinbeutel mit Tropfkammer, die dauerhaft am Katheter bleiben. Hier steht, wie sie sich von Bein- und Bettbeuteln unterscheiden, wie Sie sie richtig anbringen und leeren, wann ein Wechsel nötig ist und was die Krankenkasse übernimmt.

  • Quellen geprüft:
  • Aktualisiert am
  • Redaktion Pflegebox Fachwelt · Fachlich verantwortlich: Julian Weber
  • 8 Min. Lesezeit

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15.25.07Ebene 3 · Untergruppe

Position im Hilfsmittelverzeichnis

Bezeichnung
Urinauffangbeutel für geschlossene Systeme
Produktgruppe
15 Inkontinenzhilfen
Kostenträger
Krankenkasse (§ 33 SGB V)
Teil der 42 Euro
nein

Das Wichtigste in Kürze

  • Geschlossenes System heißt laut Verzeichnis: Das Ableitsystem bleibt über längere Zeit mit dem Katheter verbunden und wird nicht getrennt. Die Beutel sind steril und haben Rücklaufsperre, Ablassventil und eine belüftete Tropfkammer.
  • Es gibt zwei Produktarten: Bettbeutel mit Tropfkammer (.0) und kombinierte Bett- und Beinbeutel mit Tropfkammer, 800 bis 1.000 Milliliter (.1).
  • Feste Wechselintervalle empfiehlt die KRINKO nicht. Gewechselt wird bei Infektion, Verschmutzung oder Defekt, und beim Katheterwechsel tauschen Sie das ganze System aus. Die Herstellerangaben gelten zusätzlich.
  • Zuständig ist die Krankenkasse mit ärztlicher Verordnung (§ 33 SGB V), nicht die Pflegekasse. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Monatsbedarfs, höchstens 15 Euro.
Inhalt dieser Seite11 Abschnitte
  1. Was „geschlossenes System“ im Verzeichnis bedeutet
  2. Wie oft muss der Katheterbeutel gewechselt werden?
  3. Richtig anbringen und entleeren
  4. Wer zahlt: Krankenkasse, Verordnung und Zuzahlung
  5. Abgrenzung zu Bein-, Bettbeuteln und Zubehör
  6. Einordnung im Verzeichnis
  7. Produktarten in dieser Position
  8. Was hier nicht dazugehört
  9. Häufige Fragen
  10. Mehr zum Thema
  11. Weiterlesen

Was „geschlossenes System“ im Verzeichnis bedeutet

Das Hilfsmittelverzeichnis nennt als geschlossenes System ein Urin-Ableitsystem, das über einen längeren Zeitraum mit der Katheterverbindung verbleibt und nicht getrennt wird. Der Beutel ist steril, transparent und hat eine Skala, an der Sie die Urinmenge ablesen. Er besitzt eine Urinrücklaufsperre, ein Ablassventil und eine belüftete Tropfkammer. Die Kammer unterbricht den Urinfluss. Damit verhindert sie laut Verzeichnis, dass Keime nach oben wandern.

Der Schlauch ist so lang, dass der Bettbeutel unterhalb des Blasenniveaus am Bett hängt. Wer Katheterbeutel sagt, meint in der Regel genau diese Beutel: Das Verzeichnis spricht von Urinauffangbeuteln, die KRINKO von Auffangbeuteln oder Drainagebeuteln, im Handel heißen sie Urinbeutel.

Quelle: Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Abruf 09.10.2026; Zählung der Einträge durch uns
NummerProduktartBesonderheit laut VerzeichnisEinträge (nicht besetzt)
15.25.07.0Bettbeutel mit Tropfkammersteril, Rücklaufsperre, Ablassventil, Schlauch lang genug für das Bett71 (30)
15.25.07.1Kombinierte Bett- und Beinbeutel mit Tropfkammerwie .0, Volumen 800 bis 1.000 Milliliter25 (5)
Schema eines geschlossenen Harnableitsystems: Katheter, Schlauch, Tropfkammer, Rücklaufsperre, Beutel unter Blasenniveau mit Ablassventil.
So ist ein geschlossenes Ableitsystem aufgebaut
Inhalt der Grafik als Text

Vom Katheter führt ein Schlauch zur belüfteten Tropfkammer, die den Urinfluss unterbricht und aufsteigende Keime stoppt. Danach folgen Rücklaufsperre und Beutel mit Skala und Ablassventil.

Der Beutel hängt frei, ohne Bodenkontakt und unter dem Blasenniveau, der Schlauch ist nicht geknickt und bildet keine Schlaufe.

Wie oft muss der Katheterbeutel gewechselt werden?

Eine feste Zahl nennt die Verzeichnis-Definition nicht, sie verweist auf die Herstellerangaben. Die KRINKO-Empfehlung zu Katheter-assoziierten Harnwegsinfektionen (Bundesgesundheitsblatt 2015, Abschnitt 4.4) sagt: Ein regelmäßiger Wechsel von Katheter oder Auffangbeutel nach festen Intervallen hat bei der Prävention keine Vorteile gebracht. Gewechselt wird nach individuellen Gesichtspunkten und ärztlicher Indikation, zum Beispiel bei Infektion, Verschmutzung oder technischem Defekt des Katheters oder Drainagesystems.

Beim Wechsel eines Blasenverweilkatheters empfiehlt die KRINKO, stets das gesamte Ableitsystem mit auszutauschen. Im Vorwort betont sie, dass Hersteller in der Gebrauchsanweisung Auskunft zur sachgemäßen Anwendung geben müssen und eine Empfehlung davon nicht abweichen kann. Maßgeblich sind für Sie also die Gebrauchsanweisung des Produkts und die Anweisung Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder des Pflegedienstes. Shops nennen teils konkrete Tage, das sind Herstellerangaben einzelner Produkte und keine allgemeine Regel.

Richtig anbringen und entleeren

Die KRINKO nennt für den Umgang mit dem Ableitsystem mehrere Punkte, die auch für Angehörige hilfreich sind. Sie gelten für Einrichtungen. Zu Hause gehört die Einweisung zum Leistungsanspruch (§ 33 Abs. 1 SGB V), fragen Sie danach.

  1. Beutel unter Blasenniveau hängenDer Beutel hängt frei, ohne Bodenkontakt und immer unterhalb der Blase, auch beim Transport. Die KRINKO stuft das als Kategorie II ein.
  2. Knicke und Schlaufen vermeidenDer Schlauch darf nicht abknicken und keine durchhängenden Schlaufen bilden, in denen der Urin länger steht.
  3. Rechtzeitig leerenLeeren Sie den Beutel, bevor der Urin die Rücklaufsperre erreicht. Tragen Sie dabei keimarme Einmalhandschuhe. Vor jedem Transport, etwa auf eine Trage, leeren Sie ihn ebenfalls.
  4. Ablassstutzen sauber haltenDer Stutzen darf das Auffanggefäß nicht berühren. Achten Sie auf Spritzschutz und darauf, dass nichts nachtropft. Das Gefäß gehört nur zu einer Person und wird nach dem Leeren desinfizierend gereinigt.
  5. Nur trennen, wenn es nötig istKatheter und Drainageschlauch sollen nach der KRINKO grundsätzlich nicht getrennt werden. Ausnahme: der Wechsel zwischen Bein- und Nachtbeutel bei mobilen Personen. Dann wird die Verbindungsstelle zuvor mit einem alkoholischen Präparat desinfiziert, und erst danach wieder verbunden.

Wer zahlt: Krankenkasse, Verordnung und Zuzahlung

Katheterbeutel gehören zur Produktgruppe 15 und sind Hilfsmittel der Krankenkasse nach § 33 SGB V. Die Verordnung kommt in Betracht, wenn die Versorgung medizinisch indiziert und im Einzelfall erforderlich ist. Die Pflegekasse ist nicht zuständig, und die 42 Euro für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind für andere Produkte gedacht, etwa Einmalhandschuhe zum Leeren, nicht für den Beutel. Details dazu: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.

Die IKK Südwest zählt Urinbeutel, steril wie unsteril, mit und ohne Ablassventil, sowie Bettbeutel und Bettbeutelhalter zu den ableitenden Inkontinenzhilfen (Stand der Broschüre 12/2022, abgerufen am 09.10.2026). Dafür gilt die Zuzahlung für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel: 10 Prozent des Monatsbedarfs, nach § 33 Abs. 8 SGB V höchstens 15 Euro (die Broschüre nennt noch 10 Euro). Unter 18 Jahren ist die Zuzahlung frei, ab der Belastungsgrenze nach § 62 SGB V ebenfalls.

Rechenbeispiel nach § 33 Abs. 8 Satz 3 SGB V; die Beträge sind erfunden und zeigen nur die Rechnung
Monatsbedarf (Beispiel)ZuzahlungAnmerkung
24 Euro2,40 Euro10 Prozent
70 Euro7,00 Euro10 Prozent
200 Euro15,00 EuroHöchstbetrag je Monatsbedarf

Abgrenzung zu Bein-, Bettbeuteln und Zubehör

Das Verzeichnis trennt Beutel nach Anschluss. Bein- und Bettbeutel unter 15.25.05 und 15.25.06 beschreiben Produkte mit Rückflusssperre und Ablassventil, in sterilen und unsterilen Ausführungen. Bei den Bettbeuteln ohne Ablauf (.06.0) ist der Beutel nach der Füllung zu ersetzen, wobei die Verbindung zum Urinableiter getrennt wird. Die Beschreibungen der Produktarten sprechen dort nicht von einer Tropfkammer. Genau das unterscheidet das geschlossene System unter 15.25.07, das nicht getrennt wird.

Quelle: Produktgruppe 15 des Hilfsmittelverzeichnisses, Abruf 09.10.2026
NummerPositionAbgrenzung
15.25.05Urin-Beinbeutelsechs Arten, steril oder unsteril, auch für Rollstuhlfahrer; keine Tropfkammer in der Beschreibung
15.25.06Urin-Bettbeutelvier Arten, mit oder ohne Ablauf, steril oder unsteril
15.25.09Sonstige UrinauffangbeutelEinmalgebrauch bei besonderen Versorgungsanforderungen
15.25.04Externe UrinableiterUrinalkondom statt Katheter, Beutel unsteril anschließbar
15.25.14EinmalkatheterBlase wird mehrmals täglich entleert, kein Dauerbeutel
15.25.16KatheterverschlüsseStöpsel statt Beutel

Einordnung im Verzeichnis

Die Nummer 15.25.07 liest sich von links nach rechts: 15 ist die Produktgruppe, 25 der Anwendungsort, 07 die Untergruppe. Je weiter rechts eine Ziffer steht, desto konkreter wird das Produkt.

Die Produktgruppe lautet 15 Inkontinenzhilfen. Die Systematik nach § 139 SGB V beschreibt Zweck und Anwendungsbereich. Wer eine Nummer kennt, kann damit bei jeder Kasse dieselbe Position benennen.

Produktarten in dieser Position

Produktarten unter 15.25.07
15.25.07.0Bettbeutel mit Tropfkammer
15.25.07.1Kombinierte Bett- und Beinbeutel mit Tropfkammer

Was hier nicht dazugehört

Ein Verzeichnis, zwei Kostenträger: Was unter § 33 SGB V fällt, zahlt die Krankenkasse, was unter § 40 SGB XI fällt, die Pflegekasse. An der Produktgruppennummer lässt sich das ablesen.

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Häufige Fragen

Wie oft wechselt man den Katheterbeutel?

Feste Intervalle empfiehlt die KRINKO nicht, ein routinemäßiger Wechsel nach Plan hat bei der Infektionsvorbeugung keine Vorteile gebracht. Gewechselt wird bei Infektion, Verschmutzung oder Defekt. Beim Wechsel eines Verweilkatheters tauschen Sie das ganze System aus. Zusätzlich gelten die Angaben des Herstellers in der Gebrauchsanweisung.

Welche Synonyme gibt es für Urinbeutel?

Im Hilfsmittelverzeichnis heißen sie Urinauffangbeutel, in der KRINKO-Empfehlung Auffangbeutel oder Drainagebeutel, im Alltag Katheterbeutel oder Urinbeutel. Bett- und Beinbeutel bezeichnen die Bauform.

Was ist ein geschlossenes System?

Nach dem Hilfsmittelverzeichnis ist es ein Urin-Ableitsystem, das über längere Zeit mit dem Katheter verbunden bleibt und nicht getrennt wird. Der Beutel ist steril und hat Rücklaufsperre, Ablassventil und eine belüftete Tropfkammer, die laut Verzeichnis aufsteigende Keime verhindert.

Welche Größe hat ein Beinbeutel für den Katheter?

Für die kombinierten Bett- und Beinbeutel mit Tropfkammer nennt das Verzeichnis 800 bis 1.000 Milliliter (15.25.07.1). Unter 15.25.05.4 gibt es Beinbeutel mit weniger als 400 Milliliter. Welche Größe passt, hängt von Ihrer Situation ab, die Ärztin oder der Arzt und der Leistungserbringer beraten dazu.

Zahlt die Krankenkasse Katheterbeutel?

Ja, bei ärztlicher Verordnung und medizinischer Erforderlichkeit (§ 33 SGB V). Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Monatsbedarfs, höchstens 15 Euro, und entfällt bei Kindern und Jugendlichen sowie ab der Belastungsgrenze.

Wo muss der Urinbeutel hängen?

Frei hängend, ohne Bodenkontakt und immer unterhalb des Blasenniveaus, auch beim Transport. So beschreibt es die KRINKO-Empfehlung für Einrichtungen. Der Schlauch soll nicht abknicken und keine Schlaufen bilden.

Verbindliche Stelle

  1. Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands
  2. § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  3. § 139 SGB V (Hilfsmittelverzeichnis)
  4. GKV-Spitzenverband: Hilfsmittelverzeichnis, Schnittstelle (Abruf 09.10.2026)
  5. KRINKO beim RKI: Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen (Bundesgesundheitsblatt 2015; 58: 641-650)
  6. § 61 SGB V (Zuzahlungen)
  7. § 62 SGB V (Belastungsgrenze)
  8. IKK Südwest: Versicherteninformation ableitende Inkontinenzhilfen (Broschüre 12/2022, Abruf 09.10.2026)

So arbeiten wir mit Quellen

Mehr zum Thema

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Pflegebox Fachwelt ist ein redaktionelles Angebot der Einfach zum Angebot GmbH und weder eine Kranken- noch eine Pflegekasse. Verbindlich entscheidet die zuständige Pflegekasse. Stand: 09/2026.

Fachlich verantwortlich

Julian Weber

Julian Weber, Geschäftsführer der Einfach zum Angebot GmbH. Das Unternehmen vermittelt Pflegeboxen und betreibt den verlinkten Shop; daraus kennt er Antrag, Abrechnung mit den Pflegekassen und die Produktauswahl aus der Praxis.

Wirtschaftliches Interesse: Die Einfach zum Angebot GmbH verdient an Pflegeboxen, die über den Shop zustande kommen. Rechtsangaben stammen deshalb ausschließlich aus dem Gesetzestext, Daten aus amtlichen Quellen. Unsere Redaktionsrichtlinien